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Umzug als gemeinsame Entscheidung, trotzdem schwierig

Waldfee47
Der Gedanke an Euer, bald ankommendes Kind, geht mir gerade die ganze Zeit im Kopf rum.
Ich würde mich erst mal auf die Schwangerschaft, Geburt und die erste Zeit als Eltern konzentrieren. Zumindest mir ging es so, dass ich mir das Leben vor dem ersten Kind mit einem Baby/Kind gar nicht richtig vorstellen konnte. Wie denn auch?

Ich würde mich also jetzt auf die Geburt Eures Babys konzentrieren und mich dann wieder der Wohnortfrage widmen. Das Baby macht alles neu. Ihr werdet Euch auch als Paar neu erleben und wieder neu finden...und aus dieser kommenden Situation würde ich dann über den Wohnort nachdenken.
Schritt für Schritt. Nicht alles auf einmal und auf keinen Fall Hausbau mit Baby/Kleinkind.

Und irgendwie liest sich das alles so "verkopft". Ich wünsche Euch, dass Ihr aus Euren Herzen leben könnt und dadurch dann auch leichter Antworten für Euren Weg findet.
Jetzt erst mal "Alles Gute für die restliche Zeit der Schwangerschaft und für die Geburt". Ein wundervolles Wesen wächst in Dir und Ihr werdet es bald in den Armen halten. Es wird alles auf den Kopf stellen und alles durcheinander wirbeln. Genießt es und genießt Eure Liebe... und dann geht Ihr langsam Schritt für Schritt weiter.
Das Leben muss man leben, daraus ergeben sich oft die nächsten Schritte.

Alles Gute für Euch und vergesst nicht das Fühlen und Eure Herzen.

• x 5 #31


Ouabain
Zitat von Blindfisch:
Hast du noch nicht erkannt, das es "Gleichberechtigung" in der Beziehung nicht gibt und nur zu Diskussionen und Frust führt? Einer muss die Führung übernehmen und die Richtung vorgeben und der andere folgt. Entweder der Mann oder die Frau.

Interessanter Gedanke, @Blindfisch. Ob es so sein muss, weiß ich nicht. Aber gefühlt pendelt es sich faktisch meist so ein. Lustiges Gesicht

Bei einem tiefen Interessenkonflikt wie hier dürfte es trotzdem schwierig werden.
Es ist ja kein Richtungsstreit. Beide sind unglücklich, wenn die eigene Zufriedenheit zu Lasten des anderen geht. Das kannst Du doch nicht weg-entscheiden.

Was das Bauen angeht, liebe @Nellamae , möchte ich mich all denen anschließen, die Dir hier bereits davon abgeraten haben.

Also - nicht grundsätzlich. Aber jetzt ist keine gute Zeit. Das Risiko, zwischen Baby, Baustress, neuen Jobs und möglichem Heimweh zu scheitern, halte ich ebenfalls für groß.

Schaut lieber, dass ihr in der neuen (alten) Heimat gut ankommt. Werdet eine kleine Familie. Und wenn Euch das alles gelingt, könnt ihr Euch immer noch an das Projekt Hausbau wagen

• x 2 #32


A


Umzug als gemeinsame Entscheidung, trotzdem schwierig

x 3


Arnika
Schließe mich an! Auf keinen Fall Hausbau und Baby/Kleinkind gemeinsam. Das ist schon unter besseren Voraussetzungen oft der Todesstoß. Selbst ohne Kleinkind.

Zudem fesselst du ihn an einen Ort, wo er zumindest jetzt gar nicht sein will - und erdrückst ihn zudem mit der Schuldenlast.

Ich würde auch erst mal warten, bis das Baby da ist und ihr euch eingependelt habt. Deine Energien gehen fürs Baby drauf, ihr kommt nicht zum Schlafen, er müsste sich zeitgleich in neuen Job und auch noch Dorf einleben, hätte keine Freunde und müsste zumindest die erste Zeit ohne Sächs und Nähe auskommen - weil du kuschelst eh schon genug mit dem Baby - absehbar, dass das scheitert. Von Hausbau gar nicht zu reden. Das müsste er vermutlich auch noch großteils alleine stemmen. Und Großeltern als Gratis-Babysitter ist dann auch nicht wirklich ein Argument. Erstens wirst du das Kind in der Anfangszeit vermutlich eh nicht hergeben wollen, zweitens kannst ja am Dorf eh nirgends hingehen. Mit Hausbau sowieso nicht.

Bis zur Kindergartenzeit habt ihr dann immer noch Zeit. Du mutest nicht nur ihm, sondern auch dir viel zu viel Stress und Umbrüche auf einmal zu. Am Anfang wirst du froh sein, überhaupt mal zum Duschen zu kommen. Wie in der Pampers-Werbung schaut die Realität selten aus.

Eine Bekannte von mir setzte sich was Ähnliches in den Kopf, zog mit Mann heim aufs Land, legte sich mit Ihrem Schwangerschaftshirn auch noch einen jungen Hund zu (ohne wenigstens abzuwarten, ob das Kind vielleicht allergisch sein könnte). Fazit: Beziehung nach einem Jahr gescheitert, Hund im Tierheim, guten Job aufgegeben, kein Haus, konnte bzw wollte keiner der beiden allein halten, dafür Schulden und alleinerziehend.

• x 3 #33


CanisaWuff
Zitat von Nellamae:
Mich belastet es aber sehr, so sehr, dass ich wieder kleinbeigeben und bleiben würde

Belastet Dich, dass Du "klein beigeben musst" oder wirklich Dein Heimweh?

Du schreibst von Deinem Bruder der Helfen könnte...hoffe ich habe es richtig verstanden...aber ist Dein Bruder denn damit einverstanden?

Gäbe es denn in Deiner Heimat einen adäquaten Job für Deinen Mann? Oder hast Du einen guten Job in Aussicht, so dass Dein Mann zu Hause bleiben kann?

Du bist nun schon lange von Deiner Heimat weg, kann es da nicht einfach nur ein Wunschgedanke sein, dass es in der "alten" Heimat so schön ist?

• x 3 #34


Arnika
Zitat von CanisaWuff:
Belastet Dich, dass Du "klein beigeben musst" oder wirklich Dein Heimweh? Du schreibst von Deinem Bruder der Helfen könnte...hoffe ich ...

Absolut! Sie hat vielleicht noch ein paar alte Freunde dort, aber er könnte mit Baby-Haus-Job-Beziehungsstress nicht mal mit einem Freund auf ein Bir gehen, um sich mal auszusprechen.

Ich halte es für unrealistisch, dass er das alles zeitgleich und zum größten Teil alleine stemmen kann - während sie sich aufs Baby konzentriert und in ihrer Mutterrolle am Dorf aufgeht. Und vielleicht auch noch dauernd die Schwiegermutter vorbeischaut…

• x 2 #35


Gorch_Fock
Moin, man kann bei Euch bereits Fehler in den Planungen erkennen:
- Euer Standort mit keiner Familie in direkter Reichweite ist ungut. Man braucht ein "Dorf" für die Kindererziehung.
- Ein Hausbau mit Kleinkind / Baby? Danach ist dann eh meist Trennung angesagt. So ein Projekt muss am besten vor dem Kinderwunsch abgeschlossen sein. Durch das Kind ist ein Elternteil komplett geblockt, ein Mitarbeiten auf der Baustelle ist nicht möglich.

• x 3 #36


Arnika
Zitat von Gorch_Fock:
Durch das Kind ist ein Elternteil komplett geblockt, ein Mitarbeiten auf der Baustelle ist nicht möglich.

Und der, der auf der Baustelle stehen muss, hat meist auch die halbe Nacht nicht geschlafen. Und bei ihm käme dann noch neuer Job, keine Freunde und Dorfleben dazu. Klingt jetzt schon nach Depression und Burnout.

• x 4 #37


Nellamae
Vielen Dank für die zahlreichen Antworten:)

Ich versuche, auf einiges einzugehen: Wir haben hier bereits Eigentum, eine Wohnung. Und falls wir das Grundstück bekommen, steht außer Frage, dass mein Mann davon 50% bekommt. Er soll ja auch etwas davon haben, eine solch Situation mitzutragen.

Sein soziales Umfeld, wie auch meines, ist eher quer durch die Republik verteilt. Ein weiterer Punkt, der hier mich hier keine Wurzeln schlagen lässt.

Und was das Hin und Herziehen angeht: Wir beide als Beamte sind Da leider nicht so flexibel; wenn wir gehen, ist das Bleiben voraussichtlich final.

• x 2 #38


Arnika
@Nellamae Trotzdem musst du dir die Frage stellen, ob du ein Haus, vielleicht sogar ein unfertiges, allein halten könntest. Ihr seid beide noch jung, da ist gar nichts final. Wenn er unglücklich ist, wird er einen Weg finden, das Kaff (mit Verlaub) auch wieder zu verlassen.

Zudem sollte man auch nicht automatisch davon ausgehen, dass man einen kleinen gesunden Wonneproppen bekommt. Mein Neffe war ein Schreikind, und das jahrelang. Da entwickelt man auch im gewohnten Umfeld und ohne Hausbau dann und wann eine gewisse Todessehnsucht. Mit dem, was du alles gleichzeitig willst, wär zumindest einer von euch beiden dann reif für die Klapse.

Die haben in der Stadt abgewartet, bis sich die Lage etwas beruhigt hatte - und dann ein Haus gekauft, bei dem nur etwas Renovierung notwendig war. Vernünftige Entscheidung. Aber selbst das war bzw ist stressig.

Von Pfusch am Bau gar nicht zu reden - und es wird nicht gehen, dass du da nicht mitanpackst. Allein schon die tausend Entscheidungen, die man treffen muss, fressen Zeit, Geld und Nerven - die natürlich auch zu Lasten der Zeit fürs Kind und der Paarzeit gehen. Da sind Auseinandersetzungen vorprogrammiert.

Ich würde mir also ernsthaft die Frage stellen, ob das Haus und das Dorf wichtiger ist als die Beziehung zum Mann - und ob du das im Zweifel auch alles alleine wuppen und halten könntest. Weil je mehr Stress er dort hat und sich allein gelassen fühlt, besonders in der Anfangszeit, umso weniger wird er sich dort heimisch fühlen. Und irgendwann entweder untergehen - oder eben gehen.

• x 3 #39


MafusCage
Ich glaube du solltest deine Zweifel ernst nehmen und vor allem so planen, dass du im negativsten Verlauf auch ohne deinen Mann zurechtkommen würdest. Ich verstehe die Intention zu deiner Familie zurückzukehren sehr und wenn dein Herz das seit Jahren möchte, dann solltest du auch darauf hören.

Du musst dir aber eben klar machen, dass daran eure Beziehung kaputt gehen kann. Menschen trennen sich nicht selten, weil sie unterschiedliche Wege einschlagen wollen. Aus Angst, dass es kaputt geht nun aber unglücklich an Ort und Stelle zu bleiben fänd ich persönlich falsch.

Vielleicht zieht ihr nich direkt (vor allem wegen der Unsicherheiten) in ein Haus. Zieht erstmal um, checkt die Lage und Stimmung vor Ort. Baut euch neue Bekanntschaften auf, kommt erstmal richtig an. Lebt da mal 1-2 Jahre und schaut ob ihr euch wohlfühlt. Wenn das passt, könnt ihe euch dann um ein Haus kümmern.

• x 3 #40


alleswirdbesser
Zitat von Nellamae:
Ich versuche, auf einiges einzugehen: Wir haben hier bereits Eigentum, eine Wohnung. Und falls wir das Grundstück bekommen, steht außer Frage, dass mein Mann davon 50% bekommt. Er soll ja auch etwas davon haben, eine solch Situation mitzutragen.

Da die Wahrscheinlich sehr groß ist, dass er es irgendwann nicht aushält und zurück will, tust du dir damit auch keinen Gefallen. Du musst das Haus weiter abbezahlen und ihn auszahlen.

• x 3 #41


VictoriaSiempre
Zitat von Perzet:
Sorry, ich verstehe dieses Konstrukt nicht, was ihr da abgemacht habt.

Ich auch nicht. Für mich sieht es so aus, als ob da etwas unbedingt passend gemacht werden sollte, was nicht (dauerhaft) passt Unwissender Smiley Einer von Euch kann da nur verlieren.

Zitat von Nellamae:
Zwischen unserem jetzigen Wohnort zum künftigen liegen ca 280 km,

Das ist schon eine Hausnummer. Wenn diese Entfernung auch noch in südliche Richtung geht, dann kommt hinzu, dass Infrastruktur, Menschenschlag und Landschaft ganz anders ist. Vielleicht sympathisiere ich deshalb eher mit Deinem Partner, weil ich selber ein Küstenkind bin Grinsendes grünes Gesicht . Bei der Wahl zwischen Nordsee und Harz wäre für mich die Entscheidung klar.

Zitat von Nellamae:
Er hängt sehr an seiner Heimat, mein Mann ist ein kleiner "Lokalpatriot"

Nun ja, Du doch aber auch? Finde ich nicht schlimm, ich bin auch heimatverbunden. Aber Du kannst Deinem Mann das nicht vorwerfen, wenn Du selber so tickst.

Zitat von Nellamae:
Sein soziales Umfeld, wie auch meines, ist eher quer durch die Republik verteilt. Ein weiterer Punkt, der hier mich hier keine Wurzeln schlagen lässt.

Wenn Euer soziales Umfeld eh überall verteilt ist, dann ist es doch letztlich egal, wo Ihr wohnt? Vielleicht ist der Weg, irgendwo in die Mitte zu ziehen, doch die Lösung?

Zitat von Nellamae:
Wir haben ein Grundstück in Aussicht meinerseits aus der Familie und könnten vermutlich bauen.

Bloß nicht!

• x 5 #42


P
Zitat von Nellamae:
Und was das Hin und Herziehen angeht: Wir beide als Beamte sind Da leider nicht so flexibel; wenn wir gehen, ist das Bleiben voraussichtlich final.

Ist ihm das auch klar?
Fünf Jahre bei ihm, der Rest des Lebens bei ihr?

Entschuldige, dieses Aussicht auf 'für immer' klingt für mich echt nicht erstrebenswert für ihn. Viel Druck für ihn, damit klar zu kommen plus alles, was ansonsten im Faden aufgezählt wurde.

Sind dies wirklich die einzigen Optionen? Es gibt doch immer wieder Hinweise auf andere Lösungen. Gibt es wirklich nur "hier bei ihm oder da bei mir"?

Überlege doch mal, daß Du diese fünf Jahre nur ausgehalten zu haben scheinst, weil die Aussicht auf "zurück nach Hause" existierte.
Woran soll er sich demnächst festhalten?

• x 4 #43


Arnika
Zitat von VictoriaSiempre:
Wenn Euer soziales Umfeld eh überall verteilt ist, dann ist es doch letztlich egal, wo Ihr wohnt? Vielleicht ist der Weg, irgendwo in die Mitte zu ziehen, doch die Lösung?


Dann wärs aber für beide ein fauler Kompromiss und sie hätten erst wieder lange Fahrzeiten zu beiden Familien - kurz: Sie hätten alle Nachteile, aber auch nicht die Vorteile.

An sich sollte man es sich besser vor der Familienplanung überlegen, ob man auch die gleichen Ziele verfolgt. Und dann vorher einsehen, dass es langfristig als Paket eben nicht das ist, wie man leben möchte. Zumal die Diskussion schon jahrelang geht.

Aber gut. Das ist jetzt zumindest mal zu spät. Ich bin zwar wegen meiner Mutter selbst wieder am Dorf, könnte mir aber nicht vorstellen, hier ein Leben lang zu sitzen. Und ich bin hier aufgewachsen, hab Familie und Freunde da. „Nur“ wegen einem Mann könnte ich mir echt nicht vorstellen, in das Kaff zu ziehen - und es nicht zu bereuen. Und ihm vielleicht irgendwann zum Vorwurf zu machen, dass ich hier mein Leben versauere. Ist ja schon allein das belastend, dass man glaubt, man lebt in einem Überwachungsstaat und über was über einen selbst und andere alles getratscht wird. Wenn ich dann noch ein Fremdling wäre, hätte man zumindest hier kaum eine Chance, wirklich in die Dorfgemeinschaft reinzurutschen.

Und wenn ich dann überstürzt auch noch Häuslbauen und mich für Jahrzehnte verschulden müsste, um wo zu sein, wo ich nicht wirklich sein will und festzukleben, wärs mir wohl Zuviel der Liebesmüh. Vielleicht würd ich’s probieren, denke aber, im großen Stil zu scheitern.

• x 2 #44


C
Zitat von Nellamae:
Er hängt sehr an seiner Heimat, mein Mann ist ein kleiner "Lokalpatriot" , aber seine Eltern sind ebenfalls schon älter und in Zukunft vermutlich auch weniger mobil. Was man also notfalls an einem Tag fahren kann, wäre mit Umzug nur am Wochenende machbar. Glücklicherweise lebt sein älterer Bruder in der Nähe der Eltern.

Für mich ist das Dilemma, eine Seite zumindest, dass einer von uns den Kürzeren zieht. Ich weiß ja, wie es ist, in der Fremde zu sein. Wir schreiten zwar mit unseren Plänen voran, gleichzeitig aber verfallen wir oft bei Gesprächsinhalten in alle Muster und fühlen uns dann jeweils verantwortlich für den anderen und das wir ihm etwas "antun" mit den persönlichen Bedürfnissen.


Wenn ihr ein Haus dann habt, könnten seine Eltern phasenweise bei euch mit leben. Alles beim Bruder abgeben zu wollen wird schwierig.

Zitat von Nellamae:
In meinem Fall gibt es einen Bruder. Er kann auch helfen. Wir sind also in beiden Fällen "frei". Gleichzeitig habe ich 1,2 Angehörige, zu denen ich ein enges Verhältnis habe und evtl. Später bei Pflege etc Verantwortung übernehmen werde müssen.


Kommt halt drauf an, wie verantwortlich du dich fühlst. Seine Eltern, deine Eltern, Plus noch ein/zwei mehr.
Man kann ebenso besprechen, dass alle Angehörigen Vorsorge treffen sollen und sich mal besser nicht drauf verlassen, dass du 24/7 später zur Verfügung für alle stehen wirst.

Für ihn wird das sonst ein immer schlechterer Deal. Fremd bei dir, irgendwo von dir abhängig und dann muss er dich noch teilen, mit vielen anderen die später an dir zerren werden?
Wäre doch Wahnsinn sich darauf einzulassen.

• x 6 #45


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