Hallo Paulinchen,
deine Geschichte gleich meiner vor ein paar Jahren. Nur, dass ich an der Stelle deines Freundes stand. Vielleicht hilft es dir auch mal meine Geschichte zu hören, die ich in einem anderen Thread bereits niedergeschrieben habe. Ich habe sie dir anbei mal kopiert. Aber in deiner Geschichte sehe ich doch Parallelen zu mir und meiner Frau.
"Meine Frau und ich hatten eine sehr lange Beziehung ehe sie ebenfalls ihrem Affärenmann begegnete. Der AM war so ganz anders als ich, eher der Typ Macho, wenn ich dies so schreiben darf. Sie kam wie es vielfach in diesem Forum beschrieben wird, sie war mir meiner sicher, die Kinder groß und alles was wir uns vorgenommen hatten lebte sie nun mit ihm aus. Die Verliebtheit sorgte für eine rosarote Brille gegen die ich keine Chance hatte. Nachdem ich meine letzte Karte gespielt hatte, stand die Trennung an. Sie zog direkt zu ihm und erlebte den 7. Himmel in allen Belangen. Ich konzentrierte mich in dieser Zeit auf mich. Probierte neue Hobbys aus, reiste in ferne Länder und war stetig von der Verarbeitung von unserem Beziehungsende abgelenkt. Dies bemerkte ich jedoch erst später.
Als der AM sie nun sicher hatte, wandelte sich das Bild den kommenden Monaten schleichend. Sie sollte den Haushalt alleine schmeißen, bekam keine Unterstützung mehr wie von mir, die Aufmerksamkeit lies nach aber fürs Bett sollte sie bereit stehen. Wenn es ihr gesundheitlich schlecht ging, ging er eben mit Freunden aus und ließ sie zurück. Davon bekam ich damals alles nichts mit, da sich unser Kontakt "nur" auf die Kinder beschränkte. Sie trennte sich dann und bezog eine eigene Wohnung.
Ich lernte selbst andere Frauen kennen von denen ich mich wieder im Guten trennte, weil es einfach nicht für eine Beziehung reichte. Meine Frau jedoch hatte danach keine weitere Partnerschaft mehr, sie ist von mir finanziell nicht abhängig und hätte auch neue Beziehungen eingehen können, aber das wollte sie nicht. Sie kämpfte immer mehr darum mich zurückzugewinnen. Erst als sie mir das ganz offen darlegte, fiel ich in ein tiefes Loch. Es kam alles Hoch wovon ich mich davor mit Hobbys, Reisen, etc ablenkte.
Erst von da an begann für mich der Verarbeitungsprozess und ich war stinksauer warum sie mich nicht einfach in Ruhe hätte lassen können. Natürlich war dies Quatsch, weil ich ja selbst mit dem Thema noch nicht im Reinen war, aber so dachte ich eben im ersten Moment. Als ich dies jedoch schaffte, auch unter guter Mithilfe eines Therapeuten, war ich mit mir im Guten was diesen Teil meines Lebens anbelangte. Und meine Frau lies nicht locker. Wir konnten immer mehr Gespräche darüber führen, wie es so weit kommen konnte, über die Gründe und wie es und in welcher Intensität es mir Verletzungen zugeführt hatte. All dessen war ihr im Hormonrausch nicht bewusst. Sie litt und kämpfte ca. 2,5 Jahre um mich wieder zu bekommen. Ich blockte es ab, wollte nicht zum Strohfeuer werden und danach das gleiche Leid durchleben. Es dauerte lange, aber Stück für Stück näherten wir uns an und sind wieder zusammen.
Es kam alles auf den Tisch und letztendlich würde ich behaupten, dass sie zumindest annähernd oder sogar genauso stark gelitten hat wie ich. Hätte sie nicht wie eine Furie gekämpft und diesen langen Atem bewiesen, dann hätte es nicht funktioniert. Sie war es die mich zurückerobert hat.
Grundlage dafür war sicherlich, dass die Liebe nie ganz erloschen ist, aber ganz tief unter einem Steinschlag versteckt war. Und je mehr die Steine aus dem Weg geräumt wurden, desto mehr konnte unsere Liebe wieder das Licht der Welt erblicken. Die Kratzer sind geblieben, aber das Herz schlug noch.
Vielleicht hilft es manchem als Beispiel, dass es auch noch klappen kann, sofern beide bereit dafür sind und kämpfen."
Meine Beispiel zeigt, dass die Chance auf ein Happy End besteht, auch wenn diese vielleicht sehr gering ist. Alles Gute!
Zitat von 6rama9:Aber da gibt es doch überhaupt keine Frage! Natürlich würde ich an deiner Stelle um ihn kämpfen. Du hast dich in etwas verrannt und manchmal erkennt man erst, was einem wirklich wertvoll ist, wenn man es verloren hat.
Wichtig ist die richtige Reihenfolge, um noch mal eine Chance zu haben: Erst Schluss machen, dann wieder zurückziehen, dann Kontakt aufnehmen. Alles andere ist halbherzig und wird dazu führen, dass das Misstrauen überwiegt. Wenn du eine Chance haben willst, dann musst du alles vorbereitet haben, damit dein Ex sieht: Sie meint es absolut ernst, da gibt's kein Taktieren oder keine Hintertür. Sie will mich und wirklich nur mich.
Den Ausführungen kann ich nur zustimmen. Ergänzend würde ich sagen, dass du einen langen Atem brauchst und voller Überzeugung kämpfen musst. Wenn er das spürt, kann es irgendwann zum glücklichen Ende kommen.