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Ehe ist am Krebs zerbrochen

LadyN.

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Wo soll ich nur anfangen? Im Moment sitze ich hier und weiß gar nicht wo und wie ich euch mein Problem schildern soll. Wohl auch eher weil ich nicht weiß wie diese Geschichte hier aufgenommen wird.
Ich habe viele schlechte Erfahrungen gemacht weil ich etwas getan habe was der großteil meiner Umwelt nicht verstehen konnte. Ich habe meinen Mann verlassen der schon zweimal bzw. drei Mal einen Tumor hatte und was von den meisten Menschen fast noch schlimmer empfunden wurde, ich habe es gewagt unsere Kinder auch noch bei ihm zu lassen...

Es ist eine verdammt lange Geschichte. Ich weiß das ich Fehler gemacht habe. Was ich gerne möchte ist es einfach loswerden. Es belastet mich unheimlich. Solweit das ich momentan trotz neuem Freund (leider Wochenendbeziehung), Wohnung und Arbeit Probleme habe und immer mehr abrutsche und nicht mehr weiter weiß.

Falls Ihr Lust habt könnt ihr Euch meine Geschichte ja durchlesen. Vielleicht hat ja jemand etwas ähnliches durchgemacht.

Wir waren seit 2006 verheiratet, haben 2008 unser erstes Kind bekommen und 2009 kam heraus das er einen Tumor hat. Von da an ging es mit unserer Beziehung nur noch den Bach herunter. Eigentlich dachte ich immer das solche Tragödien ein Paar auseinandertreibt oder aber zusammenschweißt. Bei mir war es beides.

Seit dem Sommer 2009 war unser Leben nicht mehr wirklich schön. Wir haben den ersten Krebs gerade so hinter uns gebracht und hatten ein sehr schlechtes Jahr. Es ging ihm immer im Wechsel gut und schlecht. Wir hatten viele Rückschläge und kaum war das eine gesundheitliche Problem überwunden kam auch schon das nächste. Mit der Folge das wir uns immer mehr auseinander gelebt hatten. Wir haben nicht mehr richtig miteinander gesprochen und unsere Lebenseinstellungen und Ansichten entwickelten sich sehr weit auseinander. Aber wir glaubten es schaffen zu können. Im Frühjahr 2010 bin ich dann ungewollt wieder schwanger geworden. Und obwohl wir eigentlich kein zweites Kind mehr wollten haben wir uns gefreut. Und es schien auch endlich wieder bergauf zu gehen. Wir hatten Aussicht auf ein einigermaßen normales Leben im Herbst. Und dann kam im Sommer die zweite Katastrophe. Mein Mann hat mir bei unserer Tagesmutter bei Kaffee und Kuchen eröffnet das es wieder soweit wäre und der Krebs zurück wäre...
Ihr könnt euch sicher vorstellen das in diesem Moment eine Welt für mich zusammen gebrochen ist. Und nicht nur das. Ich hatte Angst. Wahnsinnig Angst vor all dem Stress und die Belastung die damit verbudnen ist. Und dieses Mal hatte ich nicht nur ein kleines Kind zu versorgen und einen kranken Mann ich war auch noch schwanger. Und meien erste Sorge galt dem Baby. Was war wenn es etwas abbekommen hat? (Der kleine kam zum Glück gesund auf die Welt)

Und das ganze Drama ging wieder von vorne los. Mein Mann war sehr lange weg und im Krankenhaus. Ich wollte in dieser Zeit etwas Abstand und Zeit für mich haben. Loskommen von all dem Stress und bin auf das Treffen von einem Onlinegame gefahren das wir beide gespielt hatten. Das hatte ihm nicht sonderlich gut gefallen. Aber na gut. Ich meine ich war schwanger ok aber nicht krank und ich habe Abstand gebraucht und wollte wenigstens für ein Wochenende das alles vergessen. Und dort hatte ich auch meinen jetzigen Freund kennen gelernt. Damals war er quasi mein Seelentröster und hat mich aufgebaut wenn ich unten war weil ich mit dem ganzen Stress nicht mehr klar gekommen bin. Und ich begann noch schwanger das erste Mal an meiner Ehe zu zweifeln. Ich wusste nicht mehr wie es weiter gehen sollte. Ich hatte Angst vor der Zeit nach dem Krankenhaus. Und das nicht zu Unrecht. Es war anders aber genauso schlimm. Mein Mann hatte an der Schwangerschaft so gut wie gar nicht teil genommen. Verständlicherweise war er mit sich selbst beschäftigt. Trotzdem hatte es mich verletzt udn ich habe mich verlassen udn allein gefühlt. Wir lebten nur noch nebeneinander her. Er hatte immer noch mehr gezockt und ich eher weniger bis gar nicht mehr. Erst als das Baby ein halbes Jahr alt war habe ich wieder ein wenig abends gespielt wenn die Kinder im Bett waren. Und da hatte ich auch wieder Kontakt mit meinem jetzigen Freund aufgenommen. Und auch jetzt noch hat er mir gut zugeredet und gemeint ich sollte die Ehe nicht wegwerfen.

Dann kam der Sommer 2011 und mit ihm auch wieder das jährliche Treffen des Onlinegames. Und ich wollte auch dieses Jahr gerne wieder hinfahren. Und mein Mann hat wieder angefangen zu zicken. Aber Ausreden wie das wäre ja so weit weg (gut es waren 500 km, das ist nicht wenig, gebe ich gerne zu) und nein er wäre auch nicht eifersüchtig habe ich dann nicht gelten lassen. Ich habe den ganzen Sommer getan was er wollte. Habe zugelassen das er die halbjährliche Kontrolluntersuchung in den Herbst veschiebt damit wir einen "ruhigen Sommer" haben und alles mitgemacht was er wollte. Ich habe auf einen Familienurlaub verzichtet weil er das nicht wollte und habe soweit alles mitgemacht was er wollte. Ich wäre auch nicht auf dieses Treffen gefahren wenn er gesagt hätte er wolle das ablsolut nicht. Aber solange er nur gemeint hat das er es nicht gut findet ich aber fahren könnte wollte ich es nicht einsehen darauf zu verzichten.

Ich hatte von meinem jetzigen Freund eine Einladung bekommen einen Tag davor zu ihm zu fahren, zu übernachten und am nächsten Tag weiterzufahren. Ich habe mit meinem Mann darüber gesprochen und es war ok. Er hatte keinen Einwand also hab ich das Angebot angenommen.

Ich muss dazu sagen das ich 2 Monate davor nach einem Gespräch mit meinem Freund mit meinem Mann gesprochen hattte udn ihn gewarnt hatte das ich unglücklich mit unserer Beziehung bin und nicht eines Tages vor ihm stehen will und sagen es ist vorbei. Es hat gerade einmal 2 Wochen geklappt. Dann war wieder alles beim alten. Und ihc selber hatte keine Kraft mehr es noch einmal zu versuchen und ihm wieder zu sagen das es so nicht mehr weiter geht. Ich war es einfach leid. Ich hatte das Gefühl alles mitzutragen egal was immer er auch ausprobiert hatte und bin dabei untergegangen.

Und so kam es dann das ich mich am Gildentreffen verliebt hab in den Mann der mich das ganz Jahr davor über utnerstütz hat. Und erst hab ich mich dagegen gewehrt. Dachte das kannst du nicht bringen. Du bist verheiratet und hast zwei Kinder und einen kranken Mann. Aber es wollte einfach nicht aufhören. Es ging mir nicht gut und ich hatte aufgehört zu essen und bin ganz schnell abgemagert. Ich konnte diesen Druck nicht ertragen. Ich war zwischen beiden hin und her gerissen. Und es wurde nicht besser als er mir dann gesagt hatte das er auch etwas für mich empfinden würde und aber das gleiche Problem hat das ich eigentlich tabu bin. Mir war klar das ich alles zurücklassen würde bei einer Trennung und sämtlichen Luxus verlieren würde zu studieren und beim Haushalt nicht wirklich aufs Geld achten zu müssen.

Und nach fast drei Wochen in diesem Schwebezustand hab ich dann die Trennung ausgeprochen. Ich habe meinem Mann gesagt was Sache ist und das es da jemand anderes gäbe. Unsere Beziehung sei Tod und hat sich auch trotz Aussprache nicht bebessert. In meinem blinden Eifer hatte ich dann alles fix gemacht und die Trennung öffentlich gemacht bei meinen Schwiegereltern und auch bei unserem gemeinsamen Arbeitgeber. Ich wollte nur noch raus und frei sein. Ich wusste das zwei Wochen später die nächste Kontrolluntersuchung anstand. Aber mein Mann glaubte nicht das da noch mal was wäre. Nach zwei mal wäre das sehr unwahrscheinlich. Und ich wollte mir nicht die Last ans Bein binden einen kranen Mann zu verlassen falls doch etwas wäre.

Ich wollte Zeit. Ich wollte Abstand udn wollte mir im Klaren darüber werden was ich wollte. Denn so sehr ich den anderen Mann wollte so waren wir uns doch auch beide darüber bewusst, das wir vielleicht gar nicht zusammen passen würden und wir trotz gegenseitiger Sympathie im realen Leben vielleicht gar nicht miteinander zurecht kommen würden. Dann hätte ich für nichts meine Ehe und mein Leben aufgegeben. Aber bevor wir nicht die Chance hatten das herauszufinden hätte ich auch keine Entscheidung treffen können. Und ich habe mit meinem Mann gesprochen. Ihm gesagt das ich gerne versuchen wollte es noch einmal anzugehen udn einen letzten Versuch wagen wollte unsere Familie zu retten. Aber ich wusste das ich es nicht konnte wenn ich immer im Zweifel darüber sein würde das der andere und ich eine Zukunft hatten. Mag seltsam klingen aber ich war fest davon überzeugt.

Und ich bekam die Chance es an einem Wochenende herauszufinden udn bin dann zu dem anderen hochgefahren. Und was soll ich sagen? Wir waren uns so grün das war schon fast nicht mehr normal. Ich wollte aber nicht alles von einem WE abhängig machen. Ich wollte wissen ob dieses Gefühl bleiben würde oder es nur dem verzweifelten Wunsch entsprang weil ich Angst hatte und auch mein Leben in dieser Ehe nicht mehr ertragen konnte.

Eine weitere Chance gab es nicht. Es kam heraus das meni Mann scheinbar noch einmal Krebs hatte. Und dann brach die Hölle erst recht los. Er drängte mich nach einer Entscheidung die ich noch nicht treffen konnte und auch nicht wollte. Ich fühlte mich in die Ecke gedrängt und habe mich dann gegen meinen Mann entschieden.

Wir lebten noch zusammen in der Wohnung wegen der Kinder und weil ja nicht raus war ob er jetzt Krebs hatte oder nicht. Und es dauerte fast 3 Monate bis es endlich raus war. In der zwischenzeit hatte mein Mann noch das Krankenhaus gewechselt.
Ich konnte nicht mehr. Mir wurde alles zu viel. Ich konnte nicht mehr. Aber an ausziehen war nicht zu denken. ich konnte keine Wohnung finanzieren und hätte es auch nicht übers Herz gebracht ihm die Kinder weg zu nehmen. Und ich versprach ihm das er die Kinder behalten dürfe. Er ist ein guter Vater und er hat sich auch so gut er konnte immer um die Kinder gekümmert. Gewickelt, gekocht, und ist auch auf den Spielplatz mit udn hat Sandburge gebaut wenn es ihm gut ging.

Da saß ich dann in der Zwickmühle. Ich lebte quasi getrennt in einer Wohnung mit einem kranken Mann. War selbst so egoistisch und wollte meinen neuen Freund auch sehen können. Mir war durchaus bewusst das es für meinen Mann furchtbar sein musste aber ich wollte nicht 3 Monate darauf verzichten ihn zu sehen bis mein Mann wieder einigermaßen fit war. Nennt mir egoistisch und selbstsüchtig. Ich konnte nicht anders. Ich war am Ende und wollte nicht die gerade neue Beziehung deswegen in die Brüche gehen lassen weil wir uns nicht sehen konnten. Und bei einerEntfernung von 400 km war das alles andere als leicht.

Ich hatte versucht wenigstens ein wenig Verständnis zu bekommen. Aber ihr könnt euch sicherlich vorstellen das das in dieser verfahrenen Situation nicht zu bekommen war. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt wirklcih teilweise nur noch mich selbst gesehen. Ich hatte aus meiner Sicht in den letzten 2,5 Jahren mich selbst quasi aufgegeben und immer alles getan um ihn zu unterstützen und unsere Ehe und Liebe zu erhalten. Aber ich fühlte mich nur noch innterlich tot.
Ich wollte diese neue Beziehung um keinen Preis aufgeben. Und es gab böse Streits udn Diskussionen mit meinem Mann, Freunden udn Bekannten. Ich hatte mich dann vollkommen zurückgezogen. Der Kinder wegen haben wir versucht wenigstens Tagsüber den Schein zu wahren. Der Kleine hat mit seinen 3 Jahren zwar gemerkt das etwas nicht sitmmt aber Mama udn Papa waren sich ja shcon immer nicht ganz einig und getrennt geschlafen hatten wir ja auch schon seit 2 Jahren. Da war es auch nichts ungewöhnliches das ich mal über das WE weg war weil die Kinder auch mal mit Papa über das Wochenende bei Oma udn Opa vor der Trennung waren.
Wir schafften es dann einiegermaßen anständig miteinander umzugehen. Nachdem mein Mann davon überzeugt war das ich mich an mein Versprechen ihm die Kinder zu lassen halten würde. Die Kinder waren in meinen Augen der einzige Grund ihn überleben zu lassen udn auch darum zu kämpfen.
Ich konnte es nicht mehr. Ich wollte es nicht mehr. Und ich wollte nicht vor die Hunde gehen und eine Ehe aufrecht erhalten der Kinder wegen in der wir uns nur noch gegenseitig fertig machten und gar nicht mehr miteinander auskamen weil wir uns so auseinander gelebt hatten.

Ich blieb bis mein Mann aus dem Krankenhaus kam und einigermaßen mit Hilfe von Kindergarten, Tagesmama und Schwiegereltern die Kinder allein versorgen konnte.
Sei Janaur habe ich einen neuen Job in Vollzeit gefunden und auch eine neue Wohnung. Mein Freund hatte hier unten einen Job in Aussicht gehabt aber leider nicht bekommen.

Und ich begann zu zweifeln. Die ersten beiden Wochen liefen einigermaßen gut. Mein Freund kommt jedes Wochenende die 400 km hierher gefahren.
Und trotzdem macht es mich fertig. Ich weiß das ich für meinen Mann nich wirklcih noch etwas empfinde. Es kann nicht funktionieren. Er hatte es ganz nett ausgedrückt und gesagt der Krebs sei Schuld. Wir seien geistig nicht mehr miteinander kompatibel.
Mein neuer Freund hat mir eine Welt gezeigt wie ich sie mir immer gewünscht habe und habe Zärtlichkeiten und Gefühle erlebt die mir in meiner Ehe gefehlt haben bzw. die ich vorher nicht gekannt habe.

Trotzdem macht es mir alles zu schaffen. Ich vermisse mein altes Leben ein Stück weit. Ich hatte alle meine Lebensziele erreicht und quasi alles zurück gelassen. Ich falle in Depressionen und vermisse die Zeit mit meinem Mann wohl wissend das da eigentlich nichts mehr ist udn wir keine gemeinsame Zukunft mehr haben. Ich vermisse meine Kinder. Ich habe sie aus Rücksicht auf sie und meinen Mann zurück gelassen. Ich wollte uns allen den Streit um das Sorgerecht ersparen. Er ist ein guter Vater und ich weiß das die Kinder sehr gut bei ihm aufgehoben sind und er das schafft.

Ich bin die ganze Woche über allein. Mein Freund findet hier unten einfach keinen Job und wir können uns nur am Wochenende sehen. Meine Wohnung ist noch nicht fertig weil ich sie quasi komplett einrichten musste und unser Geld schon für Kaution und Küche drauf gegangen ist. Momentan halte ich die Wohnung allein was nicht gerade günstig ist da ich jetzt allein in 4 Zimmern sitze. Ich habe darauf bestanden das die Kinder in meiner Wohnung ein eigenes Zimmer für sich haben.

Es macht mich fertig das meine Kinder häufiger bei den Großeltern zu besuch sind als bei mir. Auch mein abgebrochenes Studium macht mich fertig. Aber ich habe einen Arbeitsplatz im öffentlichen Dienst den ich nicht gefährden wollte. Ich hätte das Studium nicht fertig kriegen können bis meine Beurlaubung abgelaufen wäre.

Ich falle zwischendrin immer wieder in tiefe Löcher und bin deprimiert ohne Ende. Und diese Woche war es dann endgültig vorbei. Als ich erfahren habe das mein Noch-Mann eine neue Freundin hat, hat mich das irgendwie fertig gemacht. Nicht das ich es ihm nicht gönnen würde aber es war schlimm für mich weil die Kinder nun ncoh jemanden hatten an den sie sich gewöhnen müssen. Das einzig gute war das ich wegen einer dicken Erkältung eine Woche krank geschrieben war.
Nun kam ich diese Woche zurück, noch immer angschlagen aber eben zu wenig krank um sich noch einmal krank schreiben zu lassen aber eigentlich noch nicht fit genug um wieder voll und ganz fit zu sein für die Arbeit. Und mal ehrlich, ich habe erst im Januar angefangen udn war zwischenzeitlich auch schon mal zwei Tage krank udn die Wochen davor 3 Tage ausgefallen weil ich die Kinder allein hatte wegen einem Krankenhausaufentlhalt vom Ex-Mann und die Kinder krank geworden sind.
Da lässst man sich nicht noch einmal krank schreiben.

Nun jetzt muss ich sagen es wäre besser gewesen. Es hat mich so seelsich runtergezogen das die neue Freundin meine Kinder unter der Woche ins Bett bringt das ich seelisch belastet und gesundheitlich noch leicht angeschlagen auf der Arbeit nur Rotz produziert habe. Ich war sehr unkonzentriert und nicht ganz bei der Sache. Hatte es aber auf die Erkältung geschoben udn eben etwas langsamer gemacht. Aber als ich am Donnerstag dann mitbekommen hab das ich wirklich Mist gebaut habe war es vorbei. Meine Arbeitskollegen waren eigenltich ganz nett udn auch nciht böse oder ausfallend. Aber die Tatsache diesen Mist gebauht zu haben und das gerade gewonnene Vertrauen verloren habe fast ganz selbstständig arbeiten zu können waren für mich zu viel. Ich bin quasi weinend zusammengebrochen. Ich konnte einfach nicht mehr. Nachdem ich es auch 3 stunden später immer noch nicht geschafft hatte mich zu beruhigen habe ich Urlaub genommen.

Und jetzt sitz ich hier. Wieder allein ohne meine Kinder und meinen Freund und weiß nicht mehr was ich tun soll. Ich bin am überlegen meinen neuen Hausarzt wegen einer Überweisung zum Psychologen aufzusuchen. Es wird mit jeder Woche noch schlimmer. Manchmal denke ich das ich in selbstmitleid zerfließe aber auch diese Erkenntnis bringt mich nicht weiter. Ich fühle mich zerschlagen und sterbe seelisch auf Raten. Ich habe das Gefühl es nicht mehr zu schaffen. Und mein Freund kann nicht hier sein um mich aufzufangen. Und so toll die Erfindung Skype, SMS udn Telefon auch ist. Es kann mich nicht aufheitern oder trösten.

Vielleicht gibt es ja jemanden unter euch der etwas ähnliches durchgemacht hat und mir vielleicht einen Rat geben kann.

26.02.2012 23:45 • #1


Josephine5678


Hallo LadyN,
Es wundert mich, dass hier noch niemand geantwortet hat. Ich hoffe sehr für dich, dass du inzwischen eine Therapie angefangen hast.
Auf meiner Arbeit wurde eine Frau von ihrem Mann verlassen. Sie hat MS. Beide haben zwei Kinder.
Ich war auch einmal sehr schwer krank und mein jetziger Mann hat sich mir gegenüber wie ein Schwein benommen. Da wusste ich: hier muss sich etwas ändern!
Ja Menschen sind so! Voller Gefühle und was so von Aussen kommt, ist schon sehr schwierig.
Wir alle müssen mit den Konsequensen unseres Tuns klar kommen. Und du musst jetzt die Konsequensen tragen. Bis zu deinem Ende.
Kannst du dir selbst verzeihen? Du selbst fühlst dich schuldig. Es ist dir nicht egal, was du getan hast. Du wolltest auch selbst gesehen werden. Wenn beide Partner gesund sind, kommt es irgendwann auch zu dieser Situation. Nur du hast das Pesch gehabt, das dein Partner krank wurde, du hast deinen Partner verlassen. gesellschaftlich und moralisch gesehen ist das verwerflich. Aber ich kenne viele, die finden das völlig ok. Ich im übrigen nicht. Aber ich sehe auch dahinter die Verzweiflung! Schade, dass ihr nicht auf die Idee gekommen seid, zur Eheberatunng zu gehen.
Wenn du bereit bist, neben deinem Schuldgefühl dich auch zu ändern, dann wird sich dein Leben noch zum Positiven ändern. Wie gesagt, ich wünsche dir das sehr. Ich hoffe, du hast einen Therapieplatz, denn da kann nur ein Profi helfen.
Dir alles Gute
Christel

23.10.2012 09:59 • #2



Ehe ist am Krebs zerbrochen

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feuerteufel


Hallo,
Da fehlen sicher vielen die Worte. Sehr harter Tobak. Mir fällt auch nichts ein, tut mir leid.

Konseuenzen, so ist das wohl

23.10.2012 10:32 • #3


poesine


Ich versteh nicht, wie du deine noch so kleinen Kinder bei einem immer wieder an Krebs erkrankenden Vater lassen konntest.
Sie vermissen dich und niemand kann ihnen ihre Mutter ersetzen!
Dein Mann ist doch sehr mit seiner hoffentlichen Heilung beschäftigt, wie will er da noch Kraft aufbringen für zwei Kleinkinder?
Finde du stiehlst dich einfach davon, weil dir das Leben an der Seite eines kranken Mannes zuviel wurde.
Mein Mann erkrankte auch, als unsere Kids 1 und 3 Jahre alt waren.
Er lag mehrere Wochen im KKH und mußte anschließend sofort für 4 Wochen in die Reha.
Und ich stand da ohne Führerschein in einem Nest, wo es noch nicht mal Einkaufsmöglichkeiten gab.
Aber ich hab nie daran gedacht ihn in dieser schweren Zeit zu verlassen.
Gerade in schlechten, schwierigen Zeiten muß man doch füreinander da sein.

23.10.2012 10:42 • #4


a.m.


Liebe LadyN,

Deine Situation ist ja nun wirklich die Hölle........ mein herzliches Mitgefühl!
Und auch wenn Du es selbst diejenige warst, die diesen schmerzhaften Ausgang forciert und gestalten hat, so mag ich nicht und habe auch keinen Recht dazu, Dich an den Pranger zu stellen....... denn Deine Schuhe habe ich nicht getragen!
Ich bin auch der Meinung, dass wir hier die nötige Hilfe Dir gar nicht bieten können......... höhstens zuhören.

Du hast schon selbst richtig erkannt - Du musst zum Psychologen!
Es wird oft sehr leicht genommen und als selbstverständlich gesehen, dass die Angehörigen von krebskranken Menschen alles zu tragen haben, weil es einfach so gehört! Wie es denen dabei geht, das ist wiederum sone Art Tabu Thema.......
Ich bin in letzten Jahren oft in meinem Freundeskreis mit diesem Thema konfrontiert und habe verschiedene Ausgänge und Geschichten miterleben müssen....... was soll man da sagen, ich denke der Spruch, dass eine Krankheit eine gute Beziehung noch tiefer und intensiver werden lässt, aber eine schlechte außeinander bringt, so voll und ganz stimmt!

Du warst schon all die Jahre psychisch ganz unten...... und keiner hat Dir geholfen, den Weg gezeigt, wie Du da rauskommst. Stattdessen hast Du Dir selbst eine "Erleichterung" verschafft und hat in dem Onlinegame die Flucht gefunden..... inklusive den neuen Mann.
Und wie Du anscheinend diese Flucht gebraucht hast, zeigt ja die Tatsache, dass Du auch Deine Kinder aufgegeben hast... was schon meiner Meinung nach, und aus Sicht einer Mutter total gegen allen Naturgesetzen ist!
Aber auch deutlich zeigt, in welchem Loch Du da Dich bewegt hast!

Nun is es so wie es ist...... es hilft nicht noch mehr zu jammern und auf Dich weiterhin einschlagen!
Zu dem Kenntnis, dass Du in einer Sackgasse befindest, bist Du ja selbst gekommen..... deswegen auch Dein Hilferuf!
Bleib nicht dabei....... nur erkennen wird Dir nichts bringen! Gehe bitte weiter, suche Dir einen Therapieplatz. Versuche wieder den Weg zu Deinen Kindern finden, auch mit Hilfe des Jugendamts, wenns sein muss.
Du bist noch jung, Du kannst es alles schaffen............ und nur der gilt zu verurteilen, der nach dem Fall liegen bleibt!

Bewege Dich, kläre Dich selbst, suche nach Wegen und Möglichkeiten........ ich wünsche Dir viel Kraft un Zuversicht!
Liebe Grüße - a.m.

23.10.2012 12:00 • #5


gastänlilli


Hallo
dein Beitrag ist 2 Jahre her? Wir geht's dir denn jetzt? Als ich deine Geschichte gelesen habe, habe ich mich angesprochen gefühlt. Ich erlebe momentan eine ähnliche Geschichte.
Mein Mann ist auch Krebs krank und wir haben 2 Kinder. Ich jedoch könnte und kann mir nicht im geringsten vorstellen, mein Baby & Kleinkind allein zu lassen! Da würde ich daran sterben.

13.10.2014 20:28 • #6


Tingeltangel


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Wenn der schon 2 Jahre her ist wird da wohl auch nichts mehr kommen. Wo hast Du den denn ausgegraben?
Das mit ernsthaften Krankheiten ist halt so ne Sache. Partner verlieren sich da sehr aus den Augen.
Der eine investiert seine ganze Kraft ins Überleben, der andere investiert ebenfalls sehr viel Kraft da hin und noch in das Vorhaben: das Leben geht weiter, wir müssen für die Kinder da sein, wir wollen dem Krebs nicht die Oberhand über unser Leben geben, er soll nicht tagesbestimmend sein. Beide lassen sehr viele Federn bei diesem Krampf.
Und wenn man dann gesiegt hat, verändert sich derjenige der krank war. Die Erlebnisse prägen eine sehr. Entweder man wird depressiv und vergisst vor lauter Angst vor einem Rückfall zu leben. Oder man ist näher den jeh bei sich selbst, sieht die Welt mit neuen Augen, wird lebenshungrig. Bei beiden Varianten muss der Partner hinterher rennen, ist permanent am reagieren.

Wenn der Parnter Krebs o.ä. bekommt, hat niemand Schuld und niemand muss sich nicht schlecht und egoistisch fühlen nur weil er auch Bedürfnisse hat. Wir haben alle nur das eine Leben, und egal was uns das Schicksal für Fallen stellt, wir sind es uns selbst schuldig trotzdem das beste daraus zu machen und uns nicht von anderen in den Abgrund ziehen zu lassen. Auch wenn das bedeutet, dass man vor lauter schlechtem Gewissen auch nicht glücklich werden kann.
Kein Aussenstehender sollte sich ein Urteil erlauben wenn er selbst noch nicht in dieser Situation war.
Sich als Moralapostel und Gutmensch in den Vordergrund zu stellen und anderen eine rein würgen ist ganz einfach, wenn man nur an die Mensch hin sieht aber nicht in sie hinein schauen kann und schon gar nicht wenn man nicht weiß wie es sich anfühlt so leben zu müssen. Man wünscht es keinem, aber solchen Menschen wünscht man oft sie würden nur mal 4 Wochen in diese Rolle schlüpfen. Mal sehen ob sie dann immer noch den Zeigefinger heben und sich angewidert abwenden. Sicher nicht.

14.10.2014 15:04 • #7


Burnhard

Burnhard


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Ich finde auch trotz allem : du solltest dich auf das wichtigste konzentrieren. Kümmere dich ab und zu um deine Kids. Und keine Angst, du wirst immer die Mutter bleiben. Das kann dir niemand wegnehmen. Bleib stark und tue das was dir gut tut. Du musst raus aus dem Loch. Ziehe doch zu deinem Freund, oder dein Freund zu dir. Geht das nicht? Kümmer dich um Neues. Lerne eine neue Sprache oder finde neues Hobby. Am besten eines bei dem deine Kids mitmachen können.
Und wenn du noch an deinem Mann hängst, dann helfe ihm doch ab und zu.

05.08.2018 17:32 • #8


Liessa

Liessa


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Der Beitrag ist 6 Jahre alt.

05.08.2018 17:39 • x 2 #9


Plexus


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Was mich an solchen Erzählungen immer so schockiert ist die Feststellung, dass auch eine Beziehung und Kinder kein Garant für gegenseitige Unterstützung und Hilfe sind.

05.08.2018 17:40 • x 2 #10


Sabine 49


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Der Beitrag ist aus 2012 und die TE hat sich seitdem nie mehr gemeldet.

05.08.2018 17:48 • x 1 #11



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