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An mein Erdbeertörtchen letzte Worte

whilrwind

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Mein süßes Erdbeertörtchen,

dieser mir gewohnte Kosename für Dich werde ich nie mehr wieder zu Dir sagen, und trotz allem, liebe ich Dich immer noch . noch!

Du wolltest Deinen Traum erfüllen, mit mir zusammen ziehen, eine große Patch-Work Familie mit 5 Kindern sein, mich heiraten, zusammen alt werden, die Kinder sich entwickeln sehen, und im Alter viele Enkelkinder mit mir zusammen genießen.
All das wollte ich auch! Wir haben es seit sieben Jahren versucht, immer wieder Rückschläge mit unseren eigenen Kindern, mit unserem gemeinsamen Kind, mit unserer Ungeduld und natürlich mit den Alltagsherausforderungen gehabt.
Immer wieder haben wir wunderschöne gemeinsame Momente erlebt, zu siebt, zu zweit, zu dritt . auch viel zu oft leider alleine.

Zusammen zu ziehen war uns finanziell nicht möglich, und wir fanden keine bezahlbare Wohnung in unserer Umgebung.
Unsere Lebensstile waren auch zu unterschiedlich, du gemütlich und harmonisch, ich pragmatisch und lebendig. Meine Kinder sind es gewohnt, zu toben, springen und frei zu spielen, sie durften ihren Gefühlen freien Lauf lassen, dabei gab es häufig klare Ansagen von mir und heftige Auseinandersetzungen zwischen mir und den Jungs. Dir war das zu laut, zu unordentlich.
Deine zwei Kinder sehnten sich nach mir als Papa-Ersatz, denn sie durften ihren nie kennen lernen. Wir waren uns häufig uneinig über unseren Erziehungsstil, Du weitestgehend laissez-faire, ich liebevoll streng. Ich erkannte schmerzhaft, dass Du keine Kritik an Deinem Stil zu ließt, trotz offensichtlicher und von KiTa und Schule bestätigter Schwierigkeiten Deiner Kinder. Umgekehrt war ich zunächst stur, hörte mir aber wenigstens Deine Meinung an, sie regte mich zum Nachdenken und manchmal auch zum ändern an. Mir gefiel Deine lockere und flockige Art mit diesen Dingen umzugehen, während ich mir Gedanken machte.
So stellten wir beide uns gegenseitig auf stumm, dieses Thema war tabu. Zum Zusammenleben hätten wir dieses Thema offen und auf Augenhöhe besprechen müssen.
Auch warst Du der Meinung, dass wir einfach zusammenziehen sollten, ohne die Kinder einzubeziehen, ohne ihre Ängste, Wünsche, Hoffnungen und Vorstellungen zu hören und in Einklang mit den anderen zu bringen. Ich sah das komplett anders. Auch hier stieß ich auf Widerstand, zuletzt blieb nur noch der Traum realisiert in einer Fantasiewelt, die wir uns gegenseitig vorspinnten.
Die letzten Male war ich derjenige, der um die Beziehung gekämpft hat. Es kam zu einer 4 stündigen Aussprache, in der ich Dir auch vorhielt, dass alles andere wichtiger ist, als unsere Beziehung, unsere seltenen gemeinsamen Abende absagtest zu Gunsten für Freunde, Telefonate kurz hieltest oder ablehntest, da andere Dinge wichtiger sind, Treffen eher mit Deinem Smartphone statt mit mir verbrachtest, Haushaltsdinge erledigtest, wenn ich meine kostbare Abendzeit (die ich mit meinen Kindern hätte wichtiger verbringen müssen) aufgab um mit Dir Zeit zu verbringen. Umgekehr warfst Du mir vor, dass sich nichts ändert, wir immer noch nicht verheiratet wären und immer noch nicht zusammen lebten, auch kümmere ich mich nicht genug um unseren gemeinsamen Sohn, und überhaupt würde meine Familie sie nicht akzeptieren.

Nach dem wir in den letzten Jahren immer wieder eine On-Off Beziehung (im vierteljahres Zyklus) gelebt hatten, uns nach ein paar Wochen wieder zusammen gerauft hatten, es wieder eine Zeit lang gut ging, und wir uns dann doch wieder vor Sehnsucht und Ungeduld nach unseren Träumen und Wünschen auseinander gelebt hatten, ist es nun endgültig vorbei. Du zogst Dich nach unserer Aussprache zurück, wir hatten noch ein gemeinsames Abendessen, bei dem Du meintest, alles am liebsten unter den Teppich zu kehren und so weiter zu machen wie bisher.

Mir bleibt Traurigkeit, darüber einen für mich wertvollen und kostbaren Menschen an das Leben zu verlieren, und dieser Abschied fällt schwer, zumal wir als Mama und Papa unseres gemeinsamen Kindes nicht einfach unseres Weges ganz unabhängig voneinander gehen werden.
Unsere Erinnerungen aneinander bleiben, unsere Zukunft ist nun getrennt. Es fällt schwer, sich von diesem gemeinsamen Traum nun endgültig zu verabschieden.Ich träumte ihn all zu lange.

Ich habe verstanden, dass Du nun keine Kraft mehr für diese herausfordernde Beziehung hast, und Du Dich nun allein gestellt auf Deine Zukunft fokussierst.

Was ich nicht verstanden hab, und was in mir eine große klaffende Wunde gerissen hat, ist das wie.
Du hast Dich in den letzten Monaten immer mehr zurückgezogen. Wenn ich Deine Traurigkeit über Deine Sorgen gefühlt hab und Dich darauf angesprochen hab, warst Du zu mir oberflächlich, vertrautest mir nicht mehr, sondern Deinen Freundinnen. Da brodelte es schon länger bei Dir.

Du wolltest mit Deiner Tochter in den Sommerferien alleine wegfahren, um mit ihr zusammen zu sein. Zuerst wollte ich dabei sein, verstand dann aber, dass es wichtige Mutter-Tochter Zeit ist und fand den Plan super. Dann erzähltest Du mir, dass ein alter Freund Dich begleiten wird. Ich gleichen Satz erzähltest Du mir, dass mich Deine Tochter hasst, weil ich angeblich so wenig für unseren gemeinsamen Sohn da bin, und sie so viel auf ihn aufpassen müsste, da Du ja so viel weg wärst. (?) Dann meintest Du, das sie sich darauf freut mit diesem alten Freund zusammen weg zu fahren, sie wiederholte sogar diese Freude in meiner Gegenwart, ohne dass ich sie darauf ansprach.
Das Du Dich zurückgezogen hast, mich in Deine Pläne nicht mehr eingebunden hast, war schwer erträglich, hab ich aber noch geschluckt. Dass Du nicht den Mut hattest, mir direkt ins Gesicht zu sagen, dass Du nicht mehr mit mir zusammen leben möchtest, sondern Du gute Miene zum bösen Spiel gemacht hast, mich eifersüchtig gemacht hast, dass hat mir ein Messerstich mitten in mein Herz versetzt!
Meine Augen sind nun weit geöffnet, und ich spüre nun endlich all die verdrängten und unterdrückten Gefühle. Endlich bin ich wieder bei mir, und muss mir keine Gedanken mehr darum machen, wie wir zusammen kommen. Es ist vorbei. Ich bin frei.
Nun auch von meiner Seite aus.

Leb wohl!

12.03.2020 22:49 • x 2 #1


TT1347

TT1347


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Ist dein Erdbeertörtchen hier im Forum unterwegs?

12.03.2020 22:55 • x 1 #2



An mein Erdbeertörtchen letzte Worte

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whilrwind


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Ich denke nicht ...

12.03.2020 22:56 • #3


Kummerkasten007

Kummerkasten007


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Ich hoffe sehr, dass Du diese Worte nur für Dich aufgeschrieben hast.

13.03.2020 09:59 • #4


Angi2


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Zitat von whilrwind:
Mein süßes Erdbeertörtchen,

Zitat von Kummerkasten007:
Ich hoffe sehr, dass Du diese Worte nur für Dich aufgeschrieben hast.

das hoffe ich auch, denn bei
"Mein süßes Erdbeertörtchen"
wäre ich persönlich sofort weg gewesen.

Zitat von whilrwind:
zumal wir als Mama und Papa unseres gemeinsamen Kindes


Traurig finde ich persönlich, dass ihr erst noch ein eigenes Kind in die Welt setzen musstest, bevor ihr bereit ward anzuerkennen, dass ihr nicht zusammen passt.

13.03.2020 11:36 • x 1 #5


whilrwind


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Zitat von Kummerkasten007:
Ich hoffe sehr, dass Du diese Worte nur für Dich aufgeschrieben hast.

Naja, zunächst musste das mal raus, und hier kann es hin.

Warum denkst Du, sollte ich diesen Brief nicht abschicken?

Zitat von Angi2:
das hoffe ich auch, denn bei
"Mein süßes Erdbeertörtchen"
wäre ich persönlich sofort weg gewesen.

Warum wärst Du sofort weg gewesen? Magst Du keine Erdbeertörtchen oder willst Du keine Kosenamen?
Ich finde, dass es sehr individuell und auch intim ist, welche Namen man für seinen Liebsten hat. Meinen fand sie ausgefallen und freute sich darüber.
Ich verstehe aber, wenn Du ihn nicht magst, ging ja auch nicht an Dich

Zitat von Angi2:
Traurig finde ich persönlich, dass ihr erst noch ein eigenes Kind in die Welt setzen musstest, bevor ihr bereit ward anzuerkennen, dass ihr nicht zusammen passt.

Autsch ...!
Schade dass Du nicht nach den Hintergründen gefragt hast. Wie kam es zu dem gemeinsamen Kind? Habt ihr Euch da noch geliebt? Angi2 ich kenne Dich nicht, ich weiss nicht welche Erfahrungen Du so gemacht hast, aber Deinen Kommentar empfinde ich wenig hilfreich, da Du uns in Deiner sehr saloppen Ausdrucksweise unterstellst, dass wir ohne drüber nachzudenken und ohne Blick auf die Kinder uns einfach so getrennt haben und dies von Anfang an absehbar gewesen sei. Hilfreicher hätte ich interessierte Fragen empfunden, zu mindestens könnte dann eine deutlich konstruktivere, da auf die Sache fokussierte, Kritik stattfinden.

13.03.2020 20:21 • x 4 #6


Sonnenblume14


Lieber whilrwind, es ist schön, wenn Du eine Beziehung loslassen kannst, die offenbar zu Ende ist, und ich wünsche Dir dabei weiterhin viel Kraft und Mut. Ich kann Deinen Zeilen aber auch sehr viel Schmerz entnehmen, sehr viel enttäuschte Hoffnungen und aufgegebene Liebe. Ich kann Dir das sehr gut nachfühlen und ich bedauere auch, dass Du bisher eher wenig mitfühlende Kommentare erhalten hast. Es ist immer schwer, jemanden zu verlieren, zumal dann, wenn noch Kinder involviert sind. Ich wünsche Dir, dass Du Dich ganz frei machen und mit der Zeit auch wieder vorwärts schauen und neue Lebensfreude entdecken kannst. Alles Gute für Dich und Deine Kinder!

13.03.2020 20:41 • x 2 #7


Warrior

Warrior


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Hallo whirlwind
Ich finde des Brief schön, aber ich sehe auch, dass da viel Schmerz dabei ist. Es natürlich eine andere Liga, wenn da noch Kinder involviert sind und ich auch eine Jahre zusammen gelebt habt. Dein Brief wirkt aber reflekiert und würdevoll.

Aber nein, sende ihn nicht! Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man irgendwo Erwartungen dranknüpft. Ich habe einen Brief gesendet und ich Antwort war nur eine kurze sms. Man macht sich also viele Gedanken und der anderen Person ist es vielleicht egal. Gerade auch Frauen interessiert es nicht, wenn sie gefühlsmässig wo anders stehen, was du noch empfindest.
Und on off Beziehung sind leidvoll, aber sie bringen oft mehr negatives als positives.

Ich verstehe deinen Schmerz gut, dass es weh tut einen geliebten Menschen zu verlieren und man diese heile Welt von Papa und Mama verliert. Vor allem wenn das wie nicht sauber war.
Leider weiss ich aus vielen Erfahrungen, dass viele Menschen nicht direkt sagen können, dass sie mit dir nichts mehr zu tun haben wollen. Sie spielen dann eine Rolle oder verhalten sich extra provokativ. Nimm das nicht persönlich, es ist halt vielen nicht gegeben es anständig zu beenden.

Ich hoffe, du kannst dich ablenken und dass ihr auf der Elternebene harmonieren könnt. Ich wünsche dir viel Kraft!

13.03.2020 21:48 • x 4 #8


whilrwind


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Tja, jetzt sind 6 Wochen seit der Trennung vergangen. 3 Wochen, seit dem ich erfuhr, dass sie eine neue Beziehung hat. Ich befolge so gut es geht die Kontaktsperre, habe einiges über mich ergehen lassen, und habe definitiv zu mir gefunden. Ich war auf Distanz zu ihr, auch wenn ich über unseren Sohn immer wieder Dinge aus ihrem Leben erfuhr, das alte Plappermaul

Gestern Abend schickte sie mir ein altes Foto von mir und unserem Sohn, Arm in Arm. Ich war verwundert, bedankte mich, da ich es noch nicht hatte, und wünschte ihr eine Gute Nacht.
Sie erwiderte, dass sie bestimmt nicht schlafen könne, da sie sehr traurig ist. Es kam zu einem Telefonat, da ich spürte, dass sie jemanden brauchte, und ... naja, ich hoffte, dass sie sich entschuldigte, erkannte, das ihr Neuer eben nicht das gelbe vom Ei ist, und sie mich wieder haben will. Jaja, liebes Forum! Nur her mit Euren Kommentaren dazu Sind wir nicht alle mal da durch und haben gehofft, sind wir nicht alle nur kleine Menschlein mit Sehnsüchten!
Der Hauptgrund warum sie traurig war, war der blutrote Vollmond, und die Information, dass die Eishalle in der sie arbeitet runtergekühlt werden muss, damit Corona Leichen dort aufbewahrt werden können. Ihr Neuer, der Chef da, nahm das sehr kühl und gelassen auf, konnte mit ihren Emotionen nichts anfangen, und ließ sie an diesem Abend alleine, da seine Tochter Geburtstag feierte. Sie ist sehr spirituell und hat ihre Eltern früh verloren. Der Tod ist ein besonderes Thema für sie. Wir konnte uns da Stunden drüber unterhalten. Tja, und dann soll ich also als emotionales Furzkissen dienen?

Naja, sie erzählte mir, dass sie alte Fotos anschaute und viel über uns nachdenken würde. Dass ich sie von allen Menschen auf diesen Planeten am Besten kenne und wisse wie es in ihr aussieht, und ich sie eben am besten verstehen würde. Letztlich liebt sie mich, aber es gab einfach zu wenig "Zusammenleben" mit unserer großen Patchworkfamilie und all den Einzelsorgen, weswegen sie diese Beziehung mit ihrem Chef anfing.

Von Scham bis hin zu Schadenfreude (weil dem Neuen eben einiges an Empathie fehlt), war alles dabei. Wegen der Corona Toten hatte ich Mitleid, konnte es verstehen, dass sie dann dort nicht mehr hingehen kann.

Bei allen anderen Themen war ich innerlich irritiert, fragte immer wieder nach ihrem Neuen, was er davon hält, wo er sei, warum er nicht an ihrer Seite ist. Insgesamt hört ich viel zu.
Sie erzählte von ihrer Sehnsucht nach meinen Kindern, wie es ihnen mit der Trennung geht. Erzählte, dass ihre Kinder mich vermissen. Immer wenn sie mich sieht, bei den Übergaben unseres Sohnes, ist sie sehnt sie sich nach mir.
Dann erzählten wir uns, wie wir die letzten Wochen verbracht haben, witzelten, gestanden unsere Liebe, unsere Einzigartigkeit, aber eben auch, dass wir voreinander weg gelaufen sind, belastende Themen in den wenigen Stunden einfach nicht angesprochen haben, weil wir das "Zusammensein" genießen wollten. Das hat uns letztlich entzweit.

Sie sagte, dass ihre neue Beziehung ihre Art ist, von mir los zu kommen, sie wollte immer mehr "Zusammensein" haben, träumte dies und der Neue Mann realisiert es ihr. Da ist Geld, seine Kinder sind groß und ausgezogen, er ist geschieden. Ich weiß, vergleichen ist Kacke!
Ich sagte ihr, dass ich bei aller Liebe aus vielen unterschiedlichen Gründen weder eine Freundschaft noch jemals wieder eine gelebte Liebesbeziehung mit ihr haben möchte, auch wenn ich innerlich nach was anderem schrie. Wir werden Mama und Papa für unser gemeinsames Kind sein.

Erstens, sorgt sie immer mehr für Unklarheit, indem sie hin und her gerissen zwischen mir und dem Neuen ist.
Zweitens, hintergeht sie durch den Anruf bei mir, ihren Neuen. Warum ruft sie nicht eine Freundin an?
Drittens, ich will keine Dreiecksbeziehung, entweder er, oder, wenn ich dazu bereit bin zu verzeihen, und wir dazu bereit sind aus unseren Fehlern zu lernen, eben ich! Ich weiß, was ich wert bin, nun muss sie das wertschätzen lernen. Diesen Weg muss sie antreten, ich kann absolut nichts dazu beitragen. Meinen habe ich klar vor Augen, wenngleich ich (wie ich beim Schrieben dieser Zeilen gemerkt habe) auch gerade verwirrt wurde.

Ich will kein Mitleid, ich will kein Applaus, ich wollte einfach nur schreiben. Vielleicht kennt einer von Euch diese Situation, kann mir Mut machen, und mich auf meinem gewählten Weg stärken.

Vielen Dank.
whirlwind

09.04.2020 19:04 • x 1 #9


Tempi

Tempi


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Du hast den vollen Durchblick.

09.04.2020 19:19 • #10


Warrior

Warrior


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Hallo whirlwind

Ach dieses Gefühl kenne ich doch zu gut, dass man reagiert, wenns der Ex schlecht geht. Eigentlich weiss man es ja besser, dass es nur eine weitere Runde ist, die mit viel Hoffnung verknüpft ist und aber schlussendlich doch unliebsam gestoppt wird.
Ich wollte anno dannzumal auch nie auf Freunde oder das Forum hören, tja und glaubte, dass ich doch der weisse Ritter spielen kann....

Bei mir kam sie auch vorbei, als sie Selbstmordgedanke oder den Kinderwunsch hatte und auch von ihr kamen dann so Phrasen, dass ihr Neuer sie eben nie so gut verstehen kann wie ich und dass sie sich wünscht, dass sie mich so lieben könnte wie ich. Doch am nächsten Tag war ich vergessen und der Neue schien doch nicht so schlimm.

Ich gebe dir jetzt nicht den blöden Tipp, dass du sie vergessen sollst, aber das wichtigste, was ich gelehrt habe ist: Taten vor Worte. Was sie will ist Aufmerksamkeit und Verständnis zum Nulltarif - das bekommt sie ja von dir. Kann sein, dass sie vielleicht sentimentale Konfliktsituationen hat. Aber ich kenne viele Frauen die über ihren Freund schimpfen und sich einen soooo verständnisvollen Mann wünschen wie dich - aber mit wem verbringen sie dann doch die Nächte?

Das du verwirrt bist ist normal und manchmal glaubt man, man ist schon stark genug um den erneuten Annäherungsversuchen standzuhalten aber wie du siehst kann eine Nachricht das ganze Fundament zum schwanken bringen.

Bleib auf deinem Weg, reagier nicht weiter und lenk dich ab. Ich mache das mit Freunden und neuen Frauen und das hilft.

Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft.

10.04.2020 10:09 • x 1 #11


whilrwind


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Liebes Forum,

hier ein kleines Update nach ca. 6 Monaten.
Ich bin glücklich. Ich bin da angekommen, wo ich immer war, es aber nie gespürt hatte, da mir Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein vor allem in Sachen Beziehung fehlte.Ich schaute immer auf andere, und was ich dafür tun kann, damit meine Partnerin glücklich ist. Ich fühlte mich für das Glück und das Funktionieren der Beziehung allein verantwortlich. Ich vernachlässigte mich, und was viel schlimmer war, meine mir zwei Schutzbefohlenen (meine beiden Jungs, die bei mir leben).
Indem ich mich immer mehr aufgab, und zuletzt auch für meine Jungs immer weniger da war, zerbrach ich am Druck zwischen Kinder, Beruf, Haushalt, Beziehung ... und ich selbst spürte keine Freude und keine Lust mehr in mir.

Tiefe Depression!

Ich spürte Angst vor dem Alleinsein, Angst dass ich "ihr" nicht genug bin, Angst vor dem Verlassen werden, Betrogen werden. Ich machte machte mir Sorgen um meine Jungs, weil sie rebellierten (beide in der Pubertät, vor allem sahen sie aber wie sehr ich litt, und wie wenig Zeit ich mit ihnen verbrachte! Kinder können so ein klarer Spiegel sein!), ich fühlte mich allein gelassen und hilflos, da meine Ex-Partnerin nur ihre Probleme sah und ich mich dafür verantwortlich fühlte. Ich machte mir Druck, alles sollte perfekt funktionieren, die Arbeit, der Haushalt, die Kinder, die Beziehung ...
Der Auslöser war an Karneval ihre absolute Gefühlskälte mir gegenüber, der den Verdacht in mir verstärkte, dass sie mir bereits fremd ging (keine Ahnung ob das stimmt, es war ein Gefühl), ihre Verweigerung alle Probleme die wir in einer Aussprache auf den Tisch legten, zu bearbeiten, mit Unterstützung. Sie wollte nicht! Ich musste lernen, dass zu einer Beziehung eben zwei gehören, und beide Partner bereit sein müssen um aufeinander zu zu gehen. Mir wurde klar, dass es bei uns entweder so ist, dass ich mich auf sie zu bewegte, und sie sich von mir weg bewegte, oder wir beide uns voneinander weg bewegten.
Ich machte Schluß, wenngleich ich anders empfand, und mein Herz innerlich zeriss!
In den Monaten danach, merkte ich, wonach ich mich wirklich sehnte! Nach mir! Der einzige Mensch, der mir die Liebe, Aufmerksamkeit, den Trost und die Anerkennung geben kann, bin ich selbst. Kein anderer Mensch seit meinem Erwachsen sein, kann mir das jemals wieder so geben, wie ich selbst. (Die Ausnahme ist ein liebender Mensch, der sich bereits selbst genug liebt und abgeben möchte.)
Dies zu erkennen, brauchte viel Zeit, mit mir selbst. In meinen Waldspaziergängen reflektierte ich viel über mich selbst. Das Buch "Aussöhnung mit dem inneren Kind" von Erika J. Chopich und Margaret Paul, sowie die Videos von Martin Uhlemann auf YT und Robert Betz haben mich zum Nachdenken angeregt, gaben mir Hilfestellungen in der Betrachtungsweise meiner Situation, führten mich "zurück zu mir", was dringend notwendig war, da ich den Weg bereits in meiner Jugend verlor.

Es wäre gelogen, wenn ich behaupten würde, dass jetzt alles rosig und einfach ist. Nein, es ist tägliche Arbeit die eigenen Werte nach außen abzugrenzen und dafür einzustehen. Täglich lerne ich neues an mir und in meiner Umgebung kennen, ich kann mich drüber freuen, Unwegsamkeiten und Herausforderungen begegne ich nun in dem Wissen sie als Lektion um meine Grenzen nach Außen friedvoll zu kommunizieren. Rückschläge gibt es immer wieder. "Aufrichten, Krönchen richten, und weiter geht's". Als Kind hörte ich oft den Spruch: "Du bist schön, stark und mutig! .... schön gegen die Wand gelaufen, stark abgeprallt und mutig wieder Anlauf genommen!" Dumm ist nur, wer mutig wieder die gleiche Richtung einschlägt, und nicht daraus lernt. ... Aber was soll's, wenn ich zehnmal gegen die gleich Wand lief, dann brauche ich offensichtlich diese Wand um meinen Schmerz in der Intensität zu spüren, damit ich meine Grenzen erkenne und daraus lernen kann. Bevor der Leidensdruck nicht groß genug ist, wird man sich nicht ändern. Solange es bequem ist, bleibt man sitzen.

In diesem Sinne wünsche ich Euch: "Seid schön, stark und lernt mutig aus Euren Schmerzen, damit ihr voller Schwung gegen eine andere Wand rasen könnt!"

Viele Grüße
Euer
whilwind

PS
zur Geschichte mit meiner Ex: Sie hat sich von ihrem Neuen getrennt, suchte den Kontakt und die Nähe zu mir. Bombardierte mich mit Zugeständnissen und Erinnerungen an unsere Zeit. Sie bereute viele Dinge, und versprach, dass sie sich nun ändere und wünschte sich mich zurück.
Never ever, my dear! Mag alles stimmen, aber ich bin nicht bereit für sie.
Was wollte mir diese Aktion sagen?

24.08.2020 09:38 • x 1 #12



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