Partnerin mit Depression plötzliche Trennung

Willy123

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Hallo,
meine Freundin und ich waren gut zwei Jahre zusammen. In der Zeit selbst gefiel mir die Beziehung sehr gut. Ich redete mir zumindest ein glücklich zu sein. Wir führten eine Fernbeziehung. Kurz bevor ich für eine gewisse Zeit bei ihr einziehen sollte, kam ich nach Hause und sie saß in meiner Wohnung. Wir hatten uns längere Zeit nicht gesehen, aber täglich Kontakt gehabt. Ich hatte gut zwei Wochen vorher gemerkt, dass sie anders war. War aber zu der Zeit in einem wahnsinnigen Prüfungsstress, bei dem Sie mir auch nicht Beistand. Sie weinte und erklärte mir, dass sie unglücklich sei und nichts fühle. Sie könne nicht sagen, dass sie mich nicht liebe, aber sie könne eben auch nicht sagen, dass sie mich liebt. Sie ertrage keine Nähe, wolle keinen S.. Sie sagte, ich verdiene eine bessere. Eine die mich genauso liebt, wie ich sie lieben würde. Es war fast so als ob sie mit sich selbst für mich Schluss macht. Als ich widersprach kamen schnell Anschuldigungen, dass ich zu lieb gewesen sei und emotional nicht belastbar bin. Ich erwiderte, dass sie gerade nicht sie selbst ist, blieb ruhig und sie verschwand dann auch relativ schnell.

Dann hatte ich Kontakt mit ihrer Familie und mit Freunden von ihr. Alle erzählten mir, sie erkennen sie gerade nicht wieder. Sie hat Schlafstörungen, aß weniger usw. Eine Depression scheint wohl vorzuliegen und sie geht wohl auch zu einer Therapie.
Darauf schrieb ich ihr, dass ich für sie da sei und ich uns noch nicht aufgeben habe, sie schrieb sie brauche Zeit, worin ich sie dann auch bestätigte.
In der Folge habe ich mich komplett auf die Depression eingeschossen. Alles mögliche gegoogelt, mich schon fast in einen Wahn reingesteigert. Das war die Erklärung für alles.
Jetzt merke ich aber immer mehr, dass das eine Ausrede ist. Sie traf die Entscheidung selbst, sie war schon immer ein schwieriger Mensch, der mehr nahm als geben konnte. Und sie läuft im Moment weg von sich selbst und lässt Gefühle nicht zu. Sie lebt ein Stückweit in einer Scheinwelt und Verdrängung ist wohl ihre größte Stärke. Ich wollte die Beziehung so sehr, dass ich meine Augen zu oft verschloß.
Die Erkenntnis, dass selbst falls sie zurückkommen sollte, sie wahrscheinlich nicht die richtige ist, tut aber fast genauso weh. Depression hin oder her, wahrscheinlich hat es einfach nicht gepasst, obwohl alles perfekt schien. Die Trauer zu akzeptieren und zu kanalisieren fällt dabei natürlich schwer. Und der Kampf gegen die eigene Hoffnung, die einen einredet, dass alles so werden könne wie früher. Doch will ich das überhaupt? Sie bedeutet mir noch immer was, aber mir ist klar geworden, dass ich sie nicht retten kann. Und das ist wohl am allerschwersten zu akzeptieren.

06.09.2018 11:07 • #1


poesine

poesine


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Hallo und herzlich willkommen bei uns

Es tut weh, auch ich lebe eine Partnerschaft mit einem rezidivierend Depressiven.
Jemanden zu retten sollte man gar nicht erst versuchen.
So eine Erkrankung ist auch für den Partner sehr belastend, vor allem wenn solche Gefühlsausbrüche vorkommen.
Hab nur einen bei meinem Partner erlebt und den auch nur, weil ich ihn bedrängt habe endlich über seine Probleme zu reden.

Du schreibst, du hast dir eingeredet glücklich zu sein - wie meinst du das genau?
Wäre schön, wenn du eure Beziehung noch genauer beschreibst.
Auch warum sie in Therapie ist.

06.09.2018 14:53 • #2



Partnerin mit Depression plötzliche Trennung

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monchichi_82

monchichi_82


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Zitat von Willy123:
Jetzt merke ich aber immer mehr, dass das eine Ausrede ist. Sie traf die Entscheidung selbst, sie war schon immer ein schwieriger Mensch, der mehr nahm als geben konnte.

Das ist nicht zu beurteilen ob es eine Ausrede war. Depressionen machen auch viel mit dem Emotionserleben. Das ist zu glauben, wenn sie sagt, sie wisse nicht, was sie für dich empfindet. Das ist ein Symptom das mit einer Depression einher geht, genau so, der eingeschränkte Appetit und die Schlafstörungen.
Wenn es für dich ohnehin nicht gepasst hat frage ich mich natürlich, warum du dann einen Tag bevor sie die Beziehung beendet an ein Zusammenziehen denkst. Wenn ich mit meinem Partner zusammen leben möchte dann muss ich mir meiner Gefühle sicher sein, seiner Gefühle sicher sein und ich muss mir eine Zukunft vorstellen können.
In dem Moment zeigst du dich auch recht ambivalent.

06.09.2018 14:54 • #3


unregistriert

unregistriert


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Was konkret umschrieb sie denn mit zu nett. Was meint sie damit?

06.09.2018 15:03 • #4


Ste77


Mir ging es genauso. War 2j u 3mon mit meiner Partnerin zusammen habe alles für sie aufgegeben, Arbeit gewechselt, haben ne gemeinsame Wohnung, ehe sie innerhalb von 2std alles hingeschmissen hat und als Grund sagte sie nur sie habe sich in der Therapie verändert. Seitdem werde ich behandelt als wäre nie etwas zwischen uns gewesen. Ich stehe vor einem Scherbenhaufen da ich immer für sie da war auch für ihre Tochter die mir wie mein eigenes Kind ist. Ich liebe u vermisse sie und weiss auch kein Ausweg da die beiden das wichtigste in meinem Leben sind

12.08.2019 00:59 • #5


TickleTickle


Moin Jungs, ich habe Anfang des Jahres eine ähnliche Situation erlebt und ich kann euch nur einen Tipp geben, wenn ihr versucht eure Mädels zurück zu bekommen. Zieht euch zurück, klammert und jammert nicht bei der Ex rum und auch wenn es extrem schwer fällt, brecht am besten so weit es geht den Kontakt ab. Kümmert euch mal etwas um euch selbst, geht zum Sport oder macht worauf ihr Bock habt. Eignet euch ne gute Portion Selbstbewusstsein an. Sollte ihrerseits noch ein Hauch von Interesse bestehen solltet ihr euch das nicht durch zuviel betteln o.ä kaputt machen sondern versuchen für die verflossene wieder interessant zu wirken. Das geht natürlich nicht in 2-3 Tagen sondern kann, wie bei mir einige Monate dauern. Bei mir war es so das sie sich durch einen mehr oder weniger gerechtfertigten Grund nach 5 Monaten gemeldet hat. Was daraus wird kann ich selber noch nicht sagen, aber meine Position hat sich deutlich verbessert. Das ist natürlich kein Patentrezept, aber letztendlich bleibt einen eh nichts anderes übrig als sich wieder fit für den nächsten Abschnitt zu machen. Entweder der beginnt dann nochmal von vorne mit der einst verflossenen ( wenn man das denn überhaupt noch will ) oder man ist wieder startklar für was neues.

12.08.2019 01:24 • #6




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