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Gefühlter Beziehungs-Simulator in 4 Wochen - was nun?

Brennessl
die waschsachen würde ich nicht empfehlen vorzuschieben, das wäre unehrlich.

wenn dann die hosen runterlassen und ehrlich sagen was sache ist.

• x 1 #91


S
@Sincerite @Brennessl,
ich möchte auf eure Frage nach meinen Beweggründen noch einmal persönlich eingehen. Nicht, um mein Verhalten zu entschuldigen, sondern um ehrlich zu beschreiben, was ich selbst dahinter vermute.
Den Abgeklärten wollte ich dabei nicht geben. Ich weiß, dass hinter meiner eher extrovertierten, oft humorvollen, offenen und manchmal auch tollpatschigen Art ein sehr sensibler und verletzlicher Teil von mir steckt, den ich nicht immer zeige. Ich sehne mich nach Wärme, Anerkennung und Geborgenheit. Gleichzeitig habe ich Angst, mit dieser Sehnsucht zu bedürftig zu wirken. Vielleicht versuche ich deshalb manchmal - ob bewusst oder unbewusst -, Unsicherheit mit einem lockeren Spruch aufzufangen, obwohl in dem Moment etwas ganz anderes angemessen wäre. Ob das bei meiner Bemerkung genau so war, kann ich nicht sicher sagen. Aber es ist eine Erklärung für mich, in der ich mich wiedererkenne.

Bei ihr hatte ich das Gefühl, diese Wärme und Geborgenheit gefunden zu haben. Ich habe natürlich zuvor auch einige andere Frauen kennengelernt - war auf zig Dates, mit allen verschiedensten Varianten...manchmal entstand auch körperliche Nähe bzw. Intimität. Aber dieses Gefühl, dass mich jemand wirklich berührt und ich diesen Menschen näher kennenlernen möchte, war dabei oft nicht in dieser Weise da. Bei ihr war es irgendwie anders. Deshalb trifft mich das Ende so sehr.
Meine Verlustangst und mein starkes Bedürfnis, angenommen zu werden, kenne ich. Rückblickend glaube ich, dass gerade im Telefonat die Angst, sie zu verlieren und von ihr als ganzer Mensch negativ gesehen zu werden, sehr viel Raum eingenommen hat. Ich wollte erklären, dass ich es nicht böse gemeint hatte, dass ich nicht grundsätzlich gleichgültig bin. Dabei habe ich ihre Bedürfnisse und ihre Verletzung zu wenig, in diesem Moment vielleicht auch garnicht gesehen, ja. Mein Wunsch, verstanden und wieder in einem guten Licht gesehen zu werden, stand vor dem Zuhören - über ihren Gefühlen und Bedürfnissen. Ich verstehe inzwischen, dass dadurch keine Kommunikation, kein gemeinsames Fühlen auf Augenhöhe entstehen konnte. Das bereue ich sehr.

Dieses Bedürfnis, akzeptiert zu sein und möglichst schnell wieder das Gefühl herzustellen, dass alles in Ordnung ist, begleitet mich seit meiner Kindheit. In meinem Elternhaus habe ich den emotionalen Rückhalt, den ich gebraucht hätte, nicht immer so erlebt (-> sicherer Bindungsstil, "Ich bin willkommen", "Ich bin gut so wie ich bin", vielleicht auch einfach mal ein liebevoll und ehrlich gemeintes, kurzes knappes "Du machst das schon, da bin ich mir sicher". All das war bereits Thema meiner vorangegangenen psychotherapeutischen Gespräche, in denen ich mich auch mit meiner Familiengeschichte im Elternhaus wärhend meiner Kindheit auseinandergesetzt habe. Ich bin meinen Eltern deshalb nicht böse und möchte ihnen nicht die Verantwortung für mein heutiges Verhalten zuschieben. Ich glaube, sie wussten manches selbst nicht besser und haben es selbst nur gut gemeint.

Trotzdem merke ich, dass etwas über sich zu wissen und in einem emotionalen Moment anders zu handeln zwei verschiedene Dinge sind. Ich kann meine Verlustangst benennen und gerate offenbar dennoch in Reaktionen, die Nähe erschweren, obwohl ich sie mir so sehr wünsche.

Ich möchte diese Art, mit Angst und Unsicherheit umzugehen, verändern. Ich möchte nicht dauerhaft zwischen der Sehnsucht nach Nähe, der Angst vor Verlust und den anschließenden Selbstvorwürfen leben. Mir ist klar, dass ich mein eigenes Handeln verändern kann, nicht das eines anderen Menschen. Und ich möchte daran arbeiten, weil ich selbst so nicht weitermachen will - unabhängig davon, ob sie noch einmal auf mich zukommt bzw. in auch nur irgendeiner Art mir die Gelegenheit anbietet, auf wirklich aufrichtiger und "nun wirklich verstanden habener" Ebene mit ihr nochmal in ein klärendes Gespräch zu kommen - vollkommen unabhängig über dessen Ausgang.

Das Kennenlernen mit ihr hat mich in dieser Hinsicht noch einmal sehr zum Nachdenken gebracht. Es tut weh, dass mir manches erst jetzt so deutlich wird. Ich wünsche mir, ihr zeigen zu können, dass ich ihre Verletzung ernst nehme. Gleichzeitig weiß ich, dass meine Erkenntnis ihr gegenüber keinen Anspruch auf eine weitere Chance begründet.
Deshalb möchte ich auch die Waschsachen nicht als Vorwand benutzen. Mein eigentliches Anliegen ist, ihr ehrlich zu sagen, was ich verstanden habe und was mir leidtut. Ja, ich wünsche mir auch eine Annäherung. Ich möchte nicht so tun, als wäre diese Hoffnung nicht da. Aber ich möchte sie weder überreden noch ihr die Verantwortung dafür geben, dass es mir wieder besser geht.

Eure Einwände bezüglich des verwendeten Titels "Beziehungs-Simulator" zu diesem Thread habe ich ebenfalls verstanden und sehe im Nachgang hieran diesen auch mehr als unglücklich gewählt, da er für manch Außenstehenden tatsächlich das Gefühl suggieren könnte, dass ich ihre für mich investierte und ja auch von ihr genossene, gemeinsame Zeit und Nähe in irgendeiner Art und Weise damit abwerten würde oder vollkommen schroff ausgedrückt ihre mir gezeigte Nähe nur vorgepielt gewesen wäre. Dem war natürlich mitnichten so bzw. habe ich das niemals so empfunden. Dieser Begrill "Beziehungs-Simulator" ist mir dabei ich lediglich vor Erstellung meines eigentlichen Eingangsthreads in Rahmen einiger diverser Internetrecherche vorab zu dieser "Kennenlernkonstellation -> gefühlt 15 bis 20 Treffen innerhalb eines Monats" immer wieder häufiger angezeigt worden (weil man schließlich gefühlt in einer rund einmonatigen Kennenlernphase das "durchlebt" hat, was so manches Paar bspw. innerhalb eines halben Jahres erlebt hätte).
Meine Wahl der Bezeichnung hierzu war deshalb wirklich sehr unpassend, was mir sehr leidtut😞.


Und auch wenn ich gerade sehr aufgewühlt bin und unsicher, ob ich mich hier bei dem ein oder anderen Forenteilnehmer mit meinem erneuten Karussell-Wunsch "verbrenne" (ist nicht böse gemeint, ich hoffe, ihr wisst, wie ich das meine😔): Was wäre unter diesen Umständen aus Eurer Sicht ein ehrlicher und respektvoller (nächster) Schritt? Könnte ich sie einmal offen fragen, ob sie überhaupt noch bereit wäre, etwas von mir dazu zu hören - und wenn ja, wie könnte ich das ausdrücken, ohne mich erneut zu rechtfertigen oder Druck aufzubauen? Oder wäre es angemessener, es nicht mehr an sie heranzutragen? Wenn sie keinen weiteren Kontakt möchte, würde ich das respektieren. Ich bin gerade einfach nur traurig und unsicher, wie ich mit diesem Wunsch nach einer Aussprache umgehen soll...😞

• x 1 #92


A


Gefühlter Beziehungs-Simulator in 4 Wochen - was nun?

x 3


S
@sebor1992
Könntest du das alles vielleicht in mit 5 normal langen Sätzen zusammenfassen?

• x 3 #93


Stella31
Zitat von sebor1992:
@Sincerite @Brennessl, ich möchte auf eure Frage nach meinen Beweggründen noch einmal persönlich eingehen. Nicht, um mein Verhalten zu ...

Ich lese eine sehr große Bedürftigkeit gepaart mit sehr unterwürfigem und selbstgeißelndem Verhalten heraus.
Deine übergroße Sehnsucht, die du jetzt hast und das Hineinprojizieren all deiner Wünsche macht dich gerade nicht attraktiv. Und wenn du ihr so nochmal entgegen trittst, wird das vermutlich bei ihr denselben Effekt haben.

• x 1 #94


Brennessl
Zitat von sebor1992:
Den Abgeklärten wollte ich dabei nicht geben. Ich weiß, dass hinter meiner eher extrovertierten, oft humorvollen, offenen und manchmal auch tollpatschigen Art ein sehr sensibler und verletzlicher Teil von mir steckt, den ich nicht immer zeige.


ach du lieber, das ist aber nun mal genau das was ich mit abgeklärtheit meine, nämlich deinen sensiblen und verletzlichen teil nicht zu zeigen. wie du siehst ist sowas total kontraproduktiv.

ich kenne keine einzige frau die diese anteile an einem mann nicht sehen will. (mag sein, dass es solche gibt, aber die ticken meiner meinung nicht ganz rund)


Zitat von sebor1992:
Ich sehne mich nach Wärme, Anerkennung und Geborgenheit. Gleichzeitig habe ich Angst, mit dieser Sehnsucht zu bedürftig zu wirken.


da ist es wieder, mein "lieblingswort": bedürftig. 🙄

was du dir wünscht ist die normalste sache der welt, dass muss und soll man nicht wegdrücken, überspielen und verstecken.

es ist dein leben. und was du dir wünscht musst du auch geben. (reimt sich sogar 😉)


Zitat von sebor1992:
Was wäre unter diesen Umständen aus Eurer Sicht ein ehrlicher und respektvoller (nächster) Schritt?


versuch ein kurzes schreiben zu verfassen indem du ihr obiges erklärst, ihr sagst dass du angst hattest und ihr gerne erklären würdest wie es dazu kam.

und dass sie was unglaublich besonderes für dich war und du deswegen noch einmal auf sie zugehen möchtest.

hosen runter, aber total, alles andere macht keinen sinn in meinen augen.

gib ihr auch die möglichkeit mit einem einfachen nein zu reagieren.

wenn das ihre antwort ist, dann hast du es wenigstens versucht und kannst weiter ziehen.

• #95


S
@Sincerite

Ich vermute, dass ich meine Verletzlichkeit und Verlustangst manchmal hinter Humor verberge, weil ich mir Nähe wünsche, ohne bedürftig wirken zu wollen.

Bei ihr habe ich Wärme und Geborgenheit erlebt, weshalb mich das Ende unseres Kennenlernens besonders trifft.

Aus Angst, sie zu verlieren und negativ beurteilt zu werden, habe ich mich zu sehr verteidigt und ihre Verletzung zu wenig anerkannt, was ich aufrichtig bereue.

Dieses Bedürfnis nach Anerkennung begleitet mich seit meiner Kindheit, und ich arbeite bereits therapeutisch daran, meine Reaktionen zu verändern, unabhängig von einer weiteren Chance mit ihr.

Ich frage mich deshalb, ob ich sie einmal ehrlich um ein Gespräch bitten sollte, ohne die Waschsachen vorzuschieben und mit der Bereitschaft, ein Nein zu akzeptieren, oder ob ich es bei meinen bisherigen Entschuldigungen belassen sollte.

• x 1 #96


Heffalump
Zitat von sebor1992:
ob ich sie einmal ehrlich um ein Gespräch bitten sollte

Frag einfach
Mehr als ein Nein kannst nicht kassieren

• x 4 #97


S
@Stella31,
Da hast du recht, das liest sich auch so und wäre auch in dieser gezeigten Form ihr persönlich gegenüber dann auch alles andere als attraktiv, das weiß ich...

• #98


Brennessl
Zitat von sebor1992:
Ich vermute, dass ich meine Verletzlichkeit und Verlustangst manchmal hinter Humor verberge, weil ich mir Nähe wünsche, ohne bedürftig wirken zu wollen.

wenn du noch einmal im zusammenhang mit dir selber das wort "bedürftig" verwendest, gibt es von mir eine virtuelle knackwatsche. 😉

• #99


S
@Brennessl

Haha.. ja hier war es so, dass ich @Sincerite 's Bitte nach einer Zusammenfassung in 5 Sätzen einfach nur nachgekommen bin, das Wort wird nicht mehr verwendet😅

• x 1 #100


S
@Brennessl
Zitat von Brennessl:
da ist es wieder, mein "lieblingswort": bedürftig.

was du dir wünscht ist die normalste sache der welt, dass muss und soll man nicht wegdrücken, überspielen und verstecken.

es ist dein leben. und was du dir wünscht musst du auch geben. (reimt sich sogar )

Ja natürlich ist es das, und das sollte es im Idealfalle im Leben auch immer sein!🙂

"es ist dein leben [...]" => Und ja, auch das "will ich" bzw. wünsche es mir...



Zitat von Brennessl:
versuch ein kurzes schreiben zu verfassen indem du ihr obiges erklärst, ihr sagst dass du angst hattest und ihr gerne erklären würdest wie es dazu kam.

und dass sie was unglaublich besonderes für dich war und du deswegen noch einmal auf sie zugehen möchtest.

hosen runter, aber total, alles andere macht keinen sinn in meinen augen.

gib ihr auch die möglichkeit mit einem einfachen nein zu reagieren.


DAS ist jetzt natürlich die 1 Millionen Euro-Frage, ob ich ihr GENAU DAS schon vorab in einer kurzen WhatsApp-Nachricht zur Anfrage für ein erstmal kurzes, bloßes, erneutes persönliches Treffen hereinschreibe...

...oder ihr GENAU ALL DAS aufrichtig und ehrlich dann bei einem Go von ihr hierzu persönlich sagen sollte.

• #101


T
Zitat von sebor1992:
Was wäre unter diesen Umständen aus Eurer Sicht ein ehrlicher und respektvoller (nächster) Schritt?

Ein sinnvoller nächster Schritt wäre, mit der Sache abzuschließen. Ganz im Ernst.
Was soll dabei rum kommen, ihr das alles so auszubreiten? Mir wäre das an ihrer Stelle unangenehm

• #102


A


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