Angst verlassen zu werden

Barbara

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Hallo!

Habe solche Angst verlassen zu werden, obwohl ich dafĂŒr keinen Grund habe. Mein Freund und ich sind seit ĂŒber 7 Jahren zusammen. Wir sind sehr frĂŒh zusammengekommen und wir haben alles zusammen das erste Mal erlebt

Aber ich höre soviel Negatives wie z.B. "Alle die Jung zusammengekommen sind, trennen sich eh nach 10 Jahren"  oder "man kann ja nicht immer mit der Frau zusammenbleiben mit der man das erste Mal geschlafen hat" usw. Leider grĂ€bt sich sowas ganz schön in meinen Kopf ein und ich werde es nicht wieder los.

Mein Freund sieht im Gegensatz zu mir auch sehr gut aus. Optisch passen wir eigentlich nicht zusammen. Er wird oft von Frauen angesprochen, obwohl ich daneben stehe und da er ein sehr höflicher Mensch ist beschĂ€ftigt er sich auch erstmal mit den Damen und hört ihnen zumindest auch zu, was sie wollen. Was soll er sonst auch tun? Wenn ich dann daneben stehe, mach ich ihm dann auch eine Riesen-Szene, obwohl er nichts dafĂŒr kann. Meistens kriegt die Dame dann auch noch ihr Fett weg, wenn sie mich vorher zwar gesehen aber ignoriert hat. Ich denke dann immer das sie sich mit mir vergleichen und fĂŒr sich selber entscheiden, dass das unmöglich mein Freund sein kann oder das ich eh keine Konkurrenz fĂŒr sie wĂ€re.

Was kann ich nur gegen die Angst und Eifersucht tun? Ich möchte ihn doch deswg. nicht  verlieren und ihn geradewegs in die Arme von einer anderen treiben. Das wĂ€re mein Alptraum.

Viele GrĂŒsse

Barbara


21.03.2003 19:03 • #1


engelsfluegel


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Liebe Barbara!

Also,erstmal stört mich der Satz,er sieht ziemlich gut aus,im Gegensatz zu Dir.
Da kommt mir gleich die Frage hoch,wieviel Selbstbewusstsein hast Du?Warum bist Du mit Dir so unzufrieden?
Stell Dich doch nicht in den Schatten! So,wie Du schreibst,hast Du eine tolle Beziehung,Dein Freund plaudert mit anderen MĂ€dels,ohne etwas von ihnen zu wollen.Ich denke,Du kannst nicht auf alle Frauen dieser Welt,eifersĂŒchtig sein,da hast Du eine menge zu tun,und ausserdem,wohl verschwendete Kraft.Ich glaube Du bist das Problem,nicht das Aussehen,Deines Freundes und die Frauen...auch nicht,das Ihr schon 7 Jahre zusammen seid und alles zum erstenmal gemacht habt.
Du stehst Dir selber im Weg,weil Du Dich nicht so toll findest.Was findet denn Dein Freund an Dir toll?
Es gibt bestimmt vieles,was schön an Dir ist.
Ich weiss zwar nicht,wie Alt Du bist...aber ich kann Dir sagen,ich fand mich mit 20,25,unheimlich hÀsslich!
Heute,nehm ich mich so wie ich bin...ich schau in den Spiegel und lach mich an.Ich habe gelernt,mich so zu nehmen,wie ich bin....und es gibt Frauen,die finde ich super schön,weil sie,vieleicht,genau die Haare haben,von denen ich trÀume aber nie erreiche...
Versuch Dich zu akzeptieren,denn mit Szenen,die Du Deinen Freund machst,erreichst Du nicht sehr viel....ausser,er hat die Schnautze voll.

Ich wĂŒnsch Dir viel GlĂŒck

Mehr auch hier: https://www.trennungsschmerzen.de/Hilfe/ ... erden.html

LG
Engelsfluegel

21.03.2003 22:00 • #2



Angst verlassen zu werden

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hey,
wer oder was verunsichert Dich so? Ihr seid zusammen, das zĂ€hlt und Ihr seid doch auch glĂŒcklich.

Lass Dich nicht von SprĂŒchen anderer beeinflussen. Lass Ihn doch reden mit anderen Frauen, Du bist doch auch dabei, es sind nicht mal Heimlichkeiten. Kopf hoch und ein bisschen mehr Selbstbewußtsein. Er steht zu Dir. Mach mit Deiner Angst nicht Eure Beziehung kaputt und red mal mit ihm drĂŒber. Wenn er Dich genauso liebt wie Du ihn wird er Dich verstehen und Dir zuhören.
Mir fĂ€llt da ein Spruch zu ein, den ich mag : Du darfst Angst haben aber Du mußt sie beherrschen und Dich nicht von Deiner Angst beherrschen lassen. Mir hat er schon oft geholfen.

Weiterhin viele glĂŒckliche Tage in Eurer Beziehung wĂŒnscht Dir
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22.03.2003 14:18 • #3


midwife17


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Hallo,

Dein Beitrag berĂŒhrt mich sehr. Ich bin mit 14 mit meinem Freund zusammengekommen und wir hatten 16 glĂŒckliche Jahre. Niemals hĂ€tte ich gedacht, dass uns je irgendwas trennen könnte, und letztes Jahr im MĂ€rz gesteht er mir, dass er sich in eine andere verliebt hat und mich auch schon seit 10 Wochen mit ihr betrogen hĂ€tte. Wir haben zwei Kinder, Haus gebaut, beide guten Job und uns prĂ€chtig verstanden. Mir war völlig schleierhaft, was ihn weggetrieben hat... und wir haben ein Jahr lang in unserer Vergangenheit gegraben. Und wir haben AbgrĂŒnde herausgefunden... einer meiner AbgrĂŒnde war, dass ich mich immer viel hĂ€ĂŸlicher fand als ihn, frĂŒher sehr eifersĂŒchtig war, mich immer gefragt habe, was er denn an mir findet und mich selber so wenig begehrenswert fand, dass ich einfach nicht begreifen konnte, warum er z.B. so oft mit mir schlafen wollte. Aus Angst, zu dick oder zu hĂ€ĂŸlich oder was auch immer zu sein, hab ich oft keine Lust gehabt, rumgezickt, und er hat sich abgewiesen gefĂŒhlt. Dabei war an ihm alles ok, nur ich war mit mir nicht im reinen. Ihn hat das ĂŒber die Jahre so verletzt, dass er dann (er ist eigentlich sehr zuverlĂ€ssig und treu) tatsĂ€chlich fremdgegangen ist und sich da so begehrt und "empfangen" gefĂŒhlt hat, dass er sich vermutlich ĂŒber diese schiene in die andere verliebt hat.

Das war bitter. Wir haben es noch ein Jahr lang miteinander versucht, aber vor drei Wochen haben wir uns nun doch getrennt. Es fĂ€llt uns beiden schwer und vielleicht ist es auch noch nicht endgĂŒltig, aber ich habe in diesem Jahr so an mir gearbeitet und mir so vieles eingestanden, dass es mit ihm oder einem anderen Partner nur besser werden kann.

Ich kann Dir nur raten, Dich anzunehmen, Dich genau so zu lieben wie ihn, es dankend und frohen Mutes anzunehmen, wenn er Dich liebt. Ich weiß nicht, ob es bei Dir Ă€hnliche Auswirkungen hat wie bei mir, aber dieser Selbsthaß oder das zu geringe SelbstwertgefĂŒhl machen so viel kaputt, was sich vielleicht nicht reparieren lĂ€ĂŸt.

Such zur Not Hilfe, wenn es Dir alleine nicht gelingt. Vielleicht war es sehr wichtig, hier zu schreiben, mir hilft schreiben und auch die Antworten sehr oft.

kopf hoch, Schultern zurĂŒck, lĂ€cheln und los gehts, beiDir ist es noch nicht zu spĂ€t.!!!

Du bist eine Frau, Du bist stark, Du schaffst das!

Ganz viele GrĂŒĂŸe

Nicole

22.03.2003 21:15 • #4


Barbara


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Hallo Nicole!

Dein Bericht hört sich genauso an, wie es zur Zeit bei uns lÀuft. Du hast genau das erlebt, wovor ich solche Angst habe.

Ich weiss nicht, was ich Dir schreiben soll oder wie ich Dich aufmuntern kann. Es ist bei Euch ja so, das ihr zusammen praktisch "gross" geworden seid.

Warum machen wir Frauen uns nur immer so nieder das es soweit kommt wie bei Dir? Ist das eine Volkskrankheit?

Danke fĂŒr Deinen Bericht, er hat mir ein klein wenig die Augen geöffnet fĂŒr was passieren kann und vielleicht wird. Aber Du verstehst bestimmt auch, das man dieses "Ich-bin-hĂ€sslich-GefĂŒhl" nicht von heute auf morgen abstellen kann. Wie baut man denn SelbstwertgefĂŒhl auf? Wie denn? Hat jemand dazu eine passende Antwort? Wer flösst einem dieses GefĂŒhl bloss ein? Woher kommt das? Liegt es an den Medien, die uns Tag und Nacht mit wunderbaren, perfekten Frauen ĂŒberschĂŒtten? Oder liegt es an der Gesellschaft, die einem vormacht nur mit dem und dem Gewicht sieht man gut aus? Mit den und den Gesichtsproportionen? Oder mit einem strahlend weissen LĂ€cheln? Sind es die MĂ€nner selber, die nur Frauen mit perfekten Maßen haben wollen? Soviele Fragen!

Ich werde jedenfalls nicht zulassen, das es so weitergeht bei meinem Freund und mir. Bin wild entschlossen (auch gerade durch einen Bericht, Nicole!) meine Beziehung wieder eine gesunde und eifersuchtslose Basis zu schaffen, bevor es zu spÀt ist.

Dir, Nicole, wĂŒnsche ich das ihr es vielleicht noch in den Griff bekommt. Vielleicht ist es ja noch nicht zu spĂ€t?!?

Danke auch an die anderen, die mir geantwortet haben.

LG
Impalia

22.03.2003 21:55 • #5


Ehemaliger User


Hallo Impalia,
warum macht ihr euch als Frauen nur immer so nieder? Ich denke zum einen uns MĂ€nnern geht es auch nicht anders. Warum wohl ziehen wir bloss den Bauch ein, kĂ€mmen uns die Haare ĂŒber die Glatze oder quĂ€len uns in der Muckibude, dass die heilige Inquisition ihre Freude daran hĂ€tte?
Du hast die Antwort schon selbst gegeben.
>>Liegt es an den Medien, die uns Tag und Nacht mit wunderbaren, perfekten Frauen ĂŒberschĂŒtten? Oder liegt es an der Gesellschaft, die einem vormacht nur mit dem und dem Gewicht sieht man gut aus? Mit den und den Gesichtsproportionen? Oder mit einem strahlend weissen LĂ€cheln?<<
OberflĂ€chlichkeit und Ă€ussere Makellosigkeit sind heutzutage, in der Mediengesellschaft (nicht "Informationsgesellschaft", schliesslich hat uns das Überangebot an Zeitschriften, TV-Sendern, Radiostationen, Internet nicht schlauer gemacht) werden uns einfach diese "Ideale" wieder und wieder um die Ohren gehauen. Ist wie eine GehirnwĂ€sche - und irgendwann wirkt das eben. Wir lernen, dass alle aussehen können (mĂŒssen?) wie Film- und Fernsehstars (die in den 70-ern noch aussahen wie normale Menschen) und dass alle, die nicht so aussehen, eben einfach nicht attraktiv sind. Wir leben in einer Welt in der 50-jĂ€hrige noch aussehen mĂŒssen wie 30-jĂ€hrige, in der sich 18-jĂ€hrige MĂ€dels via kosmetischer Chirurgie den gerade angesagten Standardbusen anoperieren lassen und jeder, der noch keine Fettabsaugung hinter sich hat wohl irgendwie nicht mehr ganz zeitgemĂ€ss ist. Jepp, die Verpackung wird immer mehr in den Vordergrund gestellt. Ist ja auch herrlich foto- und telegen. Den Inhalt der Verpackung kann man (leider) nicht fotografieren oder filmen.
Lass dich von dieser Sch****e nicht beeinflussen. Im richtigen Leben, das nunmal fĂŒr den ĂŒberwiegenden Teil unserer Mitgeschöpfe aus Alltag besteht, zĂ€hlen aber andere Werte. Ausstrahlung, dass man was zu erzĂ€hlen hat, dass man sein Leben trotz Schwierigkeiten meistern kann... Innere Werte eben.
Und aus meiner Warte: mir bedeuten aussagekrĂ€ftige Augen mehr als ein nach den gĂ€ngigen Schönheitsidealen perfektes Gesicht. Was nĂŒtzt es wenn man einen perfekten Körper vor sich hat, der innen einfach hohl ist??

Wonach wollen wir uns richten? Dieses Jahr sind ĂŒppige Frauen und machomĂ€ssige Kerle en Vogue, nĂ€chstes Jahr Twiggy-Frauen und BĂ€rchen-Softie-MĂ€nner und das Jahr danach? Die tun heute so, als könnte man sein Aussehen wechseln wie die Garderobe...

Und: wir werden alle Àlter und die Jugend, die "Schönheit" vergeht. Das ist der Lauf der Dinge und wir sollten nicht unsere Zeit damit verschwenden, an etwas festzuhalten, was man nicht festhalten kann. Viel wichtiger ist doch, dass man sein Herz am rechten Fleck trÀgt und dass die "Chemie" stimmt, dass man im richtigen Leben "kompatibel" ist.
Weisst Du, selbst wenn Du nicht so aussiehst wie ein Model, wirst Du doch wenigstens 101 Eigenschaften an Dir haben, die Dich attraktiv und liebenswert machen, die dafĂŒr sorgen, dass sich andere Menschen in Deiner Gesellschaft wohl fĂŒhlen - und die dafĂŒr gesorgt haben, dass Dein Freund mit Dir zusammen ist und Dich liebt!

Lass Dich nicht verrĂŒckt machen von diesem Perfektheitswahn.

Viel Kraft und vor allem viel Erfolg,

donald

22.03.2003 23:36 • #6


Ehemaliger User


Lieber Donald,

du sprichst mir sooo aus der Seele. Wenn Du Daisy wĂ€rst wĂŒrde ich Dich sofort heiraten, ungeachtet Deiner eventuell vorhandenen Glatze und Deines eventuell vorhandenen Bauches;-)

Ich habe tatsĂ€chlich vor Monaten eine Frau kennengelernt, die wie wir Dinge hinterfragt und gesellschaftliche ZusammenhĂ€nge erkennt. Aber auch sie kann sich nicht so einfach von dem Druck, der auf ihr als Frau liegt, lösen. Wir werden wohl damit leben mĂŒssen, daß die Menschen bei uns so sind wie sie von den Ă€ußeren EinflĂŒssen geschaffen wurden. Ich finde diese Entwicklung, nach all den positiven Impulsen der 60er und 70er Jahre, sehr sehr schade. Aber gerade diese Zeit, in der die feministische Weltanschauung ihren Höhepunkt hatte, hat uns getĂ€uscht. Unbewußt, in ehrlicher, aufklĂ€render Absicht,  aber trotzdem fatal. Den Frauen wurde suggeriert, daß sie ihr Heil im Kampf gegen das MĂ€nnliche suchen sollen, den MĂ€nnern, daß sie einfach nur Schweine sind. Auch ich glaubte, trotz anerzogen kritischer Sichtweise, an die Notwendigkeit der Befreiung der Frau. Ein Blick auf unsere heutige Situation zeigt aber, daß sowohl die Frauen als auch die MĂ€nner völlig ĂŒberfordert sind in ihrer ihnen von den Feministen zugedachten Rolle und daß statt Befreiung eher eine Versklavung durch völlig imaginĂ€re AnsprĂŒche erreicht wurde. Sicherlich war die Gleichberechtigung der Frauen schon lange ĂŒberfĂ€llig, aber sie schoß weit ĂŒber das Ziel hinaus in ihrem Anspruch an die Gleichmacherei der Geschlechter.
Alice Schwarzer und co tragen fĂŒr diese Entwicklung die Hauptverantwortung, denn sie haben den Grundstein gelegt fĂŒr Unsicherheit, VerstĂ€ndnislosigkeit und Kampf zwischen den Geschlechtern, mal ganz abgesehen von der Förderung des ĂŒberall anzutreffenden gesellschaftlich schĂ€dlichen Egoismus der Frauen, und als Gegenreaktion auch dem der MĂ€nner heutzutage.
Sie sind fast verstummt, die Stimmen des Feminismus, weil sie ein schlechtes Gewissen zu haben. Mit Recht wie ich meine. Der Gedanke war edel, die AusfĂŒhrung war zu radikal und zu schnell und wurde der langsamen geistigen Entwicklung der  Menschen nicht gerecht. Es wird noch viele Jahre dauern, bis die Emanzipation, auch durch die VersĂ€umnisse der vergangenen Jahrhunderte seitens der MĂ€nner, soweit sein kann, wirklich begriffen, akzeptiert, gelebt werden zu können.
Die Altlasten sind einfach zu groß um in einer einzigen Generation weggewischt werden zu können.
Ich denke, wir kommen da nur raus indem wir radikale Änderungen an unserem Denken vornehmen. Wir mĂŒssen akzeptieren, daß MĂ€nner und Frauen sehr unterschiedlich sind und daß wir gemeinsam daran arbeiten mĂŒssen, um glĂŒcklich  werden zu können. Miteinander statt gegeneinander. Energien bĂŒndeln statt sie gegeneinander zu verwenden.
Wir MĂ€nner sollten durch Mut, verantwortliche Taten und Konsequenz den Frauen die Ängste und Unsicherheiten nehmen, und die Frauen sollten es zulassen, daß Mann ihnen hilft, und nicht zwanghaft ihr kĂŒnstlich erschaffenes Selbstbewußtsein, das oft in "Selbstschutz" und VerhĂ€rtung endet, in den Himmel heben.
Leider sind wir durch mangelhafte Erziehung und mangels Persönlichkeit oft nicht mehr fĂ€hig zur Konsequenz. Daran mĂŒssen wir arbeiten. Und wer damit Schwierigkeiten hat sollte lernen, seine GefĂŒhle, die ihn immer wieder zur Inkosequenz treiben, zu kontrollieren. Und wer glaubt, daß man GefĂŒhle nicht steuern kann sollte sich eines Besseren belehren lassen.
Bei allem Denken, daß man selbst angeblich ĂŒber sein Leben planerisch bestimmen kann und muß,  bleibt die Frage, warum GefĂŒhle ganz anders, unkritisch und selbstverstĂ€ndlich, als völlig unvorhersehbar, unbestimmbar betrachtet werden. Das ist ein Widerspruch. Die Natur hat uns bisher die FĂ€higkeit gegeben, uns zu schĂŒtzen vor der Gefahr. Wenn uns GefĂŒhle in Gefahr bringen dĂŒrfen diese nicht einfach hingenommen,  sondern sollten reflektiert, den offensichtlichen Tatsachen entgegengestellt werden. Durch etwas Distanz zu sich selbst und dem Partner ist das sehr einfach möglich. Das Problem ist nur, diese Distanz auch wirklich herzustellen, was den meisten sehr schwerfallen dĂŒrfte. Distanz erreicht man nur durch den Kopf, den man einschalten muß. Und den Kopf kann man nur einschalten, wenn man bewußt denkt.
Es ist also, meiner Schlußfolgerung nach, alles eine Frage des kritischen Bewußtseins. Und es ist eines der  Hauptprobleme in unserem Land, daß wir dieses nicht haben, was ja auch an der unverantwortlichen Meinungsmache der Medien und der meist selbstherrlichen Theoretiker und BĂŒrokraten zu sehen ist. Und an unserer UnfĂ€higkeit zur kritischen Reflektion von Ă€ußeren EinflĂŒssen und Informationen.

cu

23.03.2003 04:02 • #7


Ehemaliger User


Hallo Barbara,

da hast du ja ein Thema angesprochen .
Was mich interessieren wĂŒrde ist, ob du schon immer so in eurer Beziehung dachtest oder ob der Gedanke des HĂ€sslichseins erst spĂ€ter auftauchte.

Ich frage mich oft, ob dieses Problem tatsĂ€chlich immer etwas mit mangelndem Selbstbewusstsein zu tun hat... schließlich gibt es nun einmal tatsĂ€chlich schönere und klĂŒgere Menschen, als man es selbst ist... es ist eigentlich sehr realistisch, wenn man das erkennt.
Die Frage ist nun, wie geht man mit dieser Erkenntnis um ? Klar die Medien sagen, verÀnder dich, bis du ebenfalls so aussiehst.... naja, dazu wurde schon was hier gesagt.
Und die MĂ€nner ? Sie freuen sich ĂŒber die Schönheiten.... genießen es meist ungeniert und lautstark, etwas zu sehen zu bekommen.... hmm.... leider bekommt Frau das mit, dass es ihnen gefĂ€llt. NatĂŒrlich ist es nun FrauÂŽs mangelndes SelbstwertgefĂŒhl, dass sie nicht drĂŒber stehen und sich ihrer inneren Werte bewusst sind.... wer sagt eigentlich, dass die schönen Frauen auf den Plakaten Charakterschweine sind ???
Wenn eine schöne Frau mit super Charakter ankĂ€me.... dann mĂŒĂŸte ein rational denkender und abwĂ€gender Mann doch logischer Weise vor unserer Person fliehen, denn diese Frau hat auch noch Schönheit zu bieten.

Hmm...

Was bleibt uns Frauen ? Wir freuen uns mit den MĂ€nnern ĂŒber die schönen Frauen, woraufhin der Mann wenigstens annimmt, er hĂ€tte eine selbstbewußte Partnerin. Insgeheim hoffen wir aber, dass ihm nie eine in seinen Augen schöne (das Bild dieser Frau kennen wir mittlerweile auch nur zu gut), charakterstarke Frau ĂŒber den Weg lĂ€uft. Unser Vorteil bei der Sache ist ĂŒbrigens, dass wir ganz genau wissen, mit welchem Frauentyp wir Mann nicht allein lassen dĂŒrfen..... wie prickelnd.... das ist doch ein nettes Spielchen oder ?

Nein, ich will nicht den MĂ€nnern die alleinige Schuld an diesem Frauenproblem geben, aber es ist auch nicht allein das mangelnde Selbstbewußtsein der Frau, welches merkwĂŒrdiger Weise nur in bestimmten Situationen zum Vorscheinen kommt.

Wir können diese schönen Frauen nicht alle wegsperren, bis sie hÀsslich sind, auch wenn wir frauen das manchmal gerne tÀten....  
Wir wollen nicht alle unsere Fernseher abschaffen.
Wir können auch nicht große Werbeplakate mit schönen Frauen mit Strafen wegen BelĂ€stigung und DemĂŒtigung der Ottonormalfrau belegen...
Wir können nur hoffen, dass Mann ein wenig RĂŒcksicht auf unsere "Behinderung" nimmt und sich ein wenig mehr ĂŒber schöne Blumen )), als Frauen freut.... wir können drauf hoffen, dass Mann zu faul ist, um erneut zu jagen.... und schließlich hoffe ich, dass Mann  nicht nur rational abwĂ€gend ist, sondern auch einfach liebt und zwar den Menschen, der an seiner Seite mit ihm steht, der ihm im AlltĂ€glichen hilft, mit dem er wohlwissend durch dick und dĂŒnn gehen kann, mit dem er sich kappeln und vertragen und lieben kann....

Liebe GrĂŒĂŸe
Susa3



 

23.03.2003 09:51 • #8


Ehemaliger User


Hallo Susa3

> Ich frage mich oft, ob dieses Problem tatsÀchlich immer etwas mit mangelndem Selbstbewusstsein zu tun hat...
schließlich gibt es nun einmal tatsĂ€chlich schönere und klĂŒgere Menschen, als man es selbst ist... es ist eigentlich sehr realistisch, wenn man das erkennt.

Doch, es hat. Denn es ist realistisch und erfordert SelbstwertgefĂŒhl, daß man erkennt, daß nicht jeder so toll sein muß, daß man sich auch oder gerade dadurch ergĂ€nzt, wenn man sich nicht auf die gleiche Schiene begibt. Das sollte aber sowohl dem "schöneren" bzw. "klĂŒgeren" als auch dem "unterlegenen" Partner bewußt sein, die gegenseitige Achtung sollte gleichberechtigt sein.

> NatĂŒrlich ist es nun FrauÂŽs mangelndes SelbstwertgefĂŒhl, dass sie nicht drĂŒber stehen und sich ihrer inneren Werte bewusst sind....

ja. Ein mĂŒndiger, kritischer Mensch sollte fĂ€hig sein, sich von dem suggestiven Druck der Medien zu distanzieren, sollte sich nicht immer wieder auf das Niveau eines Fleischmarktes  begeben, sich dem Konkurrenzgedanken entziehen. Jeder Mensch hat andere QualitĂ€ten und die sollte man einfach ĂŒber das stellen, was die Medien uns als ein Muß suggerieren. Es ist aber heutzutage unbequem und ein Sprung ins kalte Wasser wenn man sich atypisch verhĂ€lt, das gebe ich zu.

> wer sagt eigentlich, dass die schönen Frauen auf den Plakaten Charakterschweine sind ???

aus verschiedenen GrĂŒnden neigen schöne Menschen zur OberflĂ€chlichkeit, das Thema wĂŒrde hier zu weit fĂŒhren, ich habe es schon öfter versucht klarzumachen und es wurden hier auch schon BeitrĂ€ge/Artikel diesbezĂŒglich veröffentlicht.
Zusammengefasst könnte man sagen: Die meist ausschließliche Selbstliebe und der schnelle Erfolg machen solche Menschen unfĂ€hig, auf andere einzugehen, einfach weil sie es nicht nötig haben. Sie werden zu Egozentrikern und Narzisten und damit beziehungsunfĂ€hig. Es gibt sehr viele Beispiele dafĂŒr, wenn man sie nur sehen will...

> Wenn eine schöne Frau mit super Charakter ankĂ€me.... dann mĂŒĂŸte ein rational denkender und abwĂ€gender Mann doch logischer Weise vor unserer Person fliehen, denn diese Frau hat auch noch Schönheit zu bieten.

sag mir wo ich so eine finden kann, ich war ja schon ganz nah dran:-) Vergiss es, Susa, jeder Mensch hat Haken und Ösen.

> Was bleibt uns Frauen ?

Das ist ein wichtiger Punkt: Eure MĂ€nner erkennen Euch und eure ganz individuellen Vorteile vielleicht nicht und bilden sich ein, daß die Schönere mit dem vermeintlich genauso starken Charakter besser sei. Und dann sind sie weg. Das könnte natĂŒrlich eine Frau dazu treiben, sich gegen besseres Wissen dem Konkurrenzdruck zu beugen, was ja auch sehr oft geschieht. Ich beneide Euch nicht um diese Position und sehe ein, daß ihr dadurch den doppelten "Mut zur HĂ€sslichkeit" aufbringen mĂŒsst, um authentisch zu bleiben.

> Nein, ich will nicht den MĂ€nnern die alleinige Schuld an diesem Frauenproblem geben, aber es ist auch nicht allein das mangelnde Selbstbewußtsein der Frau, welches merkwĂŒrdiger Weise nur in bestimmten Situationen zum Vorscheinen kommt.

Da gebe ich Dir recht. Wir MÀnner sollten schöne Frauen einfach boykottieren. Ich trage mich sofort in die Liste ein:-)

> Wir können auch nicht große Werbeplakate mit schönen Frauen mit Strafen wegen BelĂ€stigung und DemĂŒtigung der Ottonormalfrau belegen...

Interessanter Ansatz. Das könnte der eigentliche Grund gewesen sein, warum Alice Schwarzer immer wieder Frauenbilder auf den illustrierten verbieten lassen wollte, und nicht nur wegen der *beep* Tatsachen:-)

> und schließlich hoffe ich, dass Mann  nicht nur rational abwĂ€gend ist, sondern auch einfach liebt und zwar den Menschen, der an seiner Seite mit ihm steht, der ihm im AlltĂ€glichen hilft, mit dem er wohlwissend durch dick und dĂŒnn gehen kann, mit dem er sich kappeln und vertragen und lieben kann....

das hoffe ich auch, und sehe darin nichts geschlechtsspezifisches. In sich gehen und den bisherigen Partner erkennen lernen, annehmen, bevor man sich wieder weiter umschaut oder noch besser, bevor man sich fĂŒr einen Partner entscheidet, anstatt dann vielleicht mit dem neuen, "besseren" Partner wirklich das Leiden zu lernen und sich in den Hintern zu beißen, daß man etwas unwiderbringlich Wertvolles weggeworfen hat.

cu

23.03.2003 21:09 • #9


midwife17


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Hallo Barbara.

Einen ganz wichtigen Punkt habe ich vergessen bei meinem Beitrag:

Die, in die mein Ex/noch/was auch immer-Mann sich verliebt hat, ist (objektiv betrachtet) nicht hĂŒbscher als ich (hatte immer das Feindbild der schlanken, vollbusigen Blondine), aber sie ist um Klassen selbstbewußter als ich es war. Und sie mochte sich und ihren Körper, und sie hatte eine gesunde Einstellung zum S.. Allerdings hab ich auch meine StĂ€rken und mein Mann hat ja derzeit auch keine Beziehung zu ihr (Anne und ich haben am freitag mal ein stĂŒndchen sehr intim miteinander geplaudert) und wir wisen beide, dass er schwer mit sich ringt, am AbwĂ€gen ist, ich bin also noch nicht ganz aus dem Rennen. Folglich werde ich weiter meine StĂ€rken ausbauen (Geduld, Ehrlichkeit, Mut, Kraft) und an meinen SchwĂ€chen arbeiten (Selbstbewußtsein, Eifersucht, ImpulsivitĂ€t, JĂ€hzorn). Und durch die Kinder und dadurch, dass er irgendwie doch stĂ€ndig hier ist, hab ich doch immer noch einen Fuß in der TĂŒr. Und so lange ich diesen Mann liebe und er irgendwann mit guten Argumenten zurĂŒckkommt, werde ich mich wieder einlassen, denn ich weiß, wie gut wir zusammen passen und was ich noch zu geben habe und was wir jetzt (durch die Krise und den Schmerz gelernt) besser machen wĂŒrden.

Kann Dich gut verstehen. Darfst mich auch gerne privat anmailen: midwife17@aol.com

Liebe GrĂŒĂŸe

Nicole

24.03.2003 08:31 • #10


Ehemaliger User


Hallo,

> Warum machen wir Frauen uns nur immer so nieder das es soweit kommt wie bei Dir? Ist das eine Volkskrankheit?  

ich denke ja. Ich kenne eigentlich keine einzige Frau, die nicht irgendwas an sich auszusetzen hĂ€tte, egal ob körperlich oder charakterlich. Und je schönheitsbewußter eine Frau ist, desto krasser wird es. Das wĂ€re ja nicht mal so schlimm, aber sie lĂ€ĂŸt sich ja auch nicht davon abbringen, so zu denken, auch wenn ihre ganze Umgebung sie lobpreist, und die MĂ€nner nur so rumschwirren.

Das heißt, Frauen nehmen ihren subjektiven Eindruck von sich selbst - IM DETAIL - wichtiger als das, was die anderen sagen oder wie sie reagieren. Sie können Komplimente nicht wirklich aufnehmen sondern bleiben mit unglaublicher Sturheit bei ihrer Version. Vielleicht weil sie dann STÄNDIG BestĂ€tigung bekommen, wie toll sie sind? Leider geht das dann nach hinten los wenn es dem eigenen Partner irgendwann zu blöde wird, dieses Spielchen mitzumachen.

Viele Menschen haben zu wenig Distanz, LÀssigkeit zu sich selbst und anderen, können Dinge nicht relativieren, ObjektivitÀt anstreben, trotz aller Klugheit und Vernunft auf den meisten anderen Ebenen.
Sie interpretieren und manifestieren, statt zu hinterfragen und zu analysieren. Eventuelle Fragen dienen nicht der Information, sondern ausschließlich der BestĂ€tigung der eigenen, festgeschweißten Sichtweise.
Tja, woran liegt das? Eigenwillige Selbstbezogenheit statt Offenheit? Zu wenig Vertrauen in das, was der Partner und Freunde sagen? Zu viel Interpretation, was die Umwelt denken KÖNNTE? Obwohl die Umwelt ihnen mehr oder weniger ehrlich sagt, was sie denkt?

cu

24.03.2003 10:00 • #11


Ehemaliger User


Hallo ihr Lieben!

Ich habe mir vor Monaten mal den Mut zusammengerafft und meine Umgebung *befragt*.
So mussten meine Familie und meine Freunde einmal herhalten und Zeugnis ablegen, wie sie MICH einschÀtzen.
Alles, meine CharkterzĂŒge und auch das Äußere.

Was soll ich sagen, davon mal abgesehen, dass es Leute sind, die mich kennen und mögen, war ich dennoch ĂŒberrascht, wie viel anders sie mich sehen, als ich mich selbst.

Es scheint etwas wahres dran zu sein, dass die SelbsteinschÀtzung seltenst zutrifft.
Ich habe mich auch immer nicht gerade fĂŒr hĂ€sslich gehalten, aber völlig unscheinbar und charakterlich langweilig.

Es hat mich wirklich einmal aus tiefstem Herzen interessiert, wie ich mit anderen Augen und Herzen gesehen werde.

Was soll ich noch dazu sagen? Ich war freudig ĂŒberrascht, dass man mir keinen Honig ums Maul geschmiert hat sondern auch kritsche Äußerungen an den Mann/Fau brachte.

Heute nun weiss ich in etwa, warum meine Mitmenschen so gern!!! mit mir zusammen sind, warum meine Freundschaften niemals kurzfristig sind sondern sehr lange Jahre schon bestehen und immer intensiver werden.

Meine optische *FremdeinschĂ€tzung* habe ich dann mal *getestet*, mich mit offenen *Antennen* ins Leben gestĂŒrzt und nun, ach!!!, habe ich es auch gesehen und gespĂŒrt. Ich bin NICHT unscheinbar oder uninterssant. Nur habe ich es nie bemerkt, dass andere Menschen Interesse an mir bezeugten. Warum? Weil ich es mir selbst nie zugetraut habe, mir gesagt habe, es kann ja gar nicht sein?
Heute gehe ich auch nicht als Emanze und Vamp aus dem Haus, aber mit feineren Sensoren fĂŒr mein Umfeld.
Manchmal brauche ich aber auch heute noch eine kleine BetĂ€tigung fĂŒr mein Selbstbewusstsein, nur was die reine Optik angeht.

Mein Inneres ist wie es ist. Und damit habe ich noch niemals Probleme gehabt. Ich weiss, wer ich bin und ich weiss, was ich kann.

Vielleicht wĂ€re diese Aktion auch mal etwas fĂŒr jemand anderen? Mir hat es geholfen...

Liebe GrĂŒsse Nicole

24.03.2003 10:44 • #12



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