Ob das alte wirklich das alte ist?

Ehemaliger User

im märz diesen jahres endete meine 4,5 jährige beziehung nachdem ich von einer geschäftsreise zu früh nach hause kam und ich sie in flagranti erwischte, sie mir auch mitteilte das es schon länger krisele. ich fand darauf hin zuspruch in diesem forum und nützte jegliche hilfestellung.
dann, im juni schien es als erfülle sich das wovon wohl jeder von uns im anfangsstadium träumt, wir traffen uns, sie hatte zwischenzeitlich mit ihrer affäre eine beziehung begonnen. nach zwei weiteren treffen entwickelte sich wieder mehr und sie trennte sich von ihm, kam wieder zu mir zurück.
anfangs war es wie ein wunder für mich, ich spürte zwar einen zweifel ließ ihn aber nicht zu.
jeder von euch trägt einen mehr oder weniger frischen schmerz in sich in der hoffnung mann könne ihn vielleicht mit der rückgewinnung der alten beziehung überwinden.
mittlerweile weiss ich das es viele gründe gab warum unsere beziehung damals scheiterte, doch anfangs stellte ich sie auf den berüchtigten "goldenen sockel". ich wünschte ich könnte heute von einer schönen neuen alten beziehung schreiben, es ist aber nicht so. ich werde mich heute von ihr trennen und stehe vor diesem besch.... schritt. die alten wunden sind nicht verheilt, sie platzen immer wieder auf, ich habe zu wenig zeit damit verbracht das alte zu verarbeiten, mich darauf versteift das es schon wieder funktionieren würde. ich wünsche euch allen das ihr eure liebe wieder bekommt, wünsche euch aber als allererstes das ihr eure schmerzen annehmt, euch mit euren gefühlen auseinander setzt und euch selbst wieder in den vordergrund stellt. in dem augenblick wenn ihr euch selbst wieder erkennt steht einem neubeginn nichts mehr im wege.
vielleicht fragt ihr euch warum ich dies schreibe, ich habe hier hilfe gefunden und wollte ein wenig weitergeben
september

31.10.2002 16:17 • #1


Shannon


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Hallo, September,
der 2. Versuch zwischen mir und meinem Ex-Freund ist auch gescheitert. Die Probleme aus der ersten Phase hatten sich nicht geändert, sie waren nach einer kurzen Zeit der Euphorie wieder voll da. Die Beziehung ging ein 2. Mal in die Brüche, daher bin ich jetzt auch hier in diesem Forum.

Eine Hilfe oder Trost oder Zuspruch ist meine Antwort nicht. Ich wollte auch nur sagen, daß ich Dich verstehe. Genau wie Du hatte ich mich darauf versteift, daß schon alles geregelt werden kann, wenn wir nur zusammen sind. Hat nicht geklappt. Ich gehe jetzt nach dem zweiten Versuch an die Trennungsarbeit anders heran. Beim ersten Mal wollte ich meinen Ex um jeden Preis zurück. Heute bin ich zwar auch sehr, sehr traurig, aber mir ist doch bewußt, daß wir bei einem 3. Versuch immer noch dieselben Probleme hätten.

Ich wünsche Dir viel Glück und Kraft für die nächste Zeit

Shannon

31.10.2002 16:43 • #2



Ob das alte wirklich das alte ist?

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Ehemaliger User


lieber september,

das von dir beschriebene "phänomen" kenne ich nur zu gut; auch bei mir drehte sich die ersten monate alles ums "wieder zusammen kommen" ... auch wenn das intellekt schmallippig und spielverderbend forderte: "erst muss die ablösung kommen ...." von wegen ... davor hatten wir ja auch alle angst, das vertraute abzulösen .... ich habe mich lange im kreis gedreht ... jede phase hat halt ihre berechtigung.

diese woche hatte ich einen schönen termin bei meiner gesprächstherapeutin, die mir folgendes sagte: es reicht nicht, die abgeschnittenen taue wieder zu verknüpfen ... das alte muss vollends gelöst/bearbeitet/abgelöst sein, um wieder von vorne anzufangen .... neue partnerschaft mit alten partnern ist möglich, aber es ist etwas neues .... beide müssen die ablösung erfahren haben. nur, wer die "wehen" durchlebt, kann das neue leben empfangen. ohne schmerz kein neu!

tja, so habe ich halt jetzt meine wehen und abschiedsschmerz, bin oft traurig, aber spüre wahrhaftig den zarten beginn des echten loslassens, nicht des zielorientierten, zweckgesteuerten pseudoloslassens .... (um den partner wieder zu bekommen!)

lieber september, dein erneuter kummer tut mir leid, aber es ist nichts verloren; auch dein richtiges loslassen liegt ja noch vor dir und wird dich zu ungeahnten freiheiten und gewinnen führen (im geistigen und emotionalen sinne!). ich würde es auch nicht als scheitern erachten ... du bist dich am häuten, und die haut, die du abgestreift hast und die am boden liegt, passt halt nicht mehr .... aber dir ist ja schon wieder eine neue gewachsen ....

ich drücke dir fest die daumen, dass deine "wehen" nicht zu sehr schmerzen ... es gibt ja im übrigen auch noch wehenhemmer zwecks erleichterung des ganzen (verzeihe, dass ich dir als gestandenem mann die geburtsvergleiche einfach so überstülpe ... aber der vergleich hat was, finde ich!)

lieben gruß,
c-c-l

01.11.2002 13:53 • #3


Ehemaliger User


Lieber september,

welch Name, denn das ist der Monat meiner Trennung... )

In den letzten Wochen habe ich sehr viel nachgedacht. Und Deinen Beitrag habe ich immer mal wieder gelesen.

In einem Punkt bin ich mir absolut sicher geworden. Eine 2. Chance haben mein Frau und ich nicht. Zunächst will sie das eh nicht, aber selbst wenn sie es wollte, wäre ich nicht in der Lage dazu.
Zu grundlegend hat sie mein Vertrauen verletzt. Ich könnte es nie mehr frei und offen mit ihr aufbauen.

Mit einer anderen Frau fängt man auch bei Null an, das ist schon richtig, aber eben bei Null. Da gibt es nichts, wohin man zurückblicken kann, da gibt es keine schlechten Erfahrungen, auf die man achtet. Außer den Erfahrungen mit der ersten Partnerin, aber wenn man alles richtig verarbeitet hat, sollte dieser Blickwinkel nicht so ins Gewicht fallen.
Bei Null anzufangen ist aus meiner Sicht besser, als mit einem unbekannten Kredit.

Nein, ich würde keine 2. Chance mehr wollen, auch wenn ich in den ersten Tagen alles genau dafür gegeben hätte.

Liebe Grüße

Nordlicht

09.11.2002 15:30 • #4


Ehemaliger User


lieber september,

ja es ist bitter zu erleben, aber du hast recht eine zweite chance gibt es wahrscheinlich wirklich nicht. auch ich habe meine zweite "chance" gehabt, hat leider auch nicht geklappt und obwohl ich auch meine zweifel hatte habe ich mich nocheinmal darauf eingelassen. leider bin ich dann in ein noch tieferes loch gefallen als vor fast zwei jahren. die zweite trennung ist nun schon über ein halbes jahr her. ich hatte mir damals geschworen das ich mich erst wieder auf die frau einlassen werde die auf mich drauf fällt. aber genau in dem moment als ich mein leben wieder in ordnung gebracht hatte, als ich in keinerweise mehr an eine beziehung gedacht hatte, ja ich möchte sagen auch keine beziehung gebraucht habe, ist auf mich eine frau "gefallen". wir hatten uns zufällig kennengelernt ohne das einer von uns beiden an eine beziehung gedacht hat. nun ist es wirklich das beste was mir passieren konnte. was ich eigentlich damit sagen will - es ist wichtig das man mit sich allein zurechtkommen muß. wenn man nicht mehr den suchenden ausstrahlt passiert es dann plötzlich. das ich gelernt habe mit mir zu leben und dadurch ohne es zu wissen wieder offen war für etwas neues habe ich diesem forum in nicht unwesentlichen maße zu verdanken und möchte mich bei allen hier bedanken. was möchte ich noch sagen - ich möchte versuchen euch mut zu machen - ich möchte euch kraft wünschen denn ich weiß nun, gerade wenn man nicht damit rechnet, es keine bedeutung hat genau dan passiert es. wann das ist, ist eigentlich egal. ich wünsche dir september und allen anderen das der weg nicht mehr allzu lang ist. es muß ja nicht in einer neuen beziehung enden, aber man muß mit sich lebst leben können und mit sich selbst zufrieden sein. so nun habe ich gegen meine art sehr viel geschrieben. ich werde aber immer mal wieder vorbeischauen und schauen wie es euch geht ich hoffe ich lese nach und nach immer bessere geschichten von euch.

niklas

09.11.2002 21:44 • #5


Ehemaliger User


Aber gibt es auch beispiele wo es einfach beim 2. Mal doch wieder klappt!? Ich kenne da auch 2 bei dennen es sehr wohl geklappt hat! Aber es kommt wohl auf die Zeit der Beziehung an und den Trennungsgrund!

10.11.2002 09:54 • #6


Ehemaliger User


ein anderes beispiel

mein mann ging vor ca. 12 Jahren fremd, wir hatte gerade gebaut, zwei kids 2 und 5. Jahre. für mich brach eine welt zusammen. ich habe ihn nicht aufgegeben, sondern wir beide wollten einen Neubeginn. mit hilfe einer therspeutin schafften wir neue, wunderschöne wege zu erschliessen. die ersten 2 Jahre machte ich häufig vorwürfe, wegen der sache. " geh doch wieder zu deiner tussi" u. ä.
wenn er später als gewöhnlich heimkam, zeigte ich deutlich mein misstrauen. wir haben dann irgendwann ein langes gespräch geführt, und ich kam zu der erkenntnis wenn wir zusammenbleiben wollen muss ich vertrauen, sonst hat es sowieso keinen sinn. Stell dir vor ich schaffte es sogar, viele jahre.
jetzt kurz vor unserer trennung, gestand er mir, dass seine angst vor erneutem immer angehalten hat. er hat sich nicht "frei bewegt", um mich zu nicht zu verletzen, und das nach 12 jahren. sein schlechtes gewissen führte zu einer angst, mir könnte das gleiche passieren. seine eifersucht frass mich auf.
es ist nur ein punkt warum er nicht mehr mit mir leben will, aber er gehört wohl dazu.
was ich eigentlich sagen will, das misstrauen bleibt, wenn man es nicht ausspricht oder aufarbeitet, hart aufarbeitet und man soll sich selbst gegenüber fair und ehrlich bleiben. ich konnte es, er nicht. ich möchte die jahre danach nicht missen, ich denke es war richtig, aber schwer. wenn das nur einer schafft...hats eh keinen sinn.
ich denke, man muss abschliessen das alte und dann wirklich N E U beginnen, aber beide müssen es wollen und tun, doch wer schafft das schon?

eure logo

10.11.2002 11:53 • #7




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