Gaylen
Gast
Eigenartige Bezeichnung...unbewusst und doch so passend, aber das sollte ich erst sehr viel später erkennen.
Ich wurde schon öfters gefragt "Wo ist deine Geschichte?"
Nun denn... die letzten, für mich grausamsten fünf Jahre meines Lebens...
Davor...
Verliebt, verheiratet...geschieden.
Mein ehemaliger Mann litt an Alk., welcher nicht "in den Griff" zu kriegen war...von uns beiden.
ER wollte nicht, ICH konnte nicht...
Nachdem dann meine Tochter geboren wurde, nicht sehr gesund und sich bei mir ein Schwangerschaftsdiabetes manifestierte, musste ich mich entscheiden, für wen meine Kraft damals noch reichte.
Ich lebte in der ehemaligen DDR und da gab es zu dieser Zeit keine Hilfe in Bezug auf Suchterkrankungen. Sie "existierten" einfach nicht.
So zog ich denn mein Mäuschen(inzwischen eine Maus von fast 30 Jahren...) alleine auf, zumal ihr Vater dann verstarb mit nur 54 Jahren.
Eine 8jährige "Beziehung" ging danach auch nicht sehr gut.
Nun mit fast 50 sagte ich mir, wir schauen mal. Allein für den Rest meines Lebens? Nicht unbedingt mein Fall. Aber es sollte "prickeln, kribbeln, funken". Dann werde ich es sicher spüren, ansonsten soll es nicht sein.
Und es kam in Gestalt eines blonden Wikingers...ansprechend, charmant und intelligent.
Ich traf ihn in einem öffentlichem Gebäude an einer Bücherkiste. Gaylen beim "stöbern" und der erste Satz von ihm "sie lesen wohl gern?"
Worte die ich nie vergessen werde. Man hätte ich damals nur nein gesagt. Das ist echter, böser Sarkasmus, Galgenhumor....
Aber, der Honeymoon begann.
Er gebildet, etwas chaotisch in seiner Lebensweise, belesen, Journalist und selber "Buchschreiber."
Nennt man das nicht Autor?
Natürlich fühlte ich mich...
Vielleicht war zur dieser Zeit auch mein Selbstbewusstsein "etwas" erschöpft. Alltag, Krankheiten, Probleme...Oh ja er hat mich "gestreichelt", meine Seele und meinen Geist.
"Wir schaffen das schon, wir sind doch jetzt ein Team!"
Nun ich gebe zu, es war einfach schön wieder jemanden an seiner Seite zu haben der alles mit einem teilte.
Es passte einfach...
Da ich immer auch offen war, kommunikativ, er mich so "annehmen wollte", wie ich war und mich "nicht verändern" wollte (sein Ton), verliebte ich mich bald in das Bild des charismatischen Verführers.
Ein "Traumprinz", der sich zum "Albtraumprinz" wandeln sollte...
Es lief gut. Ich wurde "geliebt", hofiert, erlas mir jeden Wunsch von den Augen ab und die Freundeswelt war hingerissen von ihm...JA ICH AUCH!
Wir führten viele Gespräche, Diskussionen und ich lernte auch sehr viel von ihm. Internet, schreiben, mich besser, gewählter ausdrücken.
Nicht das ich das vorher nicht konnte, aber ER "erweiterte" meinen Horizont, durch neue, andere Interessen, andere Gebiete. Immerwährendes Lernen, weiterbilden, nicht auf einer Stufe stehenbleiben, ist ein Ansicht meines Lebens.
Das fand er auch sehr gut.
Seine Aussage dazu... das Lied von Klaus Hoffmann "Weil du nicht bist wie alle anderen" (man möge mir die Werbung verzeihen).
Er lebte damals in Trennung, reichte nach dem Jahr die Scheidung ein und ein "Rosenkrieg" begann. Nerverei, Stress und Kampf um ein Haus und sonstige, materielle Güter.
Oh ja, seine Ex war die "böse", ich glaubte (verliebt wie ich war) Ihm und verdammte sie.
Viele Dinge, die sich in diesen fast vier Jahren veränderten, begründete er mit nervlicher Anspannung und Stress. Manchmal waren es nur Worte, Verdrehungen und "Missverständnisse."
Ich wollte natürlich ALLES besser machen, zeigen das ich anders war als sie und auch Verständnis für "seine" Seele haben konnte.
Mir lag an Gemeinsamkeiten, ein Leben aufbauen, sein "materielles" interessierte mich nur insoweit, wie er es brauchte. Ich wäre unter die Brücke gezogen, mit ihm, wenn es nötig gewesen wäre.
Er reagierte manchmal etwas überzogen, war schnell verletzt und machte dann einfach "dicht."
Oft war ich mir nicht mal einer Schuld bewusst. Nun die Taktik der Schuldzuweisung ist ja Grundschemata der NPS, wie ich inzwischen erkannt habe.
Ich bezeichnete ihn als "in seinem Elfenbeinturm sitzend". Immer wenn ich unten einen Mauerstein gelöst hätte um an/oder in sein Innerstes vorzudringen, würde er einen Reperaturtrupp schicken, der oben noch eine Lage draufsetzte. Ich musste "buddeln, poliertes Ego und Elfenbein ist sehr "glatt."
Unbewusst gebrauchte ich dieses Wort anfangs und musste neulich erst feststellen, das es in einem Fachbuch von Peter Röhr auch genau so erwähnt wurde.
Irgendwie "irrige" untergründige Ahnungen?
Nun wie gehabt...viele kleine Trennungen, Tage, Wochen und sogar zweimal Monate. Er zog sich einfach ohne Begründungen zurück, ließ auch mich mit Fragen und Gedanken einfach hängen. Kam er zurück, gab es entweder Schuldzuweisungen (seiner Ex oder mir gegenüber), vielleicht mal eine winzige lapidare Entschuldigung, aber kein reden, keine direkte Aussprache. Er war wieder da und verlangte einfach nur das alles weiterlief. Er war ja nie schuld...
Ich habe vieles seiner Exfau und dem Rosenkrieg zugeordnet. Bei ihr muss ich mich heute entschuldigen, denn meine Erkenntniss kam spät. Er hatte sie in über 30jähriger Ehe "geformt" und sie wurde zur echt Co- Abhängigen.
Ich möchte diese Frau nicht beleidigen, doch sie konnte ihm aufgrund ihrer Intelligenz und Psyche nichts entgegen setzen. Sie war auch sehr jung als sie heirateten, unerfahren und noch unfertig in der Entwicklung.
Sie hat bis heute noch nicht begriffen, was und wie er ist. Sie hat mit falschen Mitteln und Argumenten versucht ihre Ehe zu retten und nie gemerkt, ihm auch noch in die "Hände gespielt" zuhaben.
Sie ist Vergangenheit(fast) und auch meine kam, nachdem ich langsam genug hatte mit der Achterbahn, dem On/off und mich zu fragen begann WIESo?
Das die Beziehung nicht "gesund" verlief, dämmerte mir, nachdem körperliche und psychische Probleme bei mir massiv zunahmen und meine Gedanken nur noch kreiselten.
Diabeteswerte fürchterlich, Schlafprobleme und Depressionen.
Ich wurde immer schlecht gelaunter, aufmüpfiger und kriegte nichts mehr auf die Reihe.
Er wurde böse, trieb mich mit Schuldzuweisungen(die ich inzwischen nicht mehr so kritiklos hinnahm) aus seiner Wohnung und ließ mich einfach hängen. Nähe und Kuscheln wurde als "Läufigkeit" behandelt und ansonsten waren Ansichten, die am Anfang der Beziehung gut und akzeptiert waren, plötzlich unmöglich, vollkommen verkehrt usw.
Ein Mann redet nicht viel, ja Frauen sind da anders, genetisch auch bedingt und nicht immer leicht zu verstehen. Aber keine Kommunikation? Gar keine?
Wie soll da eine Beziehung existierten, wenn der Austausch fehlt?
Natürlich war ich schuld, ich hätte mich ja soooo verändert. Sicher habe ich mich das, aber den größten Part dabei, betreffs des Negativen weise ich ihm zu.
Das ich auch einen Anteil habe, streite ich nicht ab, denn ich habe es geschehen lassen.
Das ich in ein "Helfersyndrom" gerutscht bin, ist mir erst heute klar.
Nun er meinte, man fände für alles eine Erklärung, im Internet und Zeit hatte ich ja genug, wenn ER "bockte."
Er hatte mir das Netz ja erst "nahe gebracht" und mir immer zu vermitteln versucht, alle Behauptungen mit genauem Wissen zu untermauern. Wenn man "zickt" muss man auch wissen, warum.
Nur das ich nicht ganz in der Lethargie und im Koma versank, habe ich meinem Überlebenswillen und meinem Wissensdrang zu verdanken.
Ich wollte begreifen und verstehen. Anfangs um ihm zu helfen und dann um mich selber zu retten.
Das ist inzwischen fast ein Jahr her und langsam geht es mir wieder besser. Gesundheit wird, Schlafstörungen sind fast vorbei und zu sehen das ich nicht "spinne" gibt mir Auftrieb.
Er hat die Next und wähnt sich glücklich, trampelt mir noch etwas auf den Nerven herum mit seiner Narzmanier, da er noch im Haus wohnt(über mir), aber er wird mir immer gleichgültiger.
Das er versucht mich mit "Spielchen" rauszufordern ist auch mir klar. Langsam vergeht der Schmerz eine solche Maske geliebt zu haben. Er wirkt inzwischen auf mich fast nur noch lächerlich, zumal er das Gegenteil tut und hat, als was er bei mir gesagt und behauptet hat. Unglaubwürdig und nur....
Eine Beziehung wird es mit ihm nie mehr für mich geben und er soll nur noch gehen, verschwinden aus unserem Haus und meiner mir angestammten Heimat. Er "verpestet" nur noch die Luft hier!
Entschuldigt, ich weiß er macht mich noch wütend, aber das zeige ich nur euch, IHM gebe ich die Genugtuung nicht!
Aber es wird besser, versprochen und danke an alle die mit mir hier durchhalten.
Ich wünsche jedem soweit zu kommen, wie ich heute schon bin...auch wenn es nicht immer so aussieht.
LG , Gaylen
Bussis, deine Leuchtfeuer. 