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Traurige Stimmung nach einem Jahr Trennung

Dezz

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Hallo.
Ich brauche mal von euch einen Ratschlag. Ich bin sonst kein Forumsgänger. Eigentlich habe ich mir schon professionelle Hilfe geholt, aber ich brauche bitte auch nochmal von euch was.

Meine Ex war ab der Trennung frisch 17 geworden. Diese kam für mich plötzlich und nach der Trennung hat sie angefangen Dinge zu machen, die sie sonst bei mir nicht gemacht hat. (Was aber nicht schlimm ist! Versteht den Satz nicht falsch.) Aussehen hat sich umgekrempelt und die Art hat sich verändert. Sofort blockiert wurde ich auch überall, bis heute. Was da nun ablief, weiß ich bis heute nicht. Hat da jemand Erfahrung?

Jetzt kommt das, was mich nachher zu der professionellen Hilfe gebracht hat. Ich habe während der Trennung einen BLÖDSINN geschrieben wie: "Ich bring mich um." usw. Ab da habe ich angefangen in mir mal hineinzusehen und habe mich selbst als psychisch gestört diagnostiziert, denn die Beziehung war am Ende auch noch toxisch. Heute weiß ich, dass ich meine Ex am Ende der Beziehung als Voodoo-Puppe benutzt habe und den Frust an ihr rausgelassen habe. (Am Anfang war das nicht so, es kam schleichend.) Das hat mich eben dazu bewegt, mir professionelle Hilfe zu holen, weil schon mitten in der Beziehung etwas sein musste. Man kann also leider sagen, dass meine Ex ein Rettungsanker war?

Monate vergingen und die Trennung war schon ein bisschen verarbeitet, ich ich bekomme Panik, wenn ich sie sehe oder in ihrer Stadt bin, wo sie lebt. Nicht weil ich Angst vor ihr habe, dass sie mir was antut, sondern ich kann sie nicht "glücklich" sehen? Ich will sie sozusagen nicht gut gelaunt sehen, wie es ihr besser als mirgeht, aber ich wünsche ihr dennoch die Trennung, weil es ihr eben besser geht! (Nach so einer toxischen Beziehung.) Das ghet so weit, dass wenn ich den Namen der Stadt nur lese, ich schon das Flattern bekomme.

Monate später (jetzt) geht es bei mir weiter runter um Leben. Jetzt fängt es an, dass ich irgendwie gelähmt und ohne Lust bin. Selten weine ich auch ohne einen "richtigen" Grund. Ich habe angefangen Kontake zu blockieren, mich irgendwie zu isolieren. Wenn ich auf Social Media unterwegs bin und einfach mal rumschaue und Bilder von Bekannten sehe, ist es wie ein Stich in das Herz und ich will nichts mehr mit den zu tun haben, nur wegen einem Bild. (->Blockieren) Ich bin drauf und dran Social Media von meinem Handy zu löschen, weil dadurch meine Laune runtergeht? Wie ich letzte Woche erfahren habe, mache ich sowas auch schon mit der Familie. Ich bekomme Nachrichten, wo gefragt wird wieso ich so "verkrümel", man sieht mich ja kaum. Sowas geht so weit, dass ich suizidale Gedanken habe, was nicht schön ist. Mein Wunsch ist es im Moment so weit wie möglich von meinem Wohnort wegzuziehen und alles hinter mir zu lassen. (Auch die Kontakte.) Sozusagen ein neues Leben. Ich möchte, dass ich nie existiert habe? Ich weiß nicht warum. Ein Punkt könnte sein, damit ich so weit wie möglich von meiner Ex weg bin. Sowas kann doch nicht angehen. . Hat jemand Tipps?

25.05.2021 17:07 • #1


TT1347

TT1347


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Ja. Fahr in die nächste Psychiatrie und schildere denen deine suizidalen Gedanken. Ich werde dir nicht helfen können. Ein gewisser Weltschmerz ist bei Heranwachsenden nicht selten und auch ich empfand den damals als irgendwie "cool" aber verknüpft mit solchen Aktionen, wären professionelle Hände da deutlich effektiver und hilfreicher.
Vielleicht fährst du auch mal ein Jahr nach Somalia oder in den Jemen und schaust dir da das Leid der Menschen an und fragst sie, ob sie wegen einer Frau Selbstmord begehen würden.

25.05.2021 18:33 • #2



Traurige Stimmung nach einem Jahr Trennung

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Dezz


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Zitat von TT1347:
Ja. Fahr in die nächste Psychiatrie und schildere denen deine suizidalen Gedanken. Ich werde dir nicht helfen können. Ein gewisser Weltschmerz ist ...

Vielen Dank für die Antwort! Inwiefern soll das cool sein? :0

Ganz im Ernst! Ich hasse mich selbst dafür, dass es nur wegen so einer Person ist. Vielleicht ist es wegen ihr ja nicht direkt. Vielleicht war sie nur eine Kettenreaktion. Ich meine damit sowas wie, als wäre sie die letzte Person gewesen, mit der ich mir gut verstanden habe und nach der Trennung es sich so angefühlt hat, dass alle einen nicht mögen.

25.05.2021 18:45 • #3


Dezz


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Ach so, noch was. Es hält sich im Grenzen. (Das mir den Gedanken.) Es kommt einem mal bei einer schwierigeren Situation hoch. Danach geht es auch wieder weg.

25.05.2021 18:46 • #4


TT1347

TT1347


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Zitat von Dezz:
Vielen Dank für die Antwort! Inwiefern soll das cool sein? :0 Ganz im Ernst! Ich hasse mich selbst dafür, dass es nur wegen so einer Person ist. ...

Och, ich empfand die gelegentliche Melancholie irgendwie schön. So konnte ich mich in meinem Leid aalen und musste nichts tun, um irgendwas zu verändern, da ich es ja so haben wollte. Es gab auf der Welt nur mich und diese Egozentrik hat sich immer mehr verselbstständigt. Bis mir irgendwann bewusst wurde, dass ich nicht allein auf der Welt bin und das ewige Selbstmitleid eigentlich ziemlich fürm A rs ch und die ewige Opferrolle eigentlich ziemlich lächerlich war. Ich schätze dich auf höchstens 20. Du hast dein ganzes Leben noch vor dir und du allein kannst entscheiden, ob du dir endlich Eier wachsen lässt und aus diesem Kreis ausbrichst, oder ob du den Rest deiner Zeit mit Weinen und Selbstzerstückelung zubringst. Suchs dir aus.

25.05.2021 19:02 • x 2 #5


Ampelmännchen

Ampelmännchen


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Hallo Dezz,
ich kann deine Gedanken sehr gut nachvollziehen, da ich selbst fast das selbe durchmache.Solltest du Anfang 20 sein...ich wäre dann doppelt so alt.
Ich habe eine toxische Beziehung hinter mir aus der ich mich aus Verlustangst nicht lösen konnte und die Verletzungen mir gegenüber nicht als das sehen konnte bzw. wollte was sie halt gewesen sind. Ich selbst habe ein sprunghaftes und irrationales Verhalten in der Beziehung teilweise an den Tag gelegt, welches ich selber nicht nachvollziehen kann und von mir auch nicht kenne. Im Laufe der Zeit nach der Trennung ist mir immer bewusster geworden, durch was ich mich alles habe verletzen lassen und das "Schmerzgefühl" wurde damit immer schlimmer bis es sich verselbständigt und sich zu einer Depression mit Zwangsgedanken hin entwickelt hat.
Dass du dir Hilfe gesucht hast, ist schon mal gut. Nimm deine, wenn auch nur kurzen, suizidalen Gedanken nicht auf die leichte Schulter! Aus kurzen Gedanken können Blitzaktionen entstehen. Du wärst nicht der Erste und jedem guten Freund würdest du vermutlich selbiges raten.
Beschäftige dich mit dir selbst und frage dich, was nicht mit dir stimmt! Warum dies und das passieren konnte? Was du dabei empfunden hast und welches Bedürfniss hinter diesen ausgelösten Gefühlen steht.
Ehrliche Erkenntnisse können furchtbar weh tun weil sie auch Enttäuschungen, Fehler, Erinnerungen aus der Vergangenheit hochspülen können.
Ich für mich habe erkannt, dass mich "Fehler" aus meiner Vergangenheit heute einholen können weil ich mir selber für manches nicht verziehen habe. Und weil ich das nicht getan habe, hatte ich (unbewusste) Erwartungen oder Hoffnungen die ich erfüllt haben wollte aber durch meine letzte Ex nicht zu erfüllen waren. Ist nicht ihr Fehler. Das liegt nur in mir selbst. Darum kann ich mir auch nur selber helfen. Alleine schaffe ich das aber nicht mehr. Sich Hilfe zu holen ist aber kein Zeichen von Schwäche. Eher das Gegenteil.
Ich wünsche dir viel Glück und bleib tapfer und positiv.

Gerade eben • #6




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