Ranchi
Mitglied
- Beiträge:
- 20
- Themen:
- 1
- Danke erhalten:
- 1
- Mitglied seit:
hier geht es oft und fast ausschließlich um die Gefühle derer, die verlassen wurden ... jetzt bin ich aber diejenige, die verlassen hat ... und trotzdem finde ich mich in allen Beiträgen wieder: Ich bin unendlich traurig und einsam, mein Leben hat keinen Sinn mehr und ich will nur zurück ... und ich weiß, er würde mich mit offenen Armen empfangen. Trotzdem sitze ich hier und leide.
Ist das bescheuert?
Ich habe so lange darüber nachgedacht und ihn in meine Gedanken auch eingeweiht. Und er wollte kämpfen und hat es versucht und ich wollte (und will) so gerne wieder glücklich mit ihm sein. Aber es ging nicht. So sehr ich wollte, das Gefühl kam nicht wieder.
Ich weiß, hätte ich meine Zweifel und das Ereignis, das sie diesmal ausgelöst hat, beiseite geschoben, seine Macken so hingenommen und versucht, nur das Gute und eben nicht das Schlechte an ihm und an uns zu sehen, dann hätten wir uns versöhnt und wären beide unendlich erleichtert gewesen.
Aber das ist nicht das erste Mal in unserer knapp 9-jährigen Beziehung (Ende des Monats wäre unser Jahrestag), das wir an diesem Punkt sind. Und immer habe ich genau das gerade beschriebene getan: Zweifel beiseite geschoben, Fehler ignoriert, auf das Gute konzentriert, vergeben. Und immer lief es danach besser als vorher. Eine Weile. Manchmal länger, manchmal nicht so lange ... und wenn es gut war, war es oft richtig gut. Aber wenn es schei. war, war es auch richtig schei..
Dieses Tief dauerte länger als alle vorher. Und war intensiver. Auch weil wir diesmal zusammen gewohnt haben und es keinen Abstand zu der Situation gab. Obwohl wir erst kurz zusammen gewohnt haben, war es durch die Kriese schnell eine Art WG und so sehr ich wollte, dass es wieder wie früher ist - wie früher in den Zeiten, als es gut war - so froh war ich doch, dass er auf der Couch geschlafen hat ...
Ich dachte, ich tue niemandem einen Gefallen, wenn ich bleibe. Mir nicht und ihm auch nicht. Ich wusste wie gesagt, ein Vertragen wäre möglich. Aber wieder nicht auf Dauer. Früher oder später wären wir wieder an diesem Punkt, würde ich zweifeln, müsste ich vergeben ... ich habe so oft gesagt, wenn sich das nicht auf Dauer ändert, bin ich irgendwann weg. Und habe immer so sehr gehofft, dass es nicht so weit kommt. Habe mir immer, wenn ich traurig war, gesagt: "Du musst ja nicht Schluss machen, wenn Du nicht willst." Ich habe so viele Tränen für diese Beziehung vergossen in den vergangenen Jahren. Zu viele, als eine Beziehung aushalten kann ... und jetzt vergieße ich noch mehr, weil ich ihn und alles, was wir mal hatten, so sehr vermisse ...
Ich habe mir alte Fotos angeschaut. Alte Nachrichtenen gelesen. Und bin prompt auf Nachrichten von vor etwas über einem Jahr gestoßen, in denen ich ihm schreibe, dass es so nicht weiter geht und er mir, wie sehr er mich liebt. Wir haben uns damals vertragen. Und jetzt sitze ich doch hier vor einem Scherbenhaufen.
Es war die schwerste Entscheidung meines Lebens und ich bin so unglücklich. Obwohl es ja meine Entscheidung war ...