Zitat von GarstigeGräte: Für mich klingt das eher so, als wäre der Ehemann der Bekannten (Freundin mag ich es nicht nennen) nicht so naiv und ahnungslos wie manch einer denkt.
Genau so habe ich es auch empfunden beim Lesen. Der Mann markiert sein Terrain und vielleicht provoziert auch Reaktionen.
Dass der Ehemann der TE verliebt ist und den Kontakt nicht abbrechen will, steht für mich außer Frage. Dass er jedoch wählt, Dinanias Wahrnehmung in Frage zu stellen, bereitet mir ehrlich gesagt mehr Probleme, denn es hat direkt mit der Ehe der beiden zu tun.
Man kann sich fremdverlieben, es knistert und das wird als schön empfunden. Man fühlt sich lebendig, wach, jung. Kennen wir denke ich alle. Das finde ich weder unnatürlich, noch in irgendeiner Weise verwerflich. Wäre diese Clique nicht im Spiel - also die öffentliche Demütigung der Ehefrau - und wäre nicht sein respektloses Verleugnen ihrer Wahrnehmung. Das stößt mir sauer auf und genau das würde ich kommunizieren, wenn ich nochmal überhaupt in Dialog treten würde.
Es gibt viele Wege, mit so einem "Vorfall" umzugehen. Manche Ehefrauen schaffen es sogar, es ihren Gatten zu gönnen, so, als würde dieser etwas Lebenselixir verabreicht bekommen. Die Größe hätte ich auch nicht, aber auch diese Möglichkeit existiert theoretisch.
Es tit mir leid, dass Dinania mit diesem Gefühl in Urlaub fahren muss. Die Situation beweist aber meiner Meinung nach, dass ungelöste Probleme nicht von alleine verschwinden, sondern wachsen.
Für mich zeigt dieser Thread auch, wie wenig man vom außen helfen kann. Verschiedene Ansichten würden geschildert, was per se günstig ist. Die Perspektive des einzelnen ist immer limitiert, vor allem wenn unangenehme Gefühle im Spiel sind. Aber - und hier kommt meiner Meinung nach der Knackpunkt - all diese Perspektiven können nicht wirklich zu einer adäquaten Handlung führen, wenn der/die TE nicht bereit ist, in sich zu gehen und innere Klarheit zu erarbeiten. Das Forum, die Schwarmintelligenz kann das nicht ersetzen.
Was meine ich damit? Nach viele Aufrufe "Rede mit deinem Mann", hat Dinania versucht, das umzusetzen, jedoch genau auf ihrem typischen Weise, durchtraenkt von einer unbewussten Angst "will ich die Wahrheit wirklich wissen?". Folge davon waren halbherzig Versuche, die von dem Ehemann mit einem müden Lächeln abgewimmelt werden konnten. So eine Unsicherheit, respektive Ambivalenz beeinflusst immer die Art, wie wir kommunizieren.
Es gab viele Weggabelungen, wo Dinania hätte abbiegen können.
Vor gefühlt tausend Posts habe ich Dinania gefragt, ob die bereit wäre, sich zu trennen, wenn der Mann es mit der anderen ernst meinen würde. Das wäre zum Beispiel so ein Punkt. Da hätte sie in sich gehen können und sich das wirklich schonungslos fragen können. Bei einem gefühlten nein, wäre es der Zeitpunkt, Frieden damit zu schließen und alle Kraft darin investieren, das Geschehe nicht als persönliches Affront zu nehmen.