Im Thread wurde ja „ein bisschen“ abgeschweift.
Das eigentliche Thema „imaginäre Rachepläne“ finde ich sehr interessant.
Ist das Wort "Rache" eigentlich angebrach? Es geht doch in Wirklichkeit um Vergeltung, um einen Ausgleich für Unrecht.
Abseits der schönen Gutmenschensprüche, dass Vergeltung der falsche Weg ist, dass es dich nicht glücklicher macht usw. hat doch jeder Mensch einen Sinn für Gerechtigkeit. Und wenn er diese Gerechtigkeit nur imaginär einfordert, ist dagegen nichts einzuwenden.
Nichts anderes fordern wir doch, wenn jemand einen Schaden an materiellen Dingen oder an Leib/Gesundheit verursacht. Das Strafgesetzbuch ist nichts anderes als eine Aufzählung von Vergeltungsmaßnahmen für falsches Tun.
Vergeltung oder Ausgleich macht ja auch Sinn. Wenn ich keine Konsequenz befürchten muss, warum soll ich dann so manches Handeln unterlassen?
Ein Beispiel:
Gegenüber dem Typen, der meiner Frau Liebesbriefe schrieb, sie so lange umschmeichelt, hofiert und angebaggert hat bis sie schwach wurde, hege ich immer wieder Vergeltungsgefühle. Er hat seine Ehe als mies dargestellt, seine Ehefrau als Beißzange usw.
Als das Verhältnis dann aufkam, hat er sich in Sekundenschnelle für seine Frau und Ehe entschieden. Meine Frau gegenüber seiner als Weibsbild diffamiert, die immer hinter ihm her war. Von seinem Brief an meine Frau in dem er schrieb „du bist meine einzig große wahre Liebe, dein Mann hat dich nicht verdient usw.“ weiß seine Frau bis heute noch nichts.
Ist es hier nicht angebracht, etwas klarzustellen: „das kannst du mit mir nicht machen“?
Ich spreche nicht von gewalttätigen oder kriminellen Fantasien. Eher von einem Denkzettel.
Ob meine imaginären Vorstellungen nicht doch noch in die Realität umgesetzt werden?
Ich bin mir da nicht sicher
„Rache“ wird am besten sehr, sehr kalt serviert.
Verhindert hat die Umsetzung nach einem Ausgleich immer, dass ich befürchte, dass andere (z. B. seine Kinder) darunter leiden könnten. Das geht gar nicht.