LonelySoul
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ich schreibe hier mir einfach mal den Schmerz von der Seele.
Ich bin jetzt seit 3 Monaten mit meiner Partnerin zusammen. Es handelt sich um eine Fernbeziehung.
Wie der Betreff schon aussagt, hat meine Partnerin Borderline. Ich habe keine Erfahrung mit dem Thema bisher gehabt.
Am Anfang war sie wirklich richtig fürsorglich für mich da, als es mir schlecht wegen meiner Ex ging, die mich weggeworfen hat.
Wir haben beide viel darüber geredet, wie viel in unseren vorherigen Beziehungen falsch gelaufen ist und ohnehin hat es wirklich gut gepasst zwischen uns.
So ein "Match" mit jemanden hatte ich noch nie.
Ich muss selbst anmerken, dass ich Depressionen und Verlustängste habe. Traumata durch meine Ex-Beziehungen kommen auch noch dazu, aber sie konnte sich richtig gut in alles hinein versetzen und es hat sich einfach perfekt angefühlt.
Wenn sie hierhin gekommen ist, hat sie auch immer kiloweise Zeug, was ich mag mit gebracht, wollte dafür und für die Fahrt nicht einen Cent haben und wollte auch nichtmal eine Einladung zum Essen mich zahlen lassen.
Die ersten 2 Monate liefen auch bis auf Kleinigkeiten perfekt. Sie war oft bei mir und sie konnte schnell vertrauen zu mir fassen und ihre Hürden abbauen.
Sie hat sich schnell zum Beispiel getraut, vor mir zu Essen oder ich durfte ohne Grund durch ihr Handy und Portmonaine schauen.
Dann stand ein längerer Urlaub für uns an, allerdings war sie an Magen-Darm erkrankt und das fiel ins Wasser.
Zu der Zeit hat sie auch angefangen, die Pille zu nehmen.
Seit diesem Zeitraum, geht es ihr psychisch immer schlechter.
Ich bin kein einfacher Mensch und habe meine Fehler und konnte leider nicht immer so helfen seitdem, wie ich es gerne getan hätte. Dazu aber gleich mehr.
Sie hat immer so schöne Sachen gesagt, wie z.B. dass sie mich niemals verlassen wird, dass ich ihre große Liebe bin, wenn sie mich jemals verlassen sollte, bekomme ich all ihre Sachen etc.
Auch Kinder waren kein Tabu und sobald sie ihre neue Wohnung hat, kann ich direkt zu ihr ziehen usw.
Sie hat mir also eine schöne Bestätigung gegeben und sowas brauche ich auch ab und an mal.
Es hieß auch mal, es sei ihre größte Angst, mich zu verlieren.
Nun. seitdem sie in diesem Tief ist. Ist sowas immer mehr verschwunden. Es gab unnötige Konflikte, woran ich natürlich auch Schuld habe, sie aber auch.
Sie sagte vor einiger Zeit mal, sie fühlt sich momentan innerlich leer. Sie funktioniert nur noch für die Arbeit, hat an nichts mehr Freunde, existiert einfach. Die Arbeit stresst sie sehr und dass sie eigentlich endlich mal in eine andere Wohnung ziehen wollte auch. Bei mir fühlt sie sich durch die Konflikte auch nicht mehr sicher und hat das Gefühl, auf dünnem Eis zu laufen. Sie hat nicht unrecht, allerdings liegt das eben trotz meiner Schwächen nicht nur an mir.
Sie ist mit allem momentan nicht glücklich, auch mit eben der Beziehung nicht und weiß nicht, ob das noch alles Sinn macht. Sie sagt auch, sie weiß nicht, ob es gut ist, 2 kaputte Menschen zusammen zu setzen.
Wir wussten beide von Anfang an, was der Andere für Erkrankungen hat und sie sagte immer, sie wird mich nie aufgeben, denn ich gebe sie nicht auf!
Auf die Frage, ob sie mich noch liebt, sagte sie nur, dass sie ehrlich gesagt nicht weiß, wie es ihr in der Hinsicht geht.
Sie will erstmal Zeit für sich haben, die gebe ich ihr jetzt, aber ich bin trotzdem in Panikmodus, dass sie trotz diesen ganzen schönen Worten Schluss macht.
Ich sollte dazu auch noch sagen, dass sie seit Jahren diese Diagnose hat und seit einem halben Jahr ungefähr in Therapie ist.
Sie beschreibt diese Phase momentan so: Sie ist abgestumpft, aus Selbstschutz. Sie ist vorallem durch die Arbeit momentan nur genervt und nicht gutgelaunt. Normalerweise weint sie viel, aber im Moment perlt einfach alles ab und es kann wohl sein, dass sobald diese Phase weg ist, dass sie dann zusammenbricht und alles raus lässt.
Sie kommt aus diesem Selbstschutzmodus nicht wirklich raus und sobald was kleines kommt, erst recht nicht.
Ihr Therapeut beschrieb das ganze am Anfang dieser Phase, als dass sie die Rolle des distanzierten Beobachters angenommen hat.
Ich habe ihren Worten vertraut, vorallem da ihre letzten Beziehungen, die relativ lang waren, wohl sehr von Egoismus des Partners und von Abweisung geprägt waren. Ich habe es versucht besser zu machen, ihr zu zeigen, dass sie Liebe verdient hat.
Sie sagte am Anfang auch, dass wenn sie sich verliebt, dann aber richtig und dass sie nur Schluss macht, wenn es zu Gewalt oder Betrug kommt und dass selbst, wenn meine Krankheit sie in den Abgrund zieht, sie nicht Schluss mit mir machen wird.
Und jetzt? Jetzt sind diese Worte wohl vergessen und aus diesem Loch kommt sie nicht raus und ich mache irgendwie alles falsch. Ich habe Angst, dass wenn sie wieder Kontakt zu mir aufbaut, dass sie dann Schluss macht. Dann war mein Vertrauen wieder für die Katz und ich bin am Boden.
Hat hier jemand Erfahrung damit?