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Der GatoRojo im Tierheim

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Die Mutter des GatoRojo war eine Hauskatze, die vier Kitten von vier Katern . äh, hm - also übertragen: Eine Frau, die von 1940 bis 1949 vier Kinder von vier Männern hatte und der GatoRojo war das älteste.

Er war unehelich, aus einer Affäre, und kam bald in ein Kinderheim. Dort fand ihn eine Frau, die ein Adoptivkind suchte. Sie wählte den GatoRojo, weil er das erste Kind war, das sie anlächelte. Und so, wie man im Tierheim die Katze zum Mitnehmen auswählt, die auf einen zuläuft, so wurde der GatoRojo seines Lächelns wegen mitgenommen.

Er hatte also Glück und kam in gute Hände. Als er neun war, wurde er fein angezogen, man ging mit ihm zum Fotografen und dann mit seiner Pflegemutter auf eine Eisenbahnreise in die Nachbarstadt. In einem schönen Haus mit Garten trafen sie auf eine junge hübsche braunhaarige Frau von etwa 30 Jahren. Ja - sie sah gut aus und auch neunjährige Jungs können das schon beurteilen.

Nebenan in einer Wiege lag ein Baby und als es zu weinen anfing, nahm die Frau es heraus und legte es an die Brust. Dann schickten die beiden Frauen den kleinen GatoRojo zum Spielen nach draußen, weil das weitere ihn angeblich nichts anging.

Draußen ruinierte er erst einmal seine neuen Schuhe, indem er die Pfützen vom letzten Regen mit kleinen Kanälen verband. Erst später hat er mitbekommen, dass damals sein Pflegevertrag in einen Adoptionsvertrag umgewandelt werden sollte und zuvor seine Mutter sich davon überzeugen wollte, dass es ihm gut ging. Immerhin.

Jahre später, als er systematisch alle Schubladen durchsuchte und die Geheimnisse seiner Adoptiveltern erforschte, stolperte ert über diesen Vertrag, nahm seinen ersten Namen zur Kenntnis und damit waren für ihn auch manche Sachen geklärt. Für das tägliche Leben hatte das aber keine Auswirkungen, denn der kleine GatoRojo hatte eine gute Kindheit und Vertrauen in seine Leute. Er frug nicht viel und man sagte nicht viel. Er ist nur diesen beiden Menschen sehr dankbar, dass sie ihn aufgenommen und aufgezogen haben und dankte seiner Adoptivmutter für ihre Liebe und dem Adoptivvater dafür, ihn die Dinge gelehrt zu haben, die ein Mann können und wissen muß.

Erst als er verheiratet war erzählten Verwandte der Frau des GatoRojo mehr Einzelheiten als er selbst je erfahren oder erfragt hatte und so vervollständigte sie sein Bild. Seine Mutter hatte zuletzt einen gut situierten Mann und bereinigte ihre Vergangenheit. Es war nicht nur die eine Halbschwester, die er gesehen hatte, sondern noch zwei andere dazwischen. Wie alle, verdankte der GatoRojo seine Existenz der sechsuellen Anziehungskraft seiner Mutter und diese hatte nun nach mehreren Versuchen wohl den gefunden, bei dem sie bleiben wollte. Der GatoRojo konnte ihr nur gedanklich alles Gute wünschen.

Jahre später, als schon die Kinder des GatoRojo Informationen über ihre Herkunft wünschten: Das war einfach von der Seite der Frau des GatoRojo - alles eheliche Kinder zwei Generationen zurück und eine Großmutter aus Schweden. Der GatoRojo hatte nur seine Geburtsurkunde und von der Mutter nur den Namen, der sich sicher inzwischen durch Heirat geändert hatte. Deutsche Geburtsurkunden sind bekanntlich mit ihren Angaben recht zurückhaltend. Deshalb nahm er auch nicht den Aufwand auf sich, da noch weiter nachzuforschen.

Der Vater des GatoRojo hatte immerhin seine Vaterschaft anerkannt. Durch die Verwandtenhinweise an seine Frau kam ihm der GatoRojo auf die Spur. Er war Leiter einer renommierten Fachschule, hatte Spuren im Netz zurück gelassen und tauchte in der regionalen Literatur auf. Sogar ein kleines Photo gab es. Es zeigte ihn im Kollegium des Institutes. Mit einer Kopie seiner Geburtsurkunde und der Anerkenntnis der Vaterschaft wandte er sich an das zuständige Standesamt und bekam anstandslos und unbürokratisch gegen eine Gebühr von 10 Euro eine Kopie der Geburtsurkunde seines Vaters einschließlich des Sterbevermerks auf ihr.

Er lebte von 1895 bis 1990 und war somit immerhin 95 Jahre alt geworden. Das erfreute den GatoRojo insofern, als dass er seinen Genen jetzt eine gewisse Langlebigkeit zutraute. Als er den GatoRojo zeugte, war er so um 45 und seine Mutter um 20 - die klassische MidlifeCrisis-Affäre. War bestimmt einiges an Schmetterlingen am Werk dabei. War das der Grund, weswegen der GatoRojo zeit seines Lebens immer nur Frauen liebte, die einen flippigen Charakter hatten?

29.07.2021 11:17 • x 15 #1


Nemaj

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Oder es lag dran, dass der kleine/ große GatoRojo einen flippigen Charakter hat und deshalb Miezen...äh. .. Frauen mit flippigem Charakter anzieht.
GatoRojo hat sich gut gehalten für sein Alter.

29.07.2021 11:24 • x 3 #2



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Es ist jedenfalls mit solchen Frauen immer spannender

29.07.2021 11:28 • x 4 #3


Nemaj

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Eine bewegende Geschichte.

Du hättest ja auch schreiben können, du glaubst, du seiest ein Prinz, der in jungen Jahren entführt wurde. So, wie manche Kinder sich eine Geschichte zurechtlegen, wenn sie sich von den Erwachsenen unverstanden fühlen.

Alles in allem kannst du aber sagen, du hattest ein schönes Leben bei deinen Eltern, oder?
Ich habe ja auch ein Adoptivkind und ihm habe ich mal gesagt, dass kein Kind mehr gewünscht war als er.
Wir haben ihn uns ausgesucht, weil wir uns sofort in ihn verliebt hatten. Er ist also ausgesucht und damit was Besonderes.
Eigene Kinder muss man nehmen wie sie kommen, da gibt es keine Wahl.

Adoptivkinder sind wie Überraschungseier. Du weißt nie, was drin steckt.
Da wären wir beim Thema Genetik.
Früher war man der Meinung, dass Erziehung alles sei. Nichts sei so wichtig für die Formbarkeit wie Erziehung, alles andere wäre nur Nebensache.
Heute weiß man, dass man mit Erziehung nicht viel bewerkstelligen kann, wenn es die Genetik nicht hergibt. Die hat mehr Einfluss auf die Entwicklung, als so manchem lieb ist.
Bei dir scheint beides gut beisammen gewesen zu sein.

Zitat:
War das der Grund, weswegen der GatoRojo zeit seines Lebens immer nur Frauen liebte, die einen flippigen Charakter hatten?

Das ist gar nicht mal so abwegig.
(Schließlich können sogar Traumen über Generationen hinweg weitergegeben werden.)
Da du solche Frauen ja interessanter, spannender findest, ist das doch kein empfundenes Manko. Oder sehe ich das falsch?

29.07.2021 12:35 • x 4 #4


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Zitat von Nemaj:
Da du solche Frauen ja interessanter, spannender findest, ist das doch kein empfundenes Manko.

Nein, ein Manko ist es nicht. Man muss sich allerdings daran gewöhnen, damit umzugehen. Und so ganz ohne Schmerzen geht es natürlich auch nicht. Ich sortiere mal ein paar Details.

29.07.2021 15:08 • x 2 #5


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Die flippigen Frauen des GatoRojo? Eigentlich sind nur vier besonders wichtig. Nennen wir sie einfach nach ihrer emotionalen Bedeutung D, C, B und A. Also die, in die der GatoRojo wirklich verliebt war.

Bei D war er noch ziemlich jung. 17. Sie war eineinhalb Jahr älter. Beide fanden sich eines Tages als Lehrlinge im Lagerkeller der Firma wieder, um sich auch logistische Fertigkeiten anzueignen. Das war nun ein halbdunkles Labyrinth, wo sie arbeiteten, aber eben auch längere Pausen hatten, wenn der einkommende Warenstrom für einige Zeit versiegte. Just in time war noch nicht erfunden.

Überflüssig zu bemerken, dass sie wirklich gut aussah. D hatte etwas gelockte lange Haare und sehr schöne braune Augen. Etwas verlorenes im Gesichtsausdruck. Und alle möglichen Gerüchte in Bezug auf Männer um sie. Deshalb überraschte es den GatoRojo, als sie im Halbdunkel des Kellers mit ihm zu flirten begann, sie etwas herumknutschten und ein Date vereinbarten. Das ging dann so zwei Monate - aber mehr als Küssen und ihren Brust berühren war nicht.

Bei einem Date bezahlte ausnahmsweise sie und in ihrem Portemonnaie sah er das Bild eines älteren Mannes - einer ihrer Sponsoren? Da forderte der GatoRojo sie versuchsweise auf, das Bild zu entfernen und sie zerriß es und sie verbrannten die Papierschnipsel im Aschenbecher. Wundert ihn noch jetzt, dass sie seiner Aufforderung nachkam.

Schien so, als würde der GatoRojo zu besitzergreifend werden und als sie, eine Freundin von ihr und der GatoRojo durch ein Warenhaus gingen blieb sie stehen und nicht sie, sondern ihre Freundin meinte, die Sache wäre jetzt beendet. D stand daneben, lächelte geheimnisvoll und sagte kein Wort. Bizarr.

Obwohl der GatoRojo sie jeden Tag immer noch bei der Arbeit sah, war sie nun Luft für ihn. Vier Monate sagte er kein Wort zu ihr und sie schwieg ebenso.

Eines Abends im Dezember stand sie am Eingang und als der GatoRojo vorbei ging frug D ihn, ob er Lust hätte, mit ihr Essen zu gehen. Also gingen sie durch die schneebedeckten Straßen des Winterabends und in einer stillen Ecke eines Museums drängte der GatoRojo sie in die Ecke einer Wand, küsste sie, öffnete ihren Mantel und schob den Pullover hoch. Sie, die zuvor noch so abweisend war, schmolz dahin, küßte ihn wieder und als er sie weiter entkleiden wollte sagte sie: Wenn du mich schon vergewaltigen willst, dann nicht in dieser Kälte. Sei wenigstens so nett und lass uns woanders hingehen

Deshalb zog sie sich wieder an und sie gingen in das Restaurant, das sie ausgesucht hatte. Danach war sie zwei Monate seine nette Gefährtin. Aber Sechs mit ihm wollte sie nicht, nur die Berührungen wie vorher. Der GatoRojo wußte nun aber, dass er sie hätte mit etwas Engagement vielleicht dazu überreden können, aber das war ihm nun zu wenig. Er hätte gern gehabt, dass sie ihn dazu auffordert, aber das machte sie nicht. Er hatte aber gelernt, dass ein gewisses Moment von Gewalt bei Frauen anzuwenden durchaus in der Sache hätte weiter bringen können, aber das war dem GatoRojo emotional zu gefährlich. Also verzichtete er auf diese Methode.

Die Sache endete, als D ihn mit B bekannt machte und der GatoRojo in kurzer Zeit in B mehr verliebt was als in D. Das sah D mit einem gewissen Lächeln und so gingen beide in Freundschaft auseinander. Der GatoRojo wußte, dass D nicht darunter leiden würde, dass er nicht mehr um sie war, denn er war nicht ihr einziger Verehrer.

Monate später - als der GatoRojo schon wieder von B getrennt war und Monate brauchte, um von B los zu kommen, tauchte D bei ihm wieder auf. Sie machte einen etwas melancholischen Eindruck. Da bot sie dem GatoRojo an, wieder um ihn zu sein. Aber er wußte, er wäre nur temporärer Notnagel für sie und sie würde ihn bald wieder für einen anderen verlassen und er wollte ja immer noch B zurück haben. Deswegen lehnte er ab.

Monate später erfuhr er von ihrem Suizid, gerade mal 21 Jahre alt. Das erschreckte den GatoRojo, aber er glaubt nicht, dass er sie hätte retten können aus ihrem Leben an den Grenzen von seltsamen Beziehungen zu undurchsichtigen Männern.

29.07.2021 20:49 • x 8 #6


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Soll man die Sache mit C eine Affäre nennen? Schwer zu sagen. Dauerte aber insgesamt ungefähr acht Jahre - allerdings mit monatelangen Lücken dazwischen.

In dieser Zeit arbeitete der GatoRojo mehrere Jahre in einer anderen Stadt, 300 km von Zuhause entfernt und während der Woche wohnte er da. Als er mit C näher bekannt wurde, war der GatoRojo 50 und sie 15 Jahre jünger, also 35. Sie war eine sehr hübsche Frau (sonst hätte der GatoRojo sich auch nicht in sie verliebt), blond, klein und zierlich. Beruflich hatten sie peripher miteinander zu tun.

Nach einem Meeting standen sie beide als erste vor der Tür und C sagte zum GatoRojo: "Zu früh, um schon nach Haus zu gehen ..." Der GatoRojo meinte, er gehe da und da hin, wandte sich um und sie folgte seinen Schritten und textete ihn zu. Den Abend waren sie in zwei angesagten Kneipen der Stadt, küßten sich, der GatoRojo musste zwei Typen verbal rauh abwehren, die C von früher kannten und irgendwann standen beide nicht mehr ganz nüchtern neben dem Mondkalender an der Kneipenwand und der GatoRojo faßte sie schon intimer an und meinte, er würde gern mit ihr schlafen. Sie antwortete ihm aber, dass sie jetzt nur noch mit X schlafen würde. X war der Boss vom GatoRojo. Irgendwann machten die Kneipen dann zu.

Am Ende der Nacht landeten sie in der kleinen Wohnung des GatoRojo, beide müde und betrunken. Sie legte sich dann in das eine Bett, zog sich ganz nacqt aus und machte die Augen zu. Da war sie, klein, hilflos, müde und schutzlos betrunken. Sie sah bald zu kindlich aus, zu zierlich und der GatoRojo war doch voller Skrupel, jetzt das zu machen, wozu sie sich eine Sekunde vor dem Einschlafen hingelegt hatte. Deshalb deckte er sie zu, legte sich in das andere Bett und schlief ein.

Am nächsten Morgen lag sie neben ihn gekuschelt und frug ihn nach dem Erwachen, ob sie zusammen geschlafen hätten. Das war nicht passiert. Nach starkem Kaffee und ein paar filterloser Zig. fuhr der GatoRojo sie in die Stadt, wo sie ihr Auto geparkt hatte und er fuhr nach Hause, drei Wochen Urlaub.

Danach zögerte er ein paar Tage, aber er bat sie dann um ein Date. Ja, er könne den nächsten Abend zu ihr kommen. Sie wohnte da noch im Geschäftshaus ihres Vaters. War sehr romantisch - oben auf den riesengroßen Dachboden voller Waren und Gerümpel hatte sie ganz am Ende wie in einer Lichtoase ihr Reich. Sie kuschelten zusammen diesen Abend, alles sehr zärtlich und nett. Aber sie sagte, Sechs wäre für sie nur mit X möglich und der GatoRojo antwortete auf ihre Frage, dass er A, seine Frau, nicht aufgeben würde. Außerdem - das hätte der GatoRojo ja wohl inzwischen gehört - wären da eben auch noch welche in ähnlicher Art wie der GatoRojo. Denn sie fürchte sich vor den Nächten und dem Alleinsein und sie brauche manchmal jemanden, der sie dann in den Armen hält.

Solche Dates kamen dann hin und wieder - fast immer ging es von C aus, aber wenn der GatoRojo denn mal unbedingt bei ihr sein wollte, konnte er sie auch anrufen und dann vorbeikommen. Es war immer bei ihr, weil sie eine kleinen Sohn hatte und deswegen abends ungern das Haus verließ. Meist ging der GatoRojo auch erst so um 10 oder 11 zu ihr, wenn der Kleine schon schlief. Oft fuhr er erst im Morgengrauen nach Hause - hin und wieder auch beide direkt zur Arbeit. Inzwischen war sie in ein eigenes Haus gezogen. Sie war die Frau, die dem GatoRojo eines Tages ganz konkret und wörtlich sagte, dass er zu ungefähr 15 % an ihr beteiligt sei. (70 % entfielen auf seinen Boss)

Nach ein paar Monaten holte A den GatoRojo mit dem Auto ab nach einer Grillfeier und beschwerte sich während der Fahrt über die doch überzogene Flirterei des GatoRojo. Da sagte er ihr (auch nicht mehr ganz nüchtern), darüber würde es sich für sie garnicht lohnen sich aufzuregen, wenn sie die Sache mit C kennen würde. Eigentlich war das äußerst unvorsichtig vom GatoRojo, denn sie fuhr gerade mit einem hochmotorisiertem Auto sehr schnell durch die Nacht über die Autobahn.
Sie war aber wohl eingedenk ihrer eigenen Affäre 20 Jahre zuvor und meinte nur zum GatoRojo, er möge sich Pariser besorgen und würde er sie mit AIDS anstecken, würde sie ihn umbringen. Aber solange es sie nicht betreffe an ihren Wochenenden und solange er noch fähig sei mit ihr ins Bett zu gehen, wie sie wolle, fände sie das mit C zwar nicht gut, aber wenn es denn sein müsse .....

Irgendwann ungefähr zwei Jahre später war eine der wenigen Gelegenheiten, wo er mit C schön essen ging. Vorsichtshalber suchte er ein Reastaurant aus, in das er mit A nicht hinging. Sie kam zu ihm, zog sich um und in einem schönen hellblauen Kleid mit geknoteten Spaghettiträgen ging sie neben ihm. Als sich einer der Knoten löste, stand sie neben dem GatoRojo unter den Bäumen sehr zart und verträumt und er machte den Knoten auf ihrer Schulter wieder fest. In solchen Momenten liebte er sie sehr.

Als sie vom Essen zurück in seine Wohnung kamen, klingelte das Telefon unerbittlich. Es war A und gerade an diesem Tag hatte sie ihn wie manchmal überraschend besucht. Traurig und wütend meinte sie, dass er soviel Sechs mit C haben könne, wie er wolle, aber nicht in einer Wohnung, die ihr zur Hälfte gehöre. Und sie sagte: "Du hast bis zum Ende der Nacht Zeit dich zu entscheiden. C oder ich" Der GatoRojo wußte, mit Worten war es nicht getan. Also küßte er C, sie fuhr nach Hause und der GatoRojo unter Mißachtung der StVO zu A, tröstete sie, ging mit ihr ins Bett und fuhr am nächsten Tag morgens wieder zur Arbeit.

Am Abend traf er sich mit C und sie meinte, wenn sie zusammen geschlafen hätten, wäre er sie nicht wieder los geworden, dann hätte sie ihn wohl ganz haben wollen. Aber das hatte der GatoRojo ja ausgeschlossen.
So gab es im Laufe der Zeit drei oder vier Gelegenheiten, wo er sie vielleicht hätte haben können, aber diese ihre Warnung blieb ihm im Hinterkopf und eben, dass sie die Geliebte seines Boss war. Dem war aber schon klar, dass sie auch mit anderen Männern flirtete. Einen der anderen kannte der GatoRojo recht gut - und sie kochte dann hin und wieder für beide. Ente oder Lamm mit Pfefferminzsoße. Sie gehört zu den drei Frauen, zu deren Essen der GatoRojo volles Vertrauen hat. Ansonsten war aber immer nur nachts jeder für sich bei ihr.

Nach ein paar Jahren und einigen Nächten mit langen Dialogen, viel Rotwein und mehr oder minder viel Zärtlichkeit war die Verliebtheit geringer geworden - eher war sie dem GatoRojo dann wie eine kleine Schwester. Manchmal war er ihr Psychiater. Dann ging der Boss zu einer anderen Firma und den Kumpel und den GatoRojo bat er dann, doch auf C aufzupassen, dass sie nicht unter die Räder käme.

Sie hatte ihr Haus sorgfältig eingerichtet, aber etwas Chaos war schon da. Gut, Chaos störte den GatoRojo nicht sonderlich - auch A war nicht frei von Chaos. Aber irgendwann wurde es ihm doch zu viel und irgendwann wollte sie auch weniger Zärtlichkeit und so meinte der GatoRojo eines Nachts, dass es wohl mit diesen Dates zwischen ihnen beiden ein Ende haben werde. Das akzeptierte sie mit etwas Bedauern, aber ohne viel Gemütsbewegung.

Freundlich miteinander telefonieren taten sie aber auch danach noch. Auch als der GatoRojo schon längst nicht mehr in jener Stadt arbeitete. Und da im Hause des GatoRojo zumeist seine Frau den Telefonhörer abnahm, lief es nach einíger Zeit darauf hinaus, dass A mehr mit C sprach als der GatoRojo selbst. Bis auch diese Anrufe von ihr weniger wurden und ausblieben. Aber ihre Festnetznummer kennt der GatoRojo immer noch auswendig.

29.07.2021 23:46 • x 8 #7


Nemaj

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Zitat von ElGatoRojo:
Die flippigen Frauen des GatoRojo? Eigentlich sind nur vier besonders wichtig.

Das heißt: Es gab noch mehr?
Es mussten also alle Miezen schnell um die Ecke verschwinden, auf den Baum flüchten oder die nächste Katzenklappe nutzen, wenn sie nicht vom schelmischen GatoRojo vernascht werden wollten?
Der Kater lässt das Mausen (in deinem Fall eher das Miezen) nicht.
So ein Streuner!

Aber so lustig das alles klingen mag, so hatte ich doch immer nur eine Frage im Kopf: Kam der Kater jemals an?

Der kleine und auch große GatoRojo war kein Kostverächter, verschlang jede Mieze, die in sein Beuteschema passte, ließ keine Gelegenheit aus, seine animalischen Triebe zu befriedigen. Aber gab es jemals dieses eine Katzenkörbchen, in dem er schurrend liegen bleiben wollte?
Zitat:
Monate später erfuhr er von ihrem Suizid, gerade mal 21 Jahre alt.

Und das hinterließ keinerlei Spuren?
Mich hat es schon beim Lesen geschockt.

Die Streunergeschichte ist ja sicher noch nicht zu Ende, oder GatoRojo? (Hätte dich jetzt fast mit räudiger Kater angesprochen )

30.07.2021 09:01 • x 2 #8


ElGatoRojo

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Zitat von Nemaj:
Und das hinterließ keinerlei Spuren?

Sie bewegte sich mehr und mehr irgendwo hin, wo Freunde nicht mehr mit wollten. Ein große Stadt kann in der Tat zum Dschungel werden. Das was der GatoRojo so gefährlich fand: Emotionale Erpressung und Nachgiebigkeit gegen körperliche Bedrängung können Frauen in gefährliche Abhängigkeiten bringen.
Zitat von Nemaj:
Das heißt: Es gab noch mehr?

Sei nicht zu neugierig. Wir reden über Emotionnen, nicht über Technik

30.07.2021 09:13 • x 1 #9


Nemaj

Nemaj


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Zitat von ElGatoRojo:
.. Sei nicht zu neugierig. Wir reden über Emotionne, nicht über Technik

Alles klar.
So umschrieben kann man eine Frage auch beantworten.

30.07.2021 09:17 • x 1 #10


Nechal

Nechal


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Und ist der Kater wirklich 80... und... ist A immer noch wichtig? Also aktuell..... wenn ja scheint das eine tolle selbstbewusste Frau zu sein, die sich durch katertypische Aktivitäten nicht verunsichern lässt

30.07.2021 09:53 • x 2 #11


Nemaj

Nemaj


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Zitat von Nechal:
Und ist der Kater wirklich 80... und... ist A immer noch wichtig? Also aktuell..... wenn ja scheint das eine tolle selbstbewusste Frau zu sein, die sich durch katertypische Aktivitäten nicht verunsichern lässt

Oder jeder macht sein eigenes Ding.

30.07.2021 09:55 • #12


unfassbar


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Zitat von ElGatoRojo:
Sei nicht zu neugierig. Wir

Och menno, deine Zeilen sind so toll geschrieben und machen aber neugierig. Es ist wie ein Buch, was in mehreren Bänden erscheint und man den nächsten Band kaum erwarten kann!

30.07.2021 10:13 • x 3 #13


DieSeherin

DieSeherin


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dann ist also A immer noch deine frau und der rest des alphabets sind die vorherigen, jetzigen und künftigen gespielinnen?

30.07.2021 10:22 • #14


Nemaj

Nemaj


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Mädels, er ködert euch gerade.

Ich bin nur froh, dass ich kein Miezchen bin.

30.07.2021 10:30 • x 3 #15



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