Willkomen im Forum @Richeza
Ein paar mehr Hintergrundinformationen wären vielleicht nicht schlecht. Wie lange wart ihr den zusammen?
Weißt Du wenn ich so etwas lese:
Zitat von Richeza:(Ich bin eine sehr sensible Person, die sich alles zu Herzen nimmt und er ist der klassische Narzisst )
dann finde ich das ein bißchen schwierig.
Verstehe mich richtig, ich möchte dadurch weder Deine Gefühle entwerten, noch Dir keinen Glauben schenken. Im Gegenteil!
Aber dies und eben auch
Zitat von Richeza:Im Grunde war ich immer die Schuldige, da er keine anderen Meinungen akzeptiert und andere ständig kritisiert Ich beendete die Beziehung, da ich diese Demütigungen langsam leid war. Darüber hinaus blockierte ich ihn auf dem Handy, Facebook und Co.
klingt halt etwas einseitig.
Schau mal, wenn Du Dich nicht auf ein Abschlußgespräch einlassen möchtest, dann mußt Du das doch nicht. Es ist absolut Deine Entscheidung, wie du das handhaben möchtest. Der Vorschlag von @hahawi mit dem Brief ist ja ebenfalls eine Möglichkeit.
Es ist halt so, sich im Streit zu trennen, hat eben auch immer etwas von Affekt. Meistens kommt eine solche Trennung, dann wenigstens für einen von beiden extrem überraschend, weil ja in den Streitereien vorher eben nichts davon passiert ist. Dann ist es für diese Person durchaus schwer, das begreifen zu können.
Wichtig ist aber, daß Du auch hörst, daß dies im Grundsatz nun nicht mehr Deine Verantwortung ist. Es ist Aufgabe des anderen damit Umgang zu finden.
Wenn aber wie oben geschildert, so etwas passiert, dann ist es für den, für den es überraschender kommt, ein Teil des Prozesses, nach Antworten zu suchen. Dann tauchen halt ganz viele Fragen auf, von denen man glaubt, der andere könnte einem darauf Antwort geben und wenn man die hören würde, dann würde irgendwie das Begreifen leichter.
Persönlich stehe ich Abschlussgesprächen zwiespältig gegenüber. Das Bedürfnis nach Abschied halte ich für fair. Ich glaube auch, daß Abschied nehmen Teil eines solchen Prozesses ist.
Die Suche nach Antworten demgegenüber finde ich nicht so wahnsinnig sinnvoll, weil es da häufig die Illusion gibt, daß so bald man diese eine "glaubhafte" Antwort gehört hat, ginge es einem besser. So läuft das aber nicht.
Da landet man dann schnell in einer Spirale, in der die Antworten eben nach dieser Erwartungshaltung beurteilt werden. Da es demjenigen nicht besser geht, war entweder die Antwort nicht die richtige oder eben man hat noch nicht die eigentliche Frage gestellt. Das ist sehr ermüdend für alle und wenig produktiv.
Also Du schuldest niemandem ein Abschlussgespräch, das ist das eine.
Wenn Du fragts, was denn zum guten Ton gehört, dann würde ich so mal als Faustregel aufstellen, je länger eine Partnerschaft gedauert hat, je mehr Leute auch an dieser beteiligt sind (Eltern kennengelernt, Kinder, ob gemeinsame oder eben die jeweiligen), desto eher wäre es natürlich angebracht, dem anderen die Möglichkeit nach persönlichem Abschied einzuräumen.
Was auf Dich davon zutrifft, mußt Du aber schon selbst entscheiden.
Viel Kraft für Dich.