Yosie
Gast
Zitat von Yonda:Zitat von Selbstliebe:
Ich glaube eher, Menschen führen Beziehungen weil sie Liebe geben wollen und zugleich auch geliebt werden wollen. Das ist menschlich.
Dabei ist es die Kunst in Beziehungen, bei sich zu bleiben, d.h. das persönliche Drama des anderen nicht auf sich zu schultern, zu unterstützen ja, aber nicht verantworten. Deshalb tun meiner Ansicht Affären vielen Leuten auch so weh, sie lassen sich zu sehr vereinnahmen in negative Konstrukte und in die Verantworung nehmen........
Das wäre dann in meinen Augen eine sehr reife Art und Weise mit dem eigenen persönlichen Drama umzugehen.
Möglicherweise. Das ist aber doch wohl in jeder Art von Beziehung der Fall. Die Ehe schützt davor ja auch nicht.
Mal andersherum betrachtet: wenn eine Beziehung scheitert kommt von einem oder beiden Partnern nicht selten als Argument „…..du hast dich so verändert, als wir uns kennenlernten warst du lebensfroh, selbständig, sportlich (etc.) …. hattest deine Hobbies, deine Freunde…..wo ist dieser Mensch hin, den ich damals geheiratet habe….“.
Bei sich bleiben ist meiner Ansicht weniger eine Frage des Alters/ der Reife sondern mehr ein Teil der Persönlichkeit. Sich aufzugeben, um in den anderen zu verschmelzen (weil man glaubt, dies sei Ausdruck von Liebe) erstickt die Liebe, die sich entfalten will, die dem anderen Freiraum zugesteht damit man sich aus der individuellen Distanz heraus gegenseitig wieder anzieht und als autonom wahrnimmt…..
Worin ich dir zustimme ist, dass man vielleicht mit zunehmenden Alter und Erfahrung mehr weiß, was man will/ nicht will und diese Grenzen der eigenen Autonomie auch mehr verteidigt. Auch in dem Wissen, dass die Andersartigkeit des Partners einen großen Reiz ausmacht. Er soll gar nicht gleich werden und wird er es , dann wird es langweilig und die Liebe verfliegt…..eventuell reflektiert man etwas zügiger und macht damit auch mehr Punktlandungen.
