Hey...
heute ist wieder einer dieser Tage, an denen ich nicht an deine Existenz glaube..
Deshalb schreibe ich mir nun alles einfach mal von der Seele.
Es fühlt sich alles gerade so komisch an. Ich war immer der absolute Beziehungsmensch.. seit ich sechzehn war, war ich nie länger als 10 Monate Single.
Und jetzt? Ich hab solche Widersprüche in mir.
Mein Plan vom Leben sah eine Familie für mich vor. Nicht zwingend Mutter, Vater, Kind... aber auf jeden Fall: Ich, die Person, die ich liebe und Kinder..
Und jetzt bin ich so weit weg von diesem Plan, wie man es nur sein kann. Und das tut einfach jeden verdammten Tag weh.
Jeden Tag, wenn ich von der Arbeit nach Hause (Ja! Ich hab jetzt wieder ein Zuhause

) komme, warte ich auf die Scheidungspapiere... die Trennung jährt sich bald. Und es geht mir besser, als noch vor fast einem Jahr. Es hat sich vieles geändert: Ich will meine Ex niemals mehr wieder haben. Nicht für einen Tag. Nicht für eine Stunde. Ich bin mr selbst so viel näher gekommen. Bin stärker als ich dachte, aber eben auch sehr viel verletzlicher als ich dachte.
Meine Trennungs-Schonzeit und der Welpenschutz sind mittlerweile abgelaufen. An meinem Geburtstag kamen die ersten Nachfragen, wie es denn mit einer neuen Liebe aussehen würde und in meinem letzten beste-Freundinnen-Urlaub hab ich mich mit K. bei ein paar DatingApps angemeldet.
Bis zu einem gewissen Punkt macht das auch Spaß da zu schreiben... macht neugierig, vertreibt die einsamen Gedanken usw. Aber so bald es das spielerische auch nur einen kleinen Schritt übersteigt, bekomme ich Panik. Mir macht das so bewusst, wie verletzt ich immer noch bin. Es war für jemand anderen so leicht, mir vor einigen Monaten (fast) alles wegzunehmen, was mir etwas bedeutet hat und ich will nicht, dass mir das nochmal passiert. Ich will mein Zuhause behalten und alles was zu meiner neuen Sicherheit gehört.
Der Schritt mich wieder zu öffnen, verletzlich zu sein, Vertrauen zu schenken, der erscheint mir so groß. Größer als alle Schritte, die ich bisher zurückgelegt habe.
Aber trotzdem will ich mir diese Zeit geben und ich hoffe, dass du auch jemand bist, der sich diese Zeit gibt. Weil ich einfach hoffe, dass es das alles irgendwie wert ist.
In der Zwischenzeit mache ich jeden Tag das, was mich, für den jeweiligen Moment, glücklich macht. Meine Arbeit, mein Sofa, mein Buch, mein Tee, meine Mama, mein Bäcker, mein selbstgekaufter Blumenstrauß, meine eine Freundin, die keine dummen Fragen stellt, mein Wintermantel, mein Auflauf, meine Badewanne, meine neue Bettwäsche, meine Wärmflasche.
Alles was meins ist und gut ist, für diesen einen Moment.
Und ich hoffe, dass du sowas auch hast.
Und damit du´s weißt: Ich lege keinen Wert auf tolle Hobbies, aufregende Fernreisen, einen durchtrainierten Körper, den gut Job der Welt, eine bestimmte Körpergröße und was einem Tinder sonst noch so mit auf den Weg gibt, damit man sich möglichst unzufrieden mit dem eigenen kleinen Leben fühlt.
Mir reicht´s, wenn du weißt, was dir im Leben wichtig ist. Wenn du deinem Schmerz nicht aus dem Weg gehst. Und wenn du all die Kleinigkeiten kennst, die dich für den Moment glücklich machen.