Zitat von Marvel:ja, sie war mies zu mir...aber ich kann mir das nicht als grundlage nehmen, darüber hinweg zu kommen...warum? vll ist es zu früh dafür, denn ich habe mehr die schönen, als schlechten dinge im kopf!
Hallo Marvel, mach Dir keinen Kopf, das ist glaube ich erst einmal ziemlich normal. Du hast Dich ja längere Zeit von einem schönen Beisammensein zum nächsten gehangelt, da ist die Fokussierung natürlich ganz klar. Und außerdem ist es ja häufig so, dass negative Gedanken, Gefühle und Zustände während einer Affäre eine weniger bedeutsame bis gar keine Daseinsberechtigung haben, d.h. erfolgreich verdrängt werden, sonst könnte man die ja auch gar nicht so lange führen. Wie soll dein Kopf jetzt so schnell auf das, was außerhalb der Blase wirklich war umschalten? Nein, Du bist auf das positive trainiert und vorspulen auf die Realität geht leider nicht. Das dauert. Leider. Es wird aber besser. Versprochen.
Wichtig ist sich darüber bewusst zu werden, wie Du Dich in den Zeiten gefühlt hast, wo ihr nicht zusammen gewesen seid. Und durchaus auch zu verstehen, dass das Märchen von den zwei Königskindern, die leider leider auf Grund der bitterbösen Welt da draußen nicht zusammen sein können, auch nichts weiter ist als ein MÄRCHEN.
Das Thema Abschlussgespräch ist schon ein eher schwieriges, finde ich. Für mich würde so ein Gespräch nur Sinn machen, wenn man sich da wenigstens ein bisschen ehrlich und schon einigermaßen gefangen bis reflektiert begegnen könnte. Das braucht aber sehr viel Zeit und die Fähigkeit auf beiden Seiten, diese emotional aufreibende und unangenehme Situation auszuhalten und durchzustehen.
Ich habs damals nicht gebraucht und heute wäre es glaube ich eher lächerlich. Es gibt nichts, was mein EX AM sagen oder tun könnte, was diese massive Verletzung im Nachhinein in irgendeiner Weise erträglicher macht. Die Chance, dass wir uns respektvoll und ohne uns das übel zu nehmen wieder trennen, die gab es mehrmals. Aber seine Feigheit, sein Egoismus, sein Lügengebäude und meine Hoffnung und (hormonelle) Abhängigkeit war größer und da war ganz viel rosa drumherum. Und so bleibt unsere (Affären-)Liebe leider nicht als etwas Schönes in Erinnerung, was ehrlicher- und unglücklicherweise keine Zukunft hatte, sondern als etwas, dass ich als enorm schmerzvoll und respektlos empfunden habe. Kein Gespräch der Welt hätte da was gut machen können. Es gab ja sogar einen Brief von ihm. 12! handgeschriebene Seiten. Nur leider -oder vielleicht auch zum Glück- völlig inhaltsleer. Für mich im Nachhinein so etwas wie ein Augenöffner. Es gab auf 12 Seiten nur einen sinnvollen Satz, den er schrieb, und das war der: Er wäre nicht stolz darauf, was er getan habe. Na immerhin. Das Gute an dem Brief damals war, dass er sich damit selbst entthront hat. Ich denke am meisten hat mir die Einsicht weh getan, dass er mich, obwohl er das behauptet hat und für ihn auch sicher wahr war, nicht so geliebt haben kann, wie ich ihn. Anders ist es nicht zu erklären, dass er mir so weh tun konnte. Es so viel besser, dass wir nicht zusammen gekommen sind. Und auch wenn eine gewisse Abgebrühtheit notwendig ist, um überhaupt ein Doppelleben in der Form führen zu können, ist es bei Lichte betrachtet ja wohl eine der weniger wünschenswerten Eigenschaften hinsichtlich einer vertrauensvollen und erfüllenden Beziehung. Aber wie gesagt, dafür müssen die Lampen erstmal brennen und das ganz rosa Zeug muss weg.
