Zitat von Marmorkuchen:
Eine kaputte Ehe , ein nicht verarbeitetes Liebesdrama und dann noch ein neuer Liebhaber ?
So Verhältnisse sind Gift für Kinder .
Und ob es der TE gut tut , mag ich auch mal anzweifeln .
Du meinst, es ist Gift für Kinder, nicht so aufzuwachsen, wie es in jedem amerikanischen Kitschfilm (und allen deutschen Kitschfilmen der Fünfziger- und Sechzigerjahre) propagiert wird?
In einer Bilderbuchfamilie, in der Papa und Mama sich ganz doll liebhaben bis an ihr Lebensende und niemals etwas passiert, was einen Schatten auf die Gemüter der Kleinen werfen könnte?
Vielleicht hast du recht. Ganz sicher bin ich mir aber nicht, wenn ich mir manche Menschen anschaue, die in einer nach außen perfekten Bilderbuchfamilie aufgewachsen sind.
Denn es ist ja so: Perfekt ist es oft eben nur nach außen. Wenn überhaupt. Was zwischen den vier Wänden passiert, weiß man nicht so recht.
In den meisten Familien passieren jedoch auch unschöne Dinge.
Es gibt schwere Krankheiten, sogar Todesfälle, es gibt Streit, Konflikte und ja: Es kommt auch vor, dass Elternteile sich in andere Menschen verlieben, sich belügen und betrügen, sich vielleicht sogar trennen.
(Und es gibt noch viel, viel hässlichere Dinge - und gar nicht mal so selten - von denen ich lieber gar nicht anfangen möchte).
So etwas passiert. Auch wenn es vielleicht nicht schön und nicht ideal ist.
Ich würde es das ganz normale Leben nennen.
Wenn das Gift für Kinder ist, dann würde ich behaupten, dass mindestens 98% aller Kinder vergiftet sind. Eher noch mehr.
Gretchen hat sich verliebt, obwohl sie verheiratet war.
Das war ihr "Verbrechen" und das "Gift", das sie ihren Kindern zugemutet hat.
Später hat sich ihr Mann verliebt und ist eine Affäre eingegangen.
Aus dieser Situation (die zugegeben nicht ideal ist), versucht sie nun irgendwie das Beste zu machen.
Sie sucht sich einen hoffentlich erfüllenden Job. Sie sucht sich einen Freund, um die entstandene emotionale Lücke ein wenig zu füllen.
Was genau glaubst du ihr vorwerfen zu können?
Dass sie an einem Szenario teilnimmt, das man das Leben nennt und in dem man nicht alles in der Hand und unter Kontrolle hat?
Und nebenbei: Dass du andeutest, besser zu wissen als sie selbst was ihr guttut, finde ich doch arg vermessen.
Es würde mich wirklich einmal brennend interessieren, wie dein Leben bisher so verlaufen ist. Und zwar nicht nur vor, sondern auch hinter den Kulissen (

), dass du dich berechtigt und berufen fühlst, solch harte Urteile zu fällen.
Du kennst schon den Spruch mit der Sünde und dem Stein und so?