Zitat von plietsche_deern: Also, ich komme aus Norddeutschland, hier wäre sowas UNMÖGLICH - ich hab Freunde in NRW, Alter, die knuddeln und drücken und pusseln sich, da ist Körperkontakt - auch naher - völlig normal.
Jeder Jeck ist annersch.
Da hast du in gewisser Weise völlig recht. Der Umgang von Leuten innerhalb von Freundesgrüppchen ist sehr unterschiedlich und es ist auch sehr unterschiedlich, wie der einzelne so etwas bewertet und wie er damit umgeht.
Du übersiehst allerdings eins: Wenn man so etwas ganz normal und völlig unproblematisch findet, dann kommt man nicht auf die Idee, hierherzukommen und einen besorgten Thread zu eröffnen.
Der Maßstab muss also vor allem die TE selbst sein. Und die war (oder ist) durchaus besorgt und findet das gar nicht lustig.
Allerdings sieht es so aus, als habe sie ihrem eigenen Gefühl nicht getraut und sie wollte hier vor allem Bestätigung. Und zwar - wie es aussieht - Bestätigung dafür, dass das alles doch nicht so schlimm ist und sie sich zu unrecht Sorgen macht. Sie wollte also offensichtlich in erster Linie beruhigt und beschwichtigt werden.
Diese Beruhigung und Beschwichtigung hat sie jedoch nicht bekommen, sondern eher im Gegenteil und dann setzte eine sehr interessante Dynamik ein:
Je weniger sie das nämlich bekam, desto mehr hat sie diese Rolle selbst angenommen und sie hat angefangen abzuwiegeln, schönzureden, kleinzureden und Gründe und Ausreden zu finden, wieso das alles doch nicht so schlimm sei.
Interessant, nicht?
Wenn du also deine Freunde knuddelst und drückst und pusselst, dann ist das etwas total anderes. Denn du kämst dann auch im Traum nicht auf die Idee, hier einen besorgten Thread zu eröffnen. Oder?
Ganz abgesehen davon, dass das, was der Mann der TE sich geleistet hat, mit Drücken und Knuddeln und Pusseln nur noch sehr am Rande etwas zu tun hat.
TE sagt ja selbst, dass das, was ihr Mann da macht, in diesem Freundeskreis absolut nicht üblich ist und dass deshalb bereits getuschelt wird.
Es ist demütigend für sie.
Das solltest du bei deiner Bewertung der Dinge im Hinterkopf behalten, auch wenn es für dich an ihrer Stelle nicht demütigend wäre, weil du vielleicht anders tickst.