Ich lese den Thread ja nun schon eine Weile/von Anfang an und möchte dir Feedback von einem Mann geben. Verstehe mich bitte nicht falsch, denn ich finde das sehr interessant hier, jedoch denke ich, dass du zu sehr auf dich selbst vom Innern her schaust, statt von außen. Ich lese irgendwie permanent eine sehr zynische Opferhaltung aus deinen Berichten. Wie gesagt, ich werte das nicht. Ich möchte dir mein Feedback geben und dir vielleicht einen Gedankenanstoß.
Gehen wir es mal an.
Zitat von Gretchen:Das fasst sein Denkmuster bestens zusammen. Immer bin ich es, die nervt, da ich ihn auf seine Unzulänglichkeiten hinweise, die er aber selbstverständlich nicht hat.
Weil kein Mensch es mag, permanent auf seine Unzulänglichkeit hingewiesen zu werden - vor allem nicht vom Partner. Ich gehe davon aus, dass du auch in eurer Ehe so warst und ihn immer wieder darauf hingewiesen hast. Da geht jeder Mensch früher oder später in die Abwehrhaltung. Eine Lösung oder ein Kompromiss wird dann immer unwahrscheinlicher. Was willst du damit erreichen? Dass er seinen "Fehler" einsieht und es dann besser macht? Das funktioniert vielleicht bei Kindern aber nicht bei Partnern oder Erwachsenen auf Augenhöhe. Mir fällt auch deine permanente Abwertung seiner Person und vieler seiner Handlungen auf. Warum eigentlich? Er ist der Vater eurer Kinder, vergiss das nicht.
Zitat von Gretchen:Er kann ja nie für irgendwas etwas...Und diese Denkweise, ist in sich so geschlossen, die ist so stabil diese Art der Abwehr, da geht nix!
Sorry, aber wie ich oben schrieb: du hast deinen Anteil dazu beigetragen. Wenn du so in der Ehe warst, dann hat er meinen Respekt, es so lange ausgehalten zu haben. Mal ganz pragmatisch: was kann er für einen Stau? Klar, er kann ihn in seiner Planung einpuffern.... Aber wie lange? Wie sehr soll er seinen Tag verkürzen mit der Variablen "Stau"? Sowas passiert eben und ja, damit kannst du auch klarkommen.
Zitat von Gretchen:Es ist absolut sinnlos, überhaupt mit ihm über irgendwas zu sprechen,
Und wieder....
Zitat von Gretchen:Neulich sagte er:" Also schenken tue ich dir das Haus nicht"
Aha - aber in dem Moment wurde mir klar: Der hängt da nicht dran, so wie er an nichts in seinem Leben hängt außer an sich selbst bzw der Mutterbrust.
... Und weiter....
Er hat wirklich mein Mitgefühl, denn du (bewusst oder unbewusst) versuchst grade wirklich anstrengend und widerborstig zu sein.
Du stellst dich und deine Bedürfnisse, deine Art der Kommunikation über ihn. Das ist das Fazit meiner Beobachtung/Überlegungen zu deiner Geschichte. So kann es keinen Kompromiss und ein Miteinander geben, den er ist einfach nur in der Abwehrhaltung, die du provozierst.
Du bist doch sonst sehr clever und rhetorisch gut unterwegs. Warum versuchst du die Augenhöhe nicht einfach mal herzustellen. Empathie, Reife, Kompromissbereitschaft - all das erwartest du von ihm. Jedoch bietest du nichts davon an.
Zitat von Gretchen:Das untote Thema kommt denke ich daher, dass er für mich gestorben ist. Der Mann der er mal war, den gibt es so nicht mehr.
Vermutlich war er nie so.
Das schwierige an einer Trennung ist ja, dass da auch ganz viel stirbt. Deshalb tut es ja so weh. Es stirbt ein Teil vom eigenen selbstkonzept und auch ein Teil der Zukunft
Ein tolles Beispiel übrigens für deine fehlende Selbstkritik. Ich kann förmlich spüren, wie sehr du im letzten Satz versuchst das Wort "ENTtäuschung" zu vermeiden. Denn das darin enthaltene Wort "Täuschung" ist mit Eigenverantwortung verbunden. All das weisst du sehr genau, wie ich vermute. Somit wäre Selbstkritik angesagt, die du aber nicht wirklich zulässt.
Darüber solltest du mal nachdenken: was tue ich mir selber an und was vermeide ich.
Beklagen, zynisch sein, traurig und auch mal depressiv sein kann jeder. Aber der Beginn einer Veränderung beginnt immer in einem selbst. Das sehe ich leider bei dir nicht.
Trotzdem alles Gute weiterhin. Ich werde fleissig weiter mitlesen.