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2 Chance wegen Verhalten verspielt - wie weitermachen?

girasole

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Liebes Forum,

nach vielem Mitlesen wende mich an euch mit meiner Geschichte, in der Hoffnung auf eure Ratschläge/Inputs. Meine Beziehung ist im zweiten Anlauf auf Grund meines Verhaltens gescheitert, leider etwas länger da viel passiert ist:

Mein Ex (m30) und ich (w29) haben eine etwas komplizierte Geschichte, ich versuche das Ganze so einfach wie mgl darzustellen. Wir haben uns vor 10 Jahren kennengelernt und wurden enge Freunde. Ich war damals in einer Beziehung. Nach Abschluss unserer Ausbildung bin ich umgezogen, der Kontakt blieb über all die Jahre bestehen. Im Herbst 2016 ist er aus beruflichen Gründen in meine Stadt gezogen und die Freundschaft wurde wieder intensiver. Meine Beziehung war damals schon ziemlich am Ende, und nachdem sie endgültig in die Brüche ging hat er mir geholfen das alles anfangs durchzustehen. Bis wir im Juli 2017 nach dem Fortgehen im Bett gelandet sind. Für mich im ersten Moment ein einmaliger Ausrutscher, der sich jedoch relativ schnell wiederholte. Ich sah das anfangs als eine eher lockere Freundschaft + Geschichte, v.a. weil ich meine damalige Trennung definitiv noch nicht verarbeitet hatte und noch nicht so weit war mich auf etwas Neues einzulassen. Mir war aber klar dass es für ihn mehr war, er beteuerte dass er mir alle Zeit der Welt geben würde, mich nicht unter Druck setze usw. Ich zog ihn immer wieder zu mir heran um ihn im nächsten Moment wegzustoßen, hielt die ganze Sachen vor Freunden und Familie geheim etc. Er tat mir einerseits so gut, andererseits konnte ich mit der Gesamtsituation nicht umgehen. Langsam veränderte sich unsere Beziehung dann aber auch für mich, und nach Silvester 17/18 kam für mich der Knackpunkt, ich war mir sicher dass ich das wollte. Ich stand zu ihm, wir gaben uns nun auch in der Öffentlichkeit als Paar, flogen auf Urlaub, unternahmen Ausflüge mit Freunden & Familie, redeten über eine gemeinsame Zukunft. Dennoch standen einige Themen zwischen uns. Meine Arbeit war immer wieder ein Diskussionspunkt (zum Einen arbeitete ich sehr viel, auch am WE, Eventbranche, er musste sich also sehr viel nach mir richten; zum Anderen arbeitete ich mit meinem Exfreund und seiner Neuen zusammen und sah die beiden jeden Tag). Ich stand unter Dauerstress und ließ meine schlechte Laune ständig an ihm aus. Er wollte dass ich kündige, weil er sich Sorgen um mich machte und die Arbeit sowohl mich als auch uns als Paar belastete. Er misstraute mir auch, da er mitbekam dass mir mein Exfreund noch hin und wieder schrieb und auch ein Arbeitskollege, zu dem ich aber ein rein freundschaftliches Verhältnis hatte. Fand dass ich noch immer nicht genug zu ihm stehe. Irgendwann eskalierte eine betrunkene Diskussion und wir hatten einen riesen Streit, danach 1 Woche Funkstille. Als wir uns dann zur Aussprache trafen wollte er eigentlich Schluss machen, aber wir redeten viel und gut und was sich ändern muss damit es funktioniert und entschlossen uns dem Ganzen noch eine Chance zu geben. Was genau 3 Wochen funktionierte bis es wieder mit riesen Streits eskalierte und er dann endgültig Schluss machte. (Juli 2018) Er könne so nicht mehr und hat keine Energie mehr, ich trage noch so viel Altlasten mit mir rum und er glaubt nicht dass ich mein Verhalten in den Griff kriegen kann. Ich flehte ihn an, versuchte ihn zu überzeugen, hatte zu diesem Zeitpunkt schon den Entschluss gefasst zu kündigen und auch mit Therapie wollte ich wieder beginnen. Ich war überzeugt davon alles in den Griff zu bekommen, doch er blieb bei seinem Standpunkt. Er meinte, dass wir uns jetzt erstmal nicht sehen könnten (im gemeinsamen Freundeskreis) weil wir eine zu starke Anziehung aufeinander hätten und dann alles von vorne losgehen würde, aber es vl in ein paar Monaten schaffen könnten wieder befreundet zu sein.

Ich fiel in ein riesen Loch, konnte es anfangs nicht glauben, beschloss dann zu kämpfen. Kündigte, ging wieder in Therapie, suchte mir neue Hobbies. Nach 3 Monaten Kontaktsperre schrieb ich ihn an, rein freundschaftlich, (ich wusste dass er eine Rebound-Beziehung hatte), fragte ob wir uns mal treffen wollten. Mit seiner Reaktion hatte ich nicht gerechnet. Er wolle nicht, er habe damit abgeschlossen und sei nicht an einer Freundschaft mit mir interessiert. Er sei froh nur mehr positive Menschen in seinem Leben zu haben. Ich würde mir die Dinge noch immer so drehen wie ich sie sehen wolle aber er wünsche mir dass das mit meiner Reflexion nochmal irgendwann werden würde. Das saß und daraufhin habe ich mich nicht mehr gemeldet. Ich wusste, dass dies reiner Selbstschutz seinerseits ist, Verdrängung, auch die neue Beziehung.

Trotz allem war ich nach wie vor überzeugt davon, dass es das nicht gewesen ist. Tja, und tatsächlich trafen wir uns Anfang Jänner 2019 beim Geburtstag unseres Freundes wieder und alles Negative war von beiden Seiten wie weggewischt. Wir waren anfangs etwas befangen, aber irgendwann lockerte sich die Stimmung, wir redeten viel darüber was vorgefallen ist, er entschuldigte sich auch für seine Nachrichten, ich erzählte ihm von der Kündigung etc. Wir lachten, tanzten und alles war wie früher. Und am Ende des Abends wieder gemeinsam im Bett. Ich meldete mich bewusst danach nicht (er hatte zu diesem Zeitpunkt noch seine Beziehung), bis er sich 1 Woche darauf meldete. Er wollte mich unbedingt noch sehen, bevor ich meine Reise antrat (6 Wochen Sri Lanka). Wir unterhielten uns richtig gut, alles war wie immer und passte einfach. Zum Schluss nahm er mich lange in den Arm und wir vereinbarten, dass ich mich ab und zu melden würde.

So schrieben wir während der 6 Wochen ab und zu, ich wusste auch von meiner Freundin dass er seine Beziehung mittlerweile beendet hatte. Für mich war klar dass wir über kurz oder lang wieder zusammenkommen würden wenn ich retour bin. Ein paar Tage nach meiner Rückkehr trafen wir uns im Freundeskreis. Wir redeten wieder viel über uns, und irgendwann küsste er mich. Sosehr wir beide Angst davor hatten uns wieder aufeinander einzulassen und sosehr all unsere Freunde ihre Zweifel äußerten, so sehr waren wir uns sicher dass es einfach richtig ist. Wir verbrachten anfangs eine total unbeschwerte Zeit, alles war großartig, stressbefreit, leicht. Wir waren zu diesem Zeitpunkt beide daheim da auch er mittlerweile gekündigt hatte. Zu diesem Zeitpunkt brach ich leider auch meine Therapie wieder ab. Im Mai fuhren wir gemeinsam auf Urlaub, im Juni fing ich meinen neuen Job an. Und irgendwie fingen wir oder v.a. ich langsam wieder an in alte Verhaltensmuster zu fallen. Obwohl ich weit weniger arbeitete als in meinem alten Job, stresste es mich nun so viel Freizeit zu haben und ich hatte das Gefühl ständig die Zeit mit ihm zu verbringen die ich ihm früher nicht geben konnte. Auch hatte ich das Gefühl, mit seinem Mitbewohner um ihn konkurrieren zu müssen, wobei dieser auch ein sehr guter Freund von mir ist. Teilweise hatte ich das Gefühl in einer Dreiecksbeziehung zu stecken. Ich fing wieder vermehrt an mich über Kleinigkeiten zu ärgern und Stress zu machen, teilweise eskalierten die Situationen wieder. Vor allem ein riesen Streit über seinen Mitbewohner Ende August, was ihn dann wieder dazu veranlasste das Ganze zu beenden. Da dies aus dem Affekt heraus geschah, vereinbarten wir, uns ein paar Tage darauf nochmal zu treffen und in Ruhe über alles zu reden. Es ging ihm dann richtig schlecht, und er beteuerte wie leid es ihm tue, wie sehr er sich wünschen würde dass es funktioniert und wir es schaffen. Wir redeten sehr gut über alles, ich sagte ich wolle wieder mit der Therapie anfangen da ich selbst merke dass ich wieder einen Rückschritt mache in meinem Verhalten und so nicht mehr sein will, mich über alles ärgern, nicht unter Kontrolle haben, wegen Kleinigkeiten eskalieren. Da es nicht nur unsere Beziehung, sondern meine anderen sozialen Kontakte beeinflusste (werde auch im Freundeskreis tw. als schwierig angesehen etc.), das war mir bewusst. Fazit: wir haben es wieder nicht geschafft, waren nach 3 Wochen wieder an dem Punkt. Es war eine Kleinigkeit die das Fass dann endgültig zum Überlaufen brachte und er sich Mitte September endgültig trennte. Er habe mich so unglaublich gern und wir verstehen uns so gut und können über alles reden und haben Spaß zusammen und finden uns anziehend, und eigentlich würde alles passen aber er kann mit meiner Art bzw mit meinem Verhalten nicht klarkommen. Er hat keine Kraft mehr, hat aufgegeben, glaubt nicht dass ich mich ändern kann (wobei er schon merke dass sich im Gegensatz zu früher schon viel zum Positiven verändert hat) sosehr ich auch sage ich will das selbst, und er kann nicht für etwas kämpfen an das er nicht glaubt. Er müsse jetzt auf sich schauen, einen Job finden (was ihn auch sehr belastet), gesundheitlich wieder fit werden (hatte seit Sommer Schwindelanfälle, Taubheitsgefühl in Armen und Beinen etc,. organisch aber alles ok). Es tue ihm selbst so weh und er vermisse mich, wir hatten eine wahnsinnig schöne und intensive Zeit und es macht ihn traurig weil er sich wirklich gewünscht hätte dass wir das schaffen. Wir könnten auch keinen Kontakt mehr haben und uns nie wieder sehen, weil es immer wieder passen würde und wir wieder darauf reinfallen würden. Ich war erstaunlich ruhig, flehte, bettelte nicht. Wir haben uns dann noch lange in den Armen gehalten und uns alles Gute gewünscht. Die ganze Situation, seine Beteuerungen wie sehr er mich mag und sich wünschen würde dass es funktioniert, die Art wie er mich ansieht und in den Arm nimmt, macht es fast noch schlimmer.

2 Tage danach hat er mir noch eine WA geschrieben, ein Bild von einem Zitat Veränderung ist am Anfang schwer, in der Mitte chaotisch und am Ende großartig mit den Worten das habe er gesehen und wolle er mir noch schicken, er hoffe er war am Sonntag teils nicht zu heftig aber dass bei ihm einige Situationen und Emotionen mitspielen die ihn einfach schwer dran glauben lassen dass ich mich wirklich ändern kann, aber natürlich kann ich das, und er wünscht mir von Herzen dass ich es schaffe. Ich habe nie geantwortet, wir haben jetzt seit knapp 8 Wochen Kontaktsperre. Mittlerweile fällt es mir gerade sehr schwer und das Bedürfnis mich zu melden wird immer größer. Hätte ich damals auf seine Nachricht antworten sollen? Ist es jetzt dafür zu spät bzw. würde komisch rüberkommen nach all den Wochen plötzlich darauf zu antworten?

Ich befinde mich seit 9 Woche in Psychotherapie und arbeite hart an mir. Ich weise Züge einer emotional instabilen Persönlichkeit auf (Stimmungsschwankungen, Gefühlsausbrüche, Schwierigkeit meine Gefühle und Emotionen zu benennen, zu steuern und unter Kontrolle zu halten) und lerne langsam, was die Auslöser dafür sind, diese rechtzeitig zu erkennen und entsprechend damit umzugehen. Ich stehe erst am Anfang und es ist sicherlich noch ein schwieriger Weg, aber meine Therapeutin ist sehr ermutigend und auch ich bin davon überzeugt, dass ich das gut in den Griff bekommen kann.

Ich glaube noch immer daran, dass wir zusammengehören und es schaffen können. Weil es nicht daran scheitert, dass wir keine Gefühle füreinander haben, uns nicht mehr gut verstehen oder was auch immer. Sondern an meinem Verhalten, für das ich jetzt durch die neue Therapie endlich einen Namen habe und entsprechend an mir arbeiten kann. Ich weiß, dass ich die ws Kontaktsperre weiterhin für einige Wochen durchziehen sollte, da auch er sein Leben erstmal wieder in den Griff bekommen muss (Job etc) und ich zur Zeit eigentlich auch keine Kraft hätte ihn zu kontaktieren. Außerdem muss ich die Zeit auch nutzen um weiterhin an mir zu arbeiten. Doch irgendwann möchte ich ihm gerne mitteilen was ich durch die Therapie erfahren und gelernt habe, dass ich nicht einfach so bin sondern dass mein Verhalten Ursachen, Gründe und einen Namen hat und ihm zeigen, dass ich mich Schritt für Schritt ändere. Das geht nicht von heute auf morgen und es würde für ihn zum jetzigen Zeitpunkt auch unglaubwürdig erscheinen. Aber vielleicht würde es ihm helfen mein Verhalten aus einem anderen Blickwinkel zu sehen und zu verstehen dass das therapierbar ist.

Aber wie kann ich ihm das irgendwann vermitteln? Wenn er so vehement keinen Kontakt mehr wollte und meinte wir könnten uns nie wiedersehen? Vor allem nach seinem Verhalten nach der ersten Trennung gehe ich davon aus, dass er jegliche Kontaktversuche abblocken wird.

Sorry für den langen Text, aber da es doch etwas kompliziert ist wollte ich alles so gut wie möglich darstellen. Ich würde mich sehr über ein paar Ratschläge freuen, wie ich mich weiter verhalten soll Wäre ein Kontaktversuch zu früh bzw. würde ich mir mit einer jetzigen doch sehr späten Antwort auf seine Nachricht von damals die Chance für einen Kontaktversuch in ein paar Wochen verbauen?

23.11.2019 17:23 • #1


Puffeltierchen


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Ich denke er war Dein Notnagel einfach, warmgehalten eine ganze Weile und wo er nützlich war für Dich, da hast Du ihn aus Not und Bequemlichkeit da reaktiviert.

Er war vorher keine Beziehung wert im Grunde da Du versorgt warst durch den Ex, dann die Einsamkeit und Co nicht ertragen konntest und er sich da als Opfer angeboten hat förmlich, man muss sich nicht mehr kennenlernen und groß quatschen und auf Suche gehen sondern hat schnell Ersatz.

Denke da gab es schlicht keine echte Bindung und auch die Bettnummer war nur Speck um ihn zu ködern frei von Emo aber schon merkst das Du nicht echt bist und warst, er schon, Dir das aber auch Gewissensbisse macht und merkst das es eher Macke und Bedürfnis statt eigener Wille und Überzeugung war.

Ehrlich beenden einfach und auch mal ohne Tröster und Ablenkung durch das Aua statt da von Kerl zu Kerl und sich dafür körperlich zu verkaufen wie ne Gestörte.

23.11.2019 17:38 • #2


Simple-Man

Simple-Man


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Ging es da nicht immer um den selben Kerl?

24.11.2019 14:26 • #3


girasole


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Hallo Simple-Man, ja genau, ist immer der gleiche... habe ich mich irgendwie missverständlich ausgedrückt?

24.11.2019 17:37 • x 1 #4


Simple-Man

Simple-Man


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Zitat von girasole:
Hallo Simple-Man, ja genau, ist immer der gleiche... habe ich mich irgendwie missverständlich ausgedrückt?


Eigentlich nicht. Deshalb bin ich so verwundert über die harte Antwort.

24.11.2019 17:40 • x 1 #5


girasole


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Achso ja danke, hat mich auch kurz verwundert aber naja damit muss man wohl auch rechnen wenn man seine private Geschichte in einem Forum teilt dass auch der ein oder andere sinnlose Kommentar dabei ist mit dem der Verfasser eigentlich nicht wirklich helfen will sondern nur schreibt damit was geschrieben ist

25.11.2019 22:57 • #6




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