Zitat von Lena737:Hallo.
Wenn ich mich mal einmischen darf...
ich hatte damals den tollsten Mann der Welt.
Treu, ehrlich, zuverlässig. Er schenkte mir das wertvollste, was man mir schenken konnte. Unseren Sohn.
Ich zog mit ihm aufs Land, musste nicht arbeiten und hatte alles.
Geld, Urlaube, Familie, tolle Schwiegereltern, gemeinsame Freunde.
Irgendwann wurde mir langweilig. Ich dachte mir mit meinen 30 Jahren, dass es das auf keinen Fall gewesen sein kann.
Also zog ich los. Der kleine war so ca 3 Jahre alt, wo es los ging.
Ich traf alte Freundinnen, ging aus und genoss es, wieder Frau zu sein.
Ich freute mich über die Blicke anderer Männer, flirtete.. während mein damaliger Mann mir vertraute.
Irgendwann nahm ich komplett reissaus.
Ich nahm Kontakt zu einem meiner ex Partner auf. Der S., das kribbeln, die Leidenschaft. Ich flog nur noch so durch die Gegend, über Monate!
Also verließ ich meinen Mann, den Vater meines Kindes und zerstörte meine Familie.
Mein Kind war damals 3. Morgen wird er 12!
die Affäre endete in einer mega Katastrophe. Der Mann hat mich fast ruiniert. Er hat meine Seele zerstört. Mich fast gebrochen.
Ich habe Jahre gebraucht um all das zu verarbeiten. Jahre!
Fazit. Mein mittlerweile ex Mann ist wieder glücklich liiert. Meine Affaire Auch. Ich lebe alleine mit meinen Kind in unserer schönen Wohnung und ich versuche Tag und Nacht gegen das traurige anzukämpfen mit dem ein Scheidungskind nunmal so leben muss.
Ich Stämme alles allein. Ich beschwere mich nicht. Es ist mein Lebensweg, den ich selber gewählt habe. Aber es ist hart. Verdammt hart.
Ich kam damals nicht gegen den Drang nach Leidenschaft an. Zu hungrig war ich. Zu wenig bekam ich in meiner Kindheit davon. Zu selbstverständlich und langweilig wurde mein Mann für mich.
Heute blicke ich zurück und stelle mir immer und immer wieder die Frage.
War es das wirklich wert? NEIN!
Leidenschaft vergeht! Ich verspreche dir das.
Bitte überlege genau. Denke langfristig.
Ich bin seither nicht mehr auf die Füße gekommen. Zumindest partnerschaftlich gesehen und ja - ich bin einsam.
Du sagst selbst, dass eine Bindung mit deiner Affaire nicht in Frage kommt.
Wenn dem so ist, zieh dich zurück und frage dich immer und immer wieder : ist es das wert?
Hallo,
vielleicht hilft es dir auch mal meine Geschichte zu hören. Wenn nicht, dann ignoriere mich einfach. Aber in deiner Geschichte sehe ich doch Parallelen zu mir und meiner Frau.
Meine Frau und ich hatten eine sehr lange Beziehung ehe sie ebenfalls ihrem Affärenmann begegnete. Sie ähnelt den Ausführungen von Lena737 und Didi83. Der AM war so ganz anders als ich, eher der Typ Macho, wenn ich dies so schreiben darf. Sie kam wie es vielfach in diesem Forum beschrieben wird, sie war mir meiner sicher, die Kinder groß und alles was wir uns vorgenommen hatten lebte sie nun mit ihm aus. Die Verliebtheit sorgte für eine rosarote Brille gegen die ich keine Chance hatte. Nachdem ich meine letzte Karte gespielt hatte, stand die Trennung an. Sie zog direkt zu ihm und erlebte den 7. Himmel in allen Belangen. Ich konzentrierte mich in dieser Zeit auf mich. Probierte neue Hobbys aus, reiste in ferne Länder und war stetig von der Verarbeitung von unserem Beziehungsende abgelenkt. Dies bemerkte ich jedoch erst später.
Als der AM sie nun sicher hatte, wandelte sich das Bild den kommenden Monaten schleichend. Sie sollte den Haushalt alleine schmeißen, bekam keine Unterstützung mehr wie von mir, die Aufmerksamkeit lies nach aber fürs Bett sollte sie bereit stehen. Wenn es ihr gesundheitlich schlecht ging, ging er eben mit Freunden aus und ließ sie zurück. Davon bekam ich damals alles nichts mit, da sich unser Kontakt "nur" auf die Kinder beschränkte. Sie trennte sich dann und bezog eine eigene Wohnung.
Ich lernte selbst andere Frauen kennen von denen ich mich wieder im Guten trennte, weil es einfach nicht für eine Beziehung reichte. Meine Frau jedoch hatte danach keine weitere Partnerschaft mehr, sie ist von mir finanziell nicht abhängig und hätte auch neue Beziehungen eingehen können, aber das wollte sie nicht. Sie kämpfte immer mehr darum mich zurückzugewinnen. Erst als sie mir das ganz offen darlegte, fiel ich in ein tiefes Loch. Es kam alles Hoch wovon ich mich davor mit Hobbys, Reisen, etc ablenkte.
Erst von da an begann für mich der Verarbeitungsprozess und ich war stinksauer warum sie mich nicht einfach in Ruhe hätte lassen können. Natürlich war dies Quatsch, weil ich ja selbst mit dem Thema noch nicht im Reinen war, aber so dachte ich eben im ersten Moment. Als ich dies jedoch schaffte, auch unter guter Mithilfe eines Therapeuten, war ich mit mir im Guten was diesen Teil meines Lebens anbelangte. Und meine Frau lies nicht locker. Wir konnten immer mehr Gespräche darüber führen, wie es so weit kommen konnte, über die Gründe und wie es und in welcher Intensität es mir Verletzungen zugeführt hatte. All dessen war ihr im Hormonrausch nicht bewusst. Sie litt und kämpfte ca. 2,5 Jahre um mich wieder zu bekommen. Ich blockte es ab, wollte nicht zum Strohfeuer werden und danach das gleiche Leid durchleben. Es dauerte lange, aber Stück für Stück näherten wir uns an und sind wieder zusammen.
Es kam alles auf den Tisch und letztendlich würde ich behaupten, dass sie zumindest annähernd oder sogar genauso stark gelitten hat wie ich. Hätte sie nicht wie eine Furie gekämpft und diesen langen Atem bewiesen, dann hätte es nicht funktioniert. Sie war es die mich zurückerobert hat.
Grundlage dafür war sicherlich, dass die Liebe nie ganz erloschen ist, aber ganz tief unter einem Steinschlag versteckt war. Und je mehr die Steine aus dem Weg geräumt wurden, desto mehr konnte unsere Liebe wieder das Licht der Welt erblicken. Die Kratzer sind geblieben, aber das Herz schlug noch.
Vielleicht hilft es manchem als Beispiel, dass es auch noch klappen kann, sofern beide bereit dafür sind und kämpfen.
Ich wollte das jetzt nicht zu meinem Thread machen, sondern nur darlegen, wie es auch enden kann.