Breakthrough
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Das Thema könnte etwas lang werden😅
Also ich hatte nie ein wirklich einfaches Leben. Ich hatte in der Kindheit kein stabiles Elternhaus. Meine Mutter ist oft für längere Zeiträume abgehauen, hat uns vernachlässigt. Heute wissen wir, dass sie eine schwere psychische Erkrankung hat. Mein Vater war zwar immer da, aber auch offensichtlich mit der Situation. Meine Eltern haben sich irgendwann getrennt. Wir sind dann bei unserem Papa aufgewachsen. Als meine wirklich wundervolle Stiefmutter in unser Leben kam, konnte unsere Familie erst richtig heilen. Die Wunden der Kindheit liegen jedoch immer noch tief.
Bei mir machte sich das ganz stark in Liebesbeziehungen und Freundschaften bemerkbar. Ich habe so krasse Vertrauensbrüche erleben müssen. Früher hab ich mich deswegen gerne in Selbstmitleid gebadet, aber heute weiß ich, dass ich selbst den größten Teil dazu Beitrag, dass ich solche Menschen in meinen Leben habe/hatte.
Jetzt zum Thema. Meine letzte Beziehung war mit Abstand die schlimmste. Sie hat mich dazu gezwungen mich mit meinem Inneren auseinanderzusetzen. Von lovebombing, Liebesentzug, emotionaler Erpressung war alles dabei. Ich behaupte einfach mal, dass ich eine sehr attraktive Frau bin. Irgendwann fing es an, dass er mein Äußeres ständig auseinander gepflückt hat. Er könnte viel gut Frauen als ich kriegen. Ich hab oft auch draußen in seinem Beisein Komplimente erhalten, da wurde er sehr eifersüchtig. Es war so weit, dass wenn ich sogar mal ein paar Stunden für mich gefordert habe so krass nieder gemacht, dass ich wirklich krank wurde. Ständige Schmerzen und im Krankenhaus, keiner konnte mir sagen was ich habe. Mein damaliger Partner unterstellte mir, dass ich nur Aufmerksamkeit suche. Meine Tränen wären nur pure Manipulation, ich solle aufhören zu heulen, sonst redet er nie wieder mit mir. Das Ganze ging ein halbes Jahr. Dann hab ich den Schlussstrich gezogen. Das ist jetzt bald 1,5 Jahre her. Während der Beziehung und nach der Trennung war ich für eine ganze Zeit nur eine Seelenlose Hülle. Als ich dann anfing wieder zu mir zu finden und auszugehen wurde ich von seinen Leuten beobachtet. Einfach der reine Psychoterror. Es gibt so viel mehr zu diesem Thema zu erzählen, das würde jedoch den Rahmen sprengen.
Ich habe mich nicht beirren lassen. Bin mein Weg gegangenen. Habe ein Muster erkannt. Ich renne toxischen Männer und emotional nicht erreichbare Männer hinterher. Ich habe auch so eine Angst in der Liebe etwas zu riskieren. Verlustangst. In den letzten 1,5 Jahren hab ich gelernt mich zu lieben. Es ist mir lieber allein zu sein, als mit Menschen die mir nie Frieden geben. Ich habe tolle neue Freunde geschlossen die einfach „normal“ sind.
Und jetzt der Rückfall. Ein weiterer Ex. Wir kennen uns seit wir 19/20 waren. Wir waren nie wirklich zusammen immer ein hin und her. Sobald ich mich ihm öffnete hat er sich zurückgezogen. Anfang Februar 2023 hat er sich wieder gemeldet. Er kann mich nicht vergessen. Hat in der ganze Zeit Frauen kennengelernt, aber nie hat eine Frau das ausgelöst was ich auslöse bla bla… Ich habe anfangs direkt abgeblockt, da ich einfach so glücklich war er kein Platz in meiner „gesunden“ Welt hat. Irgendwie kam es dann doch zum Gespräch. Wenn ich getriggert bin, dann rede ich sehr viel. Habe dann viele Sachen aus meiner vergangen Beziehung geteilt meinen Prozess etc. Er hat genau die Dinge gesagt, die meiner verwundeten Seele zugesprochen haben. Also habe ich mich wieder etwas eingelassen. Am Wochenende haben wir uns zufällig auf einer Feier getroffen. Er hat mir viele Dinge gesagt, die er so nie gesagt hätte, da er sehr kontrolliert ist. Er denkt über jedes Wort und jeden Schritt den er macht nach. Unter Alk. sagte er aber, dass er sich Menschen nicht öffnen kann. Immer wieder zu mir kommt, da ich es zulasse. Ich könnte es ja einfach ignorieren.
Für mich fühlt sich das an wie ein riesigen Rückschlag. Mein Bauchgefühl war anfangs richtig, dennoch hab ich mich von meinem Bedürfnis unbedingt geliebt zu werden, „die Auserwählte“ zu sein leiten lassen.
In meinem Kopf kreisen wieder Selbstmitleidende Gedanken. Männer nutzen einen nur aus, mich kann niemanden aufrichtig lieben, warum gehen Menschen immer so mit mir um bla bla bla…
Ich weiß, dass diese Gedanken nicht berechtigt sind, denn ich habe bewusst mit dem Feuer gespielt. Ich habe mich bewusst in diese Situation gebracht.
Auch wenn ich den Fokus aktuell nicht auf eine Beziehung legen möchte, frage ich mich dennoch, ob ich jemals einen Mann erkennen würde, der nicht in mein Muster fällt. Unabhängig davon, ob es ein Happy End geben wird. Einen Menschen der sich aufrichtig für mich als Person interessiert, bereut ist mich ganz natürlich kennenzulernen und dann entscheidet passt/passt nicht. Nicht jemand der mich auf Grund meine Optik oder Bedürftigkeit warm hält. Wie kann ich weiterhin an meiner Bedürftigkeit arbeiten? Welche Bücher, Podcast könnt ihr empfehlen? Oder habt ihr vielleicht auch Tipps aus eigener Erfahrung?
Ich hoffe, dass ich auch bald einen Therapeuten in Anspruch nehme kann.