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Beziehung ohne große Gefühle - Geht dies?

SoSo13

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Ich saß gestern mit einer Freundin zusammen und wir unterhielten uns sehr lange darüber, ob es okay ist, eine Beziehung zu führen, obwohl keine großen Gefühle (mehr) vorhanden sind oder ob eine Trennung nicht der beste Weg sei?
Speziell wenn einer der Partner das Gefühl hat, nur noch mitzumachen. Sollte man dann mit seinem Partner darüber offen sprechen oder warten, ob sich die Gefühle noch ändern? Ist man, egal ob Mann/Frau, oft einfach nur zu feige, um eine Trennung auszusprechen, weil man Angst vorm Alleinsein hat? Den Partner zwar sehr mag und schätzt, weiß, was man an ihm/ihr hat, das gewisse Etwas jedoch fehlt oder die Liebe abhanden gekommen ist.

Was habt ihr für Erfahrungen gemacht?

25.01.2017 12:51 • #1


Bleistiftspitze.


Hallo SoSo13,
es ist interessant, weil ich mir vor einiger Zeit mal die gleiche Frage gestellt habe.
Ich sehe es so:
Das was die Liebe erst ausmacht sind ja nicht die „Frühlingsgefühle“, die man beim ersten Treffen hat.
Das Wort Liebe beschreibt für mich einen Zustand, der aus gemeinsamer langjähriger Erfahrung natürlich gewachsen ist. Geborgenheit, Verständnis, Rücksicht und Respekt sind keine Selbstläufer, die plötzlich nach 3 Wochen da sind. Das was ich damit meine, entsteht erst über einen sehr langen Zeitraum.
Wenn man sich nun fragt ob man den Partner noch liebt, weil man keine Gefühle hat, lohnt es sich vielleicht einen genaueren Blick zu nehmen, sowohl auch auf sich selbst und zu beleuchten, ob man vielleicht nicht versucht sein eigenes „Wunschbild“ auf den Partner zu projizieren.

Und das ist für mich auch der Grund wieso Affären entstehen:
Viele Menschen suchen immer „das Aufregende/Spannende“ im Leben. Natürlich ist es klar, dass diese Spannung im Alltag mit einem langjährigen Partner nicht immer vorhanden ist. Aber ich sehe das als völlig normalen Prozess innerhalb einer Beziehung an.

Man sollte sich wirklich sehr gut hinterfragen und schauen, ob es wirkliche Gründe gibt oder ob man mit sich selbst unzufrieden ist.
(Natürlich meine ich damit nicht, wenn der Partner gewalttätig ist, einen immer schlecht behandelt etc. - das sind m.E. klare Trennungsgründe).

Aber aus einem reinen Gefühl, dass ich mich unwohl fühle, würde ich eine Beziehung nicht beenden, sondern in mich gehen und ggfs. .it dem Partner sprechen, wenn es bei irgendwas Bedarf gibt.

Zumindest ist das meine Meinung. Viele ziehen den anderen (vermeintlich leichteren) Weg vor und wundern sich dann, dass sie Jahre später genau an dem Punkt sind, wo sie beim vorherigen Partner auch waren.

25.01.2017 13:02 • x 2 #2



Beziehung ohne große Gefühle - Geht dies?

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Kummerkasten007

Kummerkasten007


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Ich würde mit dem Partner sprechen, meine Nöte, Sorgen, Ängste, Wünsche, Vorstellungen etc klar und deutlich darstellen und ihm dann die Zeit geben, darüber nachzudenken. Sollte dies aber bereits geschehen sein und es ändert sich nichts, dann würde ich mir folgende Fragen stellen:
Warum sollte ich mich zu etwas zwingen, was ich nicht machen will? Wegen der Kinder, des Hauses, der Familie oder der Nachbarn?
Warum verwehre ich mir selbst oder meinem Partner ein eventuelles Glück mit einer anderen Person, nur weil ich zu entscheidungsfaul bin?
Warum lebe ich eventuelle Kinder eine in der Tiefe lieblose Beziehung vor?

25.01.2017 13:18 • #3


Sashimi

Sashimi


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Zitat von SoSo13:
Ich saß gestern mit einer Freundin zusammen und wir unterhielten uns sehr lange darüber, ob es okay ist, eine Beziehung zu führen, obwohl keine großen Gefühle (mehr) vorhanden sind oder ob eine Trennung nicht der beste Weg sei?
Speziell wenn einer der Partner das Gefühl hat, nur noch mitzumachen. Sollte man dann mit seinem Partner darüber offen sprechen oder warten, ob sich die Gefühle noch ändern? Ist man, egal ob Mann/Frau, oft einfach nur zu feige, um eine Trennung auszusprechen, weil man Angst vorm Alleinsein hat? Den Partner zwar sehr mag und schätzt, weiß, was man an ihm/ihr hat, das gewisse Etwas jedoch fehlt oder die Liebe abhanden gekommen ist.

Was habt ihr für Erfahrungen gemacht?


Das muss man etwas runter brechen. Eine Beziehung geht man nicht ein ohne Gefühle. Würde man das tun, wäre sie nicht überlebensfähig. Der Partner würde merken, dass etwas nicht stimmt und sich seinerseits vermutlich trennen. Grundsätzlich kann man diese Entscheidung nur für sich treffen, weil alleine die Logik schon gebietet, dass der Partner niemals so ehrlich sein würde. Alleine das ist eine Art Bindung, die eine Beziehung erst möglich machen würde. Fakt ist aber, dass jene Menschen die einfach nur mit jemanden zusammen sind aus reiner Sympathie oder Anziehung, schnell das Ruder herumreißen werden wenn ein geeigneter Partner auf der Bühne erscheint. On nun etwas vernünftig ist oder nicht, oder ob man sich trennen sollte, klingt zwar unglaublich logisch, entbehrt aber jeder Realität. Wer nicht aus Überzeugung mit jemanden zusammen ist, hat die Beziehung zum scheitern verurteilt. Egal was er tut, oder nicht.

25.01.2017 14:44 • #4


SoSo13


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Was ist, wenn man sich die Beziehung unbedingt wünscht? Also genau weiß, dass der Partner perfekt ist, jedoch von starken Selbstzweifeln geplagt wird. Ständig Angst hat, nicht gut genug zu sein oder der Partner evtl. Schwächen erkennen könnte, die man sich selbst vielleicht nicht eingestehen möchte. Dann an seiner eigenen Liebe/Zuneigung zum Partner zweifelt, weil eigentlich alles okay sein müsste, man doch glücklich sein müsste, und man doch das Gefühl hat, es würde etwas nicht stimmen. Der Partner somit mehr empfinden muss als man selbst, denn sonst hätte man diese Zweifel ja schließlich nicht. Und sobald sich der Partner entfernt, dann doch wieder Gas gibt und alles für die Beziehung tut. Also ein ständiges auf und ab...

25.01.2017 15:50 • x 1 #5


Ex_Mitglied


Zitat von SoSo13:
Was ist, wenn man sich die Beziehung unbedingt wünscht? Also genau weiß, dass der Partner perfekt ist, jedoch von starken Selbstzweifeln geplagt wird. Ständig Angst hat, nicht gut genug zu sein oder der Partner evtl. Schwächen erkennen könnte, die man sich selbst vielleicht nicht eingestehen möchte. Dann an seiner eigenen Liebe/Zuneigung zum Partner zweifelt, weil eigentlich alles okay sein müsste, man doch glücklich sein müsste, und man doch das Gefühl hat, es würde etwas nicht stimmen. Der Partner somit mehr empfinden muss als man selbst, denn sonst hätte man diese Zweifel ja schließlich nicht. Und sobald sich der Partner entfernt, dann doch wieder Gas gibt und alles für die Beziehung tut. Also ein ständiges auf und ab...


Schon mal was von * Selbst Sabotage * gehört ? , klingt danach , was du schreibst

25.01.2017 16:03 • #6


SoSo13


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Nee, aber 'Sabotage' von den Beastie Boys ist super!

25.01.2017 16:11 • #7


Ex_Mitglied


Zitat von SoSo13:
Nee, aber 'Sabotage' von den Beastie Boys ist super!


Google mal nach Selbst Sabotage , dass was du zuletzt geschrieben hast ,dass alles eig. Okay ist plus der perfekte Partner du jedoch Selbstzweifel hast u.s.w für mich klingt so was nach einer * Selbst Sabotage * .

25.01.2017 16:13 • #8


RoteRose999


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Ich glaube schon, dass das geht.
Ein paar, dass über viele Jahre zusammen ist, da ist auch nicht immer Sonnenschein.

Wenn der Grundton passt und man den anderen als Mensch wirklich mag, dann spricht gar nix dagegen.

Es ist die große Aufgabe in langen Beziehungen sich immer wieder mal zu verlieben.

Das schafft man vor allem durch Respekt, Zärtlichkeit und zusammen eine zukunf schaffen.
Immer wieder neue Projekte zusammen machen...

Ob es zusammen ziehen, reisen, Familie planen etc. ist.
Meistens sind die äußeren Umstände ungünstig oder man ist mit sich selbst nicht im reinen.

Dann leidet die liebe darunter.

25.01.2017 17:14 • x 1 #9



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