Zitat von Blindfisch:Das es dir im Moment schlecht geht ist nachvollziehbar und es tut mir leid für dich. Das du einen Menschen nicht dazu bringen kannst dich zu lieben ...
Nach der ersten Trennung von ihm habe ich sehr lange gebraucht, um darüber hinwegzukommen. Ich habe damals jeden Tag mit ihm zu tun gehabt, und dadurch war es unglaublich schwer, wirklich Abstand zu gewinnen. Aber irgendwann wurde es besser. Ich habe gelernt, alleine zu sein – und das war das erste Mal in meinem Leben, dass ich wirklich nur auf mich selbst gestellt war.
Ich bin ausgegangen, habe Menschen kennengelernt und angefangen, mein eigenes Leben zu leben. Eine feste Beziehung ist danach nicht mehr entstanden. Ich war vorsichtig geworden und habe niemanden mehr wirklich nah an mich herangelassen. Vielleicht, weil ich gelernt hatte, dass man sich manchmal selbst schützen muss.
Als wir wieder zueinandergefunden haben, habe ich ihm vertraut. Ich kümmere mich seit zwei Jahren um mein Mann weil er krank ist. Deshalb habe ich ihm geglaubt, als er sagte, dass er seine Ex besucht. Ich wollte nicht misstrauisch sein und habe ihm die Chance gegeben, mir zu zeigen, dass ich ihm vertrauen kann.
Aber irgendwann wurde aus einem Besuch immer wieder ein Besuch. Obwohl sie Freunde und ihre Familie um sich hat, ist er immer wieder zu ihr gefahren. Ich habe ihm mehrmals gesagt, dass mich das verletzt und dass ich das nicht möchte. Nicht, weil ich ihm vorschreiben will, mit wem er Kontakt haben darf, sondern weil ich irgendwann gemerkt habe, dass meine Gefühle dabei keine ausreichende Bedeutung mehr zu haben scheinen.
Und ja, bevor jemand fragt: Ich kümmere mich auch um meinen Ex. Aber bei ihm ist die Situation eine andere. Er hat niemanden. Er ist ganz alleine. Und ich kann einen Menschen, der niemanden hat, nicht einfach fallen lassen.
Ich habe gelernt, alleine zu sein. Und vielleicht ist genau das heute meine größte Stärke. Ich weiß inzwischen, dass ich einen Menschen lieben und trotzdem gehen kann. Dass ich mich kümmern und trotzdem Grenzen setzen kann. Und dass ich niemanden davon überzeugen muss, meinen Wert zu erkennen.
Ich möchte nicht mehr um Aufmerksamkeit, Vertrauen oder einen Platz im Leben eines Menschen kämpfen müssen.
Wenn jemand wirklich bei mir sein möchte, dann sollte ich das nicht ständig hinterfragen müssen.
Vielleicht ist es deshalb jetzt an der Zeit, loszulassen. Nicht, weil mir dieser Mensch egal ist. Sondern weil ich irgendwann verstanden habe, dass ich mich selbst nicht noch einmal verlieren darf, nur um jemanden festzuhalten.
Diesmal möchte ich nicht zurückblicken und mich fragen, warum ich nicht früher gegangen bin.
Diesmal möchte ich nach vorne schauen – und endlich wieder mich selbst in den Mittelpunkt meines eigenen Lebens stellen.
und trotzdem tut es verdammt weh
😭