Zwilling1994
Mitglied
- Beiträge:
- 8
- Themen:
- 1
- Danke erhalten:
- 17
- Mitglied seit:
ich bin neu hier und wende mich an euch, weil ich dringend Hilfe benötige. Zu meiner Situation: Ich bin 30 Jahre alt, wohne in einer kleinen Wohnung und habe vor 10 Monaten meinen Partner kennengelernt, den ich sehr liebe.
Meine Vorgeschichte
Ich bin in einer schwierigen Familie aufgewachsen. Meine Mutter war Alk., und es gab häufig Streit und Geschrei. Meine Großeltern, die meine wichtigsten Bezugspersonen waren, sind verstorben, und ich habe ihren Verlust nie richtig verarbeitet. Diese Erfahrungen haben mich emotional geprägt.
Durch die Belastungen der Corona-Pandemie, Überforderung im Job und private Enttäuschungen bin ich in ein tiefes Loch gefallen. Seit zwei Jahren habe ich es nicht mehr geschafft, meine Wohnung aufzuräumen oder mich um andere Dinge (außer meinen Job) zu kümmern. Stattdessen habe ich mich in Urlaube geflüchtet und das Problem verdrängt. Früher war ich organisiert und strukturiert, aber das hat sich verändert. Nach außen hin hat niemand von meinem Problem etwas mitbekommen.
Meine Beziehung
Vor 10 Monaten habe ich meinen Partner kennengelernt. Am Anfang verbrachten wir die Zeit fast ausschließlich bei ihm, weil er emotional noch mit seiner vorherigen langen Beziehung abgeschlossen hat. Das Thema „meine Wohnung“ war daher zunächst nicht relevant.
Mit der Zeit wollte er jedoch immer häufiger zu mir kommen – was verständlich ist. Aber meine Angst und Scham wegen des Zustands meiner Wohnung haben mich daran gehindert. Ich habe ihm zwar von meiner schwierigen Kindheit erzählt und erklärt, dass ich Angst habe, Menschen in meine Wohnung einzuladen. Die Wahrheit über den Zustand meiner Wohnung habe ich ihm jedoch verschwiegen.
Ich wollte das Problem allein lösen, nahm mehr Termine bei meiner Psychologin wahr und begann, mich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Ich wollte meine Wohnung aufräumen, für mich selbst, aber auch für die Beziehung. Mein Partner ist ein sehr ordnungsliebender Mensch, was es für mich noch schwieriger machte, ihm die Wahrheit zu sagen.
Die letzten zwei Monate musste ich ihn immer wieder vertrösten. Er brachte Geduld und Verständnis auf, aber ich wusste, dass es ihn belastet. Schließlich trennte er sich einmal kurzzeitig von mir, gab mir dann aber eine zweite Chance. Nun habe ich ihm die Wahrheit gesagt und ihm Bilder von meiner Wohnung gezeigt. Ich wollte nicht länger lügen, auch wenn ich wusste, dass dies möglicherweise das Ende unserer Beziehung bedeutet.
Meine Gefühle und Fragen
Seit einer Woche sind wir getrennt, und ich fühle mich schuldig und voller Scham. Ich liebe ihn, aber ich habe sein Vertrauen missbraucht und ihn enttäuscht. Ich kann mir vorstellen, dass er sich verletzt, belogen und möglicherweise abgestoßen fühlt. Besonders, da ihm Ehrlichkeit, Vertrauen, Ordnung und Reinlichkeit sehr wichtig sind.
Ich habe mir nun professionelle Hilfe gesucht, um meine Vergangenheit zu verarbeiten und meine Wohnung wieder in Ordnung zu bringen. Aber ich möchte auch wissen, wie ich mit der Situation mit ihm umgehen soll.
• Wie kann ich das Vertrauen wieder aufbauen?
• Wie gehe ich auf ihn zu, ohne ihn unter Druck zu setzen?
• Gibt es eine Chance, dass wir wieder zueinanderfinden?
Ich möchte mich verändern – für mich selbst, aber auch, weil ich ihn liebe und nicht verlieren möchte.
Ich bin für jede Rückmeldung oder jeden Ratschlag dankbar. Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit nehmt, meine Geschichte zu lesen.
Viele Grüße