Nelly01
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Bis vor ungefähr einem Jahr hatte er eine Lebensgefährtin. Sie hat sich von ihm getrennt – in einer Zeit, in der es ihm, wie er selbst erzählt hat, nicht gut ging. Aber auch schon vorher war zwischen den beiden vieles nicht mehr in Ordnung. Sie war oft launisch, hatte immer weniger Lust, etwas mit ihm zu unternehmen, und zog sich immer mehr zu ihrer Familie und ihren Freunden zurück. Sie haben immer weniger miteinander geredet, bis sie eines Tages ihre Sachen gepackt hat und gegangen ist.
Danach begann die Geschichte zwischen uns. Ich habe mich vollkommen auf ihn eingelassen und wir waren fast ein Jahr zusammen. Ich habe ihm vertraut und geglaubt, dass wir eine gemeinsame Zukunft haben könnten.
Dann wurde seine ehemalige Lebensgefährtin krank und er fuhr zu ihr, um ihr zu helfen. Von da an war er immer öfter bei ihr. Wenn ich ihn darauf angesprochen und gefragt habe, was zwischen ihnen ist, sagte er immer: „Wir sind doch nur Freunde.“
Ich habe ihm geglaubt.
Bis letzten Freitag.
Da sagte er plötzlich zu mir, dass er völlig zerrissen sei. Er wolle nicht alleine sein. Er möchte uns beide haben und er möchte auch mich nicht verlieren.
Seitdem hat er sich nicht mehr bei mir gemeldet.
Und ich habe mich ebenfalls nicht bei ihm gemeldet.
Jetzt sitze ich mit all diesen Gedanken und Gefühlen da und frage mich, wie ich das alles verstehen soll. Ich habe ihm so viel von mir gegeben und mich wieder auf ihn eingelassen. Und jetzt fühlt es sich an, als würde mir erneut der Boden unter den Füßen weggezogen.
Vielleicht muss ich mir endlich eingestehen, dass ich ihn nicht dazu bringen kann, sich für mich zu entscheiden. Ich kann nur selbst entscheiden, was ich mir noch zumuten möchte und was nicht mehr.
Im Moment tut es einfach nur weh.
