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Beziehungsmuster durchbrechen

Pinchen

Pinchen

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Kennt ihr das? Ihr gerät immer an die gleiche Sorte Mann/ Frau und wisst einfach nicht warum!
Nach der letzten gescheiterten Beziehung hat man sich fest vorgenommen diesmal alles richtig zu machen und trotzdem haat es nicht geklappt.

Ich habe mir zu diesem Thema in letzter Zeit viele Gedanken gemacht und einige Artikel gelesen.
Warum wir immer wieder an die gleiche Sorte Mann/ Frau geraten liegt an unseren "festgefahrenen" Beziehungsmustern, die wir selbst kaum wahrnehmen. Die Weichen für diese Beziehungsmuster werden uns angeblich schon sehr früh gelegt, nämlich in der Kleinkindphase. Die erste Beziehung, die wir selbst erleben, ist diese zu unseren Eltern und ebenfalls die ihre, also die Beziehung zwischen Mutter und Vater. Auf diesem Beziehungsmodell soll auch die unsere aufbauen, da wir so gelernt haben, dass dies "die richtige" ist. Das beinhaltet aber auch, dass wir die "negativen" Beziehungserfahrungen mit abspeichern und die zu einem Problem in unseren eigenen Beziehungen werden können.

Ein Beispiel:
Meine Mutter hat meinem Vater immer vorgeworfen, dass er zu selten zu Hause ist, sie sich um alles alleine kümmern muss und auf ihn kein Verlass ist.

Mein Beziehungsmuster:
Ich interessiere mich für Männer, die mich generell auf Distanz halten und einen ausgeprägten Freiheitsdrang haben.

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Gerade befinde ich mich in einer Situation mit einem Mann, den ich sehr attraktiv finde und der mich auf (emotionale) Distanz hält. Rein vom Logischen her möchte ich keine Beziehung mit ihm, da er mich stark an meine Exfreunde erinnert (Beziehungsmuster) und es nur zu Problemen und Kummer käme. Mein Gefühl aber möchte zu ihm, ihm nahe sein, ihn kennenlernen. Ich finde ihn unheimlich interessant.

Dann habe ich vor einiger Zeit angefangen mich mehr mit einem Bekannten zu unterhalten und zu treffen. Ich finde ihn nicht sehr attraktiv, aber ich fühle mich wohl in seiner Anwesenheit. Es ging sogar so weit, dass ich darüber nachgedacht habe, ob aus uns nicht etwas werden könnte. Er ist sehr aufmerksam, sucht den Kontakt auch von sich aus, kümmert sich.. alles, was ich noch nie bei einem Mann kennengelernt habe. Man möchte meinen, ich wäre bescheuert, aber gerade mit diesen Eigenschaften, komme ich nich gut klar, dabei sind das alles Eigenschaften, die ich mir bei einem Mann wünsche.
Zuletzt hat er so viel Druck bei mir aufgebaut, dass ich mich von ihm distanzieren musste, bzw gerade dabei bin.

Meine Frage:

Kennt ihr diese Beziehungsmuster von euch? Hat es jemand geschafft sich davon loszureißen und konnte sich für einen anderen Typ Mann/ Frau öffnen?

Ehrlich gesagt macht mir das Thema angst, da ich anscheinend unfähig bin, mit gewollter Näher umzugehen und immer das Komplizierte suche. Das Komplizierte zu kontrollieren, um Kontrolle zu erhalten. Alles was mir zu einfach "zufliegt", ist außerhalb meiner Kontrolle und macht angst.

Was geht euch sonst zu dem Thema durch den Kopf?

16.11.2016 18:37 • x 2 #1


Eswirdbesser

Eswirdbesser


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Hallo liebes Pinchen,

Ich kann dir das Buch
Das Kind in dir muss Heimat finden von Stefanie Stahl sehr ans Herz legen..

Oder
Lieben was ist von Byron Katie

oder
liebe dich selbst, dann ist es egal wenn du heiratest von ich glaube von Eva-Maria & Wolfram Zurholst weiß ich jetzt nicht so genau, finde das Buch gerade nicht

Hab da sehr viel für mich entdeckt..

Edit
Ja ich habe mein Muster "durchbrochen"...

16.11.2016 18:49 • x 1 #2


HomerJ


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Zitat:
da ich anscheinend unfähig bin, mit gewollter Näher umzugehen und immer das Komplizierte suche. Das Komplizierte zu kontrollieren, um Kontrolle zu erhalten.


Hallo Pinchen,

schön zusammengefasst. Mir geht ganz ähnlich, ich suche mir auch immer die "hoffnungslosen" Fälle aus. Je desinteressierter jemand an mir ist, desto mehr zieht mich die Person an als ob das naheliegende zu einfach und damit unverdient wäre.

Zitat:
Die Weichen für diese Beziehungsmuster werden uns angeblich schon sehr früh gelegt, nämlich in der Kleinkindphase.


Ich denke, dass auch die ersten bewussten Erfahrungen in Sachen Liebe und Beziehung eine wichtige Rolle spielen. Ich habe als ich etwa 17 war binnen kurzer Zeit meine beiden besten Freunde sowie die beste Freundin durch diverse Dreiecksgeschichten "verloren", was mich damals tief getroffen hat. Die Geschichte hat in mir das Gefühl erweckt, Freunde nicht halten zu können bzw. auf Dauer uninteressant zu sein. Seitdem habe ich oft versucht, gerade bei solchen Menschen Eindruck zu machen, die so gar kein Anzeichen von Interesse an mir zeigten.

Zitat:
Hat es jemand geschafft sich davon loszureißen und konnte sich für einen anderen Typ Mann/ Frau öffnen?


Darauf suche ich leider auch noch die richtige Antwort, Gefühle anderen Menschen gegenüber kann man sich nun eben nicht einfach einreden oder aber diese andersrum verleugnen. Vielleicht muss man es einfach mal mit einem anderen Typ Mensch versuchen?

Ich hoffe, du findest bald eine Atnwort und teilst sie dann auch uns mit

Liebe Grüße

HomerJ

16.11.2016 21:16 • x 2 #3


Kaetzchen

Kaetzchen


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Zitat von HomerJ:
schön zusammengefasst. Mir geht ganz ähnlich, ich suche mir auch immer die "hoffnungslosen" Fälle aus. Je desinteressierter jemand an mir ist, desto mehr zieht mich die Person an als ob das naheliegende zu einfach und damit unverdient wäre.


Aber ist das nicht ein Stückweit auch ganz normal? Geht das nicht allen Menschen so? Zumindest ist doch der Spruch "Die Männer, die ich will, wollen mich nicht, und die, die mich wollen, will ich nicht" altbekannt und kommt ja auch nicht von ungefähr

Also Anziehung hat ja schon auch was mit Distanz, Verfügbarkeit/Erreichbarkeit und so zu tun. Sonst würden nicht so viele Mädels bei irgendwelchen Boygroups rumkreischen, sondern bei dem s.y UPS-Fahrer, der jeden Tag kommt

16.11.2016 21:19 • #4


Cindy38

Cindy38


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Ich empfehle euch das Buch Wenn Frauen zu sehr lieben..da trifft es genau auf dieses Thema und liebe Pinchen das was eben mit der Kindheit zum tun hat..habe mir das Buch auch zugelegt,weil ich genau das selbe Schema wie du es beschrieben hast..

16.11.2016 21:30 • #5


HomerJ


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Zitat:
Aber ist das nicht ein Stückweit auch ganz normal? Geht das nicht allen Menschen so?

Zitat:
Also Anziehung hat ja schon auch was mit Distanz, Verfügbarkeit/Erreichbarkeit und so zu tun


Kaetzchen,
gar keine Frage, da ist viel Wahres dran. Aber ich bilde mir zumindest ein, bei mir ein Muster zu erkennen, das mir nicht gut tut, weil es die Chance auf eine Beziehung von vornherein sabotiert. Mein Augenmerk fällt einfach oftmals auf Menschen, denen ich schlichtweg egal bin. Ich versuche aber dennoch, deren Aufmerksamkeit zu bekommen, in deren Leben einen Platz einzunehmen, was dann einfach nicht funktioniert. (klingt jetzt irgendwie so, als hätte ich ein ernstes Problem, wenn ich das nochmal so lese )
Ich denke jedenfalls, dass hat schon etwas mit den in jungen Jahren gemachten Erfahrungen zu tun, die einen immer wieder auf den falschen Weg bringen und die in irgendeiner Weise einer Korrektur bedürfen.

HomerJ

16.11.2016 22:16 • #6


mafa

mafa


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Glaube nicht das irgend ein Buch weiterhilft. Was du willst wird nicht von deinem Kopf kontrolliert gesteuert. Vielleicht kannst du es versuchen zu ignorieren. Aber das wäre Heuchelei ... vielleicht löst es sich irgendwann von selbst, vielleicht auch nicht ...
der Wille ist eben nicht frei ... und wie Schoppenhauer damals schon erkannt hat, du kannst nicht wollen was du willst. Das passt zwar dem Ego nicht, aber wenn man genau beobachtet stellt man es selbst fest ...

16.11.2016 22:24 • x 1 #7


Grace_99


Mir hat eine Therapie geholfen. Hatte ich nicht wegen diesem Thema angefangen, aber wenn man anfängt sich selbst zu verstehen, man sich verändert etc., verändert sich die Denke bzgl. Partnerwahl auch.

Kann ich also nur empfehlen

16.11.2016 23:00 • x 1 #8


Mazzystar


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Auch von mir eine Buchempfehlung: Julia Onken - Vatermänner.


Und auch Robin Norwood zu lesen kann sehr gut helfen...

16.11.2016 23:10 • #9


Grace_99


Sind Bücher ernsthaft Hilfen? Also Fachliteratur ist z.B. garnicht meins, finds langweilig und lese das nie zuende. Bei mir fruchtet learning by doing.

16.11.2016 23:15 • #10


fe16

fe16


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stimme dann mal Grace99 zu die Therapie ist eine besser Art an sich zu arbeite. Bei Büchern ist es ja immer die Sache wie man es selbst versteht. und auslegt. Der Therapeut setzt anders an.

16.11.2016 23:43 • #11


ysabell


@Pinchen und Homer

ist es denn bei euch wirklich so einfach: kein Interesse und oder viel Distanz beim Gegenüber und ihr seid "entflammt"?

Ich denke mittlerweile, dass Bücher oder Therapie bezügl. dieses Themas nur begrenzt helfen können.
Ich könnte trotz langer Therapie keine Beziehung mit einem Mann führen, der viel mehr Nähe wünscht als ich. Ich denke, das ist unabänderlich.
Aber man muss deswegen ja nicht ein Leben lang trostlose Nähe-Distanz-Spiele spielen und leiden.
Mit dem richtigen Partner kann es ja dennoch klappen. Eben einer, der diesbezüglich ähnlich tickt. Nicht zu viel, nicht zu wenig Nähe. Ich hatte auch schon meine Beziehungsprobleme oder sogar Katastrophen. Aber was diesen Punkt betrifft, habe ich meine Beziehungen als recht harmonisch empfunden. Nicht reibungsfrei, aber auch nicht dieses extreme Spiel: der eine rennt fort, sobald der anderere sich öffnet, so dass im Grunde gar keine Beziehung zustande kommt.

17.11.2016 00:39 • x 2 #12


Cindy38

Cindy38


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Natürlich können Bücher alleine nicht helfen,ich bin auch in Therapie,aber durch das Lesen kann ich vieles auch noch mal ein bisschen besser nachvollziehen uns sich teils auch rein versetzen...

17.11.2016 07:48 • #13


SilentOne78

SilentOne78


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Verschiedene Menschen sprechen auf verschiedene Therapieformen unterschiedlich gut an... dem einen liegt dieses besser, dem anderen jenes. Dem einen liegen Bücher mehr, dem anderen weniger.

Und so, wie nicht jeder Mensch mit jedem Therapeuten gleich gut kann, kann auch nicht jeder mit jedem Buch. Wenn uns das Gegenüber - egal ob Therapeut oder Buch - unsympathisch ist, wenn uns die Art, Auftreten, Stil, Ansichten, Vorgehen etc. widerstreben, wächst auch der Widerstand, sich zu öffnen, sich darauf einzulassen, und damit schwindet die Chance, dass eine Veränderung einsetzen kann.

Vorteil eines Therapeuten ist natürlich die Flexibilität... er kann ganz induviduell auf Situationen, Stimmungen, Vorfälle, Bedürfnisse eingehen, auch mal den "Kurs", den Ansatz wechseln. Ein Buch kann auf all das nicht reagieren, der Inhalt ist festgeschrieben und passt sich nicht an.

Andererseits kann die Hemmschwelle, zu einem Therapeuten zu gehen, seine Probleme vor einem Fremden offen zu legen, sehr hoch sein. Dann kommen vielleicht noch lange Wartezeiten dazu, die auch noch abschreckend wirken...
Sich mit Hilfe eines Buches mit seinen Problemen auseinander zu setzen ist in der Hinsicht einfacher. Vielleicht nicht so effektiv, aber es ist zumindest ein Anfang. Und für den ein oder anderen auch schon völlig ausreichend, je nachdem, wie die Probleme gelagert sind.

Ob Buch oder Therapie oder Kombination aus beidem - ob und was einem da am Besten hilft muss wohl jeder für sich selbst herausfinden.

17.11.2016 08:00 • x 2 #14


Grace_99


Liebe @SilentOne78

Bissl muss ich dir widersprechen (zumindest was die Sache mit dem Therapeuten angeht)

Man hat ja 5 Sitzungen, wo man einen Therapeuten kennenlernt und erst danach muss man sich entscheiden - will ich mit ihm / ihr arbeiten oder nicht, denn wie du ja schreibst, ist mir ein Therapeut unsympathisch, bringt es nichts, dort eine Therapie anzufangen. Aber mal ehrlich, wer bleibt denn bei einem Therapeuten, den man nicht mag? Wer das macht, ist selbst schuld (in meinen Augen).

Wartezeiten - klar, ätzend. Aber, diese können ganz schnell sehr kurz werden; ein Patient hört auf, es springen welche von der Warteliste - zack, wird aus einer Wartezeit von z. B. 9 Monaten nur noch 3.

Ich habe damals 3 Monate warten müssen, bis ich einen "Schnuppertermin" bei meiner Therapeutin hatte; dann alle 14 Tage und erst nach ca. 5 Monaten hatte ich einen regelmässigen, wöchentlichen Termin.

Viele mag das immer abschrecken, aber ich kann nur dazu raten - durchhalten. Wenn man erst mal die Hürde der Wartezeit überwunden hat, den / die Therapeut(in) für sich gefunden hat - geht es aufwärts. Ich möchte die Zeit vor der Therapie nicht mehr zurück haben, ich möchte (um beim Thema zu bleiben), keinen meiner Exen zurück; wenn ich mir anschaue auf was ich früher so gestanden habe - never ever again!

17.11.2016 08:22 • x 2 #15




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