Zaungast
Gast
Habe neben meiner Frage nach möglichen Gründen für Trennungsschmerz trotz fehlender Liebe noch eine weitere Sinnkrise. Erstere mag vielleicht ein ganz individuelle Phänomen von mir sein, weswegen ich wohl erst eine Antwort darauf haben werde, wenn ich irgendwann mal mit viel Abstand zurückblicken kann.
Der zweite Punkt, der mich immer wieder zurückwirft, ist aber vielen sicherlich vertraut. Und vielleicht hat jemand Erfahrungen, wie man die Selbstvorwürfe und Schuldgefühle besänftigen kann.
Was ich meine, sind die nagenden Fragen, wie sich manches entwickelt hätte, wenn man manches anders oder besser gemacht hätte oder wiederum andere Dinge unterlassen hätte oder gar manches gewagt hätte, anstatt es zu lassen.
Meine Beziehung verlief an sich normal; keine großen Streitereien oder gar Respektlosigkeiten. Sie hat nur immer mehr ihre Gefühle für mich verloren, weil sie mit manchen meiner Eigenheiten nicht klarkam. Rückblickend sehe ich es so, daß sie es nicht ertragen hat, sich selbst in mir zu erkennen. Wir sind uns sehr ähnlich. Aber während ich z. B. meine Nachdenklichkeit als Stärke empfinde, hält sie es bei sich für eine Schwäche. Sie spricht auch nicht über ihre Probleme und meidet Konflikte in allen möglichen Bereichen ihres Lebens. Erst, wenn es gar nicht mehr anders geht, sucht sie die Auseinandersetzung. Aber dann nicht mehr, um ein Problem zu lösen, sondern sich dessen zu entledigen.
Und trotzdem komme ich immer wieder in die Gedankenschleife, ob ihre Gefühle sich nicht vielleicht anders entwickelt hätten und sie mich mehr so akzeptiert hätte, wie ich bin, wenn ich in meinem Verhalten in der Beziehung nicht manches anderes gemacht hätte.
Kann den Gedanken jemand nachvollziehen? Wie seht ihr das?
