8

An mein Erdbeertörtchen letzte Worte

whilrwind

13
2
25
Mein süßes Erdbeertörtchen,

dieser mir gewohnte Kosename für Dich werde ich nie mehr wieder zu Dir sagen, und trotz allem, liebe ich Dich immer noch . noch!

Du wolltest Deinen Traum erfüllen, mit mir zusammen ziehen, eine große Patch-Work Familie mit 5 Kindern sein, mich heiraten, zusammen alt werden, die Kinder sich entwickeln sehen, und im Alter viele Enkelkinder mit mir zusammen genießen.
All das wollte ich auch! Wir haben es seit sieben Jahren versucht, immer wieder Rückschläge mit unseren eigenen Kindern, mit unserem gemeinsamen Kind, mit unserer Ungeduld und natürlich mit den Alltagsherausforderungen gehabt.
Immer wieder haben wir wunderschöne gemeinsame Momente erlebt, zu siebt, zu zweit, zu dritt . auch viel zu oft leider alleine.

Zusammen zu ziehen war uns finanziell nicht möglich, und wir fanden keine bezahlbare Wohnung in unserer Umgebung.
Unsere Lebensstile waren auch zu unterschiedlich, du gemütlich und harmonisch, ich pragmatisch und lebendig. Meine Kinder sind es gewohnt, zu toben, springen und frei zu spielen, sie durften ihren Gefühlen freien Lauf lassen, dabei gab es häufig klare Ansagen von mir und heftige Auseinandersetzungen zwischen mir und den Jungs. Dir war das zu laut, zu unordentlich.
Deine zwei Kinder sehnten sich nach mir als Papa-Ersatz, denn sie durften ihren nie kennen lernen. Wir waren uns häufig uneinig über unseren Erziehungsstil, Du weitestgehend laissez-faire, ich liebevoll streng. Ich erkannte schmerzhaft, dass Du keine Kritik an Deinem Stil zu ließt, trotz offensichtlicher und von KiTa und Schule bestätigter Schwierigkeiten Deiner Kinder. Umgekehrt war ich zunächst stur, hörte mir aber wenigstens Deine Meinung an, sie regte mich zum Nachdenken und manchmal auch zum ändern an. Mir gefiel Deine lockere und flockige Art mit diesen Dingen umzugehen, während ich mir Gedanken machte.
So stellten wir beide uns gegenseitig auf stumm, dieses Thema war tabu. Zum Zusammenleben hätten wir dieses Thema offen und auf Augenhöhe besprechen müssen.
Auch warst Du der Meinung, dass wir einfach zusammenziehen sollten, ohne die Kinder einzubeziehen, ohne ihre Ängste, Wünsche, Hoffnungen und Vorstellungen zu hören und in Einklang mit den anderen zu bringen. Ich sah das komplett anders. Auch hier stieß ich auf Widerstand, zuletzt blieb nur noch der Traum realisiert in einer Fantasiewelt, die wir uns gegenseitig vorspinnten.
Die letzten Male war ich derjenige, der um die Beziehung gekämpft hat. Es kam zu einer 4 stündigen Aussprache, in der ich Dir auch vorhielt, dass alles andere wichtiger ist, als unsere Beziehung, unsere seltenen gemeinsamen Abende absagtest zu Gunsten für Freunde, Telefonate kurz hieltest oder ablehntest, da andere Dinge wichtiger sind, Treffen eher mit Deinem Smartphone statt mit mir verbrachtest, Haushaltsdinge erledigtest, wenn ich meine kostbare Abendzeit (die ich mit meinen Kindern hätte wichtiger verbringen müssen) aufgab um mit Dir Zeit zu verbringen. Umgekehr warfst Du mir vor, dass sich nichts ändert, wir immer noch nicht verheiratet wären und immer noch nicht zusammen lebten, auch kümmere ich mich nicht genug um unseren gemeinsamen Sohn, und überhaupt würde meine Familie sie nicht akzeptieren.

Nach dem wir in den letzten Jahren immer wieder eine On-Off Beziehung (im vierteljahres Zyklus) gelebt hatten, uns nach ein paar Wochen wieder zusammen gerauft hatten, es wieder eine Zeit lang gut ging, und wir uns dann doch wieder vor Sehnsucht und Ungeduld nach unseren Träumen und Wünschen auseinander gelebt hatten, ist es nun endgültig vorbei. Du zogst Dich nach unserer Aussprache zurück, wir hatten noch ein gemeinsames Abendessen, bei dem Du meintest, alles am liebsten unter den Teppich zu kehren und so weiter zu machen wie bisher.

Mir bleibt Traurigkeit, darüber einen für mich wertvollen und kostbaren Menschen an das Leben zu verlieren, und dieser Abschied fällt schwer, zumal wir als Mama und Papa unseres gemeinsamen Kindes nicht einfach unseres Weges ganz unabhängig voneinander gehen werden.
Unsere Erinnerungen aneinander bleiben, unsere Zukunft ist nun getrennt. Es fällt schwer, sich von diesem gemeinsamen Traum nun endgültig zu verabschieden.Ich träumte ihn all zu lange.

Ich habe verstanden, dass Du nun keine Kraft mehr für diese herausfordernde Beziehung hast, und Du Dich nun allein gestellt auf Deine Zukunft fokussierst.

Was ich nicht verstanden hab, und was in mir eine große klaffende Wunde gerissen hat, ist das wie.
Du hast Dich in den letzten Monaten immer mehr zurückgezogen. Wenn ich Deine Traurigkeit über Deine Sorgen gefühlt hab und Dich darauf angesprochen hab, warst Du zu mir oberflächlich, vertrautest mir nicht mehr, sondern Deinen Freundinnen. Da brodelte es schon länger bei Dir.

Du wolltest mit Deiner Tochter in den Sommerferien alleine wegfahren, um mit ihr zusammen zu sein. Zuerst wollte ich dabei sein, verstand dann aber, dass es wichtige Mutter-Tochter Zeit ist und fand den Plan super. Dann erzähltest Du mir, dass ein alter Freund Dich begleiten wird. Ich gleichen Satz erzähltest Du mir, dass mich Deine Tochter hasst, weil ich angeblich so wenig für unseren gemeinsamen Sohn da bin, und sie so viel auf ihn aufpassen müsste, da Du ja so viel weg wärst. (?) Dann meintest Du, das sie sich darauf freut mit diesem alten Freund zusammen weg zu fahren, sie wiederholte sogar diese Freude in meiner Gegenwart, ohne dass ich sie darauf ansprach.
Das Du Dich zurückgezogen hast, mich in Deine Pläne nicht mehr eingebunden hast, war schwer erträglich, hab ich aber noch geschluckt. Dass Du nicht den Mut hattest, mir direkt ins Gesicht zu sagen, dass Du nicht mehr mit mir zusammen leben möchtest, sondern Du gute Miene zum bösen Spiel gemacht hast, mich eifersüchtig gemacht hast, dass hat mir ein Messerstich mitten in mein Herz versetzt!
Meine Augen sind nun weit geöffnet, und ich spüre nun endlich all die verdrängten und unterdrückten Gefühle. Endlich bin ich wieder bei mir, und muss mir keine Gedanken mehr darum machen, wie wir zusammen kommen. Es ist vorbei. Ich bin frei.
Nun auch von meiner Seite aus.

Leb wohl!

12.03.2020 22:49 • #1


TT1347

TT1347


151
2
98
Ist dein Erdbeertörtchen hier im Forum unterwegs?

12.03.2020 22:55 • x 1 #2



Hallo whilrwind,

An mein Erdbeertörtchen letzte Worte

x 3#3


whilrwind


13
2
25
Ich denke nicht ...

12.03.2020 22:56 • #3


Kummerkasten007

Kummerkasten007


8126
3
9914
Ich hoffe sehr, dass Du diese Worte nur für Dich aufgeschrieben hast.

13.03.2020 09:59 • #4


Angi2


2641
5
2207
Zitat von whilrwind:
Mein süßes Erdbeertörtchen,

Zitat von Kummerkasten007:
Ich hoffe sehr, dass Du diese Worte nur für Dich aufgeschrieben hast.

das hoffe ich auch, denn bei
"Mein süßes Erdbeertörtchen"
wäre ich persönlich sofort weg gewesen.

Zitat von whilrwind:
zumal wir als Mama und Papa unseres gemeinsamen Kindes


Traurig finde ich persönlich, dass ihr erst noch ein eigenes Kind in die Welt setzen musstest, bevor ihr bereit ward anzuerkennen, dass ihr nicht zusammen passt.

13.03.2020 11:36 • x 1 #5


whilrwind


13
2
25
Zitat von Kummerkasten007:
Ich hoffe sehr, dass Du diese Worte nur für Dich aufgeschrieben hast.

Naja, zunächst musste das mal raus, und hier kann es hin.

Warum denkst Du, sollte ich diesen Brief nicht abschicken?

Zitat von Angi2:
das hoffe ich auch, denn bei
"Mein süßes Erdbeertörtchen"
wäre ich persönlich sofort weg gewesen.

Warum wärst Du sofort weg gewesen? Magst Du keine Erdbeertörtchen oder willst Du keine Kosenamen?
Ich finde, dass es sehr individuell und auch intim ist, welche Namen man für seinen Liebsten hat. Meinen fand sie ausgefallen und freute sich darüber.
Ich verstehe aber, wenn Du ihn nicht magst, ging ja auch nicht an Dich

Zitat von Angi2:
Traurig finde ich persönlich, dass ihr erst noch ein eigenes Kind in die Welt setzen musstest, bevor ihr bereit ward anzuerkennen, dass ihr nicht zusammen passt.

Autsch ...!
Schade dass Du nicht nach den Hintergründen gefragt hast. Wie kam es zu dem gemeinsamen Kind? Habt ihr Euch da noch geliebt? Angi2 ich kenne Dich nicht, ich weiss nicht welche Erfahrungen Du so gemacht hast, aber Deinen Kommentar empfinde ich wenig hilfreich, da Du uns in Deiner sehr saloppen Ausdrucksweise unterstellst, dass wir ohne drüber nachzudenken und ohne Blick auf die Kinder uns einfach so getrennt haben und dies von Anfang an absehbar gewesen sei. Hilfreicher hätte ich interessierte Fragen empfunden, zu mindestens könnte dann eine deutlich konstruktivere, da auf die Sache fokussierte, Kritik stattfinden.

13.03.2020 20:21 • x 2 #6


Sonnenblume14


Lieber whilrwind, es ist schön, wenn Du eine Beziehung loslassen kannst, die offenbar zu Ende ist, und ich wünsche Dir dabei weiterhin viel Kraft und Mut. Ich kann Deinen Zeilen aber auch sehr viel Schmerz entnehmen, sehr viel enttäuschte Hoffnungen und aufgegebene Liebe. Ich kann Dir das sehr gut nachfühlen und ich bedauere auch, dass Du bisher eher wenig mitfühlende Kommentare erhalten hast. Es ist immer schwer, jemanden zu verlieren, zumal dann, wenn noch Kinder involviert sind. Ich wünsche Dir, dass Du Dich ganz frei machen und mit der Zeit auch wieder vorwärts schauen und neue Lebensfreude entdecken kannst. Alles Gute für Dich und Deine Kinder!

13.03.2020 20:41 • x 1 #7


Warrior

Warrior


29
1
21
Hallo whirlwind
Ich finde des Brief schön, aber ich sehe auch, dass da viel Schmerz dabei ist. Es natürlich eine andere Liga, wenn da noch Kinder involviert sind und ich auch eine Jahre zusammen gelebt habt. Dein Brief wirkt aber reflekiert und würdevoll.

Aber nein, sende ihn nicht! Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man irgendwo Erwartungen dranknüpft. Ich habe einen Brief gesendet und ich Antwort war nur eine kurze sms. Man macht sich also viele Gedanken und der anderen Person ist es vielleicht egal. Gerade auch Frauen interessiert es nicht, wenn sie gefühlsmässig wo anders stehen, was du noch empfindest.
Und on off Beziehung sind leidvoll, aber sie bringen oft mehr negatives als positives.

Ich verstehe deinen Schmerz gut, dass es weh tut einen geliebten Menschen zu verlieren und man diese heile Welt von Papa und Mama verliert. Vor allem wenn das wie nicht sauber war.
Leider weiss ich aus vielen Erfahrungen, dass viele Menschen nicht direkt sagen können, dass sie mit dir nichts mehr zu tun haben wollen. Sie spielen dann eine Rolle oder verhalten sich extra provokativ. Nimm das nicht persönlich, es ist halt vielen nicht gegeben es anständig zu beenden.

Ich hoffe, du kannst dich ablenken und dass ihr auf der Elternebene harmonieren könnt. Ich wünsche dir viel Kraft!

13.03.2020 21:48 • x 3 #8




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag