Gretchen
Mitglied
- Beiträge:
- 2481
- Themen:
- 1
- Danke erhalten:
- 4580
- Mitglied seit:
Mein Vater ist gerade Samstag 80 Jahre Alt geworden. Ein seltsames Gefühl war das. Ich habe das Gefühl ich brauch noch 5 Jahre um Abschied nehmen zu können.
Im Sommer hatte ich mit meinem Sohn 80 Pusteblumen gesammelt. Die sind konserviert- ein Stück Sommer, 80 wünsche, so viel Leichtigkeit und Hoffnung und so nah am sterben bzw leben, blühen, sterben usw usw
Vieles hat sich entspannt und ein wenig eingespielt. Es gibt Abläufe, Rituale... nun wohne ich bald zwei Jahre mit meinen Kindern
Allein im gemeinsamen haus- zwei Jahre. Das ist die längste Zeit die ich allein gelebt habe bisher in meinem Leben. (Eltern, WG, Ehemann)
Es ist überwiegend ein gutes Gefühl geworden. Manchmal frage ich mich sogar ob ich jemals wieder mit einem Partner wohnen kann/ möchte wobei es da trotzdem Sehnsucht gibt, nach Vertrautheit.
Die Kinder gehen ihren Weg, neue Klassenstufen, neue Freunde...alle 14 Tage beim Papa mit mal mehr und mal weniger Begeisterung.
Wenn ich die 14 Tage durchgezogen habe, dann geht nix mehr. Freitag Abend wenn er die Kinder holt, dann geht allerhöchstens noch thailändisch essen bestellen und Netflix gucken...Anne of greengables....
Ich hab auch alte Filme wieder ausgegraben die ich als ich 16 war geguckt hatte- zb Harald and maude. Ich finde den Film
Immer noch hinreißend.
Es gibt sie noch die Sehnsucht auf das Leben. Es ist gut lebendig zu sein.
Inzwischen habe ich einen Ort mit ausgeguckt an dem ich die Eheringe vergraben will. Beim d da gibt es so eine Birke. Die hat so eine Leichtigkeit und im Herbst dieses goldene Laub. Das ist ein guter Ort. Wenn der Scheidungstermin kommt (noch sind die Renten Sachen nicht geklärt ich hasse diese Formulare- es ist echt ein unglaublicher Graus) dann möchte ich nach dem Termin dort hinfahren und die Ringe dort vergraben. Ich möchte sie nicht mehr aufbewahren müssen..,
Es ist ein langer Abschied mit vielen tiefen und wenig Höhen- es stellt sich aber mehr Gelassenheit ein wobei es auch noch richtig fiese Tiefpunkte gibt- sie werden aber weniger und gehen schneller vorbei.
Mein noch Mann wird wohl seine Wohnung kündigen und zu seiner Freundin in ihr Haus ziehen- von Heirat wird da auch bereits gesprochen...sie kennen sich ja schon mindestens 4 Jahre.
Wo bei das ja schon auch Urhebers kurz ist in meinen Augen.
Meine große meint ich werde ganz sicher zur Hochzeit eingeladen- na herzlichen Dank. Niemals gehe ich da hin.
Die Freundin kommuniziert sehr freundlich mit mir, die wenigen zusammen treffen sind in Ordnung. Sie meinte sie würde das Verhältnis gerne vertiefen da ich eine Bereicherung sei.
Ich habe einiges über ihre Ehe und Vergangenheit erfahren. Sie könnte sympathisch sein. Aber ich halte den Kontakt in Grenzen- manchmal entsteht aber eine Ahnung davon dass sie doch Irgendwie auf eine verquere Art zur familie gehören könnte, zumindest ja für die Kinder und damit auch für mich. Das Gefühl ist nicht nur negativ wenn auch verwirrend und widerstreitend. Aber das ist Zukunftsmusik.
Ich habe dieses Jahr Abschlussprüfung. Die schriftliche war bereits. Ich weiß noch nicht ob ich Bestanden habe. Das Ergebnis kommt per Post.
Kurz vorher haben uns mein Freund und ich (hier im Strang bekannt) getrennt da wir seinen Kinderwunsch und sein Gefühl von Frauen enttäuscht zu werden nicht innerhalb der Beziehung auffangen konnten sozusagen bzw weil ich keine weiteren Kinder möchte er aber schon.
Das ganze war für beide sehr verletzend und mit vielen Diskussionen und Tränen verbunden.
Es tut weh da ich damit nicht gerechnet habe ihn so zu verlieren. Wobei irgendwo musste ja der hacken sein.
Und bei meiner Art war es ja klar dass es da eine narzisstische Struktur geben muss- und hey ich darf das zufällig sagen denn ich bin vom Fach.
Ende November ist die mündliche Prüfung..,
Das Jahr ist insgesamt sehr anstrengend wegen der vielen lernerei, dem erneuten anschieben der Scheidung (endlich eingereicht) und der Trennung von meinem Freund. Mein
Sohn wurde außerdem eingeschult.
Das reicht mir an Emotionen bis auf weiteres.
Es fällt mir sehr schwer auf Die Fürsorge meines Freundes zu verzichten da ich viele Seiten an ihm sehr schätze. Es hat Tendenzen zu einer ätzenden on Off Geschichte zu werden die zermürbend und schrecklich ist das versuche ich zu vermeiden.
Der kleine liebt ihn und das macht es komplizierter. Ich weiß noch nicht ob ich in der Lage bin die Beziehung zu einem Art Onkel Staus zu transformieren oder ob das idiotisches wunschdenken ist.
Aber integrieren ist wohl mein Spezialgebiet...
Dann um doch noch ein Bischen Chaos zu machen weil ohne kann ich ja offensichtlich nicht leben, gibts da noch den sogenannten oder selbst ernannten Gärtner.
Den kannte meine Mutter aus der Heimatstadt und der ist vor einem Jahr hier her gezogen mit seiner Freundin.
Der Stand hier also irgendwann vor der Tür und seit dem hilft er mir mit dem großen Grundstück.
Meiner Mutter war nicht klar dass er in meinem Alter und bildschön ist...allerdings auch ein Spinner um
Es jetzt mal laienhaft auszudrücken.
Inzwischen hat er sich von seiner Freundin getrennt, wohnt aber noch mit ihr...das kommt uns doch bekannt vor oder? Naja es ist auf jeden Fall interessant den Blickwinkel zu ändern wobei ich ihn auf keinen Fall zu nahe an mich kommen möchte da es Ängste in mir auslöst.
Trotzdem ist es neben meinem Umfeld gut Hilfe zu haben und auch etwas emotionale Unterstützung und es ist ein kleines Stück alltagsflucht und narzisstische Party mit ihm inklusive: komm ich hol dich ab ich will Dir einen geheimen Wald See zeigen. Es ist schön Geheimnisse zu haben und er erinnert mich sehr stark an meinen Mann- ja und das ist nicht nur positiv.
Von daher Betrachte ich das eher als eine Art Selbsterfahrung.
Es sind viele großformatige Bilder entstanden seit der Trennung, es ist ein gutes Gefühl eine Ausdrucksform zu haben für Dinge die nicht so einfach versprachlicht werden können.
Es geht weiter.. und ich habe das Gefühl dass ich etwas mehr Boden unter den Füßen langsam bekomme und nicht mehr im totalen freien Fall bin obwohl Manchmal es schon sehr dunkle Stunden gibt in denen ich mich sehr einsam fühle.
Neulich hab ich beschlossen mit 50
Wieder zu heiraten/ ich finde das ist ein gutes Alter- sozusagen eine Ehe für die zweite Lebenshälfte. Das beste daran ist dass ich bis dahin noch über 10 Jahre Zeit habe.
Mit den besten Grüßen
Gretchen