Casey
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Er ist wieder weg als Begleitperson.
Tatsächlich habe ich mich stabilisieren können. Komme langsam wieder auf dem Stand. wie vor dem Rückfall. Mit ME/CFS ist man vor Rückfällen wohl nie gefeilt, aber dieser ging an die Substanz.
Der Liebeskummer, der mich da wohl mit reingeritten hat, geht langsam zurück. Ich nenne es Liebeskummer, weil mir kein anderes Wort dazu einfällt, was diesen Zustand beschreiben könnte. Es ist eine alte Geschichte, im Polykontext, die damals nicht abgeschlossen werden konnte. Ein bißchen verzettelt hatten wir uns da beide miteinander. Uns gegenseitig eine Weile toxisch behandelt und kurzzeitig uns eine emotionale Schlacht geliefert, die ich heute gar nicht mehr nachvollziehen kann.
Aus dem einfachen Grund, weil wir nicht miteinander geredet hatten. Ich dachte, es sei alles so gut, wie es gerade läuft. Sie dachte da wohl was anderes, wollte es ändern. Verpasste nur mich da mitzunehmen. So kam es zu einem Ende, was wohl von uns beiden so nicht gewollt war. Aber halt passierte. Verdrängt wurde.
Wir sahen uns im Sommer nach Jahren zufällig kurz wieder. Wo ich erst dachte, sie wohl auch, man fühle sich etwas komisch und dann vergeht das wieder, war dies wohl wieder ein Irrtum. Es verging nichts, im Gegenteil, es wurde immer schlimmer.
Eine musste über den Schatten springen und die andere anschreiben. Ich sprang über meinen Schatten und sie reagierte. Nun sind wir verabredet. Zu einem Gespräch. Das wird noch was dauern, da auch sie krank ist und sich erst noch etwas stabilisieren muss. Ich habe keine Ahnung, was bei dem Gespräch rauskommen soll. Finde es erstmal gut genug, dass wir beide das überhaupt vorhaben.
Im Angesicht meiner gesundheitlichen Umständen, wo ich oft nicht weiß, ob ich in ein paar Monaten überhaupt noch lebe, ist das ein total schönes Geschenk zu wissen: Ich war nicht allein all die Jahre mit meinen Gedanken an sie.
Es gibt evtl. die Gelegenheit das zu klären, was noch offen steht. Falls ich bald ins Grab muss, wäre es schon schöner alles geklärt zu haben.
Desweiteren gab es noch andere Umstände in den letzten Wochen/Monate, die ein Leben nicht gerade vereinfachen. Das alles zusammen, kein Wunder, dass ich da mal am Ende meiner Belastungsfähigkeit kam.
Nun kam auch da erstmal wieder Luft rein. Ich habe weiterhin erstmal ein Dach über den Kopf und bekomme ebenso weiterhin mein Geld.
Also wenn die Hütte eh schon so brennt, braucht es echt nicht auch noch irgendwelche alte Gefühlsgeschichten. Aber genau das passierte. Wir wurden uns prompt in so einer Zeit wieder vor die Nase gesetzt. Ich war erst recht wütend darüber, überfordert. Wie soll ich das jetzt noch wegstecken? Aber irgendwo ist mehr Kraft in einem, als man sich in den kühnsten Träumen ausmalen kann.
