L
Leela
Gast
Liebes Forum,
meine 15 Jahre andauernde Beziehung ist vor 3 Monaten endgültig gescheitert (nach längerer Krise hat sich mein Ex-Partner, den ich immer noch sehr liebe, endgültig getrennt, aber die Krise war so lange und so heftig, dass ich es inzwischen fast verstehen kann) und nachdem ich die ersten Wochen eigentlich halbwegs passabel im Anbetracht der Umstände herumgebracht habe (sehr viel geweint, traurig gewesen, aber das ist in den ersten Wochen ja auch normal, aber auch viel Ablenkung mit Bekannten, vielfältige Versuche, gut zu mir zu sein mit neuer Kleidung, gutem Essen etc.), kommt gerade das tiefe Loch der Einsamkeit. In den ersten Wochen haben mir viele Bekannte direkt angeboten, dass sie für Unternehmungen bereit stehen, jetzt kehrt langsam wieder Alltag ein und ich stelle fest, dass mein soziales Netz viel zu fein gewebt ist, als dass ich Hoffnung habe, dass es mich tragen kann und fühle mich sehr oft sehr einsam und so, als hätte ich keine Zukunft. Mein Lebensmodell war immer gemeinsam mit meinem Partner alt werden und gemeinsam viel Schönes machen, die Welt sehen und vll. sogar ein bisschen besser machen, jedenfalls nicht schlechter. Jetzt ist das alles weg und es tut sich ein großes Loch auf. Was kann ich tun, geht es vielleicht noch jemandem so?
Kurz zum Hintergrund: ich wohne jobbedingt in einer Großstadt, in der ich in den letzten Jahren nie so richtig Anschluss gefunden habe. Ich habe mit meinem Partner zusammengewohnt und mich in der Freizeitgestaltung zu oft darauf verlassen, dass er da ist, in den letzten Jahren stand der leider erfolglose Versuch, die Beziehung zu kitten, sehr im Vordergrund. Ich habe hier zwar inzwischen eine sehr gute Freundin, die auch direkt nebenan wohnt und die mich sehr aufgefangen hat, aber die ist wiederrum gerade sehr frisch verliebt und viel mit ihrem neuen Herzblatt unterwegs. Sie beziehen mich zwar auch ein, aber ich kann das gerade nicht immer mit einem frisch verliebten Pärchen. Sonst habe ich hier vielleicht noch 1,2 Leute, mit denen ich so etwas wie lockere Freundschaften pflege und einige Bekannte, die ich vom Sport, Job und meinem sozialen Engagement kenne, aber mit den Leuten bin ich halt nicht eng, nach den ersten Trennungswochen, wo alle voller Mitgefühl waren, meldet sich kaum jemand von sich aus bei mir. Die alten Freunde und Freundinnen aus Schule und Studium sind eher oder auch sehr weit weg und in den letzten Jahren ist der Kontakt mit vielen nicht mehr ganz so intensiv (also, mit den liebsten Freundinnen von früher schreibe ich noch, mit einer telefoniere ich auch öfter mal, aber wir sehen uns einfach kaum noch). Familie ist bei mir leider schwierig, es sind nur noch sehr wenige übrig, der Rest ist teilweise verstritten (auch mit mir) oder sehr weit weg. Ich fühle mich im Moment sehr oft sehr einsam und hoffnungslos und habe Angst, dass ich bald ganz alleine bin und niemand mehr da ist. Ich versuche zwar sehr, mich zumindest zu meinem Engagement und zum Sport aufzuraffen und immer ja zu sagen, wenn irgendeine Gruppenaktivität ansteht und bemühe mich auch, mit den Bekanntschaften, die ich habe, Treffen auszumachen, aber das gelingt mir oft nicht gut. Wenn es mir schlecht geht, kann ich oft nur nahe, vertraute Menschen um mich herum haben (und mir geht es oft noch so schlecht, dass ich den Tränen sehr nahe bin oder gleich mittendrin im Tränental) und von den nahen Menschen gibt es in meinem Umfeld eben nur so wenige und ich befürchte, in einen Teufelskreis hineinzuschlittern und bald eine einsame alte Frau zu sein, die irgendwann tot von den Nachbarn gefunden wird, weil es komisch riecht. Also, das war jetzt ein bisschen übertrieben, sooo alt bin ich noch nicht, aber dass bald der Geburtstag mit der 4 vorne kommt, macht mir doch Sorgen. Und ich finde es inzwischen auch wirklich sehr schwierig, Menschen in meinem Alter kennenzulernen, viele sind gerade voll mit der Familie und kleinen Kindern beschäftigt, tja, und ich jetzt wohl ne Single-Frau Ende 30, bei der wohl auch keine Kinder mehr kommen werden (ich mag Kinder, aber hatte nie einen wirklichen Kinderwunsch, mein Ex-Partner hat es kategorisch ausgeschlossen, ich kann mir gerade keine neue Beziehung vorstellen, so ist das wohl keine Möglichkeit mehr in meinem Leben - und nur irgendjemand zu suchen, mit dem ich "last-minute Kinder" bekommen kann, wenn es die letzten verbleibenden Eizellen überhaupt hergeben, um mich nicht mehr einsam zu fühlen, wäre wohl das schlimmste, was ich tun könnte).
Liebes Forum, ich bin dankbar für alle Tipps, wie ich mir ein neues soziales Netz aufbauen kann, was jemand in meiner Situation machen kann, um nicht alt und einsam zu sterben und gerne auch für Einschätzungen, wie es weiter gehen könnte, ob ihr irgendeine Hoffnung seht oder findet, dass ich mir gleich den Strick nehmen soll.
Danke.
Leela,
Ende 30 und bisher ein ganz schlechter Single
meine 15 Jahre andauernde Beziehung ist vor 3 Monaten endgültig gescheitert (nach längerer Krise hat sich mein Ex-Partner, den ich immer noch sehr liebe, endgültig getrennt, aber die Krise war so lange und so heftig, dass ich es inzwischen fast verstehen kann) und nachdem ich die ersten Wochen eigentlich halbwegs passabel im Anbetracht der Umstände herumgebracht habe (sehr viel geweint, traurig gewesen, aber das ist in den ersten Wochen ja auch normal, aber auch viel Ablenkung mit Bekannten, vielfältige Versuche, gut zu mir zu sein mit neuer Kleidung, gutem Essen etc.), kommt gerade das tiefe Loch der Einsamkeit. In den ersten Wochen haben mir viele Bekannte direkt angeboten, dass sie für Unternehmungen bereit stehen, jetzt kehrt langsam wieder Alltag ein und ich stelle fest, dass mein soziales Netz viel zu fein gewebt ist, als dass ich Hoffnung habe, dass es mich tragen kann und fühle mich sehr oft sehr einsam und so, als hätte ich keine Zukunft. Mein Lebensmodell war immer gemeinsam mit meinem Partner alt werden und gemeinsam viel Schönes machen, die Welt sehen und vll. sogar ein bisschen besser machen, jedenfalls nicht schlechter. Jetzt ist das alles weg und es tut sich ein großes Loch auf. Was kann ich tun, geht es vielleicht noch jemandem so?
Kurz zum Hintergrund: ich wohne jobbedingt in einer Großstadt, in der ich in den letzten Jahren nie so richtig Anschluss gefunden habe. Ich habe mit meinem Partner zusammengewohnt und mich in der Freizeitgestaltung zu oft darauf verlassen, dass er da ist, in den letzten Jahren stand der leider erfolglose Versuch, die Beziehung zu kitten, sehr im Vordergrund. Ich habe hier zwar inzwischen eine sehr gute Freundin, die auch direkt nebenan wohnt und die mich sehr aufgefangen hat, aber die ist wiederrum gerade sehr frisch verliebt und viel mit ihrem neuen Herzblatt unterwegs. Sie beziehen mich zwar auch ein, aber ich kann das gerade nicht immer mit einem frisch verliebten Pärchen. Sonst habe ich hier vielleicht noch 1,2 Leute, mit denen ich so etwas wie lockere Freundschaften pflege und einige Bekannte, die ich vom Sport, Job und meinem sozialen Engagement kenne, aber mit den Leuten bin ich halt nicht eng, nach den ersten Trennungswochen, wo alle voller Mitgefühl waren, meldet sich kaum jemand von sich aus bei mir. Die alten Freunde und Freundinnen aus Schule und Studium sind eher oder auch sehr weit weg und in den letzten Jahren ist der Kontakt mit vielen nicht mehr ganz so intensiv (also, mit den liebsten Freundinnen von früher schreibe ich noch, mit einer telefoniere ich auch öfter mal, aber wir sehen uns einfach kaum noch). Familie ist bei mir leider schwierig, es sind nur noch sehr wenige übrig, der Rest ist teilweise verstritten (auch mit mir) oder sehr weit weg. Ich fühle mich im Moment sehr oft sehr einsam und hoffnungslos und habe Angst, dass ich bald ganz alleine bin und niemand mehr da ist. Ich versuche zwar sehr, mich zumindest zu meinem Engagement und zum Sport aufzuraffen und immer ja zu sagen, wenn irgendeine Gruppenaktivität ansteht und bemühe mich auch, mit den Bekanntschaften, die ich habe, Treffen auszumachen, aber das gelingt mir oft nicht gut. Wenn es mir schlecht geht, kann ich oft nur nahe, vertraute Menschen um mich herum haben (und mir geht es oft noch so schlecht, dass ich den Tränen sehr nahe bin oder gleich mittendrin im Tränental) und von den nahen Menschen gibt es in meinem Umfeld eben nur so wenige und ich befürchte, in einen Teufelskreis hineinzuschlittern und bald eine einsame alte Frau zu sein, die irgendwann tot von den Nachbarn gefunden wird, weil es komisch riecht. Also, das war jetzt ein bisschen übertrieben, sooo alt bin ich noch nicht, aber dass bald der Geburtstag mit der 4 vorne kommt, macht mir doch Sorgen. Und ich finde es inzwischen auch wirklich sehr schwierig, Menschen in meinem Alter kennenzulernen, viele sind gerade voll mit der Familie und kleinen Kindern beschäftigt, tja, und ich jetzt wohl ne Single-Frau Ende 30, bei der wohl auch keine Kinder mehr kommen werden (ich mag Kinder, aber hatte nie einen wirklichen Kinderwunsch, mein Ex-Partner hat es kategorisch ausgeschlossen, ich kann mir gerade keine neue Beziehung vorstellen, so ist das wohl keine Möglichkeit mehr in meinem Leben - und nur irgendjemand zu suchen, mit dem ich "last-minute Kinder" bekommen kann, wenn es die letzten verbleibenden Eizellen überhaupt hergeben, um mich nicht mehr einsam zu fühlen, wäre wohl das schlimmste, was ich tun könnte).
Liebes Forum, ich bin dankbar für alle Tipps, wie ich mir ein neues soziales Netz aufbauen kann, was jemand in meiner Situation machen kann, um nicht alt und einsam zu sterben und gerne auch für Einschätzungen, wie es weiter gehen könnte, ob ihr irgendeine Hoffnung seht oder findet, dass ich mir gleich den Strick nehmen soll.
Danke.
Leela,
Ende 30 und bisher ein ganz schlechter Single