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Ich weiß von nix

Angi2

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Es ist erstaunlich, wie oft hier geschrieben steht, dass der, der verlassen wurde, nicht weiß warum.

Der Verlassene sucht nach Antworten, nach Erklärungen. am Schluss heißt es meistens, da ist ein anderer/eine andere. Ich bin belogen und betrogen worden.
Der Verlassene sieht sich mehrheitlich als Opfer.

Ich weiß aus eigener Erfahrung, die ich vor vielen Jahren machen musste, dass es gute Gründe gab, weshalb ich ging. Ich habe die Gründe auch mehrfach vorher versucht zu kommunizieren. Er wollte nie reden, später behauptete er dann anderen gegenüber ständig, dass für ihn bis zum Schluss alles in Ordnung war, es gab keine bösen Worte, nichts. "sie ist einfach gegangen und ist mir jede Erklärung schuldig geblieben."
Er behauptete auch, dass ich ihn für einen anderen verlassen habe.

Ich weiß nicht mehr, wie oft ich reden wollte mit ihm, ihm erklären wollte, was mich von ihm trieb. er wollte es nicht hören, blockte jedes Gespräch ab. Stellte sich lieber als armes Opfer einer Lügenbaronin und hemmungslosen Intrigantin hin und versuchte mir zu schaden.

Ist das eine Form von Rache des Verlassenen an dem Verlasser?

20.08.2019 08:53 • x 4 #1


Johanna15


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Nein @angi2, dass denke ich nicht.
Der Mensch ist facettenreich und in Gefühlsdingen oft taub und blind.
Er bringt seine eigene Geschichte und seine eigenen Charaktereigenschaften mit und kann oftmals die rationale Logik der Dinge nicht erfassen, auch wenn er eine Ahnung davon hat.

Das Ende könnte man auch erklären mit, Dein Verlust war zu schmerzhaft, die Reflexion unmöglich, das Selbstwertgefühl zu geknickt, das Level der Akzeptanz konnte nicht erreicht werden und so beißen viele um sich.

Jede Geschichte ist individuell. Vielleicht hat er deinen Wunsch nach Kommunikation nicht raus gehört, vielleicht konnte er es nicht oder es gab wirklich keine Bereitschaft. Das weiß nur er.

Viel wichtiger ist ja, dass Du das umgesetzt hast, was Du für nötig erachtest, Du hast Dich getrennt.

20.08.2019 09:08 • #2


Sevi

Sevi


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Ich glaube und das liest man hier ja auch oft , dass sich einer solange aufführt wie ein A., egoistisch und den Eigenen Frust am Partner auslässt, bis dieser final geht... und dann ist das Gejammer groß.
Kein Wunder in dieser neuen Ellbogen Gesellschaft ICH ICH ICH und wenn es dem anderem zu bunt wird , spielt man das Opfer.

Eine andere Konstellation die ich oft erlebt habe ist, der eine fühlt sich total wohl, es plätschert so vor sich hin, es wird aber nicht wahrgenommen, dass es dem anderen zu wenig ist.
Das was fehlt.
Vielleicht aus Bequemlichkeit , denn dann müsste man ja etwas ändern.
Oder aus Lethargie...
Oder demjenigen fehlts halt nicht dann muss der andere halt sehen wie er damit zurecht kommt.
Um mal einen Kumpel zu zitieren:"Ich kann soviele andere Frauen treffen wie ich will , wenn du damit ein Problem hast ,ist es deins. ICH habe damit keins!"
Als er verlassen wurde, fiel er auch aus allen Wolken und konnte es nicht glauben, er war doch immer so charmant gewesen hatte ihr alles gekauft...
Wie konnte sie so dreist sein, ihn zu verlassen?
Totale Ego Schiene mit Verelendung. verblendung, meinte ich

Und die 3. Variante, man lebt sich auseinander und irgendwann findet jemand jemand neues und geht...
Da haben sich vielleicht beide nicht sehr gemüht, um die Beziehung am Leben zu halten.

Ich bin davon überzeugt, dass die, die gehen, genauso gelitten haben.
Nur eher.
Teilweise auch noch sehr arg danach.
Aber sie haben eben für sich Grenzen gesetzt.
Oft ist ja die Meinung, der Verlasser ist der böse und der arme der Verlassen wurde..
Sehe ich nicht so.

Ich habe durchaus auch schon verlassen und sehr gelitten.
Aber es war trotzdem die richtige Entscheidung.

Und ich glaube, die meisten wissen ganz genau warum der andere ging.
Sie wollen es vielleicht nicht zugeben, weil es bedeutet Verantwortung zu übernehmen und das ist in der heutigen Zeit irgendwie nicht so angesagt.

Ex und Hop.. der andere war blöd und ich bin ganz toll und mache einfach weiter...
Null Reflektion...
Ein ewiger Kreislauf

20.08.2019 09:30 • x 3 #3


Angi2


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Zitat von Sevi:
Und ich glaube, die meisten wissen ganz genau warum der andere ging.
Sie wollen es vielleicht nicht zugeben, weil es bedeutet Verantwortung zu übernehmen


Das glaube ich auch!

20.08.2019 09:36 • #4


La-Fleur

La-Fleur


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Zitat von Angi2:
Ist das eine Form von Rache des Verlassenen an dem Verlasser?


Eher eine Form von Feigheit, man müsste ja zu seinen eigenen Anteilen stehen die zur einer Trennung geführt haben. Da ist es doch viel einfacher alles auf den anderen abzuwälzen als sich selbst zu reflektieren.

20.08.2019 09:40 • x 3 #5


Johanna15


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Dennoch ist es ein emotionales Ausnahmezustand.
Natürlich sollte man nach einer gewissen Zeit Dinge erkennen, aber in der ersten Akutphase vielleicht nicht machbar.

20.08.2019 09:44 • #6


AllesGegeben30

AllesGegeben30


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Naja, wie so häufig ist die mangelnde Kommunikation oft das große Problem.

Bei mir war es zum Beispiel so, dass ich verlassen wurde, Wochen vorher merkte, dass Sie sich radikal veränderte, ich dementsprechend immer wieder das Gespräch gesucht habe, Sie aber nie in der Lage war, zu reden, sondern lieber Ihr eigenes Ding begann, durchzuziehen.

Es müssen schon beide in der Lage sein, offen über alles zu kommunizieren, sonst bist Du machtlos und alles was bleibt, ist die Akzeptanz...

20.08.2019 09:53 • x 2 #7


scallisia

scallisia


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Zitat:
Er wollte nie reden, später behauptete er dann anderen gegenüber ständig, dass für ihn bis zum Schluss alles in Ordnung war, es gab keine bösen Worte, nichts.

Ich weiß nicht mehr, wie oft ich reden wollte mit ihm, ihm erklären wollte, was mich von ihm trieb. er wollte es nicht hören, blockte jedes Gespräch ab. Stellte sich lieber als armes Opfer einer Lügenbaronin und hemmungslosen Intrigantin hin und versuchte mir zu schaden.

Ist das eine Form von Rache des Verlassenen an dem Verlasser?


So ging es mir mit meinem Exmann. Ich habe gemerkt, dass etwas nicht stimmt. Ich wollte reden. Immer und immer wieder. Dann ist er gegangen. Einfach so. Er hat mal etwas angedeutet. Das wurde aber nie näher vertieft. Im Nachhinein kam dann heraus, dass er mit meiner Freundin gesprochen hat. Tja... es kommt tatsächlich vor, dass der Verlasser KEIN Wort sagt und dann einfach geht.
Also nein, es ist keine Form von Rache. Es ist eine sehr tiefe Enttäuschung.

20.08.2019 09:54 • x 2 #8


NurBen


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Zitat von Angi2:
Ist das eine Form von Rache des Verlassenen an dem Verlasser?

Ich denke nicht, dass man das verallgemeinern kann.
Das hängt von der individuellen Situation ab.

Ich z.B. habe andere Erfahrungen gemacht.
Nämlich das -in meinen Fall- die Verlasserin ihr Verhalten rechtfertigt um nicht die Böse der Geschichte zu sein.
Sprich, sie behauptet auch:
"Ich habe alles versucht..."
"Ich habe immer wieder versucht mit ihm zu reden..."

Als Ex frage ich mich natürlich "Wo denn?"

Die Wahrheit ist, sie hat sich neu verliebt und mich abgesägt.
Das kommt bei Freunden und Familie natürlich nicht toll an, also wird behauptet "Ich habe alles versucht..."

Und ehrlich gesagt denke ich, dass viele hier im Forum sich nicht nur als Opfer sehen, sondern auch tatsächlich das Opfer sind.

20.08.2019 09:56 • x 4 #9


scallisia

scallisia


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Zitat von Johanna15:
Dennoch ist es ein emotionales Ausnahmezustand.
Natürlich sollte man nach einer gewissen Zeit Dinge erkennen, aber in der ersten Akutphase vielleicht nicht machbar.


Das mag in der Theorie richtig sein. Aber wie soll man denn Dinge "erkennen"? Man kann sicherlich erkennen, dass etwas nicht stimmt. Aber was ist die Ursache? Der Grund? Darum geht es doch. Man kann anderen Menschen nicht hinter den Schädel schauen. Und das ist es auch, was es so unsagbar unfair macht. Und ja, dann sitzt man da in seiner Opferrolle. Einfach, weil man die Welt nicht mehr versteht.

20.08.2019 09:56 • #10


U-I-B


Zitat von Angi2:
Es ist erstaunlich, wie oft hier geschrieben steht, dass der, der verlassen wurde, nicht weiß warum.

Der Verlassene sucht nach Antworten, nach Erklärungen. am Schluss heißt es meistens, da ist ein anderer/eine andere. Ich bin belogen und betrogen worden.
Der Verlassene sieht sich mehrheitlich als Opfer.

Ich weiß aus eigener Erfahrung, die ich vor vielen Jahren machen musste, dass es gute Gründe gab, weshalb ich ging. Ich habe die Gründe auch mehrfach vorher versucht zu kommunizieren. Er wollte nie reden, später behauptete er dann anderen gegenüber ständig, dass für ihn bis zum Schluss alles in Ordnung war, es gab keine bösen Worte, nichts. "sie ist einfach gegangen und ist mir jede Erklärung schuldig geblieben."
Er behauptete auch, dass ich ihn für einen anderen verlassen habe.

Ich weiß nicht mehr, wie oft ich reden wollte mit ihm, ihm erklären wollte, was mich von ihm trieb. er wollte es nicht hören, blockte jedes Gespräch ab. Stellte sich lieber als armes Opfer einer Lügenbaronin und hemmungslosen Intrigantin hin und versuchte mir zu schaden.

Ist das eine Form von Rache des Verlassenen an dem Verlasser?


Hallo @Angi2 .

Ich denke, das es fallabhängig ist. Am schlimmsten finde ich die Trennungen, bei denen warm gewechselt wird oder wo der Verlasser, weil ihm oder ihr etwas gefehlt hat, den Schw...z einkneift und geht anstatt sich mit dem Partner darüber auseinander zu setzen. Das ist für den Verlassenen dann immer ein Tiefschlag mit nachhaltigen Konsequenzen.

Es gibt sicherlich noch einiges dazwischen, aber ich denke, und das ist auch irgendwie eine Krankheit heutzutage, dass viele Menschen es sich bequem machen und sich nicht mehr gegenseitig aussprechen oder vertrauen. Nicht zuhören wollen, Hobbypsychologen o.ä. spielen, reale Fakten gegen Mutmaßungen tauschen und sich vor allem der neuartigen Natur der fast grenzenlosen Freiheit frönen.

Das sind viele Gegensätze, die irgendwann explodieren. Beziehungen bedeuten Arbeit. Es muss nicht immer Veränderungen geben -manche Veränderungen sind nämlich auch negativ. Und es muss auch nicht immer eine Entwicklung geben, es ist ja keine Schularbeit mit Leistungsvermögen.

Man sollte m.E. in einer Beziehung eine Balance finden für alle betreffenden Punkte dort. Und nicht nur nach vorne schauen, sondern auch mal genießen, was man(n) oder frau haben. Das ist heutzutage aber fast schon ein Fremdwort. An jeder nächsten Ecke wartet etwas besseres - wird ja oft genug postuliert: In der Werbung, bei der Politik, bei Onlineportalen, selbst hier.

Und dann kommt der Nackenschlag und PENG - es ist doch nicht so.

Auch in Beziehungen. Und dann heißt es: Ich weiß von nix. Dann ist es eine Lüge. Oder Dummheit.

Aber Rache. Das glaube ich eher weniger. Kann jedoch auch mal der Fall sein.

LG

20.08.2019 10:10 • x 1 #11


Clementine44


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Mein Expartner ist auch so ein Exemplar. Ließ jahrelang seinen Frust an mir ab, demütigte mich verbal, ich habe immer wieder reden wollen, dass es so nicht weiter gehen kann. Er: "für mich passt alles". Und als ich ging, kam das große Erwachen, die Entschuldigungen, die Reue für sein Verhalten. Ich hätte ja mal was sagen sollen! Er wusste von nichts! Sogar die Kinder haben in den Jahren mitbekommen, dass der Papa nicht freundlich zur Mama ist - wenn ich das vorher gewußt hätte, wäre ich früher gegangen (nämlichzum Wohl der Kinder). Als ich weg war, kam das Nachtreten. Ich wäre ja nur gegangen, weil ich einen anderen hatte. Tja, da kann man nur abschalten und sich nicht mehr fertig machen lassen!

20.08.2019 10:20 • x 1 #12


weltwanderer


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Zitat von Angi2:
Es ist erstaunlich, wie oft hier geschrieben steht, dass der, der verlassen wurde, nicht weiß warum.

Der Verlassene sucht nach Antworten, nach Erklärungen. am Schluss heißt es meistens, da ist ein anderer/eine andere. Ich bin belogen und betrogen worden.
Der Verlassene sieht sich mehrheitlich als Opfer.

Ich weiß aus eigener Erfahrung, die ich vor vielen Jahren machen musste, dass es gute Gründe gab, weshalb ich ging. Ich habe die Gründe auch mehrfach vorher versucht zu kommunizieren. Er wollte nie reden, später behauptete er dann anderen gegenüber ständig, dass für ihn bis zum Schluss alles in Ordnung war, es gab keine bösen Worte, nichts. "sie ist einfach gegangen und ist mir jede Erklärung schuldig geblieben."
Er behauptete auch, dass ich ihn für einen anderen verlassen habe.

Ich weiß nicht mehr, wie oft ich reden wollte mit ihm, ihm erklären wollte, was mich von ihm trieb. er wollte es nicht hören, blockte jedes Gespräch ab. Stellte sich lieber als armes Opfer einer Lügenbaronin und hemmungslosen Intrigantin hin und versuchte mir zu schaden.

Ist das eine Form von Rache des Verlassenen an dem Verlasser?


Schwieriges Thema. Ich habe Trennungen von zwei gut befreundeten Paaren erlebt.

Bei einer gab es eine Affaire. Habe allerdings sogar dort beide Seiten verstanden. Auf jeden Fall habe ich damals beschlossen bei solchen Sachen kein Urteil zu fällen.

Oft sind es die Freunde und Freundinnen des/der Verlassenen die Stimmung gegen den/die ExparterIn machen. Habe ich nie verstanden.

20.08.2019 10:24 • x 2 #13


NurBen


568
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Zitat von U-I-B:
Auch in Beziehungen. Und dann heißt es: Ich weiß von nix. Dann ist es eine Lüge. Oder Dummheit.

Im Nachhinein sagt es sich leicht "Man hätte es kommen sehen."
Die Anzeichen dafür sind aber wie Puzzleteile die erst am Ende ein Bild ergeben.

20.08.2019 10:25 • x 2 #14


U-I-B


Zitat von weltwanderer:
Oft sind es die Freunde und Freundinnen des/der Verlassenen die Stimmung gegen den/die ExparterIn machen. Habe ich nie verstanden.


Lach.

War bei mir genau umgekehrt - da wurden ehemalige Freunde regelrecht "gekauft".

Darum habe ich mich komplett aus dem damaligen Umfeld distanziert. Bis heute.

20.08.2019 10:38 • #15