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Beziehungsmuster durchbrechen

derBaum

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Hallo, ihr Lieben!

Ich habe mal eine wirklich wichtige Frage an euch. Ich erkenne bei mir ein Beziehungsmuster, welches nicht sein darf, da es mich an einem gesunden Leben hindert. Dieses Beziehungsmuster ist nicht "gesund" und ermöglicht es mir nicht, eine richtige Beziehung zu führen.

Und zwar ist es so, dass ich es mag, wenn ich abgelehnt werde. Ich will die, die mich nicht haben wollen und übersehe die, die mich toll finden. Ich fühle mich so lebendig, wenn ich jemandem hinterherrennen muss, mich anstrengen muss, und mich beweisen muss. Und noch lebendiger fühle ich mich eben, wenn ich jemanden nicht erreichen kann. Wenn ich einen über den Kopf gezogen bekomme, wenn ich Zuhause sitze und leide, wenn ich mir den Kopf zerbrechen kann, wie ich noch besser werden muss um zu gefallen.

Ich hatte ein Jahr lang jemanden, der gut zu mir war. Ich war innerlich wie tot. Es war super, dass er voraussehbar, zuverlässig und respektvoll war. Das sind mittlerweile Dinge, die ich in Anspruch nehme und zu 10000% zurück gebe. Nur macht mich das ganze depressiv, tot, unlebendig. Meine Sinne sind nicht so geschärft wie bei jemandem der mich nicht will. Ich bin nicht hellwach, pulsierend und zu einer Horizonterweiterung fähig wie bei jemandem der mich genüsslich ablehnt.

Das Problem ist, dass ich das nicht mal eben so verändern kann. Es funktioniert nicht. Ich würde gerne eure Gedanken dazu hören. Ich will wissen ob andere auch so sind und ich wäre riesig dankbar wenn mir jemand aus seinem eigenen Leben berichten würde, der das erfolgreich hinter sich gelassen hat. Ich fühle mich so hilflos weil ich weiß was richtig ist und es trotzdem so nicht "fühlen" kann. Was ist nur los mit mir?

17.12.2018 12:06 • #1


Kummerkasten007


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Blind getippt: musstest Du in Deiner Kindheit auch ständig um Aufmerksamkeit und Lob kämpfen?

17.12.2018 12:09 • x 1 #2


Urmel_

Urmel_


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Zitat von derBaum:
Ich will wissen ob andere auch so sind und ich wäre riesig dankbar wenn mir jemand aus seinem eigenen Leben berichten würde, der das erfolgreich hinter sich gelassen hat.

Ich formuliere etwas salopp:

Frauen auf Zehenspitzen zu halten ist für Männer wichtig. Denn wenn die Frau nicht mehr das Gefühl hat, sich für den Partner ins Zeug legen zu müssen, dann schlägt es um in "wenn ich mich nicht anstrengen muss, dann habe ich einen wertlosen Partner. Habe ich einen wertlosen Partner, dann habe ich falsch gewählt." Und so ein Szenrio hattest Du gerade mit Deinem langweiligen Traumprinzen.

Die Dynamik an sich ist daher nicht falsch.

Allerdings ist es gut möglich, dass die Dynamik in Dir zu extrem ist. Passiert beispielseise, wenn man als Kind wenig Liebe oder viel Unsicherheit erfahren hat, dann ist es schwer möglich, positive Gefühle lange Zeit in sich selbst aus sich selbst zu erzeugen.

Als Ansatz würde ich mal anfangen und schauen, ob Du Dich überhaupt selbst magst. Wie gesagt, die Grundunsicherheit gehört bei Frauen dazu.

17.12.2018 12:12 • x 1 #3


Sahnekirsche


Ist das nicht irgendwie normal das haben zu wollen, was nicht so enfach zu haben ist?`

Ich bin auch so veranlagt, weiß nicht genau warum, aber es liegt mal sicher nicht an der Kindheit. Vermutlich ist es einfach der Reiz am Spiel, wobei ich sagen muss dass ich bisher immer ans Ziel gekommen bin, wo ich es auch unbedingt wollte.

Wie läuft das bei dir idR so ab?

Zitat von Urmel_:
Frauen auf Zehenspitzen zu halten ist für Männer wichtig. Denn wenn die Frau nicht mehr das Gefühl hat, sich für den Partner ins Zeug legen zu müssen, dann schlägt es um in "wenn ich mich nicht anstrengen muss, dann habe ich einen wertlosen Partner. Habe ich einen wertlosen Partner, dann habe ich falsch gewählt." Und so ein Szenrio hattest Du gerade mit Deinem langweiligen Traumprinzen.


Klingt zwar nicht wirklich romatisch, aber entspricht wohl leider der Realität!

17.12.2018 12:26 • #4


Urmel_

Urmel_


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Zitat von Sahnekirsche:
Klingt zwar nicht wirklich romatisch, aber entspricht wohl leider der Realität!

Yeah, die Formulierung ist etwas grobschlächtig.

Hier eine andere Lesungsart der gleichen Maxime:
Sei ein Mann, der sich selbst und seine Gefühle im Griff hat, der für seine Ziele einsteht und der diese Dinge nicht für eine Frau aufgibt, sondern der diese Dinge für eine glückliche Beziehung am Leben erhält.

Denn was passiert, wenn du ein Mann bist, der für viele Frauen als wertvoll erachtet wird? Sie investieren in Dich. Kann man dann auch salopp als "sie stellen sich auf ihre Zehenspitzen, um eine Mann zu ergattern/halten" übersetzen.

Und der aufmerksame Leser wird erkennen, dass Männer, die an sich arbeiten, die ihre Emotionen und das Leben im Griff haben im Prinzip was machen? Sie stellen sich ebenfalls auf Zehenspitzen, um wertvoll für interessante und gut erzogene Frauen zu sein.

17.12.2018 14:04 • #5


Eswirdkälter


Ich finde es unheimlich anstrengend.
Sicher mag es in der Anfangszeit ein Spiel zwischen Nähe und Distanz geben, oft
sogar ungewollt, weil Unsicherheit und Ängste reinspielen.
Wenn ein Mann es richtig anstellt, dass ist es sogar toll, wenn man Nähe und Zuwendung
erhält und diese auch zurückgeben kann.
Das bedeutet ja nicht, dass man duckmäuserisch sein muss, sondern seine Standpunkte
weiter vertreten kann und Mut zu Auseinandersetzungen hat,. ohne komplett abzuticken
oder aggressiv zu werden. Es hat etwas mit Respekt zu tun. Reibung ist nicht nur schlecht
und hält die Beziehung lebendig.
Lebt man nach dem ewigen Jäger- Prinzip, wird man sicher im Alter sehr einsam sein oder
eher eine oberflächliche Beziehung leben.

17.12.2018 14:32 • x 1 #6


Urmel_

Urmel_


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Zitat von Eswirdkälter:
Lebt man nach dem ewigen Jäger- Prinzip, wird man sicher im Alter sehr einsam sein oder
eher eine oberflächliche Beziehung leben.


Lebst Du nach dem Prinzip, dass Deine Frau Dich nicht halten will, weil Du zur Wurst geworden bist, dann lebst Du ganz sicher alleine.

Wie man es dennoch schafft, dass die Dame in Dich auch im Alter investiert, konkretisierst Du nicht. Stattdessen etwas Budenzauber mit der Angst vor dem Alleinsein im Alter.

Ich sage es hingegen ganz konkret. Arbeite an Dir selbst, damit sich die Dame auf Zehenspitzen stellt. Dann bist Du auch im Alter nicht alleine.

17.12.2018 14:37 • x 1 #7


Eswirdkälter


Ich bin eine Frau Urmel.
Solche Männer sind mir durchaus bekannt.
Ist es nicht unheimlich anstrengend, dieses
Spiel aus Nähe- und Distanz?
Ich wünsche jedem hier, dass er einen Partner
findet, bei dem man so sein kann, wie man wirklich ist,
ohne sich verstellen zu müssen.
An sich selbst zu arbeiten findet ich genau so wichtig.
Richtet man sich nur nach dem Partner, dann verliert man
die eigene Persönlichkeit und von einem selbst ist nicht mehr viel übrig.
Das Resultat sind eintönige Beziehungen. Mit anderen Worten sie
sind oder werden langweilig.
Bsp: "Welche Musik willst Du hören?"
"Ach egal, entscheide Du doch für uns"
"Was willst Du essen?"
"Ach, worauf Du Lust hast"
Das wäre fast wie eine Unterhaltung mit sich selbst.
Ein Abnicker oder "Ja, Du hast recht Schatzi", "Wie Du meinst mein Hase"
kann auf Dauer einschläfernd wirken.

17.12.2018 14:52 • x 2 #8


Urmel_

Urmel_


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Zitat von Eswirdkälter:
Ich wünsche jedem hier, dass er einen Partner
findet, bei dem man so sein kann, wie man wirklich ist,
ohne sich verstellen zu müssen.


Du rätst einem Stalker, der massiv Ängste in sich trägt und keine Frau abbekommt, er selber zu sein? Vermutlich nicht.

Das bedeutet, dass Du "sei Du selbst" an bestimmte Bedingungen kettest.

Und das wiederum endet von der Kette her bei "sei ein Mann, der Frauen haben wollen".

Und das endet bei "ne Frau stellt sich auf Zehenspitzen, um den Mann haben zu können".

17.12.2018 15:20 • #9


Eswirdkälter


Ich verstehe nicht, was Du mir mitteilen möchtest Urmel.
Es gibt ja verschiedene Sichtweisen.
Diese Verstellungen klingen für mich sehr anstrengend.
Einen tollen Mann als Partner zu haben oder eine tolle Frau,
ist ja auch Interpretationssache,Es kommt darauf an, welche
Attribute man als solche ansieht. Ich halte nicht viel
von Pauschalisierungen.
Es wäre doch toll, wenn sich beide anstrengen müssen
und nicht ein Part "eine Art Gott" anbeten muss.

17.12.2018 15:36 • #10


Urmel_

Urmel_


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Zitat von Eswirdkälter:
Diese Verstellungen klingen für mich sehr anstrengend.

Welche Vorstellung ist für Dich sehr anstrengend? Das Frauen Ansprüche an Männer haben und wenn diese Ansprüche nicht erfüllt werden, sie diesen mann nicht als Partner wollen? Das mag anstrengend klingen, ist aber nun mal die Welt, die uns umgibt.

Und wenn Du "die Last der Pflichterfüllung" als nichtexistent ansehen möchtest, weil sie Dich zu sehr anstrengt, dann müsstest Du im Prinzip wahllos jeden Mann als Deinen Partner akzeptieren.

Tust Du aber nicht, was bedeutet, dass Du auf der einen Seite sehr wohl Bedingungen an den Partner hast, auf der anderen Seite mir gegenüber diese Bedingungen als "anstrengend" wertest. Und da diese beiden Punkte maximal gegensätzlich in ihrer Aussage sind, hast Du Dir entweder wenig Gedanken zu den zu Grunde liegenden Dynamiken gemacht oder Du setzt Dinge bewusst in einen Widerspruch.

Dann wäre die valide Frage, warum Du bewusst gegenteilige Aussagen triffst. Bei sowas sollte man sehr vorsichtig sein, denn Doppelbotschaften sind sehr destruktiv.

Siehe:
https://de.wikipedia.org/wiki/Doppelbotschaften

17.12.2018 15:50 • #11


Eswirdkälter


Entweder man liebt jemanden oder nicht.
Warst Du nicht der mit "Gefühle sind nicht verhandelbar?"
Ein Mann kann zwar schachern, aber letztendlich liebt man ihn aufgrund
seines Wesens oder man liebt ihn nicht.
Strategien sind anstrengend und auf belastend.
Man versucht jemanden zu binden, der wohlmöglich nicht gebunden werden will.

17.12.2018 16:00 • #12


derBaum


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Danke allen für die Antworten. Ich werde mal in mich gehen. Habe jemanden kennengelernt und möchte umgehen dass ich ihn langweilig finde, wenn ich ihn näher kennenlerne und es sich als "einfach" gestalten sollte.

17.12.2018 16:25 • #13


Eswirdkälter


Keine Ursache, ich habe Dich gerne beraten.
Sollte Dich diese unausgeglichene Gefühlslage weiter so belasten,
würde ich therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen.
Möge Der Baum wieder ein buntes Blätterkleid tragen und sich seiner
weiblichen Attribute bewusst werden. Werde weich.

17.12.2018 16:33 • x 1 #14


Hallatar

Hallatar


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Komisch. Ich würde es zwar nicht so krass darstellen wie die TE, aber doch: Ich erkenne mich wieder.

Ein Mann wird für mich langweilig, wenn er mich "zu sehr" will. Meine Gefühle gehen von 100 auf 0, wenn ich bei ihm emotionale Abhängigkeit spüre, obwohl ich mitunter selbst dazu geneigt habe. Er behält seine Anziehungskraft, wenn ich nicht alles von ihm weiß. Weil er seine Unabhängigkeit bewahrt. Weil ich lieber Jägerin bin als Gejagte. Und auch ich vermute die Wurzel allen Übels in meiner Kindheit. Würde passen.

Guck an, man lernt nie aus

17.12.2018 18:04 • #15




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