DerVerwirrte
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Da ich hier einige Beiträge bezüglich ähnlicher Erfahrungen gelesen habe, habe ich mich nun dazu entschlossen, ein Teil meiner Geschichte hier preiszugeben und gleichzeitig um Hilfe zu bitten, da mich in meinem privaten Umfeld keiner versteht.
Ich versuche es kurz zu halten, hole aber etwas aus.
Und selbst beim lesen wird einem auffallen, wie viele Rote Flaggen sich durch unsere Beziehung gezogen haben, die ich aus Verliebtheit ignoriert/ausgeblendet habe.
Anfang letzten Jahres lernte ich durch eine gemeinsame Freundin eine eigentlich tolle Frau kennen mit der ich mich direkt angefreundet habe. Beide Mitte 20.
Wir harmonierten sehr gut miteinander, sie vertraute mir sehr schnell, fast schon zu schnell Geheimnisse an bezüglich Kindheit, Ex-Freund der sie hintergangen hat etc.
Sie vertraute mir auch ihre psychischen Probleme und Diagnosen an.
Da ich nicht aufgeklärt war über diese Diagnosen, außer Depressionen, machte ich mir da nichts draus und ging mit ihr nach kurzer und intensiver Freundschaft eine Beziehung ein.
Die ersten Monate waren die intensivsten Gefühle die ich je in einer Beziehung gefühlt habe.
Wir zogen nach einem halben Jahr direkt zusammen.
Ich habe mich so endlos geliebt gefühlt, sie sah förmlich nach mir auf.
Die Eltern liebten mich, Freunde von ihr mochten mich. alles nach außen hin perfekt.
Wir unternahmen anfangs relativ viel, flachte aber Dezember, Anfang Januar 2022 ab.
Wir haben uns an sich nie wirklich gestritten, aber nach einigem recherchieren fand ich raus, das was sie mit mir stattdessen getan hat, war dieses "Silent Treatment".
Sie war teilweise extrem depressiv, demotiviert irgendwas zu machen (außer Haushalt), beschwerte sich über Gott und die Welt, hat mit Freunden via Ghosting Kontakt abgebrochen und irgendwann wieder versucht aufzunehmen, hat sich impulsiv Haustiere geholt obwohl sie schon kein Geld hatte.
Sie brach ihre Ausbildung ab, wir hatten oftmals einen langweiligen Alltag weil sie sich für nichts begeistern konnte außer Serien schauen, zickte teilweise nur noch rum, ignorierte mich etc.
Ich dagegen, der viele Hobbys und Freunde hat, bin öfter mal weg gewesen weil ich es irgendwann nicht mehr eingesehen habe, jedes Wochenende zuhause verbringen zu müssen, 21 Uhr schlafen zu gehen und dann wieder mit schlechter Laune aufstehen zu müssen.
Doch wie gesagt, habe ich jedes mal versucht sie zu animieren, etwas zu machen. Selbst Kleinigkeiten wie Kino, Spazieren gehen waren zu viel.
Ich half ihr dabei einen neuen Therapieplatz zu suchen, war immer für sie da wenn sie mich brauchte und habe ihr bei allem geholfen. Durch meine Ko-Abhängigkeit die in meiner Kindheit entstanden ist. sch. Helfersyndrom.
Während dieser extrem Downphase habe ich mich selber verloren.
Ich dachte irgendwann, das ich ihr einfach helfen kann, in dem ich einfach mit ihr gemeinsam zuhause bleibe, versuche ihr ein gutes Gefühl zu geben und und und.
Ich habe meine Hobbys und Freunde vernachlässigt, nahm knapp 15Kg zu und meine eigenen Depressionen die ich irgendwann Anfang 20 abgelegt habe feierte sein Comeback.
Nun wo ich wirklich alles für sie getan habe, für sie aufgegeben habe, machte sie von heute auf morgen Schluss. Unbegründet.
Rauswurf aus der Wohnung, musste ersten Monat Couchsurfen bis ich meine Wohnung hatte, you name it.
Nachdem sie sich geweigert hat meine Sachen zu geben (Einrichtung, Dokumente etc.) habe ich dann die Eltern kontaktiert mit denen sie eh verstritten ist, jedoch nur "warm hält" da sie finanziell von denen Abhängig ist.
Eklig, ich weiß.
Ich habe die aufgeklärt, um Hilfe gebeten, aufgeklärt das es nicht so ist wie ihre ach so tolle Tochter es erzählt und ihre eigenen Sachen aufgedeckt habe, was sie denen verheimlicht. Dies habe ich nur gemacht, damit die kranken Eltern nicht meine gesamte Einrichtung verschrotten wie angedroht.
Die Eltern dachten, ich sei ihr fremdgegangen, war toxisch und faul. Was zur Hölle ?
Faul was Hobbys nachgehen angeht sehe ich noch ein zum Schluss, kein Thema.
Aber toxisch und hintergehen ?! Selbst unsere gemeinsamen Freunde waren schockiert und wussten natürlich, das daran nichts sei.
Dazu sei gesagt, das sie mich danach auch direkt geghosted & blockiert hat.
Jedoch war in diesem Fall keine dritte Partei mit im Spiel, also sie hatte keinen neuen Typ gehabt. Dementsprechend fand ich dieses Verhalten umso krasser.
Was dies mit mir angerichtet hat, kann sich denke ich mal jeder denken und brauche dies nicht zu sehr erwähnen.
Genau 30 Tage später hat sie mich aus dem nichts entblockt und ich war wieder in ihren Fängen.
Wir haben telefoniert, uns am nächsten Tag getroffen, Sex gehabt und alles war vermeidbar schön.
Ich dachte mir zu diesem Zeitpunkt etwas nach dem Motto "Jeder hat ne zweite Chance verdient" .
Pustekuchen. 2 Wochen später hat sie wieder die gleiche sch. abgezogen.
Wurde von heute auf morgen kalt, Schluss gemacht, die Sekunde als ich die Tür raus bin hat sie mich schon blockiert.
Dieses mal dachte ich dann, das es nun komplett aus sei.
Während sie teilweise Dates hatte bei denen aber nichts lief, konzentrierte ich mich darauf abzuschließen.
Und was ich so von gemeinsamen Freunden über ihre "Dates" erfahren habe, fand ich auch lustig und war ein wenig Schadenfroh.
Sie hatte sich mit 2 getroffen, die sie beide abgelehnt haben nach dem ersten Treffen.
Kindischer Gedanke von mir, ich weiß, aber schmeckte mir trotzdem ganz gut.
Sooo. Nun zum Endsport.
Wieder 1 Monat später, wieder exakt 30 Tage später, entblockte sie mich wieder mal und schrieb mir Nachts einen Text, der so lang war wie alle Herr der Ringe Bücher zusammen.
Wie sehr sie alles bereut, Therapie wieder angefangen hat und mehr.
Dinge wo sie wusste, wie sie mich zurückholt.
Wie gesagt, ich selbst zu dem Zeitpunkt - depressiv, weiterhin Ko-Abhängig, nahm sie mit Kusshand wieder.
Dieses mal war es scheinbar anders als der zweite Anlauf.
Es hat sich angefühlt wie die "erste" Beziehung, unternahmen viel, der Sex war wieder gut, viel Spaß gehabt.
Sie hat sich sogar ein Tattoo stechen lassen welches ich auch habe!
Und dieses mal hielt es für sage und schreibe 28 Tage, statt 2 Wochen.
Bis sie nun wieder, von heute auf morgen, binnen wenigen Stunden, Kalt und distanziert wurde.
Sie hat dann am Abend übers Telefon Schluss gemacht, gesagt sie liebt mich, aber vertraut mir nicht, ich sei ne schlechte Person etc.
Also die Trennungsgründe waren jedes mal anders.
Trennung 1 - Gab kaum welche außer das sie nicht über Probleme geredet hat und sich alles angestaut hat.
Trennung 2 - "Ich hasse dich, keine Gefühle mehr."
Trennung 3 - "Ich liebe dich, vertraue dir nicht, bist ein schlechter Mensch."
Die ersten 2 Trennungen nahmen mich extrem mit, jedoch ist es bei dieser Trennung anders und das macht mir selbst angst.
Ich fühle aktuell nicht viel.
Ja, ich habe noch irgendwo Gefühle für sie und hätte jetzt auch nicht so Lust sie mit wem anderem zu sehen. Aber dieses mal geht es mir gut.
Warum es mir angst macht ?
Weil ich sie ja irgendwo "liebe" und diese Liebe echt war/ist von mir und ich aktuell denke, das ich es vielleicht alles nur unterdrücke ? Oder bin ich abgestumpft ? . Verstehe es nicht.
Ich tue mich dennoch ein wenig schwer komplett loszulassen da ich scheinbar Traumagebunden bin laut einiger Recherche.
Was sind eure Erfahrungen und Tipps wie ich damit umgehen kann ?
Was hat euch geholfen solch ein Zyklus zu beenden und euch zu "entlieben". loszulassen.
Wird sie es wieder versuchen mich in ihre Fänge zu ziehen ?
Es ist natürlich immer individuell, jedoch habe ich ein Muster erkannt, welches viele andere beschreiben.
Sie ist so schön berechenbar unberechenbar, das ist gruselig.
Danke fürs lesen und danke im Vorraus!
