Violettsloth
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Guten Morgen, ja das stimmt. Er muss es erkennen und selbst wollen, dass es ihm besser geht. Ich unterstütze ihn dabei, wenn er es wünscht, aber vorrangig ist es sein Problem.
Mir geht es jetzt seit zwei Tagen um einiges besser. Wollte ich ihn bisher unbedingt zurück, fange ich nun jedoch an, ihn aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Hätte ich vor einigen Tagen noch über alles hinweggesehen, nur dass er wieder zurückkommt, sehe ich nun klarer. Das Verhalten meines Mannes trägt da gut zu bei. Treffen wir aufeinander, verhält er sich nicht abweisend, eher sogar leicht bemüht. Ich merke, dass er die gemeinsame Zeit genießt. Aber sonst lässt er mich verhungern. Er sucht von sich aus keinen Kontakt, schreibe ich ihn an, kommt in den meisten Fällen keine Reaktion. Er fragt nicht, wie es mir geht, ob ich zurecht komme, ob er irgendwo unterstützen soll. Ich habe eher den Eindruck, er möchte mich bestrafen: So, du hast jetzt was du wolltest, dann sieh zu, wie du klar kommst! Und geht selbst zurück an Mamas Rockzipfel. Auch fällt auf, dass er leider null Erkenntnis zeigt, was eigentlich schief gelaufen ist. Er reflektiert seinen Anteil null. Habe ich in den letzten Wochen immer wieder Kontakt zu ihm aufgenommen, so habe ich das jetzt eingestellt. Und ich frage mich immer weniger, was er gerade jetzt macht.
Ich musste erkennen, was ich leider tief in mir drin immer wusste: Ich bin mit einem Kind verheiratet. Seine Unselbstständigkeit, seine Unfähigkeit Konflikte zu bestreiten und auch dieses ignorante Verhalten lassen mich wirklich daran zweifeln, dass ich eine weitere Zukunft mit ihm möchte.
Die letzten Wochen habe ich irgendwie existiert, einfach überlebt. Seit zwei Tagen jedoch, mache ich langsam wieder Pläne, habe sogar endlich mal wieder gekocht. Den normalen Alltag zu bestreiten, fiel mir verdammt schwer. Es geht wohl langsam aufwärts.