Hallo Naglfar82 und TeEssKa,
ich hab euer „Gespräch“ hier mitverfolgt und wollte mich nun mal zu Wort melden, weil ich die andere Seite kenne.
Ich war selbst mehrere Jahre depressiv und u.a. dadurch ist meine Beziehung in die Brüche gegangen.
Ich versuch mich kurz zu fassen, auch wenn ich Romane drüber schreiben könnte.
Zitat:Das problem ist das wir zwar große gefühle füreinander haben,aber sie ein sehr stressiges Leben und immer große Selbstzweifel hat und es fast schon an Depressionen grenzt seit neuestem. Ihr ist alles zu viel.
dadurch zieht sie sich jetzt sehr von mir zurück und sagt das sie für sich Zeit braucht,aber sie sagt mir auch nicht was sie genau belastet. Sie will auf eine Art ihre Ruhe ,sagt aber auf der anderen Seite das es bald wieder besser wird alles zwischen uns. Bei Depressionen kann man das doch von sich aus gar nicht sagen wenn man keine professionelle Hilfe in Anspruch nimmt ,oder?
Eine Depression kann verschiedene Ursachen und Auslöser haben (z.B. Verlust, Trauma, Umzug/neue Umgebung, Arbeitsplatzverlust, familiäre/genetische Zusammenhänge, Kindheitserfahrungen …) , die müssen aber nicht mal offensichtlich sein. Und genauso gibt es nicht DIE Therapie. Manche schaffen es mit Hilfe eines mit Empathie und Menschlichkeit gesegneten Therapeuten und Medikamenten, andere durch Entspannungsverfahren und Gespräche mit anderen Betroffenen, andere durch alles zusammen und dann gibt es noch `zig andere Möglichkeiten.
Zitat:Andererseits merke ich aber auch wie verwirrt sie ist, sie weiß selbst nicht was sie tun soll und versucht sich jetzt wohl irgendwie selbst zu therapieren indem sie einfach völlig egoistisch handelt... sie hat mir gestern gesagt, ich sei die Liebe ihres Lebens und dass sie mich über alles liebt und gerne einen Neuanfang versuchen möchte, allerdings aus der Trennung heraus sich dann wieder neu annähern... es ist schrecklich, ich weiß im Moment nicht wirklich wohin mit mir.
Die extreme Ichbezogenheit gehört zur Depression dazu. Für nicht Betroffene ist es vielleicht schwer nachzuvollziehen, aber man hat das Gefühl, sich selbst verloren zu haben. Ich war permanent niedergeschlagen, konnte mich über nichts freuen und habe in vielem keinen Sinn mehr gesehen. Hab mich immer mehr zurückgezogen.
Es ist ein schwerer Weg da raus. Schritt für Schritt. Ich arbeite immer noch daran, bin aber schon einen weiten Weg gegangen.
Mein Exfreund hatte kein Verständnis für mich und hat sich getrennt. Es war zu der Zeit die Hölle für mich.
Jetzt - mit Abstand betrachtet: Soll ich ihm das verübeln, wenn er es selbst nicht durchgemacht hat? Wenn er jetzt glücklicher ist?
Wenn Ihr Eure Freundinnen unterstützen wollt, dann beschäftigt euch vielleicht mit dem Thema Depression?
Wenn Ihr Euch anders entscheidet, ist es aber auch ok. Ihr müsst Euren eigenen Weg gehen und –was ich in der Zeit gelernt habe – am besten auf Euer Bauchgefühl hören. Was tut Euch gut?
lg Malu