Ukulele
Gast
Vor einem Jahr hatte mir mein Mann gestanden, dass er sich in eine Kollegin verliebt hat. Nach diesem Geständnis bat ich ihn zu gehen und er ging sehr schnell eine Beziehung ein mit ihr. Definitionssache, ob das nun ein Betrug war oder nicht, offiziell waren wir getrennt.
Nach 5 Wochen, in denen es mir so schlecht ging wie noch nie in meinem Leben, stand er zitternd und am ganzen Körper bebend vor mir. Er wolle zurück, er liebe nur mich und die Gefühle zu dieser Frau wären eine Verirrung gewesen, reine Spinnerei, er habe bereits alles mit ihr beendet.
Ich war zutiefst verunsichert und mein Vertrauen war natürlich weg, so dass ich ihn bat, mir zu zeigen, dass es ihm Ernst ist. Er solle in die kürzlich angemietete Wohnung ziehen und aus dieser Distanz heraus könnten wir uns wieder annähern.
Die erste Zeit war schön. Er versuchte, mich aufzufangen, meinen Schmerz zu mindern. Wir verbrachten Zeit als Paar und als Familie und es fühlte sich gut an. Unsere Kinder waren glücklich und wir als Familie waren wieder eine Einheit.
Dann veränderte sich langsam etwas. Er wollte nicht mehr so gerne über unsere Probleme sprechen, fand dass uns die Paartherapie nichts bringt und sagte immer wieder, er hätte die Gefühle zu dieser Frau so radikal abgetötet, dass er im Moment gar nichts spüre.
Meine Unsicherheit wurde wieder größer. Gemeinsame Aktivitäten nahmen ab, der Alltag kehrte ein. Er kam jeden Tag nach der Arbeit vorbei, fuhr nur zum Schlafen in die Wohnung. Einen Tag pro Woche verbrachten die Kinder eine Nacht bei ihm, am Wochenende kam er zum frühstücken und fuhr erst Abends wieder heim.
Da entstand bei mir ein Gefühl, dass wir auf der Stelle treten und ich fragte ihn, ob er wieder bei uns einziehen wolle. Doch er lehnte ab mit der Begründung, es wäre im Moment noch nicht der richtige Zeitpunkt.
Ab diesem Moment glaubte ich nicht mehr an ein "wir" und auch ich zog mich innerlich zurück. Vor vier Tagen bat ich ihn um ein Gespräch und fragte ihn, warum ich das Gefühl habe, ihm liegt gar nichts mehr an mir. Er beteuerte, dass ich der wichtigste Mensch in seinem Leben sei und ich ihm bitte nur noch etwas Zeit geben solle, aber er bekomme die Frau (die ihm über neun Monate angeblich egal war) nicht aus dem Kopf.
Von mir kamen dann noch viele Vorwürfe, dass er mich also die ganze Zeit belogen hat und mich nur warm halten wollte. Er sagte, er habe nicht nur mich angelogen sondern auch sich selbst.
Ich bat ihn zu gehen.
Und obwohl ich weiß, dass er mir nichts Böses wollte, mache ich ihm zum Vorwurf, nicht mehr für uns getan zu haben.
Es tut abermals schrecklich weh. Die Kinder sind tieftraurig und ich habe kaum die Kraft, sie aufzufangen.
Warum war ich nur so dumm, ihm nochmal zu vertrauen?!?