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Gast
Warum aber gerade häufig andere Mütter die schärfsten Kritiker von Müttern sind und ihnen (in Abwesenheit und völlig unbekannt) nicht zutrauen, die eigenen Kinder einschätzen zu können, wundert mich nicht nur hier. Die Väter klopfen sich viel bereitwilliger gegenseitig auf die Schultern und unterstellen erstmal, dass der andere das Beste will und seine Kinder liebt. Die Ex des TE hat das eine Mal die Kinder zur Oma gegeben, obwohl der Vater sie genommen hätte - und wurde dafür scharf von anderen Müttern kritisiert. Das andere Mal fragt sie den TE, ob er die Kinder nehmen kann, weil sie selbst krank ist - und wird auch dafür scharf kritisiert, obwohl es für den Vater kein Problem war. Sie hat kranke Kids vom Vater betreuen lassen und bekommt dafür Kritik. Würde sie einen Umgang des Vaters ausfallen lassen, weil die Kids krank sind, käme sicherlich sofort der Einwand, dass der Vater sich doch genauso gut kümmern kann. Die Frau kann es hier offenbar niemandem Recht machen, außer sie verzichtet auf jegliche finanzielle Mitarbeit des TE und gibt ihm die Kinder so wie es gerade bei ihm passt. Und das ist wohl kein faires Ziel, das der TE anstreben sollte, weil kein JA oder Gericht das befürworten wird.
Dokumentieren kann und sollte man alles. Schon allein, um den subjektiven Eindruck, man selbst würde ja immer XY tun, aber der andere würde ja immer YZ tun, Mal mit den objektiven Tatsachen abgleichen kann. Denn häufig ärgern wir uns über Dinge, die zwei Mal vorgekommen sind, und glauben da ein Muster entdeckt zu haben, das die heimlichen Motive eines anderen beweisen soll. Und vergessen dabei die X Male, an denen das Muster dann ja auch hatte auftreten müssen, aber irgendwie "vergessen" wurde. So eine Trennung ist eben eine hochemotionale Lage, für beide Seiten. Und wenn ich das richtig gelesen habe, hat der TE sich in den letzten Monaten seiner Ehe schon gelegentlich rausgezogen und erst vor wenigen Wochen dann die Trennung ausgesprochen. Da darf man der verlassenen Ehefrau mit zwei kleinen Kindern durchaus zugestehen, noch nicht die perfekte, demütige, dankbare, mitdenkende und den Kindsvater sanft unterstützende AE Mutter zu sein, die wir ja alle nach ein paar Jahren sind.
Das JA und das Familiengericht interessieren solche (dokumentierten) Vorfälle allerdings herzlich wenig. Die erleben ganz andere "Kindesentziehung en" und "kranke Eltern", als dass sie ein bisschen Gezeter am Gartenzaun oder zwei abgesagte Umgänge in Wallung brächten. Vielmehr würde das derzeit dokumentierte zu einem "na, sehen Sie, sie hat ihnen die Kinder in der Januarwoche doch gegeben, obwohl sie krank waren und die Oma/Freundin sie hätte nehmen können. Das spricht ja eindeutig gegen Entfremdungsabsichten." führen.
Also Dokumentation der Vorgänge - ja, eine Verwertbarkeit gegen die Kindsmutter - sicher nein.
Fakt bleibt: Wenn B747 auf seinem derzeitigen Job besteht, ist er auf die Kooperation der Mutter angewiesen, wenn er die Kinder "regelmäßig unregelmäßig" sehen will. Das hat technische Gründe. Ein Urteil zum Umgang mit den Wortlauten "jedes zweite Wochenende beginnen mit Datum X, sowie jeden Mittwoch bis 18 Uhr" ist vollstreckbar. Ein Urteil mit dem Ausspruch "10 Tage im Monat nach den Dienstplänen und beruflichen Möglichkeiten des Antragstellers" ist nicht vollstreckbar und kann daher rein technisch gar nicht zugesprochen werden. Also wird der TE vor Gericht jedes zweite WE, die erste oder letzte Hälfte aller Ferien sowie einen festen Wochentag bekommen und damit ein riesiges Problem im Job. Selbstverständlich kann er während seiner Umgangszeiten die Kinder genauso zur Oma geben. Aber auch die Ex kann dokumentieren und wird mit einer Folgeklage auf Änderung der Umgangszeiten, weil die Kinder an durchschnittlich 5 der 10 Umgangstage ihren Vater nie zu Gesicht bekommen, vermutlich Gehör finden.
Alternative A: Sich hinsichtlich der Umgänge autark und flexibel machen und dann eben jeden Mittwoch etc. die Kinder auch wirklich sehen.
Alternative B: Gar nicht erst gegenüber der Ex aufrüsten, sondern schauen, wo man ihr entgegen kommen kann, damit sie einen an den Stellen entgegen kommt, wo sie es rechtlich gar nicht müsste. B747, Du könntest z.B. überlegen, ihr die Flexibilität "abzukaufen". Wenn Geld bei Dir kein Problem darstellt, kannst Du ihr mehr Kindesunterhalt als nötig oder längeren Betreuungsunterhalt fürs jüngere Kind anbieten, wenn sie im Gegenzug die Umgangstage nach Deinen Dienstplänen mitgeht.
Und diese Gedanken, dass Du ihr den Urlaub mit Next finanziert, während Du die Kinder betreust, Schieb mal ganz schnell beiseite. Sie zieht da gerade Deine Kinder auf. Müsstest Du das selbst machen, könntest Du derzeit gerade mal 25 Stunden in einem Bürojob, für den Du keine Ausbildung hast, arbeiten. Dann würde keiner von euch beiden mehr in Urlaub fahren. Und ob es einen Next gibt oder nicht - Du wolltest die Trennung und damit ist sie frei, mit Herz und Körper so zu verfahren, wie sie lustig ist. Diese Konsequenz ergibt sich aus der Trennung. Dafür bist Du ja jetzt genauso frei (von ihr). Da bitte immer fair und sachlich bleiben, sonst fühlst Du Dich schnell als Opfer Deiner eigenen Entscheidungen.