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Traurige Trennung

CaveCanem

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Ääääääääh....NEIN. Das lässt Du hoffentlich bleiben @ ihm das Haus überschreiben.

Schon aus Prinzip würd ich das sein lassen. Zumindest erstmal.

Wer so geht, der nimmt keine Rücksicht auf den Partner. Dem ist komplett gleichgültig, wie es diesem geht. Und welchen Schaden er anrichtet.

Bekommt er das Haus hast Du nichts mehr. Keine Perspektive, kein Zuhause, keinen Schutz, keinen Halt.

23.03.2020 14:32 • x 1 #16


nova


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Zitat von Luftikuss:
Bei mir kommt langsam an, dass ich das Leben, das ich nun aktuell führe, nun mein Leben sein wird. Das ich nun eine Verlassene bin und alleinstehend. Das mein Leben eine ganz andere Richtung genommen hat als ich vor 2 Jahren gedacht hätte. Ich habe mich nie als alleinstehende, Kinderlose Frau gesehen, aber genau das erwartet mich jetzt.



Hi Luftikuss,
ein paar Worte zu dem Thema, dass du jetzt an einem Punkt bist, den du dir vor nicht allzu langer Zeit nicht vorstellen konntest.

Ich habe mich beim Aufwachen an Neujahr auch noch wie der König der Welt gefühlt: neben meiner Traumfrau, mit einem Job den ich liebe und sonst auch finanziell relativ gut aufgestellt.

Jetzt 2-3 Monate später sitze ich hier, als verlassener Single, isoliert in meiner Wohnung, die momentane Wirtschaftslage hat mein investiertes Geld (erst mal) in Staub aufgelöst und ich bin in der Arbeit in einem neuen Projekt gelandet das (drücken wir es mal sachte aus) zu wünschen übrig lässt.

Mit ein bisschen Abstand kann ich schon wieder drüber lachen, was sich das Leben/Universum/Gott/Höhere Macht you name it, sich da wieder für Herausforderungen für mich ausgedacht hat.

Ich denke das ist auch ein Fluch unserer heutigen Zeit. Wir sind uns den verschiedensten Dingen zu sicher. Das merkt man auch in den aktuellen Zeiten wieder. Die Traumfrau, die Beziehung, Geld, Liebe, Bewegungsfreiheit, Tanzen gehen, mit Freunden treffen, den Liebsten nah zu sein. Vielleicht brauchen wir manchmal auch eine Zeit, die uns wieder auf den Boden zurückholt. Uns mal Zeit zum durchatmen gibt. Uns fühlen lässt, dass man sich eben nichts und niemandem sicher sein darf. Demütig zu werden.

Was ich sagen will, du bist nicht allein. Das ist das Leben. Wir fallen auf die Schnauze und müssen irgendwann wieder aufstehen. Stärker und weiser. Du wirst eine Zeit lang brauchen, aber mit dem nötigen Abstand wirst auch du merken, dass du nicht diese arme, alte, alleinstehende Frau bist, zu der du dich in deinen Gedanken selber machst. Du bist noch jung, Ende 30 ist doch kein Alter heutzutage. Gib dir Zeit, heile deine Wunden. Und dann bist du irgendwann bereit die Welt deines wirklichen Traummanns zu rocken. Er wartet nämlich schon auf dich

23.03.2020 14:47 • x 5 #17



Hallo Luftikuss,

Traurige Trennung

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Luftikuss


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Hallo Cave,
Noch bin ich mir nicht sicher, ob ich ihm das Haus überschreiben. Auf der einen Seite denke ich, ist mir ohnehin zuviel Arbeit das weiter zu sanieren. Auf der anderen Seite verbinde ich soviele Träume damit. Wir haben in dem Haus aber nie gemeinsam gewohnt.
Ich wohne in unserem alten Zuhause, er hat mir alles da gelassen.
Er hatte nur seine Klamotten und ein paar Kleinigkeiten mitgenommen. Sonst nichts.
Selbst seine geliebte Kaffeemaschine hat er hier gelassen : )
Aber das muss ich ja auch nicht jetzt sofort entscheiden.

Lieber Nova,
Das deine Frau dich auch so plötzlich verlassen hat, tut mir sehr leid für dich.
Ist schon echt mies, wenn man so unvorbereitet aus seinem Leben katapultiert wird.
Ich habe irgendwie gerade große Angst davor nun ewig alleine bleiben zu müssen und niemanden mehr zu finden.
Ich bin eine Frau und die biologische Uhr tickt nicht sie hämmert schon. Ich habe viel Zeit verloren und immer gedacht na ja das wird schon. Nur Geduld und als ich dann endlich Schwanger war, war ich überglücklich, 6 Monate lang, dann kam die schlechte Diagnose.
Und nun sehe ich meinen Kinderwunsch und meine Familieplanung davonschwimmen. Das tut sehr weh.
Ich glaube als Mann wäre ich da etwas entspannter.
LG

23.03.2020 15:14 • #18


CaveCanem

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Naja, man fragt sich, ob Du so glücklich geworden wärest mit einem Partner, der sich derart benimmt. Der Dich so im Stich lässt und der sich auf derartige Weise aus dem Staub macht.

Kinder fordern ihre Eltern oft sehr und Du hättest jemanden gebraucht, der zu Dir steht und der Dir in solchen Zeiten den Rücken freihält.

Am Ende ist das ein Segen und eine Chance, dass er jetzt gegangen ist.

23.03.2020 15:32 • x 1 #19


Hausgebrauch

Hausgebrauch


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Hallo Luftikuss,

du schreibst, dass du den Kinderwunsch ganz überwiegend hattest und ihn ja auch immer noch hast. Deine biologische Uhr tickt.
Nun wurde dein Kinderwunsch erfüllt, wieviel Überzeugung brachte dein Mann mit in diesen Wunsch? ich fragte ja vorhin schon einmal, ob es sich um ein beiderseitiges Wunschkind handelte. Danach gabst du Auskunft über deine Motivation, nicht seine. Auch im letzten Text von dir schreibst du wieder: "Und nun sehe ich meinen Kinderwunsch und meine Familieplanung davonschwimmen."

Wenn ich mir vorstelle, dass nun ein so trauriges Erlebnis wie der plötzliche Tod des Kindes wohl auf deinen Mann gewirkt haben könnte, so wäre für mich auch vorstellbar, dass mit dem Tod des Kindes viel mehr in ihm abgestorben ist. Ggf. war das alles gar nicht so sehr seine Familienplanung und sein Kind. Hat er möglicherweise ganz authentisch erkannt, dass du die falsche Frau für ihn bist?

23.03.2020 17:02 • #20


Luftikuss


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Ja Hausgebrauch, da könntest du recht haben. Das würde auch seine radikale Reaktion erklären, dass er von mir und unserem Leben nun gar nichts mehr wissen möchte.
Wahrscheinlich hat er für sich erkannt, dass er all das nicht mehr möchte. Das eine Familie mit mir nie so 100 Prozent sein Wunsch war und dann das Ganze auch noch katastrophal verlaufen ist.
Gut möglich, dass er denkt, dass es hierzu nichts mehr zu diskutieren gibt, da er nicht verantwortlich dafür gemacht werden möchte, dass er nun kein Kind mehr möchte und ich somit mit ihm ohne Kind leben müsste.
Er weiß, wie sehr ich mir das gewünscht hatte und möchte oder kann mir das nun nicht mehr geben.
Darüber zu reden würde für ihn nichts ändern, deshalb redet er nicht.
Feige ist es aber dennoch von ihm und ein respektvoller Handeln ist es auch nicht.
Das habe ich nach allem nicht verdient.

23.03.2020 19:32 • #21


Hausgebrauch

Hausgebrauch


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Das wäre dann eine klare Haltung von ihm, an der es nichts zu mäkeln gibt.
Eine Erklärung ist er dir dennoch schuldig, weil es ja alles nur Erklärungsversuche sind, die wir hier anstellen. Aber zwingen kann man niemanden dazu. Erwartungshaltungen werden nicht selten enttäuscht. Vielleicht kommt auch noch eine gewisse Selbsterkenntnis & Scham dazu, wenn er sich erklären würde.
Das hilft dir, der du auf der Suche nach dem nachvollziehbaren "Warum" bist, ja nicht weiter. Dir bleibt eigentlich nur, dich auf dich zu konzentrieren, mit dem Wissen, nichts oder nur wenig falsch gemacht zu haben und nach vorn zu blicken. Ich wünsche dir, dass du deine destruktiven Hoffnungen umlenken kannst auf eine neue Hoffnung, ohne ihn.

23.03.2020 19:49 • #22


CaveCanem

CaveCanem


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Naja.... vielleicht denkt er auch, dass er schon beim ersten Kind nicht 100 % überzeugt war, ein guter Vater sein zu können.

Als dann das Kind gestorben ist kann das seine Haltung verstärkt haben.

Wenn etwas so weh tut, dann kann es sein, dass "mann sich das nicht noch einmal geben will.".

23.03.2020 20:23 • #23


Luftikuss


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Nur schade, dass er mir gar keine Chance gegeben hat.
Ich würde vor vollendete Tatsachen gestellt. Ein Leben sei mit mir nicht mehr möglich.
Heute ging es mir deutlich besser als gestern.
Ich bin zwar immerwieder sehr traurig und vermisse ihn an jeder Stelle.
Oft vergesse ich sogar, dass er ja gar nicht mehr da ist und dann fällt mir wieder ein dass ich gerade nicht ihn gehört habe, sondern nur unsere Nachbarn.
Überall denke ich, das haben wir vor ein paar Wochen noch alles ganz selbstverständlich zusammen gemacht.
Wenn ich schlafe, liegt er nicht neben mir.
Ich mache nun alles alleine.
Schon verrückt auf einmal vermisst man alles. Alles was mal so selbstverständlich war.
Ich frage mich, ob es ihm nicht irgendwie auch so geht.
Aber ich weiß, er ist anders als ich und er bewegt sich ja nicht in unserem gewohnten Umfeld.
Er wird nicht überall und ständig an mich erinnert.
Er wird nicht ständig an mich denken und vermissen wird er mich auch nicht.
Er sagte mir zuletzt, dass er mich nicht vermisse, sich mit anderen Dinge beschäftige.
Ich wünschte, ich wäre auch so. Könnte meine Gefühle auch so umschalten und müsste nicht durch dieses Tal der tiefen Trauer.
Och mann. Das ist doch echt total blöd.

23.03.2020 23:04 • #24


sternenglanz

sternenglanz


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Ihr hattet einen Schicksalsschlag und wenn die Beziehung nicht tief genug ist, zerbricht sie daran. Ganz vielleicht will er mit dir nicht reden weil er Angst vor deinen Fragen / Kommentaren hat, er ist erwachsen und weiß genau, dass das nicht wertschätzend ist aber er kann wohl nicht anders. Versuche auf dich zu schauen, deine Anteile zu sehen.und wo du vielleicht auch deine Standards verletzt hast. Alles ist noch möglich, verliere dich nicht in einer Suche nach Antworten mit denen du vielleicht gar nichts anfangen kannst.

23.03.2020 23:43 • #25


Lebensfreude

Lebensfreude


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Euer Kind ist gestorben. Das tut mir sehr leid.
Männer und Frauen trauern anders.
Hast Du den Verlust überhaupt verarbeiten können?
Vielleicht wäre eine TRauergruppe etwas für Dich.
Google doch mal: verwaiste Eltern.
Viele Beziehungen gehen nach dem Tod eines Kindes auseinander.
Weil man sich nicht mehr erreicht.
Dieses tiefe Loch nach dem Verlust eines Kindes, diese Ohnmacht und Verzweiflung...
kann der andere manchmal gar nicht aushalten.

Hat einer von Euch beiden Schuldgefühle?

Ich wünsche Dir viel Kraft. Und hoffe, Du bekommst Unterstützung von Freundinnen und deiner Familie.

24.03.2020 00:42 • x 3 #26


Luftikuss


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Hallo zusammen,
Vielen Dank für eure Antworten: )
Ich habe den Verlust nicht verarbeitet, das weiß ich. Ich glaube auch nicht, dass ich das jemals können werde.
Eine Trauergruppe habe ich nicht aufgesucht, aber vor allem, weil ich nicht über das was da passiert war reden kann oder möchte. Ebenso ist es für mich unerträglich die traurigen Geschichten der anderen zu hören. Über eine Trennung oder Scheidung zu reden ist etwas ganz anderes als über den Verlust eines Kindes.
Ich kann nur soviel reden, als dass die Bilder in meinem Kopf unterdrückt werden können. Sobald aber ich in das Kopfkino eintauche ist es vorbei.
Das ist von außen schwer zu verstehen.
Über den getrennten Mann kann ich reden, über das Kind nicht.
Heute morgen fühle ich muss zunächst gut. Ich habe gut geschlafen, das ist schon mal mehr als die letzten Nächte. Langsam spüre ich wieder sowas wie Hunger. Es schmeckt nicht mehr alles wie auf Pappe kauen.
Ich habe in den letzten Wochen 6 Kilo abgenommen und ich war schon vorher nicht dick.
Jetzt muss ich sehen, dass ich nicht mehr weiter an Gewicht verliere.
Ich bin sehr stolz auf mich, habe den Kontaktabbruch nun schon seit 3 Tagen eingehalten und verspüre auch keinen großen Wunsch wieder eine Erklärung zu wollen.
Ist vermutlich gerade nur eine auf Phase, die genauso schnell wieder ab gehen kann.
Auf und Ab.
So das zunächst mal mein kleines Update.
Dann versuche ich mal etwas zu arbeiten. Habe ja eigentlich Homeoffice : )

24.03.2020 08:48 • #27


Jenß

Jenß


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Zitat von Luftikuss:
alleinstehende, Kinderlose Frau


Als alleinstehende kinderlose Frau ist man in diesem Land als Frau auf der sichereren Seite, eine noch günstigere Variante des Lebens mit einer kleinen Wohnung gibt es doch gar nicht, selbst bei Arbeitslosigkeit zahlt der Staat Deinen Unterhalt und Deine Miete!

Was glaubst Du, wie andere Frauen in der Welt froh und dankbar wären (Männer logisch auch), so leben zu können!
Das ist das Paradies auf Erden.

24.03.2020 10:23 • #28


Luftikuss


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Danke Sternenglanz

24.03.2020 10:55 • x 1 #29


Lebensfreude

Lebensfreude


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es gibt aber gute Bücher zum Thema TRauer.

24.03.2020 12:08 • #30




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