Zitat von Anonymous123: Und ich denke das Recht eines Tieres auf ein Leben ohne Misshandlung, Folter und Leid, das Recht eines Tieres auf Freiheit und überhaupt das Recht eines Tieres zu leben überwiegt eindeutig dem persönlichen Bedürfniss des Menschen Fleisch zu essen.
Das ist ein ganz vielschichtiges Thema. Vegan essen ist dabei nur ein Aspekt. Und jetzt nur mal auf Wirbeltiere beschränkt ...
Je mehr Menschen es gibt, desto weniger Rechte werden Tiere haben. Schon aus Platzgründen. Wenn in Afrika sich seit 1950 die Bevölkerung von 250 Millionen auf 1 Milliarde jetzt verveirfacht hat, gehen Freiräume verloren. Warum baut man Abwehrzäune gegen die Elefantenherden um die Dörfer? Abholzung von Urwäldern woanders für Soja oder Palmöl vernichtet Lebensräume. Und so weiter.
Auch die heimischen wildlebenden Tiere lösen Konflikte aus. Zu viele Rehe fressen nachwachsende Waldschößlinge, zu viele Wölfe krallen sich Schafe. Eingriffe sind auch hier nötig. Und sei es bei der Überzahl streunender Katzen. Der ethische Hintergrund, sich ein Haustier zu halten (Hund, Katze, Hamster, Wellensittich, Goldfisch im Gartenteich - alles artgerecht?). Pferdesport? Auch nicht ganz freiwillig. Es gibt eben im Zusammenleben von Tier und Mensch eine Menge von Konfliktpunkten und die romantische Vorstellung totaler Tierfreiheit ist schon jetzt nur bedingt realisierbar oder hat einen manchmal unvorhergesehenen Preis.
Und dann im vollen Vegan-Modus - keine Schweine und Rinder im Stall, keine Hühner und Puten. Keine Pferde und Kühe auf der Weide. Keine Gänse, Enten und Karnickel. Weder Hund noch Katze. Das nur einmal vorgestellt bedeutet auch Verarmung der Umgebung. Gut, da wären als quasi Rest und Ersatz noch Wildgänse, Gartenvögel und Eichhörnchen, Mäuse, Füchse, Wild und Wolf. Aber eben sozusagen als Fremde und als Tier nicht erfahrbar.
Wichtig wäre erst einmal die besseren Bedingungen der Nutztierhaltung gesetzlich vorzugeben. Das wird sich nicht realisieren lassen, ohne dass Fleisch mehr kosten wird, wenn der Landwirt das so machen soll. Kann vermutlich auch nicht schaden, wenn der Verzehr von Fleisch so wieder wertvoller wird - weil das Fleisch solcher Tiere besser ist. Eben Qualität vor Menge.