Florentine
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dies ist als offenes Thema gedacht für alle, die einen Trauerfall zu verkraften haben, egal ob es sich um einen Menschen oder ein liebes Haustier handelt.
Mein Großvater liegt im Sterben und ich merke, dass mir so jegliche "Erfahrung" im Umgang damit fehlt, da sich meine Familie als ausgesprochen langlebig erweist.
Die letzte Beerdigung, an der ich teilgenommen habe, war die meiner Uroma, das ist aber auch schon wieder 10 Jahre her und zu ihr hatte ich keinen engen Kontakt, da sie 5Stunden entfernt lebte.
Dann vor 5Jahren mein letzter Hund und das macht mich selbst heute noch manchmal traurig.
Mein Großpapa ist hochbetagt. Er hatte ein erfülltes Leben, ist nicht dement und hatte das große Glück, bis zuletzt einigermaßen selbstständig und ohne Pflege in seinem Haus leben zu können.
Ein schwerer Infekt mit Sepsis hat ihn in den letzten Wochen erst ins Krankenhaus und nun ins Pflegeheim geworfen.
Nun hat er sich gestern bei seiner Frau verabschiedet, recht klar hat er gesagt, dass er nun gehen müsse.
Er wolle auch keine Medikamente mehr, auch keine Schmerzmittel, die brauche er nicht mehr. Essen möchte er auch nicht mehr.
Ich würde ihm gerne noch einiges sagen, merke aber, dass ich das gar nicht kann, weil ich dann so weinen muss.
Ich merke hierbei, dass ich das gar nicht kann, überlege gar, ob ich überhaupt nochmal hinfahren soll - aber dann wieder, dass ich das später vielleicht bereuen würde.
Es fällt mir so schwer, meine Gefühle zu artikulieren, schreiben geht. aber im Sprechen kostet mich das - auch im Alltag - viel Überwindung.
Ich versuche, an die schönen Momente zu denken, daran, was für eine Gnade es ist, so selbstbestimmt gehen zu dürfen/können. trotzdem ist da ein Riesenknoten in meiner Brust - auch für und wegen meiner Großmutter, die nach fast 70 gemeinsamen Jahren nun allein ist.
Vielleicht habt ihr ja ein paar Anregungen oder Gedanken zum Umgang mit der Trauer oder nutzt diesen Faden für eure eigenen Gedanken und Abschiede.
Alles Liebe
Florentine.