MH45
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zunächst einmal möchte ich Euch mitteilen, dass ich überwältigt bin, über die Masse an Rückmeldugen und Eure Anteilnahme. Ich hätte nie gedacht, dass so viele sich diesen Text bis zur Gänze antun.
Eure Reaktionen, Erfahrungen und Meinungen, spiegeln ziemlich genau das Gefühls- und Gedankenchaos wieder, in dem ich mich aktuell befinde.
Interessanterweise ist auch der kurze Disput zwischeneinigen Antwortern Teil dieses Chaoses in mir. Wie irgendjemand richtig geschrieben hat bin ich das genaue Gegenteil eines Kontrollfreaks, eigentlich. Das ich ihr Handy ausspioniert habe, ist nichts worauf ich stolz bin und bis vor ein paar Wochen wäre ich auch nicht einmal auf die Idee gekommen. In unseren Gesprächen hat meine Frau mir versichert, dass sie mir deswegen nicht böse sei und sie es sogar versteht. Jetzt glaube ich halt wenigstens das Mal.
Zu meiner Frau: Ich möchte nicht, dass man sie als Monster sieht, das ist sie nicht. Und falls das bei meiner Erzählung so rüberkam, sprach da vielleicht der ganze Schmerz aus mir. Sie ist unglaublich sensibel und liebesbedürftig, was letzten Endes, durch die vielen getrennten Stunden ja gerade zu dieser unsäglichen Situation geführt hat. Obwohl sie echt gut aussieht, ist sie total unsicher und hat kaum Selbstbewusstsein. Sie tut alles für ihre Lieben und wenn man jemanden braucht, ist sie da. Wäre sie ein Monster, kalt oder gemein, würde mir das alles hier sicher nicht so schwer fallen. Und ich sehe, wie sie sich schämt für das Ganze und dass sie noch etwas für mich empfindet oder vielleicht auch viel für mich empfindet.
Die ganze Situation nimmt sie bereits seit Monaten mit und ich habe sie vor drei-vier Monaten (als ich noch Vertrauen hatte) zwei Mal nachts dabei erwischt, wie sie sich (ernsthaft) das Leben nehmen wollte. Und auch jetzt habe ich immer Angst, dass sie sich was antut, auch wenn sie mir versprochen hat es nicht zu tun, wegen den Kindern und ihrer Mutter.
Irgendjemand hat es richtig geschrieben, ich glaube, über das Fremdgehen an sich, könnte ich noch irgendwie hinwegsehen. Nicht gleich sicher, aber irgendwann. Aber dass sie mein Vertrauen so dermaßen missbraucht und mit Füßen getreten hat, wiegt viel schwerer. Ich hätte meine Hand für sie ins Feuer gelegt, ohne zu zögern. Ich glaube, das ist in dem Text auch rübergekommen. Umso schwerer und härter ist der Verrat. Vor allem, weil er sich nicht nur auf die Zeit vor dem ersten Knall bezog, sondern vor allem die Dinge, die in den letzten beiden Wochen geschehen sind, sind grausam gewesen.
Ich wollte gestern bereits die Trennung, zumindest vorerst, bin dann aber doch wieder weich geworden und wir lagen heute Nacht beisammen. Das war sicher falsch, aber ich kann es auch nicht bereuen. ... wie gesagt, ich liebe sie noch immer. Aber dank einiger Eurer Antworten habe ich nun eines wenigstens erkannt. Wir brauchen die Trennung. Sie sagt, sie hätte sich Bilder angeschaut und Gedanken gemacht und will nur mich. Das mit ihm (sorry, ich will den Namen nie wieder aussprechen oder schreiben) sei abgehakt. Aber ich denke auch für sie ist diese Entscheidung nicht fair zustandegekommen. Vor drei Tagen hat sie ihm noch geschrieben, dass sie ihn vermisse und nun ist alles vorbei? Nicht glaubwürdig! Aber als sie sich entschieden hat, war ich die ganze Zeit da, nicht er. Wie wäre ihre Entscheidung ausgefallen, wäre er bei ihr gewesen und hätte sie in den Arm genommen und mit ihr gemeinsam geweint?
Ich habe daher die Entscheidung getroffen heute vorerst auszuziehen. Für Sie, damit sie sich ihrer Gefühle klar werden kann. Für mich, damit ich anfangen kann zu heilen und versuchen in mich reinzuhören, ob ich ihr jemals wieder vertrauen kann.
Wie lange das dauern wird? Keine Ahnung. Weder bei ihr, noch bei mir.
Und wenn dann jeder für sich im Klaren darüber geworden ist, was er will, dann reden wir und schauen, ob es eine gemeinsame Zukunft geben kann oder nicht.
Ich habe ihr das bereits mitgeteilt und ich hoffe, ich bin stark genug heute zu gehen. Sie möchte es nicht und ich befürchte, die Sache wird schwieriger, als ich mir das hier gerade vorstelle.
Vielen Dank Euch allen. Und ja, schon das darüber Schreiben hat geholfen.
MH
... kaum zu glauben.