Jaguar820
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ich möchte mich heute hier melden, um mich mit Personen auszutauschen die leider wahrscheinlich mehr Erfahrungen mit dem Thema haben als mein Familien- und Freundeskreis und Ich.
Ich hoffe ich hole mit dem Thema nicht zu sehr aus und falls noch Fragen sind, bitte gerne stellen.
ICH habe mich nach über 3 Jahren vor ca. 2 Wochen von meiner Partnerin getrennt. Durch meine damalige Therapie, weswegen ich aufgrund von Angststörungen & Panikattacken behandelt wurde, konnte ich relativ schnell klar denken und reflektieren. ( Würde ich behaupten
Wir hatten über 2 1/2 Jahre eine wunderbare Beziehung. Es lief wie von alleine, viel Rücksichtnahme, gemeinsame Visionen und Ziele, Planungen die weit in die Zukunft gingen, respektvoll. Also es lief genau nach unseren Vorstellungen und für mich so wie ich es mir immer ausmalte.
Sie ist dann im September in die 60 km entfernte Stadt gezogen, da sie das Studieren angefangen hat. Hier kam zur Sprache, dass wir zusammen ziehen könnten. Ich wollte aber nicht in diese Stadt ziehen, da ich sonst, aufgrund meiner Arbeitsstelle, täglich 120 km herunterspulen müsste. Ich hatte vorgeschlagen uns irgendwo dazwischen uns etwas zu suchen. Dies war für sie kein Thema. (Zuvor haben wir nicht zusammen gewohnt.) Ende vom Lied war. Ich bin in meinem gewohnten Umfeld geblieben, sie ist in die Stadt gezogen und hat ein komplett neuen Lebensabschnitt, den ich im Endeffekt nur sporadisch mitgehen konnte. Natürlich entwickelt man sich dort weiter, verändert sich, alles neu, alles aufregend und das ist für mich Punkt 1 von der Reflektion, dass wir uns nicht mehr gemeinsam entwickelt haben sondern jeder für sich selbst.
Die Anfangszeit hatten wir gut überstanden. Aber bei meinem Job mit 12-Stunden-Schicht und bei ihr mit dem Stress im Studium inklusive Arbeit nebenher wird es auf Dauer natürlich anstrengend und schwer sich so zu organisieren, dass es für beide Parteien zufriedenstellend ist. Heißt: Wir haben uns natürlich weniger gesehen als zuvor, keine Frage. Beide Seiten haben Fehler gemacht und die Prioritäten in der Freizeitgestaltung weniger auf die Beziehung gelegt. Ab Dezember merkten wir beide, dass es immer weniger wurde. Auch aufgrund ihrer Prüfungsphase. Im Endeffekt haben wir im Dezember uns wenig gesehen, im Januar und Februar noch weniger. Wir hatten Ende Februar noch einen gemeinsamen Stadturlaub mit einer Theateraufführung gebucht. Eigentlich war es ein Geburtstagsgeschenk meinerseits. Schon vor dem Urlaub habe ich sie auf ein Gespräch vorbereitet, in einer Art die im Nachhinein betrachtet nicht so fördernd (Vorwürfe), da wurde ich leider emotional verleitet. Jedenfalls bei dem Gespräch habe ich eingeräumt, dass ich zu forsch war und es nicht zu 100% objektiv gesehen hatte. Danach haben wir uns ausgetauscht, was jetzt unsere Bedürfnisse sind, unsere Wünsche und wo das gemeinsame Ziel liegen soll. Beide Seiten äußerten, dass wir für die Beziehung weiter investieren wollen, weil wir beide der Ansicht waren, dass es klappen kann, weil es hat ja geklappt.
Jetzt muss ich noch etwas einschmeißen. Seit Dezember wurde allgemein die Kommunikation zwischen uns weniger, langweilig und irgendwie oberflächlich.
Somit wollten wir unseren gemeinsamen Urlaub für uns nutzen. Leider musste ich feststellen, dass von ihrer Seite aus keine Eigeninitiative mehr da war. Die Bedürfnisse und Wünsche die sie äußerte, forderte sie selbst nicht mehr ein oder ließ sich nur meinetwegen darauf ein. Heißt: Ich war darauf bedacht ihr das zu geben, was sie haben wollte, um eben ihre Bedürfnisse und Wünsche zu erfüllen. Jede Handlung aber ging von mir aus. Kuscheln, mal ein Kuss, Händchen halten, etc. Wo sie früher aber von sich aus nie genug haben konnte. Sie war richtig anhänglich. Und das hat sich schon ab dem Jahr 2024 abgezeichnet, dass sie weniger investiert. Und hier muss ich rückblickend sagen, dass ich sehr unsicher wurde. Unsicherheiten, weiß man, merkt man an einer Person. Ich würde somit sagen, dass ich aufgrund der Unsicherheit zu viel investiert habe und es dadurch nicht zufriedenstellend erfüllen konnte.
Zwei Tage nach dem Urlaub gingen wir mit zwei Freunden bowlen. Da war mein bester Freund dabei. Noch am selben Abend schreibt er mir und fragt mich, was zwischen ihr und mir los ist, weil sie distanziert wirkte und er sie so nicht kenne. Hab ihm das Thema kurz angeschnitten und dann war für mich klar, dass ich für mich nur zwei Optionen hatte. Entweder ich mache mich emotional kaputt und investiere mit der Hoffnung, dass sie mitzieht und es sich wieder reguliert oder ich gehe den direkten Weg und suche nochmal das Gespräch.
Jedenfalls habe ich ein paar Tage später ihr einen Überraschungsbesuch abgestattet, um mit ihr nochmal ein klärendes Gespräch zu führen. Mein Vorwand war aber die Notenvergabe für das Semester, die sie an diesem Tag bekommen hatte und mich das natürlich auch interessiert hatte. Also habe ich nach meiner 12-Stunden-Schicht noch ihren Lieblingswein und für uns was zum Knabbern geholt. So stand ich an der Tür, hab geklingelt, sie macht auf und ich frage: "Feiern oder Trösten?". Sie hat sich mega gefreut und mir das nach langer Zeit mal wieder gezeigt. Und auf einmal kam Eigeninitiative. Kuss hier, sofort die Noten zeigen, Freunde, Umarmen, Kuscheln wollen. Da war ich ein wenig perplex. Aber ich habe ihr dann mitgeteilt, dass ich auch wegen einem Gespräch hier bin. Habe dann in der ICH-Form gesprochen, wie ich gerade fühle, was ich beobachtet habe. Sie meinte, dass sie aufgrund der letzten 3 Monate, als wir uns wirklich nur sehr wenig sahen, nicht weiß, ob sie noch Gefühle hätte. Sie würde es weiterführen und schauen, ob die Gefühle wieder zurückkommen. Sie meinte auch, dass sie bemerkt hatte, dass ich mir richtig Mühe gegeben habe, um es wieder in Ordnung zu bringen aber es bei ihr noch nichts ausgelöst hätte. Sie fühle sich unsicher und deswegen weiß sie nicht, wie sie etwas investieren solle.
Aufgrund dieser Aussagen und Grundlage habe ich zu ihr gesagt, dass ich mit dieser Unsicherheit und Ungewissheit keine 100 % für die Beziehung geben kann, weil es mich sonst kaputt machen würde. Des Weiteren meinte ich, dass beide investieren müssten, vor allem aufgrund der Entfernung und wiederholt sagte sie, dass sie aufgrund ihrer Unsicherheit der Gefühle sich schwer tut zu investieren.
Ich habe dann gemeint, dass es für mich keine Basis ist die Beziehung so weiterzuführen und wir beide vielleicht eine Auszeit benötigen. Somit sagte ich dann, während wir gekuschelt hatten, dass ich jetzt gehe. Sie fragte mich wirklich vier- bis fünfmal, ob ich mir sicher bin, dass ich jetzt gehen will und jedes Mal habe ich mit einem kurzen "Ja." geantwortet.
Natürlich hatte ich mich auf die Situation vorbereitet. Ich hatte einen Abschiedsbrief geschrieben in dem ich schrieb, dass ich den Weg gerne weiter gegangen wäre aber weiß, dass wir Zeit brauchen. Dass ich dankbar bin und habe die Zeit nochmal Revue passieren lassen sowie emotionale Abschiedsworte. Zudem waren noch ein paar Erinnerungsfotos dabei.
Diesen habe ich ihr an der Tür übergeben, wo ich gesehen hatte, dass sie kurz vorm Weinen war.
Auf der Heimfahrt kam noch eine Nachricht, wo sie sich für den Brief bedankt, dass sie mir zu 100% zustimmt, dass sie sehr berührt war und diesen aufhebt und wahrscheinlich immer und immer mal wieder liest. Ich habe ihr eine Sprachnachricht gesendet, dass ich den Brief nie übergeben wollte, dass sich die Wege vielleicht eines Tages nochmal kreuzen und hab mich verabschiedet. Dann kam noch einmal eine Sprachnachricht von ihr, wo sie meinte, dass sie hofft, dass wir uns noch in die Augen sehen können UND da sie auch ein wenig gläubig ist: "Wenn Gott es will, dann kann es sein, dass sich die Wege noch einmal kreuzen."
Seitdem ist Kontaktsperre. Sie hat unseren gemeinsamen Kalender verlassen. Aber erst Tage später gemeinsame Bilder von uns gelöscht. Das einzige was ich sehe ist, wenn sie auf Social Media Kanälen etwas postet.
Jetzt habe ich relativ schnell versucht die Beziehung zu reflektieren. Und mir sind ein paar Dinge aufgefallen an der meiner Meinung die Beziehung scheiterte. Zum einem, weil ich im gewohnten Umfeld blieb und mich gehen lassen habe. Die Distanz, das neue Umfeld und die neue Umgebung, das neue Erlebnis ihrerseits. Sie empfand es so, dass sie zu wenig Zuneigung bekam (was ich letztendlich vor ein paar Tagen durch Dritte mitbekommen hatte) und für mich war die wenige Zuneigung ihrerseits auch ein Punkt. Heißt: Wir haben beide etwas liegen lassen. Meine Unsicherheit, meine Initiative (Hinterherrennen?). Verschiedene Wege der Veränderung. Abhandenkommen der gemeinsamen Ziele für die Zukunft.
Und jetzt komme ich zu dem Punkt, wieso ich mich an euch wende. Ich bereue seit ein paar Tagen meine Entscheidung und habe mich gefragt, was ich vermisse. Ob es die Emotionen und Erlebnisse sind oder ob es wirklich die Person selbst ist? Bin ich abhängig oder sind es andere Attribute?
Und hier bin ich zu einer eindeutigen Entscheidung gekommen, dass es wirklich die Person ist, die mir unglaublichen Mehrwert gab und gibt, die ich verloren habe und nicht die Erinnerungen, Gefühle oder Emotionen. Deswegen bin ich zu dem Entschluss gekommen, zu versuchen, meine Entscheidung zu revidieren.
Leider bin ich zwiegespalten, wie ich das anstellen soll. Sollte man noch Zeit vergehen lassen, um die Distanz noch zu wahren oder sollte man jetzt schon einen Versuch wagen wieder in Kontakt zu treten? Denn die Situation ist ja ein wenig anders als, wenn man selbst verlassen wurde. Macht es Sinn sich zu melden, wenn man emotional noch nicht so gefestigt ist? Vielleicht gibt es hier auch Frauenmeinungen dazu, wie sie das sehen.
Und wie melde ich mich? Schreibe ich in etwa: "Hey, wie gehts dir? Ich habe gerade an dich gedacht und wollte fragen, wie es dir in den letzten zwei Wochen ging?"?
Vielleicht ist auch ein Grund zu schreiben, da ich noch meine Sommerreifen und Kleidung in ihrem Elternhaus habe oder sie meine Wohnungsschlüssel?
Habt ihr Erfahrungswerte oder gar andere Tipps für mich?
Denn von diesen Ex-Zurück-Strategien, etc. oder was im Netz ausgeschrieben wird, halte ich relativ wenig.
**** NACHTRAG ****
Da ich in der Beziehung immer zu meiner Meinung und Entscheidung stand, wird von ihrer Seite, denke ich, auch zusätzlich wegen ihres Stolz, keine Nachricht kommen.
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Ich bedanke mich recht herzlich für eure Geduld beim Lesen und eure zahlreichen sowie hilfreichen Antworten.'
Mit besten Grüßen
Jagaur