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Mein Poesiealbum

Laetitia2024
Mit dem guten Geschmack ist es ganz einfach. Man nehme von allem nur das Beste.

Oscar Wilde

#451


FrostEule
Sei immer bescheiden,
verlang nicht zu viel,
dann kommst du zwar langsam,
aber sicher ans Ziel.

Das hat mir meine Oma in mein Poesiealbum geschrieben, als ich ungefähr 10 war.

x 1 #452


A


Mein Poesiealbum

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Laetitia2024
Zitat von FrostEule:

Liebende schließen beim Küssen die Augen, weil sie mit dem Herzen sehen möchten.

Daphne du Maurier

#453


Laetitia2024
Humor ist die Fähigkeit, im Leben mit Gegenwind zu segeln.

Günter Fitzmann

#454


Laetitia2024
Nur der Augenblick zählt.

#455


Laetitia2024
Je weiter du von einer Person entfernt bist, desto klarer werden dir deine Gefühle für diesen Menschen.
Distanz schafft Klarheit.

#456


Laetitia2024
KI ist für mich ein Alptraum!

Nicolas Cage

x 1 #457


Laetitia2024
Anstand zeigt sich, wenn niemand zuschaut.

x 1 #458


Laetitia2024
Verspreche nichts, wenn du glücklich bist.
Antworte nicht, wenn du wütend bist und
entscheide nichts, wenn du traurig bist.

Joker

x 1 #459


Laetitia2024
Wenn du an mich denkst, erinnere dich an die Stunde, in welcher du mich am liebsten hattest.

Rainer Maria Rilke

x 2 #460


Laetitia2024
Jemand, der mir falsch ins Gesicht lügt, den lache ich falsch an.

#461


W
Die Sonnenblumen leuchten am Zaun,
Still sitzen Kanke im Sonnenschein.
Im Acker mühn sich singend die Frau′ n,
Die Klosterglocken läuten darein.
Die Vögel sagen dir ferne Mär′ ,
Die Klosterglocken läuten darein.
Vom Hof tönt sanft die Geige her.
Heut keltern sie den braunen Wein.
Da zeigt der Mensch sich froh und lind.
Heut keltern sie den braunen Wein.
Weit offen die Totenkammern sind
Und schön bemalt vom Sonnenschein.

Georg Trakl

#462


W
Am Abend tönen die herbstlichen Wälder
Von tödlichen Waffen, die goldnen Ebenen
Und blauen Seen, darüber die Sonne
Düstrer hinrollt; umfängt die Nacht
Sterbende Krieger, die wilde Klage
Ihrer zerbrochenen Münder.
Doch stille sammelt im Weidengrund
Rotes Gewölk, darin ein zürnender Gott wohnt
Das vergoßne Blut sich, mondne Kühle;
Alle Straßen münden in schwarze Verwesung.
Unter goldnem Gezweig der Nacht und Sternen
Es schwankt der Schwester Schatten durch den schweigenden Hain,
Zu grüßen die Geister der Helden, die blutenden Häupter;
Und leise tönen im Rohr die dunkeln Flöten des Herbstes.
O stolzere Trauer! ihr ehernen Altäre,
Die heiße Flamme des Geistes nährt heute ein gewaltiger Schmerz,
Die ungebornen Enkel.

Georg Trakl

#463


W
Seltsam sind die nächtigen Pfade des Menschen.
Da ich nachtwandelnd an steinernen Zimmern
hinging und es brannte in jedem ein stilles
Lämpchen, ein kupferner Leuchter, und da ich
frierend aufs Lager hinsank, stand zu Häupten
wieder der schwarze Schatten der Fremdlingin
und schweigend verbarg ich das Antlitz in den
langsamen Händen. Auch war am Fenster blau
die Hyazinthe aufgeblüht und es trat auf
die purpurne Lippe des Odmenden das alte
Gebet, sanken von den Lidern kristallne Tränen
geweint um die bittere Welt. In dieser Stunde
war ich im Tod meines Vaters der weiße Sohn.
In blauen Schauern kam vom Hügel der Nachtwind,
die dunkle Klage der Mutter, hinsterbend wieder
und ich sah die schwarze Hölle in meinem Herzen;
Minute schimmernder Stille. Leise trat aus
kalkiger Mauer ein unsägliches Antlitz -- ein
sterbender Jüngling -- die Schönheit eines
heimkehrenden Geschlechts. Mondesweiß umfing
die Kühle des Steins die wachende Schläfe,
verklangen die Schritte der Schatten auf
verfallnen Stufen, ein rosiger Reigen im Gärtchen. --

Schweigend saß ich in verlassener Schenke unter
verrauchtem Holzgebälk und einsam beim Wein;
ein strahlender Leichnam über ein Dunkles geneigt,
und es lag ein totes Lamm zu meinen Füßen. Aus
verwesender Bläue trat die bleiche Gestalt der
Schwester und also sprach ihr blutender Mund:
Stich schwarzer Dorn. Ach noch tönen von wilden
Gewittern die silbernen Arme mir. Fließe Blut
von den mondenen Füßen, blühend auf nächtigen
Pfaden, darüber schreiend die Ratte huscht.
Aufflackert ihr Sterne in meinen gewölbten Brauen;
und es läutet leise das Herz in der Nacht.
Einbrach ein roter Schatten mit flammendem
Schwert in das Haus, floh mit schneeiger Stirne.
O bitterer Tod.

Und es sprach eine dunkle Stimme aus mir.
Meinem Rappen brach ich im nächtigen Wald das Genick,
da aus seinen purpurnen Augen der Wahnsinn sprang;
die Schatten der Ulmen fielen auf mich, das blaue
Lachen des Quells und die schwarze Kühle der Nacht,
da ich ein wilder Jäger aufjagte ein schneeiges Wild;
in steinerner Hölle mein Antlitz erstarb.
Und schimmernd fiel ein Tropfen Blutes in des Einsamen
Wein; und da ich davon trank, schmeckte er bitterer
als Mohn; und eine schwärzliche Wolke umhüllte
mein Haupt, die kristallnen Tränen verdammter Engel;
und leise rann aus silberner Wunde der Schwester
das Blut und fiel ein feuriger Regen auf mich.

Am Saum des Waldes will ich ein Schweigendes gehen,
dem aus sprachlosen Händen die härene Sonne sank;
ein Fremdling am Abendhügel, der weinend aufhebt
die Lider über die steinerne Stadt; ein Wild, das
stille steht im Frieden des alten Holunders; o
ruhlos lauscht das dämmernde Haupt, oder es folgen
die zögernden Schritte der blauen Wolke am Hügel,
ernsten Gestirnen auch. Zur Seite geleitet stille
die grüne Saat, begleitet auf moosigen Waldespfaden
scheu das Reh. Es haben die Hütten der Dörfler
sich stumm verschlossen, und es ängstigt in schwarzer
Windesstille die blaue Klage des Wildbachs. Aber
da ich den Felsenpfad hinabstieg, ergriff mich der
Wahnsinn und ich schrie laut in der Nacht; und da ich
mit silbernen Fingern mich über die schweigenden
Wasser bog, sah ich, daß mich mein Antlitz verlassen.
Und die weiße Stimme sprach zu mir: Töte dich!
Seufzend erhob sich eines Knaben Schatten in mir
und sah mich strahlend aus kristallnen Augen an,
daß ich weinend unter den Bäumen hinsank, dem
gewaltigen Sternengewölbe.

Friedlose Wanderschaft durch wildes Gestein ferne
den Abendweilern, heimkehrenden Herden; ferne weidet
die sinkende Sonne auf kristallner Wiese und es
erschüttert ihr wilder Gesang, der einsame Schrei
des Vogels, ersterbend in blauer Ruh. Aber leise
kommst du in der Nacht, da ich wachend am Hügel
lag, oder rasend im Frühlingsgewitter; und schwärzer
immer umwölkt die Schwermut das abgeschiedene Haupt,
erschrecken schaurige Blitze die nächtige Seele,
zerreißen deine Hände die atemlose Brust mir.

Da ich in den dämmernden Garten ging, und es war
die schwarze Gestalt des Bösen von mir gewichen,
umfing mich die hyazinthene Stille der Nacht; und
ich fuhr auf gebogenem Kahn über den ruhenden Weiher,
und süßer Frieden rührte die versteinerte Stirne mir.
Sprachlos lag ich unter den alten Weiden und es
war der blaue Himmel hoch über mir und voll von
Sternen; und da ich anschauend hinstarb, starben
Angst und der Schmerzen tiefster in mir; und es hob
sich der blaue Schatten des Knaben strahlend im Dunkel,
sanfter Gesang; hob sich auf mondenen Flügeln
über die grünenden Wipfel, kristallene Klippen
das Antlitz der Schwester.

Mit silbernen Sohlen stieg ich die dornigen
Stufen hinab, und ich trat ins kalkgetünchte Gemach.
Stille brannte ein Leuchter darin und ich verbarg
in purpurnen Linnen schweigend das Haupt; und es
warf die Erde einen kindlichen Leichnam aus, ein
mondenes Gebilde, das langsam aus meinem Schatten
trat, mit zerbrochenen Armen steinerne Stürze
hinabsank, flockiger Schnee.

Georg Trakl

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Die Krähen schrei’n
Die Krähen schrei’n
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnei’n –
Wohl dem, der jetzt noch – Heimat hat!
Nun stehst du starr,
Schaust rückwärts ach! wie lange schon!
Was bist du Narr
Vor Winters in die Welt – entflohn?
Die Welt – ein Thor
Zu tausend Wüsten stumm und kalt!
Wer Das verlor,
Was du verlorst, macht nirgends Halt.
Nun stehst du bleich,
Zur Winter-Wanderschaft verflucht,
Dem Rauche gleich,
Der stets nach kältern Himmeln sucht.
Flieg’, Vogel, schnarr’
Dein Lied im Wüsten-Vogel-Ton! –
Versteck’, du Narr,
Dein blutend Herz in Eis und Hohn!
Die Krähen schrei’n
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnei’n,
Weh dem, der keine Heimat hat!

Friedrich Nietzsche

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