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Am Elfenbeinturm bin ich gescheitert

Gaylen

Elfenbeinturm?
Eigenartige Bezeichnung...unbewusst und doch so passend, aber das sollte ich erst sehr viel später erkennen.

Ich wurde schon öfters gefragt "Wo ist deine Geschichte?"
Nun denn... die letzten, für mich grausamsten fünf Jahre meines Lebens...

Davor...
Verliebt, verheiratet...geschieden.
Mein ehemaliger Mann litt an Alk., welcher nicht "in den Griff" zu kriegen war...von uns beiden.
ER wollte nicht, ICH konnte nicht...
Nachdem dann meine Tochter geboren wurde, nicht sehr gesund und sich bei mir ein Schwangerschaftsdiabetes manifestierte, musste ich mich entscheiden, für wen meine Kraft damals noch reichte.
Ich lebte in der ehemaligen DDR und da gab es zu dieser Zeit keine Hilfe in Bezug auf Suchterkrankungen. Sie "existierten" einfach nicht.

So zog ich denn mein Mäuschen(inzwischen eine Maus von fast 30 Jahren...) alleine auf, zumal ihr Vater dann verstarb mit nur 54 Jahren.

Eine 8jährige "Beziehung" ging danach auch nicht sehr gut.

Nun mit fast 50 sagte ich mir, wir schauen mal. Allein für den Rest meines Lebens? Nicht unbedingt mein Fall. Aber es sollte "prickeln, kribbeln, funken". Dann werde ich es sicher spüren, ansonsten soll es nicht sein.
Und es kam in Gestalt eines blonden Wikingers...ansprechend, charmant und intelligent.

Ich traf ihn in einem öffentlichem Gebäude an einer Bücherkiste. Gaylen beim "stöbern" und der erste Satz von ihm "sie lesen wohl gern?"
Worte die ich nie vergessen werde. Man hätte ich damals nur nein gesagt. Das ist echter, böser Sarkasmus, Galgenhumor....

Aber, der Honeymoon begann.
Er gebildet, etwas chaotisch in seiner Lebensweise, belesen, Journalist und selber "Buchschreiber."
Nennt man das nicht Autor?
Natürlich fühlte ich mich...
Vielleicht war zur dieser Zeit auch mein Selbstbewusstsein "etwas" erschöpft. Alltag, Krankheiten, Probleme...Oh ja er hat mich "gestreichelt", meine Seele und meinen Geist.
"Wir schaffen das schon, wir sind doch jetzt ein Team!"

Nun ich gebe zu, es war einfach schön wieder jemanden an seiner Seite zu haben der alles mit einem teilte.
Es passte einfach...
Da ich immer auch offen war, kommunikativ, er mich so "annehmen wollte", wie ich war und mich "nicht verändern" wollte (sein Ton), verliebte ich mich bald in das Bild des charismatischen Verführers.
Ein "Traumprinz", der sich zum "Albtraumprinz" wandeln sollte...

Es lief gut. Ich wurde "geliebt", hofiert, erlas mir jeden Wunsch von den Augen ab und die Freundeswelt war hingerissen von ihm...JA ICH AUCH!
Wir führten viele Gespräche, Diskussionen und ich lernte auch sehr viel von ihm. Internet, schreiben, mich besser, gewählter ausdrücken.
Nicht das ich das vorher nicht konnte, aber ER "erweiterte" meinen Horizont, durch neue, andere Interessen, andere Gebiete. Immerwährendes Lernen, weiterbilden, nicht auf einer Stufe stehenbleiben, ist ein Ansicht meines Lebens.
Das fand er auch sehr gut.
Seine Aussage dazu... das Lied von Klaus Hoffmann "Weil du nicht bist wie alle anderen" (man möge mir die Werbung verzeihen).

Er lebte damals in Trennung, reichte nach dem Jahr die Scheidung ein und ein "Rosenkrieg" begann. Nerverei, Stress und Kampf um ein Haus und sonstige, materielle Güter.
Oh ja, seine Ex war die "böse", ich glaubte (verliebt wie ich war) Ihm und verdammte sie.
Viele Dinge, die sich in diesen fast vier Jahren veränderten, begründete er mit nervlicher Anspannung und Stress. Manchmal waren es nur Worte, Verdrehungen und "Missverständnisse."
Ich wollte natürlich ALLES besser machen, zeigen das ich anders war als sie und auch Verständnis für "seine" Seele haben konnte.
Mir lag an Gemeinsamkeiten, ein Leben aufbauen, sein "materielles" interessierte mich nur insoweit, wie er es brauchte. Ich wäre unter die Brücke gezogen, mit ihm, wenn es nötig gewesen wäre.

Er reagierte manchmal etwas überzogen, war schnell verletzt und machte dann einfach "dicht."
Oft war ich mir nicht mal einer Schuld bewusst. Nun die Taktik der Schuldzuweisung ist ja Grundschemata der NPS, wie ich inzwischen erkannt habe.
Ich bezeichnete ihn als "in seinem Elfenbeinturm sitzend". Immer wenn ich unten einen Mauerstein gelöst hätte um an/oder in sein Innerstes vorzudringen, würde er einen Reperaturtrupp schicken, der oben noch eine Lage draufsetzte. Ich musste "buddeln, poliertes Ego und Elfenbein ist sehr "glatt."
Unbewusst gebrauchte ich dieses Wort anfangs und musste neulich erst feststellen, das es in einem Fachbuch von Peter Röhr auch genau so erwähnt wurde.
Irgendwie "irrige" untergründige Ahnungen?

Nun wie gehabt...viele kleine Trennungen, Tage, Wochen und sogar zweimal Monate. Er zog sich einfach ohne Begründungen zurück, ließ auch mich mit Fragen und Gedanken einfach hängen. Kam er zurück, gab es entweder Schuldzuweisungen (seiner Ex oder mir gegenüber), vielleicht mal eine winzige lapidare Entschuldigung, aber kein reden, keine direkte Aussprache. Er war wieder da und verlangte einfach nur das alles weiterlief. Er war ja nie schuld...

Ich habe vieles seiner Exfau und dem Rosenkrieg zugeordnet. Bei ihr muss ich mich heute entschuldigen, denn meine Erkenntniss kam spät. Er hatte sie in über 30jähriger Ehe "geformt" und sie wurde zur echt Co- Abhängigen.
Ich möchte diese Frau nicht beleidigen, doch sie konnte ihm aufgrund ihrer Intelligenz und Psyche nichts entgegen setzen. Sie war auch sehr jung als sie heirateten, unerfahren und noch unfertig in der Entwicklung.
Sie hat bis heute noch nicht begriffen, was und wie er ist. Sie hat mit falschen Mitteln und Argumenten versucht ihre Ehe zu retten und nie gemerkt, ihm auch noch in die "Hände gespielt" zuhaben.
Sie ist Vergangenheit(fast) und auch meine kam, nachdem ich langsam genug hatte mit der Achterbahn, dem On/off und mich zu fragen begann WIESo?
Das die Beziehung nicht "gesund" verlief, dämmerte mir, nachdem körperliche und psychische Probleme bei mir massiv zunahmen und meine Gedanken nur noch kreiselten.
Diabeteswerte fürchterlich, Schlafprobleme und Depressionen.
Ich wurde immer schlecht gelaunter, aufmüpfiger und kriegte nichts mehr auf die Reihe.
Er wurde böse, trieb mich mit Schuldzuweisungen(die ich inzwischen nicht mehr so kritiklos hinnahm) aus seiner Wohnung und ließ mich einfach hängen. Nähe und Kuscheln wurde als "Läufigkeit" behandelt und ansonsten waren Ansichten, die am Anfang der Beziehung gut und akzeptiert waren, plötzlich unmöglich, vollkommen verkehrt usw.
Ein Mann redet nicht viel, ja Frauen sind da anders, genetisch auch bedingt und nicht immer leicht zu verstehen. Aber keine Kommunikation? Gar keine?
Wie soll da eine Beziehung existierten, wenn der Austausch fehlt?
Natürlich war ich schuld, ich hätte mich ja soooo verändert. Sicher habe ich mich das, aber den größten Part dabei, betreffs des Negativen weise ich ihm zu.
Das ich auch einen Anteil habe, streite ich nicht ab, denn ich habe es geschehen lassen.
Das ich in ein "Helfersyndrom" gerutscht bin, ist mir erst heute klar.

Nun er meinte, man fände für alles eine Erklärung, im Internet und Zeit hatte ich ja genug, wenn ER "bockte."
Er hatte mir das Netz ja erst "nahe gebracht" und mir immer zu vermitteln versucht, alle Behauptungen mit genauem Wissen zu untermauern. Wenn man "zickt" muss man auch wissen, warum.
Nur das ich nicht ganz in der Lethargie und im Koma versank, habe ich meinem Überlebenswillen und meinem Wissensdrang zu verdanken.
Ich wollte begreifen und verstehen. Anfangs um ihm zu helfen und dann um mich selber zu retten.
Das ist inzwischen fast ein Jahr her und langsam geht es mir wieder besser. Gesundheit wird, Schlafstörungen sind fast vorbei und zu sehen das ich nicht "spinne" gibt mir Auftrieb.

Er hat die Next und wähnt sich glücklich, trampelt mir noch etwas auf den Nerven herum mit seiner Narzmanier, da er noch im Haus wohnt(über mir), aber er wird mir immer gleichgültiger.
Das er versucht mich mit "Spielchen" rauszufordern ist auch mir klar. Langsam vergeht der Schmerz eine solche Maske geliebt zu haben. Er wirkt inzwischen auf mich fast nur noch lächerlich, zumal er das Gegenteil tut und hat, als was er bei mir gesagt und behauptet hat. Unglaubwürdig und nur....
Eine Beziehung wird es mit ihm nie mehr für mich geben und er soll nur noch gehen, verschwinden aus unserem Haus und meiner mir angestammten Heimat. Er "verpestet" nur noch die Luft hier!
Entschuldigt, ich weiß er macht mich noch wütend, aber das zeige ich nur euch, IHM gebe ich die Genugtuung nicht!
Aber es wird besser, versprochen und danke an alle die mit mir hier durchhalten.
Ich wünsche jedem soweit zu kommen, wie ich heute schon bin...auch wenn es nicht immer so aussieht.

LG , Gaylen

08.10.2015 05:20 • x 2 #1


Ellie84

Ellie84


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Liebe Gaylen,

lieben Dank, dass du uns nochmal einen Einblick in deine Geschichte gewährt hast. Ist sicherlich nicht einfach nach der erlebten Zeit wieder alles zusammenfassend nieder zu schreiben. Man erinnert sich zurück und alle positiven und dann aber auch alle negativen Gefühle kehren zurück.

Du hast viel erlebt und es hat mich sehr bewegt, da du ein sehr starker und unabhängiger Mensch zu sein scheint, der sehr viel Liebe geben kann und für die Menschen, die du liebst bedingungslos eintrittst.

Und so einen Menschen hättest du auch verdient gehabt. Du dachtest sicherlich er wäre so einer. Zum einen gut getarnt zum anderen haben die Umstände und die Sehnsucht nach einer Beziehung deine Sinne sicherlich benebelt.

So ging es mir letztendlich auch. Ich bin Anfang 30. War aber einige Zeit alleine und habe mich einfach wieder danach gesehnt geliebt zu werden und vielleicht irgendwann eine Familie zu gründen.

Er 5 Jahre jünger, sagte, er will früh Papa werden und war so herrlich herzlich und liebevoll. Äußerlich hübsch, aber nicht ganz mein Typ, aber ER bzw. sein Charakter stand an erster Stelle. Dachte, oh mann, alles passt so und er sagte das auch immer wieder.

Umso mehr ich mich öffnete desto unbegreiflicher und merkwürdiger wurde er. Kalt warm, kalt warm. Nähe Distanz usw. Meine Gefühle fuhren Achterbahn und er wusste das und machte einfach weiter.

Weißt du, vielleicht ist meiner kein Narz. er wollte mich wahrscheinlich einfach nur warmhalten und das eben mit seinen Tricks und Spielchen. Es ist doch das ewige Machtspiel. Einer ist unnahbar und der andere läuft bedingungslos hinterher (ich). Die Frage ist nur, wieso brauchter das? Warum brauchen Menschen das überhaupt? Naja, eins störte mich richtig dabei, die Lügen die er erzählt hat, nur um sein Ziel zu erreichen. Das sagt ja viel über den Charakter eines Menschen aus...

Er wusste, ich will eine Beziehung mit allem was dazu gehört und tat so, als ob er das gleiche Ziel hat. Nur derzeit von seiner Arbeit so eingenommen ist und wir uns deswegen nicht oft sehen können. Man war ich dumm, so dumm. In meinen Zwanzigern wäre mir das nicht passiert. das alle nur um mich bei der Stange zu halten.

Und immer diese kurzen Kontaktabbrüche zwischendurch, nur um sich dann zu melden und so zu tun, als ob nichts wäre.

Und ich hänge immer noch dran an ihn an das was war! Aber was war da? Eigentlich nichts, nur Respektlosigkeit und ab und an Momente, die mal kurz liebevoll waren, weil er da was wollte...

Obwohl es so durchschaubar war und ist und ihn lächerlich macht. Er macht ja immernoch weiter. Sagen er will Freundschaft und sobald ich mit ihm rede, erstmal Kontaktabbruch. Wahrscheinlich hofft er auch insgeheim, dass ich vergesse in der Zeit und er dann sein Spiel von vorne treiben kann. Meinst du das wäre möglich? Mein bester Freund traut der Stille um ihn nämlich überhaupt nicht.

Es muss schwer sein für dich, ihn immer und immer wieder zu sehen. Hat er denn vor aus dem Haus auszuziehen? Oder will er dich weiter quälen? Wie geht denn deine Tochter damit um. Muss auch schwer gewesen sein. Ward ihr sehr lange zusammen? Warst du danach in einer Therapie? Ich überlege das derzeit, denn ich will mich endlich wieder richtig gut und frei fühlen...

Sorry für die vielen Fragen.

LG, Ellie

08.10.2015 12:20 • #2


Isadora


Hallo Gaylen,

Deine Geschichte geht mir sehr tief unter die Haut und berührt mich in einer Weise die mich sehr traurig macht und mir Tränen in die Augen treibt.
Schon bei Deinem Beitrag mit dem Kleiderschrank in Deinem Herzen musste ich schlucken.

Wie können Menschen nur so sein, wie können die Männer die wir so lieben und geliebt haben sich so verhalten.
Ich würde es so gerne verstehen und begreifen können, aber die Antwort darauf wird wohl in den Sternen stehen und das für immer.

LG Isa

08.10.2015 15:33 • #3


auch betroffen


Ein sehr trauriger Beitrag...
Er erinnert mich so sehr an meine 5jährige Beziehung, das ich hier sitze und hemmungslos weine...
Ich kenne das alles in-und auswendig...
Das "bocken"...die Schuldzuweisungen...diese Kälte...die Demütigungen...dieses on/off...
Im Moment weiß ich nicht, wie es weitergehen soll...bin am Ende...
Am schlimmsten ist der Hass auf mich selbst, dass ich es so lange mitgemacht habe...
Ich fühle mich so wertlos...das, was er wohl wollte...

Aber deine Geschichte gibt mir ein wenig die Hoffnung, dass ich es auch schaffen kann...
Danke dafür ...

08.10.2015 16:42 • #4


Leuchtfeuer

Leuchtfeuer


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Meine liebe Gaylen.
Von den Schuldzuweisungen, der Kälte, der Wortlosigkeit kann ich auch ein Lied singen. Manchmal überlegte ich schon, ob "meiner" auch so ist. Aber ich glaube es nicht. Ich kann dich nur sehr gut verstehen. Das weißt du.
Sieh nur... deine Kraft konnte er dir nicht nehmen. Du hast so viel geschafft. Und jeden Tag entwickelst du mehr Stärke.
Habe ich schon mal meinen Leitspruch geschrieben?
Er ist von Longfellow:
Ich schoss einen Pfeil in den Himmelsraum-er fiel-doch wo- zur Erde nieder. Unter einem Eichenbaum fand ich ihn endlich wieder. Ungebrochen!

Ich sehe das immer so: Egal was ich/wir auch tun, lieben, leben, dass wir uns nie verlieren, uns immer wiederfinden. Ungebrochen! Dass das niemand schafft! Daran glaube ich fest!

Ich melde mich morgen bei dir. Umarme dich mit Wärme. Bussis, deine Leuchtfeuer.

08.10.2015 17:27 • #5


Gaylen


Zitat von Ellie84:
... Sagen er will Freundschaft und sobald ich mit ihm rede, erstmal Kontaktabbruch. Wahrscheinlich hofft er auch insgeheim, dass ich vergesse in der Zeit und er dann sein Spiel von vorne treiben kann. Meinst du das wäre möglich? Mein bester Freund traut der Stille um ihn nämlich überhaupt nicht.

Das würde ich auch nicht...er lässt dich sich erst mal wieder sammeln und dann "würgt" er dir wieder eins rein. Du darfst ihn doch nicht "vergessen".
Sei bloß wachsam, denn bei jedem mal da er wieder auftaucht, wird es dir mieser gehen, wenn du ihn an dich "ranlässt". Es gibt da keine Freundschaft, nicht bei all ihren Verletzungen dich betreffend.
Er wird kommen und du ihn verjagen oder eiskalt abblitzen lassen, bitte ja?
Meiner sagte einmal, "er möchte in Frieden in dem Haus mit mir leben" und "mit mir kann man doch reden..."
Ach auf einmal?
Wir hatten was zu klären wegen dem "Haustürknallen". Andern tags kam eine kleine fiese Retourkutsche...er hat einfach etwas weggenommen, was im Hausflur lag und er mir einmal geschenkt hatte. Es ging nicht um die Sache, aber er hätte zumindest Bescheid geben können. Also eine richtig, hinterhältige Tour. Das war das erste und letzte mal das ich laut geworden bin und nebenbei der Next gesteckt habe, WER ich wirklich bin...nicht nur die liebe, nette Nachbarin.
Ist nicht mein Niveau, aber es musste sein.


Es muss schwer sein für dich, ihn immer und immer wieder zu sehen. Hat er denn vor aus dem Haus auszuziehen? Oder will er dich weiter quälen? Wie geht denn deine Tochter damit um. Muss auch schwer gewesen sein. Ward ihr sehr lange zusammen? Warst du danach in einer Therapie? Ich überlege das derzeit, denn ich will mich endlich wieder richtig gut und frei fühlen...
Nein eine Therapie ist hier nicht möglich, da keine richtigen Fachkräfte da sind. Und ich lehne dieses für mich auch ab...
Was er macht und wie er tickt, was mit mir passiert ist und warum...das ist mir mittlerweise selber klar geworden, ein Therapeut könnte mir da auch nicht viel weiter mehr helfen. Und wenn die "Löcher" kommen, haben sie oft auch keine "Sprechstunde". Ich habe für mich entschieden, das mit Freundin und Tochter durchzuziehen. Sie stehen zu mir obwohl es auch für sie nicht leicht ist. Zumal sie ihn schon als Stiefpapa gesehen hat. Und auch sie hat er nach Narz Manier "entwertet" oder es zumindest versucht. Sie hat aber die Gene von ihrem Vater, der war härter im Nehmen.
Wir hoffen hier das er bald wieder geht, er möchte sein altes Haus billigst zurück ersteigern...Wunschdenken eventuell, aber die "reiche" Witwe wird so umgarnt...er hat da was vor.
So genau kann ich ihn schon einschätzen. Seine Ex-Ex (geschiedene macht dann nämlich "Nase". Und ein Narz steht ja voll auf Statussymbole. Ich hoffe das er kriegt, was er glaubt und endlich die Biege macht. Zur Zeit "turtelt" er gewaltig...
Sorry für die vielen Fragen.

LG, Ellie


Keine Entschuldigung für Fragen, dazu bin ich hier... LG, Gaylen

08.10.2015 18:57 • #6


Gaylen


Hallo Isa,

ja so geht es mir auch, ich wollte auch verstehen und begreifen, deswegen meine Recherche seit fast einem Jahr.
Und ich musste erkennen, das wir in einem solchem Fall machtlos sind. Männer dieser Art sind unheilbar.
Hätte ich eine Zeitmaschine, würde ich sie zurückdrehen und das Kind was so verletzt wurde in meine Arme nehmen. Das wäre der Ansatz zur Vermeidung der späteren NPS. Dem Erwachsenem ist nicht zu helfen. Ich vergleiche es immer mit Don Quichottes Kampf gegen die Windmühlenflügel.
Menschen, Eltern, die keine Liebe geben können, sollten keine Kinder bekommen, denn das ist ein böses Erbe.

Gast, wenn es dir hilft zu lesen...gerne und viel Kraft für dich...LG

08.10.2015 19:08 • #7


Gaylen


Hallo Leuchtfeuer,
Danke dir für deine lieben Worte.
Nun augenblicklich fühle ich mich nicht so stark. Auch bei mir kommen noch Schmerzwellen trotz der langen Zeit und dem Wissen um ihn.
Nur ich muss mich retten, Er will, kann und braucht mich nicht. Soll es so sein...

Ich bin längerfristig in der besseren und glücklicheren Position. Ich kann empfinden und lieben...Er wird nie mit seiner Suche zu ende kommen.
Eigentlich traurig....

Morgen Abend bin ich da, ansonsten geh ich Luft schnappen, in den Garten, die fast letzten Dahlien schneiden... Bis dann, umarme dich Gaylen

08.10.2015 19:20 • #8


Katalina


Zitat von Gaylen:
Hallo Isa,

ja so geht es mir auch, ich wollte auch verstehen und begreifen, deswegen meine Recherche seit fast einem Jahr.
Und ich musste erkennen, das wir in einem solchem Fall machtlos sind. Männer dieser Art sind unheilbar.
Hätte ich eine Zeitmaschine, würde ich sie zurückdrehen und das Kind was so verletzt wurde in meine Arme nehmen. Das wäre der Ansatz zur Vermeidung der späteren NPS. Dem Erwachsenem ist nicht zu helfen. Ich vergleiche es immer mit Don Quichottes Kampf gegen die Windmühlenflügel.
Menschen, Eltern, die keine Liebe geben können, sollten keine Kinder bekommen, denn das ist ein böses Erbe.
.LG


Liebe Gaylen, beim "stöbern" bin ich auf diesen Beitrag von dir gestossen, du beschreibst da genau das was ich auch denke.. und ein kleiner Teil in mir lässt ein winziges Türchen offen, die "Geschichte" mit all den Schwierigkeiten ist zuende, aber ich lasse zu das gute Anteile einen Boden finden, es gab jetzt ein paar Aussagen die von anderer Qualität waren, die auch mich berücksichtigten, die ehrlich rüberkamen.. keine Angst ich begebe mich nicht wieder auf "Glatteis" diesbezüglich bin ich kuriert! Wenn aber vernünftige Aussagen kommen, das schaue ich mir an, denn es hilft mir meine verletzte Seele zu heilen.. weiß nicht ob das verständlich rüberkommt, hatte gestern eine starke Erkenntnis, Milde, dieser Wort spricht etwas in mir an, nicht die Form die ich bisher gelebt habe, Mitleid und Engagement für jemand der mir wehtut, sondern Milde mir selbst gegenüber mit allem was dazugehört.. und da gehört für mich auch dazu das ich den verletzten Teilen in mir die Chance gebe zu heilen, auch im Kontext, aber natürlich absout vorsichtig, so wie es für mich stimmt und wie es passt..
In der letzten Zeit hat es mir große Probleme gemacht dass die Eltern des Ex hier in meiner Nachbarschaft wohnen, wir waren eine Familie und jetzt kennt man sich nicht mehr.. der Ex schlägt hier auch immer wieder auf und später wird er mal das Haus übernehmen.. man trifft sich zufällig, aber bisher bin ich aus dem Weg gegangen. Das fühlt sich nicht gut an und in mir entstand großer Stress, ich dachte das geht so nicht auf Dauer, ich muss umziehen.. das ist aber im Moment für mich nicht vorstellbar, der ganze Umzug, die Kosten und wohin überhaupt, außerdem lebe ich hier seit vielen Jahren, meine Wohnung ist super und alles gut zu erreichen, viele kulturelle Möglichkeiten die mir sehr viel geben und die ich nicht missen möchte.
Ich habe mich jetzt entschlossen bei der nächsten Begegnung werde ich grüßen, das Spiel nicht mehr mitmachen als gäbe es mich nicht und damit eine Art sozialen Tod erleben müssen..
Ich möchte das auf ein erträgliches Maß bringen, nicht mitspielen, aber meine "Marken" setzen.
Ähnlich mit dem Ex, er lässt mich ja in Ruhe, vordergründig, weil im Verborgenen läuft der "Strang" weiter, das spüre ich auch wenn ich mich gut davon abgrenzen kann.
Worum es mir eigentlich geht, ich will nicht eine Person sein die man kennt die mal ein Teil des Lebens war und die man auch in sich trägt, aber alles nur im Verborgenen.. weiß nicht wie ich das besser formulieren kann, ich will keine "Leiche" sein, sondern lebendig umgehen mit der Vergangenheit..
Kannst du damit was anfangen?

09.01.2016 07:02 • x 1 #9


Ehemaliges_Mitg.


Liebe Gaylen.
Ich habe 26 Jahre in einer Ehe mit einem solchen Menschen gelebt. Die Next meines Exmannes tut mir so oft aufrichtig leid. Sie hat deine Rolle. Gleichzeitig bin ich froh, dass ich es nicht mehr erdulden und erleiden muss. Diese Menschen zerstören ganz schleichend jeden gesunden Menschen. Ihre äußere Fassade ist aber hell, immer freundlich, eloquent, beruflich erfolgreich und stets unverbindlich..
Ich hoffe, dir geht es gut.
LG

09.01.2016 07:26 • x 1 #10


Gaylen


Zitat von Katalina:


Worum es mir eigentlich geht, ich will nicht eine Person sein die man kennt die mal ein Teil des Lebens war und die man auch in sich trägt, aber alles nur im Verborgenen.. weiß nicht wie ich das besser formulieren kann, ich will keine "Leiche" sein, sondern lebendig umgehen mit der Vergangenheit..
Kannst du damit was anfangen?


Nun ich versuche mal meine Überlegungen dar zu legen.

Für IHN bin ich eine "Leiche", eine abgehakte Sache, nutzlos und uneffizient.
Damit muss ich mich so abfinde, da Antworten so wieso nicht mehr kommen.

Für mich selber habe ich mich auch für ein weitergehendes Leben entschieden. Die letzten über fünf Jahre gehören zu meiner erlebten Vergangenheit, ich verdränge sie nicht, ich nehme sie an und bin fast am Ende mit dem Verarbeiten.
Der Unterschied zwischen VERDRÄNGEN und VERARBEITEN spielt aus meiner Sicht, eine wesentliche Rolle.
Seine damalige Frau ist nach zwei Jahren Abwesenheit wieder hier in der Heimat aufgetaucht und wir haben uns unterhalten.
Sie meinte am Ende des Gespräches abrupt "Ich will davon nichts mehr hören, ich will im neuen Jahr in ein neues Leben gehen".
DAS will ich nicht, ich finde es ist eine "falsche" Aussage. Ich gehe in meinem alten Leben weiter, nur einen anderen Weg. Mein Leben beginnt nicht neu. Es hat andere Ziele...

Mein Eindruck war, sie schiebt nur beiseite...Sie waren 30 Jahr verheiratet und er hat sie echt Krank gemacht. Co vom feinsten.
Verdrängung hilft nicht wirklich, man muss lernen zu verstehen, zu begreifen, warum und wieso.
Ich musste meine Jahre mit ihm annehmen, sie gehören zu mir, zu meinem Leben. Ausradieren wäre leicht, aber Erinnerungen lassen sich nun mal nicht so einfach "auslöschen".
Und Ich möchte dieses auch nicht, denn sie haben mich doch auch etwas gelehrt. Akzeptanz seines Seins, Umgehen mit meinen Wünschen und Träumen, auch den "zerstörten".
Nicht ALLES erfüllt sich eben...das zu lernen fällt oftmals schwer, aber es gehört zum Leben, auch zu meinem.

Ja ich bin auf die "Nase" gefallen, doch ich lebe und meine Zeit der "Trauer" ist fast vorbei.
Ich werde immer die Narbe der Erinnerung behalten und sicher ein klein wenig Traurigkeit über eine nicht sein sollende Liebe.
Es hat mich weiter geprägt, aber auch mein Bewusstsein und Denken erweitert, auch über Dinge, über die ich mir früher nie Gedanken machte.
Ich lernte viel über das Wesen des Menschen und ich lernte andere Gleichbetroffene kennen...ich bin nie allein...
Irgendwie finde ich mich nach "dieser" Krise erstarkt.
Dass Selbstwertgefühl welches Er erst "niedergeknüppelt hat/und ich habe es gelassen, ist nun sogar wesentlich stärker wieder "auferstanden".
Vielleicht muss man sich erst nasse Füße holen, um trockenes Land besser schätzen zu wissen (fiel mir grad so ein).

Was ich in IHM hinterlasse weiß ich nicht und es ist mir mittlerweise egal, ER war ein Meilenstein auf meinem Weg, an dem ich mir den Zeh gestoßen habe (schmerzhaft), aber ich habe IHN umrundet.

Meine Vergangenheit wird immer lebendig bleiben, denn ich bin ein "fühlender" Mensch, keine Maschine und zum Glück auch keine "Marionette". Ich kann frei agieren., entscheiden und annehmen
Das ist das Geschenk was ich vom Leben bekommen habe...ER aber lerider nicht.
Wer ist nun besser dran...?

Und es gibt im Leben zum Glück auch schöne Erinnerungen.

Nun hier in meiner Geschichte darf ich es vielleicht nochmal mit einflechten, ein Gedicht von einer "alten" Germanin...für Dich, Katalina...?
Und für alle anderen, die hier sind...


Der Schicksalsbrunnen

Dasein, Worte und Gefühle,
so wandelbar in Zeit und Raum,
neues Land du wurd`s betreten,
der Schritt lenkt dich zum Weltenbaum.

Und Gedanken sich verwirren,
verweben Wirklichkeit und Schein,
Geist strömt sachte in die Ferne,
auf Pfaden seines Menschen Sein.

Ein Blick zurück sei dir vergönnt,
voll Schauder in die alte Zeit,
vergesse Urd, die Fäden spinnt,
das Tor steht auf, Skuld ist bereit.

Nimm des Schicksals große Gabe,
als ein Geschenk der Nornen an,
es wird zieh`n ins Universum,
dorthin … wo einst die Welt begann.

Quelle : Gaylen

Bei den alten Germanen gibt es drei Nornen, Frauen die am Schicksalsbrunnen unter dem Weltenbaum die Fäden der Menschen Schicksale spinnen...
Urd ...die Vergangenheit.
Werdandi...die Gegenwart und
Skuld...die Zukunft

Das nur zur Erläuterung (jhoffentlich habe ich nun alles richtig sortiert )

LG, Gaylen

09.01.2016 16:00 • #11


Hope26


Liebe Gaylen,
als ich deinen Text las, hatte ich das Gefühl ,ich sei dei Ex- Frau von deinem Narz
Aber mein Narz. sucht sich bis heute immer viel jüngere (und beeinflussbare) Frauen.
Irgendwie handeln sie alle gleich , als ob sie dafür ein "Handbuch" haben.

09.01.2016 16:09 • #12


Gaylen


Zitat von Ehemaliges_Mitglied:
Liebe Gaylen.
Ich habe 26 Jahre in einer Ehe mit einem solchen Menschen gelebt. Die Next meines Exmannes tut mir so oft aufrichtig leid. Sie hat deine Rolle. Gleichzeitig bin ich froh, dass ich es nicht mehr erdulden und erleiden muss. Diese Menschen zerstören ganz schleichend jeden gesunden Menschen. Ihre äußere Fassade ist aber hell, immer freundlich, eloquent, beruflich erfolgreich und stets unverbindlich..
Ich hoffe, dir geht es gut.
LG


Hallo Ehemaliges_Mitglied,

Nun er war vor mir 30 Jahre verheirat...
Ich war damals die Next und hätte seiner Ex Frau auch nicht geglaubt, zum damaligen Zeitpunkt.

Nun bin ich die ZWEITE(?) EX, denn Er hat sich "umorientiert." Bitte die Nummero DREI (?)
Sie tat mir anfangs auch leid, zumal ich sein "verändertes" Wesen, hautnah miterleben konnte ".
/Narzpraxis pur). Da steckte ich noch mitten in der Ablösung.
Inzwischen bin ich ihr irgendwie dankbar. Sie hat ihn mir abgenommen... ansonsten wäre es echt stressiger geworden...Narze sind so nachtragend

Sie liebt Ihn, ihr gutes Recht und sie würde mir so wenig glauben, wie ich damals seiner Ex.

Das ist auf eine Art wie beim Staffellauf, immer weitergeben.
Nun ich für mich bin aus dem Rennen und jetzt ist sie dran.
Das sie glaubt "glücklich" zu werden, ist ihre Illusion.
Ja auf eine Art und Weise tut sie mir immer noch leid...gerade weil sie meint zu lieben und zu glauben.

Übrigens zu meiner anfänglichen Bemerkung betr. seines Hauses...
ER hat es bekommen, bei der zweiten Zwangsversteigerung...von IHR.
Er hat erreicht was ein Narz ungern aufgibt...sein "Statussymbol" zurück erobert.
ER ist guuuuut .
Ich bin trotz allem interessiert daran zu erleben, WANN die "nächste" Staffelholzübergabe stattfindet.
DAS würde die Ansichten über die Grundzüge des Narzes nur bestätigen.

Ich kann augenblicklich kein so striktes Desinteresse heucheln und schwanke zwischen Mitleid und Schadenfreude...das wird noch ein bisserl anhalten, aber es "behindert" mich nicht mehr...auf meinem neuen Weg...

LG, Gaylen

09.01.2016 18:37 • x 1 #13


Gaylen


Zitat von Hope26:
Liebe Gaylen,
als ich deinen Text las, hatte ich das Gefühl ,ich sei dei Ex- Frau von deinem Narz
Aber mein Narz. sucht sich bis heute immer viel jüngere (und beeinflussbare) Frauen.
Irgendwie handeln sie alle gleich , als ob sie dafür ein "Handbuch" haben.


Liebe Hope26,

Eigentlich ist ja auch ein Grundzug, das der Narz sich gern mit jüngeren und attraktiveren Partnerinnen umgibt.
Der Typ scheint dagegen nicht so wichtig zu sein.
Viele Userinnen fragen sich hier "was hat sie, was ich nicht habe?"

Da mein Ex immer behauptete, genau diesen Typus von Frau nie zu wollen, den er jetzt an der Angel hat (älter, grauhaarig und nicht gerade attraktiv) kam bei mir natürlich anfangs in meiner Unwissenheit auch die Frage auf.
Jetzt da ich sein "Muster" kenne...wundert mich diese "Umschwenkerei" nicht mehr.
Er hat was erreichen wollen und er musste sich anpassen. Neben einer neu gefüllten Powerbank zwecks Aufmerksamkeit und Annahme, "sein" Haus von der Ehe zu retten, die 1. EX zu linken und mir, der 2.EX was zu beweisen.
Das mich das nicht kratzt, da ich sowieso andere Werte hatte, begreift er nicht. Für ihn zählt Status und Sieg.
Und dafür nimmt Er alles in Kauf... auch im Augenblick wie eine Marionette an den Fäden gespielt zu werden.

Ich glaube nicht an eine echte Einsicht, dazu ist er zu sehr Narz.
Wenn ich auch eine unerklärliche Solidarität für sie empfinde... nun lasse mer sie.

09.01.2016 18:59 • #14




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