phoenix74
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ich sitze gerade mit verheulten Augen vor den Trümmern meiner Ehe und dachte, ich hätte gefühlstechnisch alles schon hier mir gelassen. Zur Situation: ich, 41 bin seit fast 10 Jahren mit meinem Mann verheiratet und seit 13 zusammen. Wir haben einen gemeinsamen Sohn (6) und er hat auch noch zwei ältere Töchter aus einer früheren Beziehung. Er war meine große Liebe und trotzdem war es von Anfang an sehr schwierig mit uns. Alles drehte sich immer um seine Probleme, die immer größer, bedeutender oder belauernder waren als meine eigene (Trennung von seinen Kindern, beruflich schwierige Situation, Selbständigkeit mit zu vielen Aufträgen und dadurch Stress oder zu wenig und daher finanzieller Druck etc.) Erschwerend kam hinzu, dass er immer sehr gerne auf großem Fuss gelebt hat und sich nach Anerkennung anderer sehnt, so dass es ihm nicht möglich ist, Grenzen zu ziehen. Für Freunde macht er alles, für seine Töchter ebenso und selbst im gesundheitlich angeschlagensten Zustand nimmt er jede Einladung war. Zu Hause hingegen hatte er dann für nichts mehr Kraft & Motivation. Alle Arbeiten rund um das zu große Haus blieben letztendlich an mir hängen neben Kind, Vollzeitjob und Vermietung einer Ferienwohnung. Da seit 4 Jahren auch seine Firma stetig den Bach runter geht, liegt auch die finanzielle Verantwortung bei mir. Auch wenn er körperlich anwesend ist, schaut er durch uns (mich und meinen Sohn hindurch) und scheint wenn überhaupt nur mit halben Herzen dabei zu sein. Gemeinsame Aktivitäten (wir als Paar) gab es in den vergangenen Jahren fast gar nicht mehr) Ich habe mich natürlich darüber beklagt , ihm gesagt, dass er/wir etwas an der Lebensführung ändern müssen, den Druck rausnehmen, uns verkleinern usw, aber es ging immer so weiter. Meine Gefühle sind im Verlauf der letzten Jahre stetig abgeflaut. Im Frühjahr hatte ich dann einen Nervenzusammenbruch aufgrund der latenten Überarbeitung/der gesamten Situation und bat ihn zu gehen. Er ist aber erst mal im Haus geblieben und bat mich, es nochmal zu versuchen. Ich habe gesagt, dass wir professionelle Hilfe bräuchten. Jeder für sich, weil wir beide vermutlich einen Burnout haben. Er meinte dann, dass wir es selbst schaffen könnten durch Intensivierung der Gespräche.
Es gab auch mal für 2-3 Wochen einen Hauch von Besserung. Danach brach alles (aufgrund weiterer externer Umstände wie drohende Insolvenz, Baustelle am Haus...) wieder ein bis ich letzte Woche einen zweiten Nervenzusammenbruch hatte und er darauf hin die Trennung wollte. Ich bin am Ende meiner psychischen und physischen Kräfte (Schlafstörung, Dauerkopfschmerz, ständig krank) und habe mir medizinische Hilfe geholt. Letztendlich war ich fast erleichtert, als er die Trennung wollte, weil ich weiß, dass es mir mit ihm weiter so schlecht gehen wird und es - sollte er sich nicht auch Hilfe holen- keine Besserung geben wird. Da er es sich wirtschaftlich nicht leisten kann auszuziehen und unser Haus groß genug ist, sich aus dem Weg zu gehen, habe ich zugestimmt, dass er vorerst noch hier wohnen kann, bis wir auch finanziell eine Lösung gefunden haben. Die Gespräche in dieser Woche waren ausschliesslich organisatorischer Art, da wir beide keine Kraft mehr für Beziehungsgespräche haben. Er hatte nur erwähnt, dass er sich nun auch einen Coach nehmen würde. Gestern sagte er mir nur, dass es etwas später werden würde. Nun ja, er kam um halb drei nachts nach Hause. Heute Morgen "gestand" er mir, dass er sein erstes Coaching hatte.
Mit seiner Ex, die sich wohl in den vergangenen Jahren auf Burnout-Behandlung spezialisiert hat. Auf der einen Seite finde ich es gut, dass er nun endlich sein Problem angeht aber er hat seine damalige Freundin (mit der er zwei Töchter hatte) mit ihr betrogen.
Kurz bevor wir zusammen kamen, ist er mit ihr auch noch in den Urlaub gefahren. Rein freundschaftlich, wo sie dann doch wieder im Bett gelandet sind. Ist zwar alles lange her und sie ist mittlerweile nun auch seit 10 Jahren in einer festen Beziehung aber dennoch versetzt es mir einen Stich. Es sollte mir im Grunde egal sein. Aber ich komme mit dieser Situation gar nicht zurecht. Ich sollte über den Dingen stehen aber ich bin so ausgelaugt und kaputt, dass es mir gerade den Rest gibt. Was soll ich tun?
