Vielen Dank für die zahlreichen Antworten. Natürlich fällt es mir schwer einiges zu lesen, weil es mir selbstverständlich bewusst ist, wie die Situation aussieht. Dennoch hat es sich anders angefühlt.
Er ist 12 Jahre älter als ich. Das hat mich nicht stutzig gemacht. Ich habe tatsächlich auch lange mit mir gehadert überhaupt Gefühle zuzulassen, weil mir das Szenario bewusst war. Aber irgendwann ging es nicht mehr ... oder wie ihr sagen würdet, vielleicht wollte ich es nicht. Es hat sich gut angefühlt. Er hat mich auf Händen getragen, ich habe mich wohlgefühlt und konnte mich bei ihm fallen lassen.
Sobald bei uns Gefühle im Spiel waren, sprach er von Trennung, ich habe es ihm geglaubt.
ICH HABE IHM MEHRFACH GESAGT, DASS ER ZURÜCKGEHEN SOLL, WENN ER SICH NICHT 100% SICHER MIT MIR IST.
Man könnte es als naiv bezeichnen, dass ich das geglaubt habe, ja. Aber warum sollte man sich nicht doch nochmal verlieben können und feststellen, dass sie doch die Richtige ist? Ja, man denkt ja doch sehr gerne, dass man die Ausnahme ist.
Als WIR gemeinsam in die Familienplanung gegangen sind, bin ich davon ausgegangen, dass er sich getrennt hat und er sich auch räumlich von seiner Frau getrennt hat. Er erzählte, dass er bereits Termine beim Anwalt wahrgenommen hat, damit der Kinderumgang geregelt werden konnte und er auch schon erste Scheidungsbesprechungen hatte. Ja, er war zu dem Zeitpunkt nicht geschieden, aber ich bin davon ausgegangen, dass er die Trennung endgültig vollzogen hat. So hat er es dargestellt. Durch die Entfernung natürlich schwierig nachzuvollziehen geschweige denn zu kontrollieren. Aber ich habe ihm vertraut.
Nur deshalb habe ich mich darauf eingelassen. Es war kein Versuch von mir ihn an mich zu binden. Auf so eine kranke Idee würde ich niemals kommen. Ich wollte ihn auch nicht von seiner Frau weghalten, wenn er mir nicht suggeriert hätte, dass er damit abgeschlossen hätte. Er hat mit mir Pläne geschmiedet zeitnah zusammenzuziehen, irgendwann zu heiraten und eben auch eine Familie zu gründen. Ich habe es ihm geglaubt.
Als dann die Lügen aufgeflogen sind, herauskam, dass doch nicht ausgezogen war bzw. der Auszug dann gerade erst passiert war, habe ich ihm immer noch einen Vertrauensvorschuss gegeben, dass es eben nicht leicht ist, das alles zu regeln. Ich wollte auch nie, dass er irgendwas übers Knie bricht, geschweige denn seine Frau rausschmeißt! Darauf habe ich es nie angelegt. Aber Ich habe Druck aufgebaut, dass die Situation geklärt werden muss, in welche Richtung auch immer, dann aber ordentlich.
Ich habe mich nicht ins warme Ehebett gelegt, habe erst im Hotel und dann auf dem Boden im Wohnzimmer geschlafen, weil mich die Situation genauso geschockt hat. Aber ich wollte bei ihm sein, ja. Das kann man mir ankreiden, dass ich die Wohnung (sein Haus, auch schon vor der Ehe) betreten habe und für meinen Partner (so wie es für mich war) da sein wollte. Ich habe mich auch seiner Frau gegenüber niemals respektlos geäußert. Hatte immer größten Respekt vor einer zweifachen Mutter. Aber natürlich kannte man auch die Geschichten des Mannes, die erzählten, dass er mit ihr einfach nicht mehr glücklich war bzw. sie miteinander. Er hatte nämlich das Gefühl, dass es beidseits so war und dass sie auch jemanden anderes hatte... das entschuldigt nichts, spielt aber eben in die Situation mit rein. Eine saubere Trennung vorher oder keine Affaire werden natürlich der richtige Weg gewesen. Aber wir haben uns verliebt, zumindest hat er mir die große Liebe suggeriert.
Ich bin angestellt im Familienunternehmen. Meine Familie und Freunde werden mich unterstützen, und auch finanziell wird es dem Kleinen an nichts fehlen. Geschweige denn an Liebe. Für mich ist es ein Kind der Liebe und KEIN Instrument, um einen Mann an mich zu binden. Diese Liebe wird er sein Leben lang spüren!
Ich erwarte kein Mitleid, aber ich möchte hier auch nicht dargestellt werden, als würde ich ein Kind auf diese Art und Weise benutzen. Für mich standen auch immer seine Kinder an erster Stelle, dass es ihnen gut geht, er mit ihnen spricht und die Situation ordentlich geklärt wird, auch wenn das gegen mich gesprochen hätte. Rational gesehen, wie ich es einer Freundin empfohlen hätte, hätte ich mich zurückziehen müssen. Ja! Und dann sind da doch diese Gefühle...