Zitat von Urmel_:
In diesem Falle siehst Du es "zu kurz", denn was ich mit den Worten "extrem verkürzt" ausklammere, weil es den Rahmen sprengen würde, ist der Umstand, dass das weibliche Ego mit den sozialen Medien in den Turbo-Modus schaltet.
Anders: Die sozialen Medien dienen zur Analyse der Symptome, sind aber nicht die Ursache. Aber weil ich es eben vereinfacht kurz anschneiden wollte von mir der Hinweis, dass man Mädles, die jeden Tag Selfies auf Instagram & Co. posten am besten meidet, denn diese Handlungen sind Symptome für andere Werteverschiebungen, die einem bei einer längeren Beziehung auf die Füße fallen.
Dass es den Narzissmus-Anklang hinter Selfies und Instagram etc. gibt, steht außer Frage. Der gilt mittlerweile allerdings auch für extrem viele Jungs. Aber die Debatte um "Wer viel WhatsApp oder Facebook" benutzt, sollte ausgeklammert werden, ist zu bewahrpädagogisch gedacht. Das tun viele heutzutage. Nur nicht jeder muss sich jeden Tag auf's Neue in Szene setzen. Ich kenne etliche Frauen und Männer, die das heute tun, trotzdem sind die nicht alle automatisch untauglicher für Beziehungen als solche, die es nicht tun.
Zitat:Um nur einen Aspekt zu nennen (und es ist dabei völlig unerheblich, ob man die sozialen Medien aus dem normalen Leben streichen kann, denn es geht nur um die Abläufe): Die Valedierung, der kurze Fix auf Tagesbasis, setzt Männer in eine Form der Konkurrenz, die man auf gesunder Ebene als Mann nicht halten kann. Auf den ersten Blick scheint da Facebook ganz anders als Tinder zu sein, weil man beiden von der gesellschaft einen unterschiedlichen Wert aufdrückt. In der Praxis allerdings, bleibt der EInfluss auf die Auswahl der Frauen aber von den oberflächlichen Werten unbeeindruckt. Eine Pistole ist gefährlich, egal ob Gunmetalgrey oder Pink.
Ein sozialer Anklang ist etwas das alle bindet. Das sind nicht nur Frauen. Das greift zu kurz!
Zitat:Und wer jetzt ankommt von wegen "Ja, man muss den gesunden Umgang mit diesen Medien üben", der ist schon wieder im Utopia-Land, denn auf der anderen Seite haben wir durch die Bank junge Männer, die diese Werte als gesetzt sehen und zu unkritisch sind zu erkennen, dass die Farbe der Waffe keinen Einfluss hat.
Am Ende des Tages führt alles dazu, dass man sich derzeit von einem Gedanken der "Ehe auf Lebenszeit" verabschieden kann. Auch eine exklusive LTR gibt es so nicht mehr, nur noch die pLTR (primäre LTR). Denn die tollen Hengste, das grünere Gras, ist nur einen Klick entfernt. Das ist die Realität die uns umgibt.
Die Möglichkeit besteht, aber als Diplom Medienpädagoge mal etwas dazu:
Der Umgang mit Medien ist im Moment nicht so steuerbar. Das ist schon korrekt. Es ist aber nur eine Momentaufnahme. Gerade bei dauerhaften Facebook-Nutzern, zeigt sich nach einer gewissen Zeit eine komplette Ernüchterung und eine "Egal"-Einstellung. Das ist auch ganz normal, da die Neuheit nicht mehr so weit ist wie vorher. Dass Frauen sich darüber auch definieren können und schneller mit Männern in Kontakt treten können, wenn sie es denn wollen, verhehlt ja niemand. Die Aussage, es sei gesünder Frauen zu suchen, die sich nicht auf Facebook rumtreiben, ist aber kurz gedacht und mindestens ebenso utopisch. Nicht nur, weil die dann andere Medien aufsuchen, sondern auch, weil nicht jede/r Facebook zur absoluten Selbstdarstellung nutzt. Das wird gefördert, ja, aber sich davon freizumachen, ist bewahrpädagogisch und lächerlich. Im Übrigen dieselbe Farce wie solche, die Anfang 2000 die Abschaffung von Handys gewollt haben. Und sorry, aber dafür zu plädieren man suche sich dann besser die Frauen, die kaum ihr Handy nutzen, wirkt dann schon sehr nach wenig Weltoffenheit und Freiheit für die Frau.
Deshalb: Das greift zu kurz. Die Welt wird nie wieder analog. Deshalb muss man zwangsläufig damit umgehen lernen. Wer das verhehlt, lebt im gestern und wird darin ganz schnell versumpfen. Und die These, dass damit die "Ehe auf Lebenszeit" verloren geht, ist eben nichts anderes als das: Eine These. Zumal man sich auch fragen muss, ob das überhaupt bestehen muss.